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unglücklich im Beruf?

G

Gast

Gast
Hallo Leute!
Ich weis gar nicht wie ich das alles in Worte fassen kann, bzw es erklären.

Ich bin mittlerweile 19, hab eine abgeschlossene Ausbildung hinter mir und wurde von meinem Arbeitgeber übernommen.
Diese Ausbildung hab ich nur gemacht, weil die anderen Bewerbungen fehlschlugen.
Mir ist in der Ausbildung schon aufgefallen, das dieser Beruf mir ganz und gar nicht liegt. Im Grunde hab ich die Ausbildung nur beendet, weil ich keine abgebrochene Ausbildung vorweisen wollte bei meinem nächsten AG und meiner Familie nicht auf der Tasche liegen wollte.
Dann kam es zu einer größeren Auseinandersetzung in meiner Familie und ich musste vorzeitig zu anderen Verwandten ziehen.
Die Übernahmegespräche kamen und der Gedanke meine Verwandten eine Last zu werden wurde größer. Der Gedanke mich für eine Ausbildung zu bewerben an der ich wirklich Interesse habe wurde immer kleiner.
Ich dachte ich müsse das Übernahmeangebot annehmen, dass ich in eine eigene Wohnung ziehen kann und niemanden mehr eine Last bin. Mit der Übernahme, wurde dann auch klar, das ich in eine Stadt ziehen muss in der ich niemand kenne.
Nun arbeitet ich seit einigen Monaten in einem Beruf der mir nicht im geringsten gefällt. Die Ausbildung war im Vergleich dazu noch erträglich, da ich häufig mit den anderen Azubis zusammenarbeiten konnte.

Ich geh gegen 08:00Uhr morgens auser haus und komme gegen 23:00 Uhr wieder heim. Das ist mein längster Arbeitstag.
Aber unter 10std komm ich selten! Wochenend-, Nacht- und Feiertagsarbeit inbegriffen.
ich fühl mich in der Arbeit nicht wohl, da viele mich als Frau für den Beruf nicht für angemessen halten. Ich arbeite allerdings ordentlich und regelkomform. Fehler vermeid ich so gut wie möglich, damit ich Ärgernisse umgehen kann die dadurch mit meinen Arbeitskollegen usw entstehen würden. Seit ca 2 Monaten, bin ich wirklich am Ende. Hab mich schon krank schreiben lassen, weil allein der Gedanke an die Arbeit mich zum heulen bringt. Hab mir meinen ganzen Urlaub genommen, weil ich dachte das mir einfach etwas Pause fehlt. In den drei Wochen konnt ich mich kein einziges mal ablenken, der Gedanke wieder in diese Arbeit gehen zu müssen hat mich depressiv gestimmt. Unternommen hab ich nichts mehr, die Lustlosigkeit hat mich übermannt.
Jetzt sitz ich wieder alleine in meiner Wohnung, flipp halb aus. Ich weis nicht wie ich es beschreiben soll. Es macht mich fertig. Ich möchte nicht noch genauer ins Detail gehen, aber ich übertreib wirklich nicht. so unglücklich war ich noch nie in meinem kurzem leben.

Nun was soll ich tun? kündigen? und dann eine 3 Monatige ALG Sperre in Kauf nehmen? Wie soll ich meine Miete usw dann finanzieren? Ich werde mich für nächsten September um eine neue Ausbildungsstelle bewerben. Bis dahin würde ich mich um einen Job kümmern der mich über Wasser hält. Der Gedanke in meine Heimatstadt zu ziehen, weil dort die Mieten billiger sind, kam auch schon in Frage. Dort hab ich meinen Bruder. Hier momentan niemanden mehr, da ich mich heftig mit meiner Mutter zerstritten hab. Ich fühl mich allein. Ich weis nicht was ich tun soll.. Heute kam mir schon der Gedanke mir etwas zu brechen, damit ich morgen zum Arzt kann um mich krank zu schreiben. Mich macht das Verrückt, zudem kommen noch viele andere Dinge in meinem privatleben, die mich hinunterziehen.

So viel Text, es tut mir leid!
 
Hallo Gast,
vielleicht gibt es auch innerhalb deines erlernten Berufs
Tätigkeiten, bei denen du weniger arbeiten musst und
die dir mehr Spaß machen? Und wenn du auf eine neue
Ausbildung warten und weiter arbeiten musst: kannst
du vielleicht deine innere Haltung anpassen und dir
selbst etwas Druck nehmen (von wegen fehlerfrei ar-
beiten und so).
Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du bald
die Möglichkeit hast, von da weg zu gehen ohne gleich
in existenzielle Probleme zu fallen!
Gruß, Werner
 
Du bist noch jung und musst nicht ewig in diesem Beruf bleiben. Ich würde nicht gleich kündigen, mich aber parallel über andere Ausbildungsmöglichkeiten oder Arbeitgeber informieren - notfalls am Wochenende oder im Urlaub - und mich so schnell wie möglich da wegbewerben. Kündigen oder einen Aufhebungsvertrag schließen würde ich erst, wenn ich eine akzeptable Alternative gefunden und den Arbeits- oder Ausbildungsvertag beim neuen Arbeitgeber schon unterschrieben in der Tasche habe.

Vielleicht sind es auch nur Anfangsschwierigkeiten wegen mangelnder Berufserfahrung, das wird man sehen. Sofort das Handtuch werfen würde ich auf keinen Fall, das macht auch bei künftigen Bewerbungen keinen guten Eindruck. Ein paar Monate wirst du es schon noch aushalten müssen, aber nicht Jahre oder Jahrzehnte.

Auch eine Psychotherapie würde ich an deiner Stelle ernsthaft in Betracht ziehen. Besprich das am besten mit deinem Hausarzt.
 
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