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Unglücklich im Auslandssemester

@Gast
Hey,

ich bin grad in den USA im Auslandssemester und hatte hier auch schon nen Thread eröffnet wegen Heimweh, da die Leute hier alle oberflächlich sind...

Dachte grade genau an meine Situation als ich deinen Beitrag gelesen habe 😀

Mir geht es mittlerweile schon besser hier, ich versuche mich jetzt so gut es geht, mit der Lage "anzufreunden" und das Beste draus zu machen. Ich skype und telefoniere viel mit Freunden aus Deutschland und dann geht die Zeit viel schneller rum und ich gehe unter der Woche fast immer zur Unibibliothek und lerne, lerne, lerne 🙂😀 An den Wochenenden unternehme ich meist mit 2 anderen Austauschstudenten etwas, "Freundschaft" würde ich das aber nicht nennen, einfach weil die Interessen zu verschieden sind. D.h. in Deutschland würd ich mit denen wohl nix unternehmen😱

Bei dir ist es ja sogar so, dass du nachhause fliegst zwischendurch, wie du geschrieben hast, bei mir geht das ja leider nicht so einfach. Deshalb kannst du dich mit dem Gedanken trösten, dass es anderen, wie mir zB schlechter ergeht 😱😉
 
Hallo zusammen, habe zufällig diesen Thread gefunden und er ist zwar schon älter, aber ich möchte ihn gern um meine Erfahrungen ergänzen damit der nächste der ihn findet auch merkt, dass er nicht allein ist.

Ich bin seit September im Auslandssemester in Frankreich und hatte mich zuvor sehr auf die Zeit im Ausland gefreut. Auch als ich ankam war ich zunächst noch optimistisch. Die ersten Probleme waren noch relativ machbar, da die nötige Energie vorhanden war sich dem zu stellen. Bei einer Einführung für Erasmus-Studenten an der Uni wurde uns gesagt, dass der erste Monat zwar mitunter deprimierend sei, man sich danach aber zurecht finde und es bergauf geht. Also dachte ich anfangs, als ich immer öfter traurig und lustlos war und mich verloren fühlte, okay, halte durch, es wird besser werden.

Einige Dinge haben sich gebessert, ich weiß zum Beispiel inzwischen dass ich jede Woche überprüfen muss ob meine Vorlesungen noch zur gleichen Zeit oder überhaupt stattfinden und stand fortan nicht mehr allein im Vorlesungssaal. Es gab durchaus auch ein paar Tage, die ich als gut oder erfolgreich bezeichnen würde. Und als mich ungefähr nach der Hälfte eine Freundin besuchen kam, war es unglaublich schön jemand vertrautes in der Nähe zu haben. Kontakte mit anderen Erasmus-Studenten sind zwar vorhanden, aber oberflächlich.

Die Lehrveranstaltungen sind mühsam, da ich große Probleme habe die Inhalte zu verstehen oder überhaupt eine Struktur zu erkennen (und die Vorlesungen dauern 2-3 Stunden, was zusätzlich zur Sprache anstrengend ist). Schwierig fand ich auch die Relevanz des Lehrstoffs zu meinen Studieninhalten in Deutschland.

Womit ich anfangs stark haderte war das Gefühl, dass alle Spaß haben und ein erfolgreiches Auslandssemester verbringen, nur mir wollte es nicht gelingen. Und dann fängt man an sich zu fragen, warum mache ich das hier überhaupt? Ich habe oft daran gedacht, abzubrechen. Ich denke es immernoch. In 15 Tagen fahre ich über Weihnachten und Neujahr nach hause und ich kann nur sagen: Ich fiebere dem Tag förmlich entgegen. Danach muss ich für ca. 10 Tage zu den Prüfungen zurückkommen, und dann hat diese Erfahrung ein Ende. Auch das kann ich kaum erwarten. Ich habe einerseits Angst vor den Prüfungen, andererseits denke ich, wenn ich sie nicht schaffe geht die Welt davon auch nicht unter.

Ich möchte mit diesem Post niemandem Angst machen der über ein Auslandssemester nachdenkt, und mitunter wird es auch nicht jeder nachvollziehen können dem es schon einmal so ging. Aber wer die Situation kennt und das Gefühl hat, damit völlig allein zu sein, dem hilft es vielleicht ein wenig, zu wissen dass er nicht allein ist. Und dass jede Erfahrung einmal endet.
 
Viele machen auch gute Miene zum bösen Spiel - mal plakativ ausgedrückt.
Die tun halt so, als ob alles geil sei, weil sie sich keine Blöße geben wollen zu sagen, sie seien gescheitert, kommen nicht zurecht usw.

Ich war auch mal längere Zeit im Ausland. Das war mitunter echt hart, zumal ich noch richtige gesundheitliche Probleme in der Zeit hatte und nur ganz wenig Unterstützung...
 
Ich berate Studierende in einem International Office zum Auslandsstudium. Bis jetzt habe ich von keinen negativen Erfahrungen gehört, bis auf Probleme bei der Wohnungssuche. Ich habe oft gehört, dass man eher Kontakt mit anderen Erasmusstudenten als mit den "einheimischen" Studenten hat. Das ist natürlich nicht optimal,w enn man seine Sprachkenntnisse verbessern will. Ich denke, man muss sich trauen, gezielt Leute anzusprechen, ob sie etwas unternehmen wollen. Man muss sich da sicher erst überwinden, aber mit ein bisschen Mut klappt das schon. Vor allem, wenn man die Sprache lernen will, sollte man nicht zusammen mit Freunden an dieselbe Uni gehen, denn dann spricht man nur Deutsch.
 

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