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Unglücklich im Auslandssemester

G

glashaus

Gast
Hallo,

seit 31. Januar bin ich im Auslandssemester in den Niederlanden (Amsterdam). Ich habe mich über ein Jahr lang sehr darauf gefreut und konnte es kaum abwarten. Etwa eine Woche vor Abfahrt hatte ich dann aber schon ein komisches Gefühl im Bauch und wollte am liebsten alles hinschmeißen.

So, nun bin ich hier und bin eigentlich nur unglücklich. Es ist überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, meine Erwartungen wurden total enttäuscht. Ich finde nur sehr schwer Anschluss und habe das Gefühl dass ich furchtbar klein und allein hier bin. Morgens aufstehen und in die Gänge kommen fällt mir wahnsinnig schwer. Ich kenne mich selbst schon kaum mehr wieder. Ich bin oft traurig und inzwischen auch total verschlossen - das totale Gegenteil von dem wie ich sonst bin! Ich zähle immer die Tage, bis ich auf ein Wochenende nach Hause fahren kann (zum Glück ist das möglich von hier aus). Bislang war mein Sprachkurs immer noch ein Highlight in der Woche wo ich mich immer sehr drauf gefreut habe, aber der ist nun leider vorbei.

Im Moment habe ich wieder ein richtiges Tief. Ich versuche zwar, das Beste daraus zu machen, stürze mich in Uni-Arbeit um mich abzulenken oder versuche regelmäßig Sport zu treiben oder mir andere Aktivitäten zu suchen. Dennoch habe ich im Moment das Gefühl dass mir alles zu viel wird. Geldprobleme (es ist einfach wahnsinnig teuer hier....) kommen dann noch obenauf...

Vor allem meine Familie und meine besten Freunde fehlen mir sehr, da ich es nicht geschafft habe, mir hier eine Art soziales Netz aufzubauen. Noch etwa 2 Monate muss ich durchstehen, ich weiß, das ist nicht mehr lang und die Hälfte habe ich schon hinter mir, aber das ist leicht gesagt wenn man sich jeden Abend mit dem Wunsch ins Bett legt, morgen im eigenen Bett in vertrauter Umgebung aufzuwachen.

Ich bin einfach wahnsinnig enttäuscht dass ich so viel Zeit und Geld und Energie in diesen Auslandsaufenthalt gesteckt habe. Allen anderen gefällt es super, auch meine Freunde haben viel Spaß in ihren Auslandsaufenthalten - daher versteht mich auch niemand so richtig wenn ich sage dass ich mich nicht wohl fühle oder das es mir nicht gefällt. Man wird teilweise dann richtig mitleidig-abschätzend angeschaut. Gibt es denn keine anderen Leute die auch nicht so tolle Erfahrungen im Ausland gemacht haben? Ich habe noch niemanden getroffen....


Nun ja, ich glaube ich wollte das auch einfach nochmal loswerden. Etwas anderes als weiter einigermaßen tapfer zu sein bleibt mir ja eh nicht über.
 
Vermutlich hast du einfach nur Pech gehabt.
Möglicherweise hättest du dir ein anderers Land
aussuchen sollen.

Hier mal ein kleiner Artikel für Besucher hier,
die sich ein Bild machen wollen wie begehrt
das Auslandsstudium ist:

Zitat

Auslandssemester unter Deutschlands Studenten besonders beliebt

Bonn - Deutsche Studenten zieht es offenbar öfter für einige Semester ins
Ausland als Studierende anderer Länder. Beim EU-Programm ERASMUS nahm
Deutschland im Hochschuljahr 2006/2007 mit fast 24.000 Teilnehmern im
europäischen Vergleich den ersten Platz ein, wie der Deutsche Akademische
Austauschdienst (DAAD) am Dienstag in Bonn mitteilte. Auf den weiteren
Plätzen folgten demnach Frankreich mit knapp 23.000 Studenten, Spanien mit
gut 22.000 und Italien mit rund 17.000 Teilnehmern. Die meisten deutschen
Studenten zog es nach Spanien (21,4 Prozent), Frankreich (18,1 Prozent)
oder Großbritannien (12,6 Prozent).

Zitat Ende, Quelle :

Auslandssemester unter Deutschlands Studenten besonders beliebt - Newsticker - NETSCAPE.DE

Hier auch mal was:

In China übrigens werden die Studiengebühren vom Staat bezahlt
für deutsche Studenten 😉 :

Auch ein Vollstudium im Ausland wäre vielleicht was :

DAAD - Vorüberlegungen zum Auslandsstudium
 
Japp, das mit dem Pech mag sein. Dennoch ärgerlich, dass man nun drinsteckt und nicht mehr zurückkann, denn es kostet wahnsinnig viel Kraft momentan.
 
da ich es nicht geschafft habe, mir hier eine Art soziales Netz
aufzubauen.

Das genau ist der Punkt, der casus knacktus. Genau daran aber
musst du arbeiten. Als intelligenter junger Mensch musst du es
erlernen und damit können, egal wo du dich in der Welt aufhälst, nämlich in
kurzer Zeit ein "soziales Netz" aufzubauen.

Mach das jetzt zu deiner eigenen Chefsache.
Mach solches auch zum Thema im Gespräch mit Kommilitonen
und lass dir helfen. Soziale Handlungskompetenzen erwirbt man vor
allem durch Übung und nochmalíges Üben.

Herzlichst

Germ
 
Hallo Glashaus,

erst einmal: denk dran, dass du zwei Drittel schon rum hast und es sich somit zeitlich in Grenzen halten wird - zurück in D wird dann alles wieder besser...

aber ich versteh genau, was du meinst, mir ging es ähnlich: war für ein Jahr in England und trotz Bemühungen meinerseits ist es mir bis zum Ende kaum gelungen, Anschluss zu finden - glaub mir, das geht vielen Erasmuslern (und anderen) so! Ich hatte in einer WG gelebt und auch sonst Kontakt zu Einheimischen wie auch Deutschen gehabt, aber hatte trotzdem keine Bekanntschaft zu einer wirklichen Freundschaft ausgebaut, dementsprechend schlecht ging es mir auch - aber vllt. kannst du ja noch ein paar positive Erfahrungen einheimsen, wenn du in AGs oder so mitmachst, wofür du dich interessierst...

ansonsten versuch die Zeit noch ein wenig zu geniessen, ich habe auch viel allein gemacht, aber mich gefreut, andere dinge zu entdecken, die es im inland so nicht gibt...

Im allergrössten Notfall kannst Du immer noch zum Coffee Shop Deines Vertrauens gehen (kleiner Spass...)

Alles Gute, SW
 
Das genau ist der Punkt, der casus knacktus. Genau daran aber
musst du arbeiten. Als intelligenter junger Mensch musst du es
erlernen und damit können, egal wo du dich in der Welt aufhälst, nämlich in
kurzer Zeit ein "soziales Netz" aufzubauen.

Mach das jetzt zu deiner eigenen Chefsache.
Mach solches auch zum Thema im Gespräch mit Kommilitonen
und lass dir helfen. Soziale Handlungskompetenzen erwirbt man vor
allem durch Übung und nochmalíges Üben.


Hallo Germ,

das finde ich jetzt ein wenig allzu gezwungen (no offense meant) - zwar sieht es im Ideal so aus, dass man immer Netzwerke aufbauen soll, aber in der Realität haben viele Menschen grade damit Probleme, grade wenn man sich fernab der Heimat befindet - ich denke, dass Glashaus halt nur ein wenig Pech gehabt hat, man muss ja nicht von einem grundsätzlichen Problem ausgehen...

Natürlich ist es wichtig, seine Leute zu finden, aber man muss auch manchmal das Eingeständnis machen, dass man nicht in jeder Situation den kommunikativen, aufgeschlossenen Menschen geben kann. Nicht ohne Grund ist grade in der heutigen mobilen Zeit Anschluss in neuer Umgebung zu finden ein grosses Problem. Daraus einen Zwang zu machen, halte ich deshalb für den falschen Weg.

Gruss, SW
 
Danke Schmuddelwetter 🙂 Ich dachte schon ich wäre die einzige, der es so geht.

Im Grunde habe ich kein Problem damit, jemanden kennenzulernen, jedoch ergibt sich hier halt aus irgendeinem Grund nichts "engeres" daraus. Ich hab zuhause einen großen Bekanntenkreis und einige sehr enge Freunde mit denen ich auch oft etwas unternehme, dementsprechend ist die Situation hier dann natürlich auch erstmal ungewohnt.

Ich hab mir deshalb jetzt so einige Aktivitäten gesucht, die ich auch alleine machen kann und die mir Spaß machen. So vergeht die Zeit und ich tue noch etwas sinnvolles dabei. Ansonsten steht im April und Mai noch jeweils ein Trip nach Hause an und ich werd hoffentlich auch nochmal Besuch von meinen Freunden bekommen, wenn die schon aus ihrem Auslandsaufenthalt zurück sind.
Ab jetzt geht es ja auf das Ende zu und das stimmt zuversichtlich.
 
Hallo Glashaus,
ich weiß dein Bericht ist schon ein paar Jahre alt..aber vielleicht bist du oder jemand dem es ähnlich geht ja noch hier angemeldet.
Ja, mir geht es gerade genau wie dir..ich bin im Auslandssemester und ich glaube, dass war die schlechteste Entscheidung ever. Ich war schon öfters für 10 Und 6 Monate alleine im Ausland gelebt...und das waren immer supre Erfahrungen auch wenn es natürlich schlechte Momente gab. Aber hier ist es gerade irgendwie anders... ich habe zwar ein paar Freunde hier aber eigentlich besteht mein Leben nur aus Uni und mit Freunden in die Bibliothek gehen um zu lernen. Die Uni ist super schwer und zeit intensive, was an meinem englisch liegt aber auch größtenteils an der Uni. Obwohl ich jeden Tag nur am lernen bin schreibe ich für Deutschland nur durchschnittlich gute Noten und bin damit aber teilweise eine der besten in meiner Klasse...was mir aber auch nicht weiterhilft, da in Deutschland alle nur die durchschnittlichen Noten sehen werden und keiner weiß, dass dies für diese Uni gut ist... 🙁 Ich vermisse mein Sozialleben, mit Freunden einen Kaffee trinken gehen und einfach mal Freizeit zu haben ohne dabei an das nächste Assignment zu denken... Ich will eigentlich nur noch nach Hause...aber hab noch 2 Monate vor mir...
Auch wie bei dir gefällt es allen meinen Freunden super super super in ihren Auslandssemestern und ich glaube ich bin die einzige, der es gar nicht gefällt.. 🙁 Bin daher auch etwas neidisch auf meine Freunde, was natürlich kein schöner Charakterzug ist.

Wie hast du damals die letzte Zeit überstanden? Gibt es jemanden der gerade in der selben Situation ist??

Liebe Grüße
 
Hallo Appelbee,

Ich bin genau wie du jetzt in derselben Situation.
Ich bin seit zwei Wochen im Ausslands (Dänemark) und bin nur am leiden, jeden Tag. Dazu kommt dass ich nicht schlafen kann, ich habe jetzt aber Schlaftabletten bekommen und hoffe dass sie wirken.
Ich werde auch nächsten Monat in ein anderes Wohnheim ziehen, das hoffentlich sozialer ist.
Hier ist der Winter sehr hart und ich habe Depressionen und schlimmes Heimweh.
Ich habe immer wieder "Ups" in denen es mir ok geht und ich denke, bald ist Sommer! DU schaffst das!
Und dann eine halbe Stunde später schon wieder ein Down und ich will einfach nur nach Hause fliegen!

Du bist jetzt schon ein paar Monate im Ausland, hast du es durchgehalten?
Ich denke nämlich daran alles zu verkürzen, weil es mich seelisch sehr belastet
 
Hallo Applebee und Gast (18.01.13),

mir geht es gerade ähnlich wie euch. Ich mache seit Anfang Januar ein Erasmus-Semester in Norwegen. Eigentlich habe ich mir sehr darauf gefreut, da ich Norwegen als Land total super fand, ich war bereits 2 Mal hier im Urlaub und hab mich total gefreut, dass meine neue Uni eine Kooperation mit Norwegen anbietet. Allerdings habe ich bis jetzt auch nicht wirklich Anschluss gefunden, ich habe das Gefühl, dass viele Leute hier sehr oberflächlich sind und damit kann ich nur schlecht umgehen. Bisher dachte ich, ich hätte das schlimmste überstanden... also die ersten 3 Wochen im Januar, wo ich quasi niemanden kannte, die Uni noch nicht angefangen hatte und ich auch sonst kaum Aktivitäten hatte. Dann war eine Freundin von mir 9 Tage hier, und bis vor einigen Tagen mein Freund. Wir haben viel gemacht und ich hab die Zeit total genossen. Aber seit mein Freund wieder weg ist, geht es mir ähnlich schlecht wie im Januar, es sind noch fast 7 Wochen, bis ich über Ostern für 2 Wochen nach Hause fliege und obwohl das eine absehbare Zeit ist, ich mittlerweile regelmäßige Kurse habe und 3-4 Mal die Woche zum Sport gehe, kommt es mir gerade unglaublich lang vor. Mich nervt alles hier momentan einfach nur an, meine Mitbewohner, die man die ganzen Tag hört und die auch mitten in der Nacht rücksichtslos die Türen zuknallen, das Gegröle von besoffenen Erasmus-Studenten vor meinem Fenster an jedem Wochenende und einfach diese ganze Oberflächlichkeit und die Leute mit ihrem geheuchelten "Hey, how are you?" wenn man sich trifft, aber sonst gar nichts miteinander zu tun hat. Ich glaube einfach, ich bin nicht der Typ für sowas, ich brauche irgendwie mein Umfeld oder zumindest Menschen, bei denen man das Gefühl hat, sie sind aufrichtig.
 

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