Weil Fünftklässler eine unbekleidete Statue im Museum sehen konnte: Kunstlehrerin gefeuert
Texas gilt als das Bayern der USA: die Eingeborenen sprechen einen ähnlich intensiven Akzent, gelten im Rest des Landes als ein Fall für sich – und sind etwas penibler, wenn es um Sitte und Religion geht. Unter Beweis gestellt hat dies nun eine Grundschule in Fresco.
Die Kunstlehrerin Sydney McGee ist seit 28 Jahren im Schuldienst und wurde bereits mit Auszeichnungen versehen, was für Lehrer nicht gerade zum Alltag gehört. Doch all dies spielt keine Rolle mehr, seitdem sie letzten April mit 89 Fünftklässlern der [extern] Wilma Fisher Elementary School im [extern] Dallas Museum of Art war.
Der Schuldirektor hatte sie ausdrücklich dazu aufgefordert, mit den Schülern dort hinzugehen und auch die Eltern hatten unterschrieben, dass ihre Kinder auf diese Exkursion gehen durften. Doch weil in diesem Museum auch eine nackte Statue zu sehen war und dies ein Schüler zuhause erzählte, gab es eine Beschwerde beim Direktor. Dieser stellte McGee daraufhin frei und sorgte dafür, dass ihr Vertrag nicht mehr verlängert wird und [extern] nächsten März ausläuft.
Dass auch leblose Statuen in den USA züchtig bekleidet werden müssen, ist zwar schon öfters vorgekommen ([local] George W. B. gegen die Eva des Bösen), in einem Kunstmuseum ist es jedoch neu. Wieso Fünftklässler von dem Anblick eines unbekleideten Menschens in Stein in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden sollen, kann auch niemand erklären. Andere Eltern sind nun empört, weil sie gerade wegen des berühmten Kunstprogramms der Schule mit ihren Kindern in diese Stadt gezogen sind. Der gefeuerten Lehrerin hilft dies natürlich auch nicht mehr weiter.
Doch nicht nur Lehrer können ungeahnt schnell von der Schule fliegen – auch Schülern kann das passieren. Dazu muss es nicht gleich das Zwingen von Mitschülerinnen zu Pornoaufnahmen sein – es reicht auch ein Blog. Auch in Amerika macht nun die Formulierung des Internets als Klowand die Runde und Schüler, die in ihrem Blog zu sehr über ihre Schule oder ihrer Lehrer herziehen, fliegen raus. Themen solcher Blogs waren beispielsweise der armselige Zustand des Schulgebäudes sowie Lehrer mit rassistischen Vorurteilen, Scherze über Lehrer auf Myspace.com oder Rap-Textwettbewerbe unter Vierzehnjährigen.
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Was Erwachsene klar sein sollte, dass sie sich mit zu frechen Blogeinträgen über ihren Arbeitgeber Probleme einfangen können, ist Schülern in diesem Alter nicht immer klar, wenn sie gerade erst den Protest erproben. Allerdings konnten sich die betroffenen US-Schüler auf dem Rechtsweg wieder zurück an ihre Schulen klagen. Etwas anderes wäre es wohl gewesen, wenn sie in ihrem Blog das Bild einer nackten Statue gepostet hätten...