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Unglaublich dreister Kollege

G

Gast

Gast
Hallo,

also es geht um folgendes... ich habe einen Arbeitskollegen, welcher ein mehr als anstrengendes Verhalten an den Tag legt. Dies ist bereits seit einigen Jahren so. Ich selbst bin 4 Jahre im Unternehmen, dieser bereits über das doppelte.

Wir zwei haben gemeinsam einen Bereich, den wir betreuen. In Frühjahr, war der Kollege 4 Monate krank. Ich habe dann - gerade aus der Ausbildung heraus - sämtliche Aufgaben übernommen und dem Feedback von vielen anderen nach das auch sehr gut.

Meine Probleme fangen an mit dem fachlichen Bereich. Ich bin habe meinen Hobby zum Beruf gemacht und bin aktuell jemand, den man bestimmt als Workaholic bezeichnen kann. Dies macht mir auch nichts aus - ich habe Spaß am Beruf. Bereits in der Ausbildung jedoch wurde ich weniger von besagtem Kollegen ausgebildet, als ich mich selbst ausbilden durfte. Schule, Selbststudium daheim und auch viel Erfahrung aus nebenberuflichen Tätigkeiten aus der Schulzeit in diesem Bereich haben mir das ganze auch noch relativ einfach gemacht... dies als kleine Vorgeschichte.

Ich habe auf jeden Fall hatte ich bedingt durch die Krankheit alle Tätigkeiten meines Kollegen übernommen und alle Pflichten, nach Feedback von anderen mindestens genauso, teilweise wohl auch besser als Besagter erfüllt. Als der Kollege wieder da war, war er mit vielen von mir eingeführten Änderungen unzufrieden, hat meine Arbeit "zunichte" gemacht, und sich beim Vorgesetzten beschwert. Andauernd sehe ich zu, wie Geräte von diesem gekauft werden, welche absolut keinen mehr Wert für uns dar stellen, teilweise nur um meine Lösung "auszutauschen".

Nun bin ich generell auch recht schlagfertig, wenn es darum geht meinen Standpunkt zu vertreten. Eines Tages hatte ich also ein ruhiges, sachliches Gespräch geführt. Was besagter Kollege sich von dieser und jener Änderung erhofft oder warum meine Lösungen nicht gut genug sind. Heraus kam - wie auch in den Gesprächen danach - ich hab x Jahre Erfahrung, ich hab dies und das schon immer so gemacht, ich verdiene mehr Geld(!) als du - wohl aus dem Grund weil ich das besser kann.

Darauf folgte ein dreier Gespräch mit dem Vorgesetzten. Generell halte ich diesen für eine sehr fähige, kollegiale und menschliche Führungskraft, die aber auch mal durchgreifen kann. Aber immer, wenn es - egal von welcher Seite - von mir, Abteilungsintern, Unternehmensintern - berchtigte Kritiken an meinem Kollegen gibt, sieht dieser darüber hinweg. Es sind schon Gerüchte entstanden, dass da irgendwo eine Leiche im Keller liegen muss - und die sind älter als meine Anstellung bisher andauert.

Vor kurzem hat sich - mal wieder - eine Situation ereignet... besagter Kollege ging in dem Urlaub und hat ein gravierendes Problem bei der Übergabe nicht genannt, an welchem er zwei Wochen wohl gearbeitet hat. Da dieses Problem die Produktivität extrem beeinflusst hat, wurde ich gebeten mich der Sache anzunehmen. Ich habe das Problem dann auch innerhalb von wenigen Stunden lösen können. Aus meinen Arbeitsbericht kamen gleich wieder irgendwelche negativen Mails zurück, was an meiner Arbeit falsch war und ich wurde auf dermaßen simple Dinge hingewiesen, dass ich mich einfach für dumm verkauft gefühlt habe. Wo der Kollege wieder da war, durfte ich mich bei diesem dafür rechtfertigen, was ich so dreist bin und in seinen Sachen "rumpfusche". (und das übliche - er hat ja x Jahre Erfahrung, und verdienst mehr Geld.. blabla).

Nun werde ich mal ganz persönlich.. Warum zur Hölle beschwert sich diese Witzfigur darüber, dass ich neben meiner Arbeit auch noch SEINE machen MUSS (und auch gerne unterstütze eigentlich) und kommt mir dann mit MEHR ERFAHRUNG UND MEHR GELD weil er ja BESSER ist. Wenn ich X Jahre rumsitze, nur arbeite, wenn es sein muss, sonst nur auf meinem Hintern sitze und Bildzeitung lese oder auf dem Handy rumfummele, dann verdiene ich wohl auch irgendwann mehr Geld, wenns gut geht und keinem auffällt. Von Erfahrung kann da nicht die Rede sein.

Auf jeden Fall ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe auch keine Lust dauernd Vorgesetzten zu "petzen". Führt auch zu nix. Zum Chef ist aber auch nicht die feine Art. Ich habe keine Lust mehr für diesen fachlich und sozial absolut inkompetenten Menschen mit seinem frechen und menschenunwürdigen Verhalten irgendeine Form von Vertretung zu machen oder mit diesem zusammenzuarbeiten und mich dann dafür anmaulen lassen zu müssen. Ich rege mich nur noch auf.

Ich bin zuhause und rege mich auf, ich liege im Bett kann nicht schlafen - ich rege mich auf, ich gehe zur arbeit und rege mich weiter auf. Irgendwann geh ich daran kaputt. Ich häng das auch im Unternehmen nicht an die große Glocke. Ich will den Kollegen nicht mobben oder sowas - aber das geht zu weit...

Andere Jobs suche ich schon - sieht leider gerade schlecht aus auf dem Markt in der Umgebung. Kündigen kann ich nicht (Sperre Arbeitsamt - keine Familie mehr und ich muss ja von was leben).

Was würdet ihr machen... Ich denke darüber nach das ganze nochmal schriftlich zu verfassen und um Zeugnissausgabe zu bitten und dann zu kündigen. Die 12 Wochen muss ich dann halt durchhalten, wenn ich nicht finde. Ich mach den Job gerne - sehr gerne - aber in diesem Umfeld mach ich mich kaputt.

Danke schonmal
 
Lass dir das naechste Mal, wenn der Kollege krank oder in Urlaub ist, alle Aufgaben vom Chef schriftlich bestaetigen, damit er sieht, dass du nicht " rumpfuscht", sondern nur deine Pflichten erfuellst.

Es klingt ausserdem danach, als haette dein Kollege leichte Existenzaengste. Evtl. Fuerchtet er, dass du ihn irgendwann "ueberholst" und er in der Firma ueberfluessig wird. Deshalb redet er deine Arbeit schlecht um dem Chef zu zeigen, dass er eben doch noch nicht austauschbar ist. Vielleicht hilft ja ein klaerendes Gespraech bei einer Tasse Kaffee? Mach ihm klar, dass ihr miteinander arbeiten solltet, nicht gegen einander.

VG
Star
 
Gast, ich habe den Eindruck, dass ihr euch beide nicht viel nehmt. Du fährst auch ganz schön die Ellenbogen aus...ich würde sogar sagen, dass man das auch deinerseits schon Mobbing nennen kann.


Vielleicht hilft ja ein klaerendes Gespraech bei einer Tasse Kaffee? Mach ihm klar, dass ihr miteinander arbeiten solltet, nicht gegen einander.

Sehe ich eigentlich auch so, befürchte aber, dass es schon zu spät ist.
 
Ich denke mal, dein Kollege findet dich genauso anstrengend wie du ihn.
So wie es für mich rüberkommt, nutzt du seine Abwesenheit um ihn auszubooten und verhältst dich nicht gerade kollegial. Nur weil du den Sinn des Lebens in deiner Arbeit siehst, kannst du nicht von deinem Kollegen gleiches erwarten. Wenn du der Meinung bist, dass deine Fähigkeiten unter den Scheffel gestellt werden, hilft dir nur ein Arbeitsplatzwechsel.
Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn du dir ein Hobby zulegst damit du deine Arbeit nicht so verbissen siehst. Beliebt machst du dich durch dein Strebertum sicher nicht.
 
Das ist echt eine verzwickte Situation. Ich kann Dich sehr gut verstehen, denn ich befinde mich zurzeit in einer ähnlichen Lage mit einem meiner Ausbilder. Er macht Fehler, die ich dann letztendlich büßen muss... wem glaubt der Chef? Natürlich jedem anderen, nur nicht mir.

Ich kann aber leider auch nicht viel dazu sagen, nur: Lass dich nicht unterbuttern. Dein Kollege will es vermutlich nicht wahrhaben, dass es auch andere Mitarbeiter gibt, die seinen Posten gut oder vielleicht sogar besser führen können und ist einfach nur sturköpfig. In meinen Augen hast du absolut nichts falsch gemacht oder dich in irgendeiner Art wichtig gemacht, sondern nur dein Bestes gegeben.

Viel Glück und Kraft.

LG
 
Das Problem liegt wohl hauptsächlich darin, dass du als Workaholiker ihn wissentlich oder unwissentlich in seiner Existnz gefährdest. Versetz dich mal in seine Lage. Es ist nicht schön, nach längerer Krankheit an seine Arbeit zurückzukommen und zu merken, dass man überflüssig geworden ist. Natürlich hat er Angst um seinen Job.
Er hat im Prinzip nur zwei Möglichkeiten um zu handeln, wenn er seinen Job behalten will.
1. er arbeitet genausoviel/mehr als du
2. er macht dich in der Firma schlecht und mobbt dich raus.

Ehrlich gesagt würde ich selbst mich - vor die Wahl gestellt - auch für die Nummer 2 entscheiden. Wenn ich recht habe, wird es keine Lösung geben können.
da fällt mir gerade eine Geschichte von einem Bekannten ein. Er, ein netter Typ, aber ein 100 Prozentiger, übereifriger seit ich ihn kenne, war während des Studiums in einem Praktikum. Nach einiger Zeit wurde er dann gegangen, weil er zu gut arbeitete. Man sagte ihm, dass er damit den Betriebsfrieden störe, da die Kollegen sich bedrängt fühlen.
 
Hallo,

ich finde, der TE hat recht. Ich kenne auch diese Leute, die nach dem Motto "Ich mache das schon lange und habe viel Erfahrung, also weis ich es besser" arbeiten. Erfahrung ist nichts wenn man nichts daraus lernt. Und Alter per se ist auch kein Nachweis von Können und Fähigkeiten.

1. Man muss kein Workaholic sein, um gut zu arbeiten. Das der TE ein WA ist, ist seine Entscheidung. Wenn der Kollege keiner ist, auch gut, solange seine Arbeitsergebnisse gut sind. Außerdem heist Workaholic auch nicht, dass die Arbeit gut gemacht wird. Viel Zeit = viel Leistung stimmt nicht. Kann auch ein Zeichen von Ineffizienz sein 😉

2. Die Behauptung das der TE mobbt aufgrund von guter Leistung muss man mir mal erklären? Schlussfolgerung wäre dann ja, dass keiner mehr performen darf damit "schwächere" nicht gemobbt werden. Passt m.M. nach zu witzigen Forderungen wie "Bedingungsloses Grundgehalt für alle". Leistung muss sich rentieren, früher haben die Menschen, die was "geleistet" haben, eher überlebt als diejenigen, die auf der faulen Haut lagen.

3. @nachseite: Auch das Argument "Existenzangst" zählt nicht. Wenn der Kollege so gut ist, wie er sagt, dann kann er das bei der Arbeit zeigen und muss nicht seinerseits "mobben". Und wenn ich dein Beispiel höre, fällt mir nichts mehr ein. Gute Leute werden nun gegangen, damit der Betriebsfriede (="jeder macht sich nen ruhigen Lenz") gewahrt bleibt. Super Tendenz! Ich frage mich, wie lange so ein Betrieb weiter existieren kann.

Ich bin ein Verfecher der Leistungsgesellschaft. Natürlich muss man beachten, dass nicht jeder alles kann oder auch gleich gut kann. Aber das ist normal. Deswegen Leistungsträger schlechter zu stellen ist widersinnig. Notperformer wären nach Darwin auch nicht die Sieger.

@TE: Zieh für dich die Konsequenzen und geh deinen Weg. Du lebst nur einmal und ich würde nicht meine Stärken verschleiern nur um anderen zu Gefallen. Sei ehrlich und dir selber treu.

So far,
Frühaufsteher
 
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Ich bin der TE und habe mich mal registriert. Ja ich bezeichne mich als kleiner WA. Was bestimmt auch daran liegt, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Und wie heißt es so schön: Wer sein Hobby zum Beruf macht, braucht nie mehr arbeiten.


Ich helfe gerne anderen Menschen. Ich halte auch nichts von Mobbing und der gleichen, da ich vor einigen Jahren selbst negative Erfahrung darin sammeln konnte, genau wie meine Partnerin. Deswegen bin ich unschlüssig, welchen Weg ich in dieser Situation am besten gehen soll. Ich habe auch mit niemanden, auch anderen "schwerigen" Kollegen und Mitmenschen kein Problem. Man muss da immer einen gesunden Abstand zu haben. Ich bin da auch keine der "Ellenbogen" ausfährt. Gestern Abend war bei verfassen meines Textes auch noch ein wenig Wut im Bauch...

Ich bin aber nun mal jemand der erst am Anfang seines Berufslebens steht, hohen Enthusiasmus und hohe Lernbereitschaft zeigt, weil ich auch schon aus privaten Gründen (Hobby & Beruf) noch so viele Dinge lernen und verstehen möchte. Und ich möchte für mich, als auch auch für mein Unternehmen das beste Rausholen - dabei erwarte ich nicht von anderen unterstützt zu werden. Wenn jemand arbeiten geht um des Lebensunterhalts willen ist das ausreichend und völlig ok und ich respektiere das. Aber das gibt niemanden das Recht mich zu boykottieren - schon gar nicht wenn ich den Unrat von anderen bereinigen. Er kann ja auch kommen und fragen wenn er nicht weiter weiß in einer Sache. Mache ich auch. Bei bekannten, im Netz oder auch direkte Kollegen. Ich will auch gar kein Lob dafür bekommen, wenn ich mal was gut umgesetzt habe. Aber ich will mich verdammt nochmal auch nicht mit - definitiv - unberechtiger Kritik rumschlagen müssen.

Ich komme aus einem sozialschwachen Umfeld und wusste relativ früh, aus dir wird etwas. Weil du es willst und egal, welche Steine man dir in den Weg liegt. Kranke Eltern, Jungendamt, Heim, ich habe alles durch. Und heute steh ich hier und mache meinen Job uns schlag mich mit einem "normalen" Einkommen rum und sorge für mich selbst. Dann kommt da jemand und sagt, ich hab mehr Erfahrung und mehr Geld als du und bin was besseres. Bei Umzugs arbeiten, bezeichnete er sogar schon andere billige "Hivis" und dass er dafür gar nicht aufgestanden wär. Ich bitte euch... was soll das... wie kann man so sein - ich raff das nicht.

Ich suche morgen glaube ich nochmal das Gespräch. Wenn dass dann zu nicht führt dann mache ich Platz... schließlich bin ich auch als letzter gekommen. Ich habe keine Lust gegen Windmühlen zu kämpfen.
 
wow... ok... ich sage dir mal folgendes. es gibt keinen grund sich so aufzuregen. sei fleißig und arbeite einfach weiter. gute leistung macht sich bezahlt. diskutiere nicht - MACH ES. denk einfach an folgende weisheiten und behalte sie im hinterkopf:
Nur wenige sind es wert, dass man ihnen widerspricht.
Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.
Toleranz heißt: die Fehler der anderen entschuldigen. Takt heißt: sie nicht bemerken.
Die Welt ist reich an Besserwissern und arm an Bessermachern.und im Bezug auf deinen Chef ganz wichtig:

Manche Leute sprechen aus Erfahrung, und manche aus Erfahrung nicht.

Andere kritisieren ist immer eine heikle Sache.
Kurz: Reg Dich nicht über den Typen auf und beschränke Dich aufs wesentliche. Der Typ ist offensichtlich eine schwache Persönlichkeit und versucht das zu kompensieren. Wenn Du etwas besser kannst als er, setze es um - aber kritisiere deinen Kollegen nicht. Sag einfach: "Ich habe Maschine XY jetz so und so eingestellt." 🙄
Da brauchst Du nicht viel zu erklären. Klar, das ist nicht einfach, aber sei Dir darüber im Klaren, dass Du offensichtlich kompetenter bist als er und das sollte Dir eigentlich genug Motivation geben mit dem Typen klar zu kommen! ;-)
 
Ich suche morgen glaube ich nochmal das Gespräch. Wenn dass dann zu nicht führt dann mache ich Platz... schließlich bin ich auch als letzter gekommen. Ich habe keine Lust gegen Windmühlen zu kämpfen.

Gehen würde ich nicht, Deine Idee nocheinmal das Gespräch zu suchen, halte ich für die beste, könnt ihr euch die Arbeit nicht so aufteilen, dass ihr nicht in direktem Vergleich zueinander steht und nur wenig miteinander zu tun habt? Vielleicht könnt ihr auch zu einem Mediator?
 

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