Ich musste mich erst ein wenig sammeln, bevor ich hier schreiben kann. Also wir haben uns am Samstag abend getroffen und sind über den Festplatz geschlendert. Er hat keine Gelegenheit ausgelassen, mich anzufassen und ich fand es noch nicht einmal unangenehm. Ich trank Traubensaftschorle, er sagte kein Wort. Wir aßen eine Kleinigkeit und plötzlich fragte er mich, ob ich bei ihm übernachten wolle, es sei das letzte Mal so geil mit mir gewesen. Ich antwortete, dass ich ohne andere Ohren noch mit ihm reden wolle. Wir gingen zu seinem Auto und fuhren in meine Wohnung. Wir sassen dann im Wohnzimmer, er trank Cola und ich Wasser. "Was wolltest Du reden?" fragte er. "Hör mal, könntest Du Dir vorstellen, dass aus uns etwas ernstes werden könnte?" Er schüttelte den Kopf. "Nein, ich will keine feste Beziehung mehr. Ich biete Dir ein paar schöne Nächte an ohne Verpflichtungen." Ich holte tief Luft. "Ich bin schwanger von Dir. Nach dem Klassentreffen bekam ich meine Tage nicht und 2 Frühtests waren positiv. Meine Frauenärztin hat mir einen Bluttest und Ultraschall gemacht. Ich hatte nur mit Dir Sex gehabt. Es kann nur von Dir sein." Er starrte mich fassungslos an, das Gesicht hättet ihr sehen müssen. "Was? Das... scheise... ich studiere noch 3 Jahre und muss für meine 10-jährige auch zahlen. Dann musss ich auch für das Kind und noch 3 Jahre für Dich zahlen. Das kann ich nicht, ich gebe mein Studium nicht auf." "Das würde ich auch nie von Dir verlangen. Mir geht es nicht um Geld, so gut müsstest Du mich eigentlich kennen schon von früher. Ich erwarte nur von Dir, dass Du für unser gemeinsames Kind ein Vater bist und nicht nur ein Erzeuger. Ich werde nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen, das Kind werde ich in der KITA anmelden." Er atmete tief durch. "Und ich erwarte von dir, dass Du abtreibst." Ich war enttäuscht und wütend. " Hast Du das damals auch von Deiner Ex verlangt?" "Das war eine feste Beziehung. Woher soll ich wissen, dass Du mit keinem anderen im Bett warst?" "Wir machen gerne einen Vaterschaftstest, wenn das Kind da ist." "Da bestehe ich sowieso drauf, das geht heute auch durch Fruchtwasseruntersuchung während der Schwangerschaft noch." "Also das mache ich nicht, das ist zu risikoreich für das Kind." "Okay, aber vorher zahle ich keinen Cent." "Ich sage es Dir nochmal : Das Kind ist von Dir, Du warst der einzigste. Ich war noch nie eine, die mit jedem schläft." "Woher soll ich das wissen? Jeder Mensch kann sich ändern." "Ich glaube, es ist besser, Du gehst jetzt." "Nein" schrie er, ich zuckte zusammen, "wenn Du schon schwanger von mir bist, kann ich Dich auch nochmal ****en." Dann drückte er mich auf die Couch und... ich kann nicht weiter darüber schreiben, ich habe mich nur noch gedemütigt, erniedrigt und so etwas von ausgeliefert und wehrlos gefühlt wie noch nie in meinem Leben. Er ist viel grösser und kräftiger als ich, ich hatte keine Chance mich zu wehren. "Bitte" flehte ich ihn flüsternd an "tu unserem Kind nicht weh." "Stell Dich nicht so an das letzte Mal hat es dir auch Spass gemacht" antwortete er in einem wirklich aggressivem Tonfall. Er lag mit seinem ganzen Gewicht auf mir und zog mir die Caprihose runter und... ich kann nicht weiter darüber schreiben. Ich war starr vor Schreck und angst. Wenn ich nicht schwanger wäre, hätte ich ausgetreten und wild um mich geschlagen aber zum einen hatte ich angst, dass er dann richtig aggressiv wird, weil er vorher schon so geschrien hatte und auch angst, dass dem Kind etwas passiert. Er hätte vielleicht zugeschlagen oder mich gewürgt oder... ich lag starr da und liess es vorbeigehen. Als er "gekommen war", stand er auf und zog sich wortlos an. "Jetzt gehe ich, zeige mich ruhig an, Dir wird niemand glauben. Die Nacht beim Klassentreffen, Deine Schwangerschaft, jetzt waren wir zusammen auf dem Weinfest, alle werden denken, Du wolltest es." Ich hielt es für besser, zu schweigen, bevor er aggressiv und handgreiflich wird. Die Wohnungstür schlug zu. Ich legte mich hin um Blutungen zu vermeiden. Atmete tief durch und versuchte, ruhig zu werden. Mir gingen 1000 Gedanken durch den Kopf. Ich musste mich untersuchen lassen wegen Spermaspuren und dem Krümel. Ich rief meine beste Freundin an und bat sie, mich ins Krankenhaus zu fahren. Warum würde ich ihr unterwegs erklären. Nach 10 Minuten war sie da. Wir packten meine Papiere, etwas Geld, Pflegeartikel und Klamotten zusammen für den Notfall. Ich war noch nie mit solcher angst pinkeln gegangen - aber keine Spur von Blut. In der ambulanten Anmeldung der Frauenstation sagte ich nur, ich wäre schwanger und hätte Unterleibsschmerzen. Ich bekam aus Sicherheitsgründen eine Liege zugewiesen, darauf lag ich ca. 30 Minuten, bis eine Gynäkologin kam. Ich bat um ein Gespräch unter 6 Augen. Erst in diesem Gespräch erfuhr auch meine beste Freundin, was passiert war. Es viel mir so schwer, das alles zu erzählen, es war mir so peinlich und ich habe mich so geschämt. Die Ärztin war sehr einfühlsam und sagte, bei der Spermaspurensicherstellung würde dem Kind nichts passieren. das Sperma sei wahrscheinlich an der Scheidenwand festgeklebt weit vor der Gebärmutter. Sie werde mit einem kleinen Miniinstrument, das man auch bei Mädchen, die das erste Mal beim FA seien, die Scheidenwand ganz vorsichtig auseinanderschieben "Ja ganz vorne sitzt es, ich werde es ganz vorsichtig herausholen." Nachdem das Sperma sich im Reagenzglas befand, machte sie Ultraschall. Sehr lange und auch 3D! "Machen Sie sich keine Sorgen, das Kind hat alles gut überstanden" sagte sie. Ich war so erleichtert. Sie schrieb mich für Montag krank und bat mich, Anzeige zu erstatten. Solche Vorfälle, wo es erst einvernehmlichen Sex gab und dann Gewalt folgte, sei ein grosses Tabuthema und nicht selten. Ich entband sie gegenüber der Polizei von der Schweigepflicht und versprach ihr, gleich am Montag Anzeige zu erstatten. Meine beste Freundin blieb das ganze Wochenende bei mir. Sie bestand darauf, dass ich liegen bleibe und mich schone, sie machte mir den ganzen Haushalt. Heute morgen musste sie arbeiten, also ging ich alleine zur Polizei. Es viel mir so schwer, zu sagen, dass ich vergewaltigt wurde, aber sofort kam ich zu einer Frau, was mir auch lieber war. Es kostete mich echt viel Überwindung, die ganze Sache zu erzählen. Sie nahm die Anzeige entgegen und auch die Schweigepflichtsentbindung. Sie machte mir Mut, plötzliche sexuelle Gewalt käme auch oft in langjährigen Ehen vor. Das Problem seien Frauen, die keine Anzeige erstatten aus Scham oder angst, selber schuld zu sein. Die Anzeige wandert jetzt zur Staatsanwaltschaft, den Namen der Polizistin kenne ich, für eventuelle Nachfragen. Morgen gehe ich wieder arbeiten, meine Eltern muss ich jetzt einweihen, denn sie kennen seine Eltern gut, wie ich ja bereits schrieb. Wenn ich bei seinen Eltern die böse Lügnerin bin, ist mir das echt egal. Meine Eltern werden mir glauben, da bin ich sicher, ich werde ihnen den Thread hier zeigen. Also Gute Nacht an alle, macht euch keine Sorgen, dem Krümel geht es gut.