Hallo meine Lieben,
zu erst einmal Elli darf ich Dich weiter Lissi nennen? ich habe mich schon so daran gewöhnt.... ich bin sehr stolz auf Dich, dass Du Dich angemeldet hast und Du damit gezeigt hast dass Du Vertrauen in Dich selber haben kannst - dafür gebe ich Dir einen dicken Kuß... ich hoffe Du konntest wieder ein wenig innere Ruhe finden. Wie geht es weiter ....?
an Gadget, bbgrose, jamie und lissi
IHR SEID WUNDERBAR !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Gadget, die Aufklärung von heute Mittag hat mich tief bewegt.
Ich habe heute abend, das erste Mal seit 5 Tagen, die Nerven verloren.... aber ich fange mal wieder mit dem Schluß an anstatt mit dem Anfang.
Am Dienstag abend - als mein Mann ab ca. 16 Uhr einfach weg war ohne Zettel - kam er um 23.00 Uhr nach Hause - ich dachte er war bei Ihr - war er angeblich nicht - er wollte alleine sein und nachdenken. Ich habe mir Sorgen wie verrückt gemacht - immer im Hinterkopf den Satz "ich will nicht mehr Leben". Als ich dann merkte, dass er sich mal wieder keine Gedanken gemacht hatte, wurde ich innerlich ärgerlich über mich selbst - warum mußte ich mir auch noch um ihn Sorgen machen?......
Ich habe aber trotzdem nicht viel gesagt und bin ins Bett.
Mittwoch nachmittag: wir haben geredet - ich habe mal wieder angefangen. Ich habe Ihn gefragt, warum er mir nicht rechtzeitig die Chance gegeben hat, bevor so schlimmes passierte, um ihn zu kämpfen. Er sagte am Anfang fühlte er sich nur geschmeichelt und geehrt und er habe das Gefühl genossen, dass er begehrt werde.. irgendwann sei es passiert, dass er mehr für sie empfinde.. er hätte nicht daran gedacht mir eine Chance zu geben. Ich habe ihn gefragt, was ihn denn dazu bewogen hat, es mir dann endlich zu sagen und was er für eine Reaktion von mir erwartet habe, er sagte er habe es einfach nicht mehr ausgehalten mich anzulügen und er habe nichts von mir erwartet. Ich fragte ihn, ob seine Freundin auch in schlechten Zeiten für ihn da sei, er sagte, dass häbe er sie schon gefragt und sie habe gesagt dass sei für sie selbstverständlich (Anmerkung von ihm: ... aber sagen kann man viel). Ich habe ihn weiter gefragt, ob er sich den intensiv mit ihr über eine realisierbare Zukunft unterhalten habe (elementar wichtig die Frage ob diese Frau Kinder wolle - mein Mann will nämlich sicher keine - ich auch nicht) er sagte, dass wisse er nicht darüber hätten sie sich nicht unterhalten. Ich wollte das von ihm mit der Begründung wissen, um zu prüfen, ob er sich wirklich gut überlegt hat die 7 Jahre hinzuwerfen für diese Frau oder ob er nur für den Moment lebt. Ich habe ihm auch gesagt, dass er es sich bestimmt in seiner derzeitigen Situation schlecht vorstellen könne, dass es auch bei seiner neuen Freundin nicht immer glatt läuft und irgendwann der Alltag einkehrt.... er sagte nichts... ich fragte ihn, warum er sich nicht entscheiden könne - Antwort: ich will keine von beiden Wehtun.... ich habe in immer wieder gebeten, mir seine Gefühle zu offenbaren - in entscheidenden Dingen blieb er immer ausweichend oder stumm. Ich fragte Ihn, ob er sich denn eine Perspektive für uns vorstellen könne und ein gemeinsames Ziel für welches wir kämpfen könnten - er sagte, er wisse es nicht. Später sagte er mir, er habe Angst, dass nichts mehr so werde wie früher. Ich habe ihm gesagt, dass das ganz sicher nicht der Fall ist - man kann das ganze nicht ungeschehen machen - aber, wenn beide es wollen, kann man dafür kämpfen, dass es wieder schön wird - auf eine andere Art und Weise wie früher. usw.usw. Es war zwischenzeitlich kurz vor 8 und wir drehten uns im Kreis. Ich habe ihm gesagt, dass ich die Situation so nicht mehr aushalte und das Gefühl habe, er könne sich weder am Freitag noch sonst irgendwann entscheiden. Ich fragte ihn, ob er die Entscheidung mir übertragen wolle - er sagte nein. Er weinte.... ich weinte...
Ich sagte ihm, dass ich so nicht weitermachen kann, dass mir zu wenig Kampfbereitschaft von ihm für mich kommt und das ich das Gefühl habe, dass er gerne zu dieser Frau gehen würde aber die Konsequenzen nicht tragen möchte und ich - um mir ein letztes Stück Würde und auch Kraft für das Bevorstehende zu bewahren- möchte, dass er morgen - also heute - zu seiner Freundin auszieht. Ich habe dann gesagt, ich gehe jetzt spazieren dann kannst Du in Ruhe telefonieren und organisieren. Er sagte er könne nicht organisieren ich sagte , dass tue mir leid für ihn und bin gegegangen. Ich war spazieren und danach in der Kneipe. Leider vertrage ich keinen Alkohol und da ich kaum was gegessen hatte, war ich nach nur 2 Bier geistig etwas hinüber. Ich kam heim - er lag auf dem Bett. Ich zog sein Paßbild aus meinem Geldbeutel und warf es ihm auf den Nachttisch mit den Worten, dass kannst Du jetzt Deiner Freundin geben ich brauche es nicht mehr. Er fing wieder irrsinnig an zu weinen - ich war wieder mal der Seelentröster und ließ mich weichklopfen - und tröste ihn eine Stunde lang. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er so Mutig sein soll und seinen Weg weitergehen soll. Er sagte, er habe Angst seine Familie (meine Eltern und mich) zu verlieren. Ich sagte ihm, dass könne ich nicht verhindern. Er weinte und weinte ... ich sagte ihm, dass für mich so kein glücklich verliebter Mann aussehe und dass ich mir wünschen würde, seine Freundin könne ihn so zerrissen sehen. Ich sagte ihm ab morgen sei diese für das Trösten zuständig - er habe etwas verloren und etwas gewonnen. Er sagte er könne mit der Frau nicht glücklich werden - er würde daran zugrunde gehen, dass er unsere Ehe zerstört hat. Ich sagte ihm, dass er darüber in ein paar Wochen anders denken wird.......
Ich versuchte den ganzen Abend über ihn aus der Reserve zu locken. Ich wollte nicht auf seine Freundin wettern und sie ihm schmackhaft machen vergeblich- ich habe ihm die weitere Vorgehensweise erläutert (ich besorge Umzugskartons und (extrem) werde mich erkundigen ob man für die Scheidung unbedingt das Trennungsjahr einhalten muss).......... ES KAM NICHTS..........
Ich weiß nicht mehr genau, wie es zustand kam, aber irgend ein Kommentar von ihm gab mir dann nachts kurz vor 12 Uhr den Anlaß zu fragen, ob es sein könne das mich mein Gefühl täusche -aber dass er gar nicht zu dieser Frau ziehen wolle - er sagte nein, ich will nicht zu der Frau ziehen.
Meine Eltern fahren am Sonntag für 3 Wochen in Urlaub - ich bot ihm alternativ an dort einzuziehen und sich in der zwischenzeit nach einem Zimmer umzusehen, unter der Voraussetzung, dass weder ich mich bei ihm melde noch diese Frau sich mit ihm in Verbindung setzt. Er solle ganz in Ruhe wieder zu sich finden. Er wollte das, er sagte, es sei für ihn die beste Lösung. Ich bat ihn inständig, seine Freundin mir gegenüber um Fairness zu bitten - nur mein Mann kann sich melden - keine Frau. Wir haben vereinbart, dass er dann heute zu ihr geht (das erste mal, bisher angeblich nur ein 5 minütiges Telefonat und von ihr unzählige SMS auf welche er angeblich nicht geantwortet hat). Ich verspreche mir von alledem (es kann entweder eine Frau gewinnen oder keine - denn er sagte dazwischendrinn, dass er derzeit mit keiner von uns glücklich werden könne), dass mir diese Zeit alleine die Möglichkeit gibt, den nötigen Abstand zu gewinnen. Ich muss ihn nicht jeden Tag sehen und mir grauenhafte Sachen vorstellen die er gemacht hat und ich habe endlich Zeit für mich und meine Trauer und ich kann mir vielleicht über meine wirklichen Gefühle im klaren werden. Ich möchte mich damit von ihm lösen - wenn er zu der anderen geht, verkrafte ich dies dann vielleicht besser, wenn er zurückkommt, habe ich den nötigen Abstand um effektiv neu anzufangen. Ich werde die nächsten Wochen in viele Höhen und Tiefen fallen und bin dankbar, dass ich Euch habe. Das hier war natürlich nur die Kurzfassung (in Langfassung). Ich sehne mich danach, für einen Augenblick Ruhe und Frieden zu finden und sei er nur 1 Minute. Nun ist es halb neun, mein Mann ging um 5, ich kam heim und musste mitansehen, wie sich mein Mann in einer ABSOLUT AUSGEPRÄGTEN FORM (ich erspare Euch Einzelheiten - also keine kurze Dusche etc.) seiner Körperpflege hingab. Mir wurde spei übel - es wurde mir zuviel, ich war so lange tapfer... ich nahm übereilt meine Sachen, stürzte zitternd zur Tür und fragte ihn wann er endlich weg sei ich könne es nicht ertragen wie schön er sich für seine Freundin zu Recht macht - er sagte, dass tue er doch gar nicht - glaubt mir bitte einfach er tat es! - und ich solle dableiben. Ich fragte nur weshalb? Er antwortete, Du kannst doch nicht einfach von mir weglaufen .. ich sagte ich muß und bin wie eine irre aus dem Haus gerannt und in mein Auto gesprungen und davongeraßt. Nun bin ich wieder hier, leider war ich bereits am Samstag beim Friseur (hab mir in weißer Voraussicht die Haare abschneiden lassen) aber ich werde den übrigen Rat befolgen und habe mir neue Kleider gekauft, mich aufgepeppt und gehe morgen abend aus. Mein Mann kommt ..... ich drücke Euch von ganzem Herzen. Melde mich wieder so bald es mir möglich ist und ich Ruhe habe. Seid gegrüßt ... ich wünsche all den jenen Kraft, Mut, Stärke und innere Ruhe - ich denke unentwegt an Euch. Eure Trauermaus