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Undiszipliniert (und unplaziert?) |*Will Leben auf die Reihe bekommen

YetAnotherGuy

Neues Mitglied
Hi,
ehrlich gesagt weiß ich nichts. Ich weiß nicht ob das das richtige (Sub-)Forum ist. Ich weiß nicht ob ich mein Problem wirklich verbalisieren kann. Und letztendlich weiß ich nicht, ob man mir noch helfen kann.

Mein Anlass ist folgender:
Ich bin 20, männlich, eventuell bipolar, habe bisher kaum etwas in meinem Leben fertig gebracht, bin undiszipliniert und unzuverlässig. Obendrein werde ich morgen wahrscheinlich von meinem Traumstudienfach (Informatik) "Zwangsexmatrikuliert".

Meine Geschichte, wie alles gekommen ist, wie es ist. (Frage steht unten):
Seitdem ich klein bin interessiere ich mich für Technik und Design (damals Kunst und Musik). Meiner Familie war immer klar, dass ich wohl etwas machen werde, dass mit Erschaffen zu tun hat. Ich zerlegt Fernbedienung, Telefone, PCs. Mit 7 habe ich meinen ersten PC mit Teile vom Sperrmüll und einem Bierkasten als Case zusammengestellt.
Als meine (alleinerziehende) Mutter nachhause kam, durfte ich den "ganzen" Schrott, über den ich mich gefreut habe, wegwerfen, obwohl es funktioniert (*zynische Träne läuft über die Wange*).

Ein Jahr später habe ich mein erstes Buch zum Thema "Progammierung" bekommen. Prompt setzte ich mich ran und habe meine erste Seite zusammen gebastelt. Als zuvor besagt Frau wieder von der Arbeit kam, durfte ich wieder alles vom PC löschen, da dies alles "zumüllen" würde. Ich müsse mich "mit etwas gescheitem beschäfftigen" in meinem Leben.

Dies war jedoch damals schon, neben einer Teamsportart, meine einzige mögliche Beschäftigung. Freunde in der Schule hatte ich nicht wirklich; ich wusste damals nicht wie ich mit Leute, speziell andere Kinder, umzugehen habe.
Der sozialen Konditionierung zu dank, die ich durch meiner Mutter erhielt, wenn feine Dame mal nicht arbeiten musste oder weg war, wurde ich schnell Unsicher, nuschelte, stotterte und suchte nach Aufmerksamkeit.
Wie es so schön heißt: Kinder können grausam sein.
In der ersten Klasse habe ich mir schon überlegt, wie es wäre "einfach weg zu sein", was sich heute zu meiner Suizidalität, eventuell Bipolarität entwickelte.
Auch wenn ich nicht weiß, inwiefern es zusammenhängt, fällt es mir selbst heute noch schwer eigene Emotionen zu deuten und empathisch zu sein. Es sei denn, ich hatte die gleiche Emotion schonmal.

Nun denn. Keine Freunde, Außenseiter seit 1sten Klasse; auch beim Mannschaftssport, den ich damals etliche Jahre ausgeübt habe. Das hat dazu geführt, dass ich mich mehr zurück gezogen habe und mich mehr dem Programmieren widmete. Dadurch bin ich jedoch in einen Teufelskreis gerutscht: Ich fange ein Projekt an, meine Mutter kommt, ich möge doch alles wieder entfernen, da der PC langsamer wird und wurde ev. noch angeschrien, raus geschmissen für einen Tag/Nacht oder einfach geschlagen.

Ein paar Jahre vergingen. Ich kam in das Gymnasium. Das war das erste mal, dass ich "Verantwortung" übernehmen musste. Ich musste selber schauen, dass ich meine Hausaufgaben erledige, zum Musikunterricht (2 Instrumente) und zum Mannschaftssport ging.
Das war auch der Zeitpunkt, wo ich anfing eine Disziplinlosigkeit und Unzuverlässigkeit an den Tag legte. Immer, wenn ich nach Hause kam, habe ich, statt Hausaufgaben zu machen, viel gespielt und viel fern gesehen.
Meine Noten wurden schlechter; ich tat nur das nötigste um durch die Schule zu kommen.

Damals auch das gleiche Spiel: Keine Freunde in der Schule und wenn ich welche hatte, dann nicht lange, weil diese Angst hatten auch "gemobbt" zu werden. Da war ich also alleine. Die Lehrer mochte mich nicht, weil ich ein schlechter Schüler war. Ich kam nach Hause, war einige Stunden alleine und widmete mich meinen Hobbies; um dann wieder von meiner Mutter niedergemacht zu werden, dass alles was ich tat, war, und zu Stande gebracht habe "S**** sei".

In dieser Zeit hatte ich meine ersten konkreten Suizidgedanken (etwa mit 10). Mit 14, 15, 16 meine Suizidversuche, die ich, wie durch ein Wunder, geschafft habe geheim zu halten.

Mit Mitte 16 hatte ich eine Phase, wo ich angefangen habe, mehr zu reflektieren und bin (als ich dann mit 16 auch zum ersten mal freien Internetzugang zur Verfügung hatte) auf Ideen gestoßen man habe die Kontrolle über sein leben und was daraus wird. Speziell im Umgang mit Menschen, noch spezieller mit Frauen (die mich damals kaum beachteten).

Mit den Tipps (oder besser Theorien) wurde ich schnell Umgänglich und machte schnell meine ersten (vielen) Erfahrungen. Meine Noten wurden in bestimmten Bereichen besser (auch wenn ich immer noch Disziplinlos und Unzuverlässig war).
Die suizidalen Phasen waren ab da nur noch "alternierend".

Nach dem ich mein bayrisches Abitur mit 3,1 abgeschlossen habe, begann ich sofort das Studium der Informatik.
Nur um dann mit allen meinen Problemen, die ich vorher "verdeckt" habe, zusätzlich zum Lebens- und Studiumsstress konfrontiert wurde.
Ich muss mich um alles kümmern. Ich muss neben der Uni arbeiten, da beide Elternteile die Dokumente für den BaFöG-Antrag nicht organisieren können/wollen. Obendrein bekomme ich das Unterhaltsbeitrag meines Vaters sehr unregelmäßig (mal 3 Monate garnicht, mal 2 in einem Monat). Schnell war ich in der Situation, dass ich, statt zu studieren, am arbeiten war z.B.: als Barkeeper im Club, um über die Runden zu kommen.
Keiner der beiden Elternteile sieht sich da wirklich in der Verantwortung. Immer muss der andere zahlen, er sei schließlich auch mein Elternteil oder es werden andere Gründe gefunden, weswegen ich mich "abfinden" müsse.

Ich habe da nicht mehr die Disziplin (die ich ohnehin schon nicht hatte) nicht aufbringen um ordentlich zu studieren.
Im 2ten und 3ten Semester habe ich die Vorlesung sehr sporadisch besucht.

Nun habe ich mittlerweile einen Beruf gefunden, den ich gut neben dem Studium ausführen kann und dabei noch Berufserhfarung sammeln kann.

Jetzt sehe ich mich in der Position, dass ich wohl Zwangsexmatrikuliert werde, von dem Studiengang, den als mein "Traumstudiengang" bezeichnet habe. Ein Härtefallantrag wird da wohl nicht durchgehen, da anscheinend ein Großteil der Kommission "Geldprobleme" nicht als härte Grund annerkennt. Man könne schließlich Geld vom Staat beantragen (zynisches Lachen!).
Ich habe versucht meine "Fehlstunden" aufzuarbeiten, dabei kam jedoch nicht selten meine fehlende Disziplin zu tage.

Zur Frage:

Ich werde wohl Informatik nicht mehr (auf BsC) studieren können und werde wohl wechseln (FH oder Wirtschaftsinformatik an der Uni). Jedoch mache ich mir da sorgen, ob ich auch das vermasseln könnte, durch meine fehlende Disziplin und fehlende Alltagsroutine.

Ich möchte nicht mehr und wollte es auch nie, dieser "Sonderling" sein, der in seinem Fach besonders gut ist, aber nichts auf die Reihe bekommt, weil er keine Disziplin hat. Es macht mich fertig zu wissen, dass ich mein Potenzial (so klein es auch sein möge) nicht ausnutze.

Was kann ich tun um "normal und ordentlich" zu werden? Was kann ich tun um mein Leben endlich auf die Reihe zu bekommen? Was kann ich tun, um mir selber etwas mehr "Selbstliebe" zu zeigen, damit ich mich an Termine, Vorgaben halten?

Ich will nicht der Versager werden, den meine Mutter in meinen Vater sah und in mir sehen möchte.


Hoffentlich war das jetzt nicht zu viel. Das ganze musste jetzt einfach raus und ich hoffe da vielleicht hilfreiche Tipps zu finden, damit ich normal werden kann
 
alle erfolgreiche Leute sind fleißig und erreichen das oftmals durch Alltagsroutinen. Fang mit etwas kleinem an und baue es täglich aus! SO kann man viel erreichen.
 
Für mich liest sich das als ob du dein Studium durchaus schaffen könntest, dir aber dennoch professionelle Hilfen suchen solltest und dich neben dem Studium von einem Therapeuten begleiten lassen solltest.

Such dir Hilfe, die dich dazu animiert eine bessere Lebensplanung zu realisieren.
Viele Therapeuten sprechen auch wenn es nötig ist über die Tagesstruktur.
 

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