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...Und am Ende bist du doch nur ne Nummer...

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Gast

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Der Anfang vom Ende kam so plötzlich und doch irgentwie Erwartet. Ich habe in einer WELTFIRMA gearbeitet. Ich habe gutes Geld verdient. Sehr viel Geld! Und jetzt arbeite ich für einen Hungerlohn für irgenteinen Krauter...
Ich habe mir den Ar... aufgerissen. War immer Pünktlich, nie Krank, habe immer meine Arbeit gemacht. Immer ja und Armen gesagt. Habe mich mit Vorgesetzten gut verstanden, mit den Kollegen sowieso...
Haben Millionenumsätze gemacht. Es wurden sogar noch mehr Leute eingestellt.
Wir haben zusammengehalten. Spässe gemacht. Ein kleiner Streit, hier und da, nix wildes. Passiert überall mal.
Bis dann eines Tages der Betriebsrat mit langem Gesicht ins Büro kam. " Jungs, ich muss euch eine Nachricht Überbringen, Wirtschaftskriese, Kunden ziehen die Aufträge zurück..." 200 Leute! Darunter auch ich...
Habe gerade eine Familie Gegründet! So S**** kann das Leben laufen. Mein neues Auto habe ich Verkauft und damit die Kreditraten Getilgt. Fahre jetzt nen 18 Jahre alten Ford. Was soll´s Geld ist nicht alles!
Was ist mir geblieben? Meine Internen Qali´s, kann ich mir jetzt den Hintern mit Abwischen, oder an die Klotür Nageln.
Manchmal gehe ich auf die Internetseite meiner ehemaligen Arbeit, in der Hoffnung auf Neuigkeiten. Es tut sich nix!
Was sagt uns das? Genau:" Und am Ende bist du doch nur ne Nummer in der Personalakte..."

Danke fürs Zuhöhren. Musste ich jetzt einfach mal Loswerden...
 
Hallo,

Du schreibst es selber, Du bist für Deine Arbeit gut entlohnt worden und dann kam das was Du beschreibst.

Ich vermute mal dass die Firma nicht willkürlich sich die Leute, die gehen mussten, rausgesucht haben.

Wenn 200 MA entlassen werden, kann man ja auf eine recht große Firma schließen.

Wie Du schon schreibst, am Ende ist man eine Nummer und am Ende ist sich aber auch jeder der nächste.

Ich stelle mir mal vor, man hätte den Vorschlag gemacht, dass alle MA für einen gewissen Zeitraum auf einen Teil ihres Gehaltes, Weihnachts- und Urlaubsgeldes verzichten um 200 Stellen zu finazieren.

Wie viel hätten hier geschrien?

Alles selbst erlebt. Im Jahr 2000 waren 12 MA vorhanden. Ich hatte den Vorschlag gemacht, alle verzichten auch einen Teil für eine gewisse Zeit und wir ersparen uns Kündigungen.

Eine große Entrüstung ging durch den Betrieb. Keiner war bereit für den anderen, obwohl sie ja nicht wussten wen es trifft, etwas zu geben.

Das wollte nicht in meinen Kopf. Ich habe dann die Firma geschlossen und war ein freier Mann ohne Abhängigkeiten und Verantwortung.

LG
 
Ist in der Ellbogengesellschaft, in der wir schon länger leben, nicht gerade neu. Jeder möchte ja gesicherte Verhältnisse haben, in denen an einem bestimmtem Tag regelmäßig das Gehalt in erwarteter, konstanter Höhe (lassen wir Lohnerhöhungen mal ausgeklammert) seinen Weg auf das eigene Konto findet. Alles schön, alles sicher, alles im Normbereich.

Wenn dann irgendwann eine unerwartete/unbekannte Variable wie Lohnverzicht auftaucht, ist das Gejammer groß, weil eben die Sichtweite nur für den eigenen Teller reicht. Dass aber auf dem Tisch des Lebens noch viele viele andere Teller stehen und nur das Geschirr einen gedeckten Tisch maßgeblich ausmacht... das juckt nur wenige.

Manchmal, wenn ich so Sachen wie beispielsweise von von dir, Nenalp, lese, dann frage ich mich schon, ob ein "gewohntes Gehalt" wichtiger ist als der "gewohnte Job", durch den das gewohnte Gehalt überhaupt bei einem an kommt. Irgendwie fehlt bei vielen das langfristige Denken, hab ich den Eindruck...
 
Hallo Gast.

Wenn ich das so lese, finde ich es wirklich erschreckend wie sich das alles entwickelt hat.
Aber ich muss auch sagen, jetzt nix gegen dich persönlich, das muss noch viel mehr Menschen passieren.
Erst dann wachen die Menschen auf und wehren sich gegen das kapitalistische System, was den Menschen nur ausbeutet und eben zu dieser genannten Nummer macht!

Du siehst ja wo es dich hingebracht hat, obwohl dur dir wirklich den A**** aufgerissen hast und die Hoffnung hattest und nun alles nicht mehr wirklich sicher ist.

Ich wünsche dir und deiner Familie jedenfalls alles Gute!!
 

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