Worum geht es bei der Angelegenheit?
Der "Betrieb" des Objektes lohnt sich in der bestehenden Form nicht mehr und man sucht nach Alternativen.
Die greifbar im Raum stehenden Alternativen stoßen auf wenig Resonanz. Die Kirchengemeinde würde das Objekt gern halten, wenn es finanziell tragbar wäre.
Eine öffentliche Ausschreibung mit Hinblick auf eine Änderung der Nutzungswidmung hat wahrscheinlich aus Scheu vor den Kosten nicht stattgefunden, so dass man die Umgestaltung als Projektarbeit an eine Hochschule vergeben hat.
Ich würde die Sache vom Grundkonzept her wie folgt angehen und dies mit 3000,- € in Rechnung stellen:
Ansatz:
Die Kirche als Bindeglied zwischen der Vergänglichkeit des Irdischen und der Ewigkeit des Himmelreichs.
Jede Religion lebt von ihrer Mythologie und den Symbolen als Sinnbilder ihrer spirituellen Inhalte.
Hauptportal und Altar stehen sich als Fixpunkte gegenüber:
Der Eintritt in die Vergänglichkeit des irdischen Lebens durch die Geburt, steht dem Austritt der Seele aus der Vergänglichkeit des Körpers und dem Eintritt oder auch der Rückkehr in das Himmelreich gegenüber.
Dazwischen liegt das Leben und das Sterben, die Freude und das Leid, der nicht endende Zyklus zwischen Werden und Vergehen.
Die eigene Geburt liegt auf der Ebene unseres Bewusstseins eher im Dunkeln, der Lebensweg ist mehr oder weniger bunt, die Verheißung einer Rückkehr in die himmlische Heimat erstrahlt in lichtem Glanz.
Die aufgeführten Aspekte auf die Umgestaltung projiziert könnte in groben Zügen folgende Elemente beinhalten:
Altar und Haupteingang behalten ihren Platz.
Dazwischen liegen die doppelseitig nutzbaren Stellagen zur Aufnahme der Urnen in Form einer segmentierten liegenden Acht.
Die Beleuchtung im Eingangsbereich ist eher gedämpft, der Blick auf den strahlenden Altar wird zwar z.B. durch eine unterbrochene Glasmosaikwand gewährt, ein direkter Zugang wird jedoch unterbunden, der Weg zum Licht wird nur über das Durchschreiten des Irrgartens des Lebensweges ermöglicht, die Wege zwischen den Stellagen der liegenden Acht werden farbig ausgeleuchtet, wobei zusätzlich ein sanfter, kontinuierlicher Wechsel der Farben den Fluss des Lebens symbolisiert.
Die Seitenflächen der Segmente der liegenden Acht ( z.B. 12 Segmente ) bieten 24 Flächen zur Gestaltung mit Motiven, welche den menschlichen Lebensweg in Anlehnung an den Jahreskreis beschreiben.
Die Ausarbeitung der Motive wäre ein schönes Projekt für irgendwelche Schulen ( z.B. Kunstzweig an den Realschulen der Umgebung ), wodurch wiederum der Bogen zwischen dem Erwachen des Lebens und dem unvermeidlichen Tod gespannt würde.