bird on the wire
Aktives Mitglied
Hallo Christoph,
ich habe im Freundeskreis ein ähnliches Beispiel. Ich kann das gut nachvollziehen, weil beide Ehefrau und Ehemann jeweils mit mir befreundet sind und beide mir manchmal die gleiche Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht schildern. Ein Beispiel ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
Folgende Situation aus den beiden Perspektiven genauso wie sie mir die Situation geschildert haben:
Die Kinder sind bei den Großeltern
Eine Waschmaschine wird geliefert.
Mein Freund denkt: Super kinderfrei, wir werden Sex haben. Stattdessen hat sie lauter Ausreden und will erst die Waschmaschine anschließen.
Er fühlt sich unverstanden, abgewiesen, ist verletzt und hat sich zurückgezogen.
Meine Freundin denkt: Super kinderfrei, wir werden in Ruhe die Waschmaschine anschließen und vielleicht noch das ein oder andere erledigen, aber er denkt wieder mal nur an Sex und jetzt zieht er sich auch noch zurück und schmollt. Sie fühlt sich unverstanden, mit dem Alltagskram alleingelassen und ist verletzt.
Die beiden sind seit einigen Jahren getrennt.
Sie hat einen Partner, der genau wie sie tickt und erstmal alles mit ihr gemeinsam erledigt und dann die Nähe gemeinsam genießt.
Er hat eine Partnerin, die ihm zuliebe alles andere liegen lässt und die Nähe zu ihm priorisiert.
Alle Familienmitglieder - vor allem auch die Kinder - hatten fürchterliche Jahre nach der Trennung.
Wenn Du bei Deiner Familie bleiben willst, dann ist es einen Versuch wert, tatsächlich freudig gemeinsam mit Deiner Partnerin die Todos abzuarbeiten. Und zwar nicht im Sinne von "unterstützen", "helfen", "mal die Kinder betreuen", sondern das als gemeinsame Aufgabe zu sehen, die Ihr gemeinsam zu gleichen Teilen verantwortlich erledigt.
Für meine Freundin war die Waschmaschine keine Ausrede. Ihr war es tatsächlich wichtig, diese sofort nach Lieferung anzuschließen. Sie hätte sich sonst nicht auf etwas anderes konzentrieren können. Ihr fällt es schwer, das auszublenden, was noch getan werden muß. Und sie kann sich dann tatsächlich nicht auf Sex einlassen. Ihr neuer Partner tickt genauso oder hat zumindest erkannt, daß nur das gemeinsame Erledigen der Arbeiten zielführend ist.
Vielleicht ist das ja ein Weg, mit der Situation besser klarzukommen, wenn Du schaust, ob es wirklich so viele Todos gibt und versuchst, realistisch einzuschätzen wie hoch Dein Anteil an der Erledigung des Alltags ist. Vielleicht kommst Du dann zu dem Ergebnis, daß Deine Frau tatsächlich in dem ein oder anderen Bereich viel übernimmt.
Wahrscheinlich wird sie auch einiges vorrangiger sehen oder wichtiger nehmen als Du. Da ist es dann vielleicht auch hilfreich, zu erkennen, daß das nichts mit Dir zu tun hat, sondern daß ihr das wirklich wichtig ist, auch wenn es Dir aus Deiner Sicht nicht ganz so vordringlich erscheint.
Es gibt den Typ, nach dem Motto, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und einen anderen Typ, der denkt erst das Vergnügen und danach wird die Arbeit flott mit mehr Spaß erledigt.
Das hilft Dir vielleicht, die Ablehnung von Sex nicht als Ausrede von ihr zu sehen oder auf Dich zu beziehen. Und ihr dann innerlich keine Vorwürfe zu machen. Es ist vielleicht einfach eine Typfrage und hat gar nicht so viel mit Dir persönlich zu tun.
Wenn es Dir gelingt, quasi durch ihre Brille zu schauen, vielleicht verletzt Dich dann einerseits die Zurückweisung nicht so sehr und andererseits findest Du vielleicht einen Ansatzpunkt, wie Ihr wieder zueinander finden könnt, indem Ihr zusammen Dinge erledigt, die auf ihr lasten bevor sie sich anderem zuwenden kann.
Vielleicht hilft es Dir, mit Deinem Frust besser klarzukommen, wenn Du einfach konstatierst und das auch nicht in Frage stellst: Ihr ist gerade die Erledigung von xy wichtig. Und das nicht automatisch wertest im Sinne von Ihr ist alles wichtiger als ich und meine Nähebedürfnis. Und ihr Bedürfnis auch nicht in Frage stellst und als Ausrede und Zurückweisung von Dir wertest.
ich habe im Freundeskreis ein ähnliches Beispiel. Ich kann das gut nachvollziehen, weil beide Ehefrau und Ehemann jeweils mit mir befreundet sind und beide mir manchmal die gleiche Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht schildern. Ein Beispiel ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
Folgende Situation aus den beiden Perspektiven genauso wie sie mir die Situation geschildert haben:
Die Kinder sind bei den Großeltern
Eine Waschmaschine wird geliefert.
Mein Freund denkt: Super kinderfrei, wir werden Sex haben. Stattdessen hat sie lauter Ausreden und will erst die Waschmaschine anschließen.
Er fühlt sich unverstanden, abgewiesen, ist verletzt und hat sich zurückgezogen.
Meine Freundin denkt: Super kinderfrei, wir werden in Ruhe die Waschmaschine anschließen und vielleicht noch das ein oder andere erledigen, aber er denkt wieder mal nur an Sex und jetzt zieht er sich auch noch zurück und schmollt. Sie fühlt sich unverstanden, mit dem Alltagskram alleingelassen und ist verletzt.
Die beiden sind seit einigen Jahren getrennt.
Sie hat einen Partner, der genau wie sie tickt und erstmal alles mit ihr gemeinsam erledigt und dann die Nähe gemeinsam genießt.
Er hat eine Partnerin, die ihm zuliebe alles andere liegen lässt und die Nähe zu ihm priorisiert.
Alle Familienmitglieder - vor allem auch die Kinder - hatten fürchterliche Jahre nach der Trennung.
Wenn Du bei Deiner Familie bleiben willst, dann ist es einen Versuch wert, tatsächlich freudig gemeinsam mit Deiner Partnerin die Todos abzuarbeiten. Und zwar nicht im Sinne von "unterstützen", "helfen", "mal die Kinder betreuen", sondern das als gemeinsame Aufgabe zu sehen, die Ihr gemeinsam zu gleichen Teilen verantwortlich erledigt.
Für meine Freundin war die Waschmaschine keine Ausrede. Ihr war es tatsächlich wichtig, diese sofort nach Lieferung anzuschließen. Sie hätte sich sonst nicht auf etwas anderes konzentrieren können. Ihr fällt es schwer, das auszublenden, was noch getan werden muß. Und sie kann sich dann tatsächlich nicht auf Sex einlassen. Ihr neuer Partner tickt genauso oder hat zumindest erkannt, daß nur das gemeinsame Erledigen der Arbeiten zielführend ist.
Vielleicht ist das ja ein Weg, mit der Situation besser klarzukommen, wenn Du schaust, ob es wirklich so viele Todos gibt und versuchst, realistisch einzuschätzen wie hoch Dein Anteil an der Erledigung des Alltags ist. Vielleicht kommst Du dann zu dem Ergebnis, daß Deine Frau tatsächlich in dem ein oder anderen Bereich viel übernimmt.
Wahrscheinlich wird sie auch einiges vorrangiger sehen oder wichtiger nehmen als Du. Da ist es dann vielleicht auch hilfreich, zu erkennen, daß das nichts mit Dir zu tun hat, sondern daß ihr das wirklich wichtig ist, auch wenn es Dir aus Deiner Sicht nicht ganz so vordringlich erscheint.
Es gibt den Typ, nach dem Motto, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und einen anderen Typ, der denkt erst das Vergnügen und danach wird die Arbeit flott mit mehr Spaß erledigt.
Das hilft Dir vielleicht, die Ablehnung von Sex nicht als Ausrede von ihr zu sehen oder auf Dich zu beziehen. Und ihr dann innerlich keine Vorwürfe zu machen. Es ist vielleicht einfach eine Typfrage und hat gar nicht so viel mit Dir persönlich zu tun.
Wenn es Dir gelingt, quasi durch ihre Brille zu schauen, vielleicht verletzt Dich dann einerseits die Zurückweisung nicht so sehr und andererseits findest Du vielleicht einen Ansatzpunkt, wie Ihr wieder zueinander finden könnt, indem Ihr zusammen Dinge erledigt, die auf ihr lasten bevor sie sich anderem zuwenden kann.
Vielleicht hilft es Dir, mit Deinem Frust besser klarzukommen, wenn Du einfach konstatierst und das auch nicht in Frage stellst: Ihr ist gerade die Erledigung von xy wichtig. Und das nicht automatisch wertest im Sinne von Ihr ist alles wichtiger als ich und meine Nähebedürfnis. Und ihr Bedürfnis auch nicht in Frage stellst und als Ausrede und Zurückweisung von Dir wertest.
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