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nabend,

"die anforderungen nicht zu erfüllen und dies dann wiederum stress auslöst, den ihr dann nicht gebrauchen könnt.?"

GENAU
 
nabend,

GENAU das meine ich:

die anforderungen nicht zu erfüllen und dies dann wiederum stress auslöst, den ihr dann nicht gebrauchen könnt.?

kannst du das meinem freund erklären?
im ernst, ich glaube, so ist das bei mir echt...!! das ist dann noch mehr stress... und im grudne macht man sich den ja irgendwie auch selber... mein freund zb meint zumindest, dass ICH das sage, dass ich anforderungen (die er aus seiner sicht gar nicht stellt) nicht erfülle... ach, ist das alles kompliziert (manchmal wünschte ich, keine päd zu sein ;-))

alsoooo, noch immer keine reaktion? mh.. aber hey, wenn du es durchhälst dann melde dich echt mal nicht, ich sehe das nämlich auch so, dass sie "dran" ist - wenn sie denn heute tatsächlich post bekommen hat (manchmal sind die ja auch echt lahm...)

was ich eben auch gedcaht hab, als ich deinen post gelesen hab... ist vor ner woche bei euch echt noch alles normal gewesen? oder ist das nur deine einschätzung? ich kann nur von mir sagen, ich kann mich nicht verstellen.. belastet mich was, dann muss das raus (hart erlernt, es rauszulassen)

achso, ja klar wäre es befreiend, DANN diesen schritt der trennung zu gehen, aber es tut so weh.... und ihm vor allem auch - ich will ihn nicht verletzten, weil er echt so lieb ist und das nicht verdient hat (aber ich weiß auch, dass es so dann auch nix bringt...)

wir streiten auch in den letzten zwei wochen soviel... streitet ihr auch?

bezeichnend finde ich die aussage mit dem teddybären von dir.... ob er sich so auch vorkommt? bestimmt :-((( er sagt immer, ich hole ihn ran, dann stoße ich ihn wieder ab.... dass ihm das super doll weh tut :-(( und dass ich mit absolut angezogener handbremse fahre, also kaum noch gefühl zulasse, nicht mehr lieb bin...
ich weiß ja selber nicht warum :-(
ist er da, wird es mir schnell zuviel, ist er weg, würde ich ihn gern bei mir haben....
alles sch*... wie du schon sagst

da ich nicht angemeldet bin, es dauert, bis meine posts hier zu lesen sind, sage ich nun schonmal gute nacht...
 
Sie hat mir geschrieben und gemeint, dass sie das Gedicht nur schön fand, tränen in den augen hatte, gar nicht gedacht hätte, dass sowas in mir steckt und nachgefragt, was denn der letzte satz zu bedeuten hätte. (Ja ich will) stand da, ist jetzt aber kontextabhängig aber geht halt mehr um beziehung aufrecht zu erhalten und latent in richtung ehe.

Sie wollte dann mit mir telefonieren, dies wollte ich aber nicht, will jetzt den Sonntag abwarten und mit ihr face to face reden, alles andere würde ich jetzt sinnlos finden.

haben dann bischen über icq geredet, dies ging auch eher von ihr aus. Sie meinte halt so, da wir nicht mehr so häufig telefonieren ist der druck weg und sie fühle sich besser. Naja, wollte dann nicht nochmal auf ihre Gefühle eingehen - ich habe mich heute bissel rar gemacht, soll mitbekommen, dass sich auch meine Gefühle "ändern" könnten...

Ansonsten haben wir über meine Bewerbungspläne geredet und dass ich mich halt auch in ihrem Wohnort bewerben soll, sodass wir zusammen ziehen können (wie du so schön sagtest: paradox 😉. Dann hab ich ihr gesagt, dass ich ein Vorstellungsgespräch in Dresden habe (250 km weg) fand sie auch doof. Dann kamen wir auf das Thema Fernbeziehung. Sie meinte, dass das ne starke Belastung für sie sei und nochmal 1,5 Jahre Fernbeziehung wären dann 6,5 Jahre.

Also doch eher zukunftsorientierte Gespräche... wie gesagt, ich warte den Sonntag ab und dann werden wir sehen.

Zum Streiten, muss ich sagen, dass wir wenig Streiten und ich mich jetzt auch gar nicht erinnern kann, dass es mal so richtig gekracht hat also vorher "der krise" nicht und jetzt auch nicht

naja und so erkaltet können deine gefühle ja nicht sein, sonst würdest du ihn ja nicht vermissen...bzw. auch bei dir haben wollen. auch wenn es nur ne kurze zeit ist.

evtl. würde es schon helfen mal dem alltag mal für ne weile zu entfliehen.

wie lange geht das bei dir schon ???
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen - in diesem Thread lese ich von Beginn an mit. Faszinierend, er berührt mich, finde eure Gedanken und Lösungsansätze interessant - aber irgendwie blitzt immer wieder so ein: "Oh - das wird nicht funktionieren!" durch meine Gedanken.

Vielleicht, weil diese Nähe-Distanz-Geschichten auch so ein großes Thema zwischen meinem Mann und mir sind. Von Beginn an - wir führten zu Beginn auch ein reichliches Jahr Beziehung auf Distanz, zogen dann zusammen (na - ich zu ihm, er wohnte damals noch in der Wohnung neben der seiner Eltern), wir gemeinsam dann in eine neue Stadt: gemeinsames Wohnen, gemeinsames Arbeiten - seit 4 Jahren nun auch noch unter einem Dach.

Manchmal "knallt" es zwischen uns und ich denke, ich werde noch wahnsinnig - so viel Nähe ist für mich kaum auszuhalten.

Warum dieser Thread mich so an meine / unsere Beziehung erinnert: weil ich den Eindruck habe, daß Gründe, Verantwortlichkeiten oder vielleicht sogar "Schuld" bei der nicht so nähebedürftigen Partnerin gesucht werden, die es im Grunde gar nicht gibt. Menschen sind unterschiedlich, Menschen haben verschieden ausgeprägte Bedürfnisse - so lange einem das nicht klar ist und man versucht, den anderen im "eigenen Sinn" zu ändern, wird's immer wieder zu Fehlinterpretationen, zu Bedrängnissen und Konflikten kommen.

Wird's übrigens auch so - trotz "Übung miteinander" 😀

Wenn ich meinen Mann und mich so betrachte: er ist ein Typ, den könnte man wie einen Welpen zu einer Handvoll anderer Welpen auf einen Haufen schmeißen, es würde sein Wohlfühlen vermutlich nicht sonderlich beeinträchtigen - obwohl er eigentlich kein geselliger Mensch ist. Wenn er mit seiner Familie - mit seinen Eltern - zusammen ist, dann ist das für mich fast wie Exoten-Kino: die drei bewegen sich nahezu synchron, stoßen kaum je aneinander, die scheinen irgend eine unsichtbare Choreografie mit sich rumzutragen, Kommunikation findet zwar statt - auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, weil Muddi viel spricht, Vati ab und zu brummt, Vati und Sohn miteinander nur gelegentlich einsilbige Geräusche austauschen, die für Außenstehende so nicht unbedingt als angeregte Diskussion erkennbar ist 😀 - die kennen sich durch und durch, haben keine Gewohnheiten wie z.B. Anklopfen, wenn ein Raum betreten wird oder die Fähigkeit zu Erkennen, wann jemand nicht gestört werden will usw.

Ich bin da sowas von anders, aber so völlig ganz anders... mein Bedürfnis nach Distanz ist schon sehr ausgeprägt. Vielleicht, weil ich in einem Klima aufgewachsen bin, das keine Privatsphäre zuließ und ich als Teil eines Kollektivs konditioniert wurde - hat dazu geführt, daß ich sehr scharf auf Wahrung meiner Grenzen achte und es mich - gelinde gesagt - in höchste Spannung versetzt, wenn ich das Gefühl habe, ich "müsse" ganz selbstverständlich zu jeder Zeit dasselbe wollen, dasselbe denken, dieselben Gewohnheiten wie mein Mann hegen, dieselbe Flut von Nähe ertragen usw. Da rauscht's dann manchmal im Karton, wenn sich über die Zeit wieder solche scheinbaren Gewohnheiten bei uns einschleichen...

Weil: jeder handelt ja so, wie er's kennt und für selbstverständlich hält. Ist kein böser Wille dahinter, das, was man kennt, ist halt "Norm". Wenn aber zweie zusammen sind, die jeder nach einer anderen "Norm" zu leben versuchen, entsteht ganz schnell sowas wie ein dauerhafter Versuch der Verhaltenskorrektur - leider meist beim anderen, aber auch bei sich selbst. Spannung vorprogrammiert - vielleicht auch Überanstrengung, sowas ist anstrengend. Und dann - bei mir jedenfalls - irgendwann Explosion und der Wunsch nach Totalverweigerung (während mein Mann dann zwar merkt, daß da irgendwas unrund läuft und versucht, durch Herstellen von noch größerer Nähe die ganze für ihn undurchsichtige Spannung zu lösen - Kreiiiisch!) 😀


Vielleicht ist für dich / euch ja der eine oder andere Gedankengang in dieser Richtung hilfreich: guckt doch erstmal, welche Nähe/Distanz-Gepflogenheiten in euren Familien, in eurem Umfeld als "normal" gelten. Was für Signale teilt ihr, welche Signale drücken u.U. völlig gegensätzliche Bedürfnisse aus usw. (einander umsorgen oder nicht, es für selbstverständlich halten, daß der andere für einen "mitdenkt" oder nicht - bei mir haben sämtliche Alarmglocken geschrillt, als ich las, daß die Freundin genervt ist, weil du dich nach deinen Prüfungen erstmal hängen ließest - ja Hallo? Ist sie deine Mutter? Mit welchem Recht glauben Partner, den Tagesplan ihrer Liebsten beeinflussen zu müssen?)

Würde mich interessieren, ob ihr es schafft, ohne solche Spielereien wie "Zugzwang" oder "Jetzt mache ich mich erstmal rar" (haben wir alles durch - eher schädlich als nützlich, so meine Erfahrung) eure unterschiedlichen Bedürfnisse wahrzunehmen, anzuerkennen und gemeinsame Lösungen zu finden, wie ihr diese Bedürfnisse unter einen Hut bringen könnt.
 
Guten Morgen,

Fritzie, das ist ein interessanter Gedankengang, sie meint wirklich mich "erziehen" zu wollen, dass sagt sie ja auch.
Auch beschwert sie sich, dass ich nicht mitdenke etc.

mmmh

und ich glaube eigentlich, dass sie ein sehr hohes maß an "nähebedürfnis" besitzt, weil die eltern sind zusammen seit sie 18 und 17 sind. Auch ist ein sehr sehr familienorientierter Mensch. Alle Feierlichkeiten finden im engsten Familienkreise statt.
Die Eltern besitzen auch keinen Freundeskreis.
Bei "uns" ist das anders, meine Eltern haben einen riesen Freundeskreis und mein Dad war auch kein Kind von Traurigkeit...

Ich bin da aber wieder bissel anders, sie ist meine erste "richtige" Beziehung und deshalb war ich anfangs auch etwas skeptisch ob sie denn nun die einzige sein soll. Ich meine ich hatte vorher mit 2 anderen Frauen sex aber wenn ich dann die sprüche von meinem dad höre... naja egal

Mhh warum erzähl ich das, keine Ahnung aber evtl. könnt ihr das ja einordnen ;D

Zurück zu dem Leben in meiner Familie, wie gesagt großen Freundeskreis, immer riesen Party zu den Geburtstagen, Pfingsten wird sich getroffen und geradel... also spielt sich nie unter 20 Personen ab.

Auch geht es bei uns häufig feucht fröhlig ab, ich kann auch mal mit meinen eltern auf der terasse sitzen und klönen und dabei über gott und die welt reden.

Sind im endeffekt schonmal zwei welten. Ich denke aber, dass sie sich bei uns ganz wohl fühlt.

Tja dies hat dann wahrscheinlich dazu geführt, dass ich der "lebemensch" bin, der etwas sprunghafte, spontane von mir aus auch nicht konstante part in der Beziehung und sie ist halt das kompeltte gegenteil. Häuslich, plant gern im vorraus, also ein typischer Steinbock in meinen Augen und ich bin ein typischer Krebs, sehr emotional usw..

Das ist aber auch gerade das schöne an der beziehung, dass wir uns so schön ergänzen aber da kommt dann deine vermutung in spiel, dass sie mich halt auch immer mal zu was drängen muss bzw. meint zu müssen, dass sie mir nicht zutraut das "alleine" zu sehen.

Was aber beide von ihren Eltern mitgegeben haben bekommen ?!, ist die Demokratie in der Partnerschaft. es wird auf die Bedürfnisse des anderen gehört und versucht kompromisse zu finden.

Das muss klappen mit der Beziehung, es muss einfach 😕
 
moin,

na also, das hört sich doch echt positiv an!!! ich freue mich für dich 🙂) aber respekt, dass du so sagen kannst "nein, ich möchte jetzt nicht tele"....
und erschreckend: genauso gehts mir auch - so wie deiner freundin: die sache mit dem tele!! wir haben soooooviel tele, ich hab auch oft angerufen, ja, aber er noch mehr! (dank der flats)... und es wurde mir irgendwann so viel.. vor allem auf der arbeit, da kann ich so nicht, sagte er aber auch immer sei gar kein problem, aber für mich wars schon irgendwann echt total stress (und auch nervig), wenn ich aufs tele sah und lauter anrufe in abwesenheit drauf waren.... auch wenn ich es nicht muss, hab ich trotzdem drauf reagiert.... und wie gesagt, total anstrengend irgendwann...
am sonntag hatte er den ganzen tag zu tun und haben nur paar mal tele, das war echt entspannend... aber hab auch schon gesagt - und läuft nun auch - nicht mehr soviel zu tele..

also, sonntag seht ihr euch... ich bin gespannt, wies ausgeht!! hälst mich auf dem laufenden? 🙂

dass ihr so schön zukunftsorientiert geschrieben habt gestern gibt dir sicher auch wieder ein aufwärtsgefühl, oder?

ach, wir sind im gegensatz zu euch erst seit deinem knappen halben jahr zusammne, kommen jedoch beide aus übelst belastenden beziehungen.,.. ich noch frischer als er, er hatte danach seine 1,5 jährige auszeit für sich... cih erwische mich manchmal, in letzter zeit mehr, bei dem gedanken, ob das nicht doch alles zu schnell ging... und ich darum zeit fordere... denn meine letzte bez war sehr intensiv in alle richtungen und vllt will das ertsmal verarbeitet werden...? tja, ich müsste es mir mal eingestehen, fällt mir ja schon schwer es sogar hier anonym zu schreiben... und tränchen kommen in die augen :-(
andererseits ist er so lieb, ich hab ihn wirklich sehr gern und möchte ihn auch nicht verletzten...

ja, dem alltag sind wir lange nicht mehr entflohen...... nicht zuletzt, weil ich völlig überarbeitet im dauereinsatz auf der arbeit bin (ja, wir suchen päds!!)... :-(



@fritzie

danke für deinen beitrag!!

aber wie soll das in den situationen ohne diese "spielchen" (zugzwang etc) funktionieren??
 
naja ich will das jetzt nicht alles überbewerten, als den Hoffnungsschimmer. Auf jedenfall werd ich sonnta bzw. Montag nen statement hier hinterlassen. Was denn nun rausgekommen ist und ob wir ergründen konnten, warum es so ist wie es ist.

Was heißt intensive Beziehung in beide Richtungen- liebe und hass ?

Vermisst du etwas ?
 
aber wie soll das in den situationen ohne diese "spielchen" (zugzwang etc) funktionieren??


Ehrlich: mit sehr viel Übung 😀

Will's nicht so runterflapsen: wir sind seit insgesamt 8 Jahren zusammen, seit 5 verheiratet - und vor etwas mehr als 2 Jahren waren wir uns zwar einig, daß wir zusammenbleiben wollen, für mich ist er der Mensch überhaupt, mit dem ich zusammensein will - und trotzdem hatte ich den Eindruck, unsere Ehe wäre am Ende. Gab viele Faktoren, die erschwerend mitspielten, wir hatten die Firma übernommen und uns beide bis zur Erschöpfung darin aufgerieben, wie auch immer: wir haben einen Coach konsultiert. Einen ganz pfiffigen, der auch das Buch "Ihr könnt uns einfach nicht verstehen!" geschrieben hat - geht da um Ost/West-Konflikte, war für uns insofern passend, weil ich als Münchnerin mit meinem sächsischen Mann im Grunde schon massive Kommunikationsprobleme hatte, ich kam aus einem Lesbenleben, er aus einer behüteten Kleinfamilie ohne Brüche, ich mit meiner Katastrophenbiografie, er mit seinem geradlinigen Lebensweg ohne besondere Erfahrungen in der "großen Welt" - nuja, und dann halt im Brandenburger Outback gestrandet sozusagen... ich fühl mich heut zwar nimmer so ganz als Alien, aber vor 2, 3 Jahren war ich an dem Punkt, wo ich nicht mehr konnte. Also dieser Coach (mit dem ich nu nicht so besonders warm wurde, obwohl der schlau ist) - also ließ mein Mann sich von dem coachen, ich mich von einer lösungsorientierten Psychologin - und dann haben wir uns halt wieder zusammengerauft.

Genau genommen: wir raufen immer noch. Ist wirklich schwierig, weil selbst wenn man erkennt, wo die "Strategien" des anderen liegen oder wo man selbst komische Signale für den anderen aussendet, kann man das ja nicht grad eben so abstellen.

Wir machen regelrechte "Meetings", versuchen einander zu erklären, welche Situation jeder wie erlebt hat, versuchen auch so bestimmte "Sprachgewohnheiten" des anderen aufzudröseln (Beispiel wenn ich frage: "Warum machst du denn das so?" - dann meine ich genau das: ich will wissen, warum mein Mann etwas auf bestimmte Weise tut. Wenn er dieselbe Frage stellt, dann weiß ich, daß das in seinem Sprachgebrauch als Kritik gemeint ist - mußte ich merken, weil ich hier mehrfach aggressive Reaktionen bekam und nicht verstand, was zum Geier die Leute hier gegen uns angeblichen "Besser-Wessis" haben 😀)

Man muß natürlich nicht alles so auf die Spitze treiben wie wir - ehrlich gesagt ist das manchmal anstrengend und nervig, weil man grad im Privaten ja einfach mal relaxen will und so reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist, aber wie gesagt: wir "arbeiten" sozusagen unter erschwerten Bedingungen. Und es ist spannend, wenn man mehr und mehr feststellt, daß wahnsinnig viele Konflikte schlicht und ergreifend auf Mißverständnissen beruhen, die keiner so richtig wahrnimmt, wenn er davon ausgeht, daß er sich doch "völlig normal" verhält - ergo der andere irgendwie komisch tickt.

Mein Mann hat mir öfter mal signalisiert, daß ich ihm einfach sagen soll, was er tun soll - so in der Art: Hilf mir im Garten, besorg dies oder bring den Müll runter, aber auch so Sachen wie: räum die Stube auf, geh jetzt ins Bett - ist schon spät, hast du deine Unterlagen für ... schon zusammen usw. - boh! Fand ich übergriffig, sowas kann ich nicht! Ich hab oft gesagt "Ey, ich bin nicht deine Mutter!" - und umgekehrt bin ich oft ausgeflippt, wenn er mir sagt, wann ich ins Bett zu gehen habe, daß ich irgendwas erledigen soll - ich hab oft gesagt: "Ey, ich konnte 40 Jahre ohne deine Hilfe überleben, ich schaff's zur Not auch weiter ohne deine Hilfe!"

Aus dem Nähkästchen geplaudert... 😛 - ist alles Kleinkram im Grunde, aber geeignet, auf Dauer eine Beziehung zu zerstören, wenn sich das hochschaukelt. Heut weiß ich, daß er es als Fürsorge empfindet, wenn er sich in "meinen Kram" einmischt (kann ich trotzdem nicht ab, aber wir streiten heute anders darüber 😀) und daß er von mir gerne "Anweisungen" hätte, weil er manche Dinge einfach nicht einordnen kann (alles, was nicht programmiert werden kann, wirkt auf ihn chaotisch).

Worauf ich hinaus will ist: man lernt Partner nicht mehr so kennen wie früher, wo alle aus dem selben Dorf stammten und dieselben Gewohnheiten, dieselbe Kommunikation und dasselbe Wertesystem haben. Man fängt ja schon an, binnen kurzer Zeit, wenn man auswärts studiert oder so, eigene, neue Gepflogenheiten zu entwickeln und je nachdem, mit welchen Leuten man sich umgibt, welche Medien man 'konsumiert' usw. andere Dinge für "selbstverständlich" und allgemeingültig zu halten. Und ich meine, da lohnt es sich dann schon, genauer zu hinterfragen, wenn jemand plötzlich gereizt reagiert, "zickig" antwortet, wenn zu viel telefoniert oder geSMSt wird (kann ich überhaupt nicht ab, dieses ständige Nachhaken, wo ich bin, was ich mache und wie meine Verdauung funktioniert - die funktioniert! Auch wenn ich mal nicht zu Hause bin, ich will darüber nicht auch noch Bericht erstatten, wenn mein Gutster mal 2 Tage weg ist) - ist bissl überspitzt ausgedrückt, aber ich hoffe, es ist verständlich, wie ich das meine. Beziehungen werden heute so schnell für "gescheitert" erklärt und immer wieder lese + höre ich, daß der Partner "auf einmal" so komische Gewohnheiten angenommen hätte. Find ich manchmal traurig, weil oft genug scheitert's einfach daran, daß sich die Paare einfach nicht wirklich gut kennenlernen.
 
puh, ist jetzt schwer für mich nachvollziehbar... mmmmh

Ich denke aber auch, dass es viel mit Missverständnissen zu tun hat. Ein lapidares Beispiel:TV-Programm, man sitzt abends auf der couch und will sich einen Film angucken... Sie sagt: " Lass doch den Film gucken."
Ich: " Ach son scheiß, lass den gucken."
Für mich kam da keine bitte an, sondern nen vorschlag. den ich, kraft meiner wassersuppe, überstimmt habe. Ich aber auch nicht daran denke, dass sie das wirklich gucken will, weil ja halt dann keine reaktion auf meine negation des vorschlags kommts.
Und dann gucken wir den Film den ich will.

So ist das auch öfters, die Musik im Auto gefällt mir nicht, ich mach sie weg. Ich meine es kommen keine großen Einwände... wenn sie da ein bischen Energie in die Stimme legt oder etwas Autorität oder what ever, dann hab ich mitbekommen, dass ich sofort reagiere. Aber so einfach gesagt, kommt das bei mir gar nicht an. Ist mir jetzt auch in der Woche bewusst geworden. Soviel zum Thema Luft zum Atmen und so.


Kannst du paar tipps geben, was bei euch so essentielle missverständnisse waren=?

aber danke, dass ich von deinen/euren Erfahrungen profitieren kann.
 
Moin jinstar, puh - klassische Beispiele - ich vergesse so leicht, daß erzählte Beispiele aus dem eigenen Erleben nicht immer für andere generalisierbar sind.

Im Grunde vergleiche ich "typische" Verhaltensweise gerne mit Gesten. Also zum Beispiel: ich kommuniziere sehr oft, indem ich was von mir erzähle in der Erwartung, daß mein Gegenüber das, was für ihn/sie brauchbar ist, herausziehen kann und dort einhakt, wo er/sie das anders erlebt. Tatsächlich kriege ich gelegentlich als Rückmeldung, ich würde ja "immer nur" von mir erzählen. Irritiert mich. Mein Mann ist eher der Typ, der "mach das so!" sagt - versteht er als freundliche Aufforderung oder Problemlösung, bei mir kommt aber an, daß er mir Vorschriften macht. Weiß jetzt nicht, ob meine Wahrnehmung stimmt, aber mein Eindruck ist der, daß sehr viele Männer ein Problem ihrer Liebsten hören - und sofort eine 'Lösung' ausspucken. Das ist meistens aber gar nicht die Intention einer Frau, wenn sie meckert oder von Problemen erzählt, sie will erstmal wahrgenommen werden, sich "entlasten", mitfühlende Worte hören und ihre eigenen Lösungen finden.

Auf Gesten übertragen habe ich das Bild vor Augen, daß ich meine Hand mit der Fläche nach oben ausstrecke wie ein 'Angebot', aus dem sich mein Gegenüber etwas nehmen kann oder auch nicht (überfordert meinen Mann manchmal, ich bin ihm nicht eindeutig genug). Meinen Mann nehme ich wahr als jemanden, der mit der Hand etwas aufnimmt - festhält und sehr bestimmt vor mir ablegt: "Da!" (ich muß grad grinsen - tatsächlich ist er der Ruhigere von uns beiden).

Trifft's noch nicht so richtig... du beschreibst das mit der Fernbedienung so schön (Klassiker 😀) - du fragst, es kommt kein Einwand, also entscheidest und handelst du in der Erwartung, daß deine Freundin sich schon melden wird, wenn sie was anderes möchte. Ich weiß nicht, ob das bei euch nun eine große Rolle spielt, aber ich könnte mir vorstellen, daß beispielsweise eine ganz andere Situation entsteht, wenn du an so einem gemeinsamen Fernsehabend die Fernbedienung nimmst, ihr gibst und sagst: "Magst du uns was aussuchen?" Oder, wenn du was Bestimmtes sehen willst, eindeutig sagst: "Ich möchte xxx sehen, ist das ok für dich?"

Aber die Ursprungsfrage, mit der du in dieses Forum gekommen bist, ging ja in eine andere Richtung, du schriebst von deiner Befürchtung, daß in eurer Beziehung sie sich von dir irgendwie genervt abwendet. Ich bin ein Freund von direkter Nachfrage, was spricht denn dagegen, wenn du ihr einen schönen, handgeschriebenen Brief zukommen läßt, in dem du reinschreibst: "Ich weiß, daß du zur Zeit viel um die Ohren hast, deshalb möchte ich dich zu einem schönen Essen einladen und bitte dich, einen Termin auszusuchen" oder so. Du könntest dorthin einen Stapel bunter Zettel (gibt doch diese Notizwürfel mit bunten Zettelchen drin) mitnehmen, zwei Stifte, und sie zu einem Spiel auffordern: sie schreibt auf, welche Eigenschaften sie an dir wahrnimmt (eine Zettelfarbe) und welche Wünsche sie an dich und euer Zusammenleben hat (andere Zettelfarbe) und du machst dasselbe umgekehrt. Und dann vergleicht ihr. Wenn das ohne Vorwurf und mit Wertschätzung gemacht wird, kann das lustig werden und man hat jede Menge Möglichkeiten, sich auf spielerische Weise zu überprüfen, ob man tatsächlich so wahrgenommen wird, wie man meint.

Ist nur so eine Idee - vielleicht wäre das auch zu viel Aufwand und sie wäre vielleicht schon glücklich, wenn du beim nächsten Mal, wenn ihr euch seht, einfach fragst: "Kann ich dir das Kochen / Wäschewaschen / Badputzen abnehmen, du wirkst so gestreßt?" oder du ihr einfach ein schönes Schaumbad einläßt, ihr verbietest, an diesem Abend zu arbeiten und ihr eine schöne Fußmassage verpaßt.


Ach, noch ein Nachtrag: du schreibst, sie wolle "dich erziehen". Laßt die Finger davon, echt. Sprecht darüber. Wenn sie in eine Erzieherrolle dir gegenüber schlüpft und du dich erziehen läßt, kann's sehr schnell passieren, daß du nicht mehr ihr Partner, sondern ein Weichei ohne Profil in ihren Augen wirst - kann euch beiden nicht gut tun. Da würde ich mich verwehren, absolut! Besser fände ich's, wenn du bei solchen "Erziehungsambitionen" gegenhältst, daß ihr beide miteinander verhandelt - als gleichwertige Verhandlungspartner, wo jeder seine Wünsche äußert und der andere festlegen kann, inwieweit er sich darauf einlassen will - und an welcher Stelle er seinerseits für sich etwas Positives 'heraushandeln' will. Ist mehr auf Augenhöhe, und auch wenn auf Beziehungsebene gerne Romantik bemüht wird: im Grunde funktioniert gute Partnerschaft auf Augenhöhe ähnlich wie eine gute Geschäftsbeziehung - die Verträge, wo beide Verhandlungspartner das Gefühl haben, ein gutes Geschäft abgeschlossen zu haben, sind befriedigend und lassen einen auf weitere 'gute Zusammenarbeit' freuen. 😀
 
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