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Trennungsängste und andere Probleme

  • Starter*in Starter*in Anonymous
  • Datum Start Datum Start
A

Anonymous

Gast
Hallo!

Ich bin 17 Jahre alt, männlich und habe ein, für mich großes Problem:
Trennungsangst.
Dieses Thema ist mir sehr peinlich aber ich will es einfach mal schildern.

Ich habe immer Angst mich länger als eine Nacht von meiner Mutter zu trennen. Es ist nicht so, dass ich ein Muttersöhnchen wäre. Ich bin eigentlich so wie jeder andere Jugendliche. Ich trinke ab und zu mal etwas Alkohol, rauche die eine oder andere Zigarette und gehe auf Partys.
Wenn ich z.B. zu einem Freund gehe und dort mal eine Nacht schlafe, hab ich kein Problem.
Allerdings wird dies schlimmer, je weiter die Entfernung zu meiner Mutter ist und je länger ich wegbleibe.
Ich gehe bald mit meinem Vater in den Urlaub (meine Eltern leben getrennt) und weiß ehrlichgesagt nicht, wie ich die Woche überstehen soll.
Ich weiß, es hört sich total kindisch und verweichlicht an, aber ich mache mir einfach immer und immerwieder Sorgen um meine Mutter.
Es ist nicht so, dass sie schwer krank ist oder wir in einer gefährlichen Gegend wohnen, nein, eigentlich ist alles recht sicher.
Wenn ich jetzt z.B. am zweiten Tag des Urlaubs abends versuche sie anzurufen, aber sie nicht abnimmt, dann denke ich sofort "Verdammt, was ist da passiert? Ich will sofort heim! Hoffentlich lebt sie noch", usw.
Es hört sich jetzt vielleicht für euch nicht wirklich dramatisch an, aber für mich ist es das! Wirklich!
Mir ist dann auch klar, dass sie bei einer Freundin sein kann, am Baggersee oder einen Abendspaziergang machen kann, aber trotzdem mach ich mir solche Sorgen und bekomme richtig Bauchschmerzen und weiß gar nicht mehr was ich überhaupt machen soll. Manchmal fange ich sogar an zu weinen.
(Oh verdammt, es ist mir so peinlich)

Ich war deswegen auch schon bei einer Psychologin, aber irgendwie ist dabei nichts Wirkliches 'rausgekommen und es hat sich alles im Sand verlaufen.

Zum Glück geht auch meine Schwester mit, die mich da gut versteht und mich trösten kann.

---------------------------------------------

Eine andere Sache ist auch noch die:
Wir fliegen mit dem Flugzeug in den Urlaub und ich fliege das erste mal.
Jetzt habe ich gestern das Lied "Dalai Lama" von Rammstein gehört, welches von einem Flugzeugabsturz handelt. Dann denke ich sofort "Oh nein wir werden abstürzen" Es ist wirklich so krass bei mir. Ich weiß auch gar nicht wie ich das nennen soll... Aberglaube?
Oder manchmal denke ich, wenn ich Fußballspiele: Wenn ich vor der Linie den Ball bekomme, dann lebt meine Ma noch.
Das ist völlig absurrd, ich weiß, aber dennoch kann ich es nicht verhindern.

---------------------------------------------

Ich hoffe ihr könnt mir den einen oder anderen Tipp geben, damit ich meinen Urlaub genießen kann und nicht dauernd an meine Mutter denken muss.

MfG,
der, der die Anonymität sehr schätzt
 
Hi,

du tendierst offensichtlich zu gewissem Zwangsverhalten. Das hat tatsächlich auch was mit Aberglauben zu tun. Aber wie sagt man so schön: die Macht es Glaubens....da muß man schon ein bißchen aufpassen und ggf. einen Verhaltensterapeuten konsultieren, mittels dem du lernst einige Aberglauben-Dinge etwas umzudefinieren um wieder mehr Handlungsfreiheit zu gewinnen.
Bei was für einem Psychologen bist du denn gewesen und für wie lange warst du da? Was hat der denn diagnostiziert und für ein Programm mit dir durchgeführt?

Gruß
Tyra
 
Hi Tyra

Ich weiß es nicht mehr so genau, denn es ist schon eine Weile her.
Es war glaube ich bei einer Kinder und Jugendlichen Psychologin... bei derselben hat man ADS bei mir festgestellt...
Kannst du / könnt ihr mir nicht ein paar Tipps geben wie ich es in den Griff bekommen kann, bzw. könnte?
Dafür wäre ich sehr dankbar 🙂

MfG
 
Mit diesem Problem wirst du bestimmt nicht bis zum Urlaub fertig werden, da ist wohl etwas Ausdauer gefragt. Auch mir scheint eine Verhaltenstherapie angebracht, da du in bestimmten Mustern wie eingesperrt zu sein scheinst. Mit Hilfe einer Verhaltenstherapie kannst du dich aus diesen Zwängen befreien. Du wirkst sehr angestrengt und sehr angespannt, vielleicht wäre autogenes Training eine Möglichkeit für dich, um zu einer Entspannung zu finden. Diese Übungen können auch gezielt in bestimmten Situationen eingesetzt werden. Autogenes Training wird an Volkshochschulen und in Familienbildungsstätten angeboten, aber rechtzeitig anmelden! Die Plätze sind sehr begehrt!
 
Hi,

einer ADS-Diagnose stehe ich recht skeptisch ggü. Das ist so ein Modeding der Psychologie unserer Zeit. Eine gesicherte Diagnose, wäre die, dass du eine aktuelle psychologische und neurologische Begutachtung vornehmen würdest.
Es gibt auch psychologische Trainingsprogramme zur ADS...genau kenn ich mich nicht aus, bin selber keine Psychologin. Bekannte mit einem ADS-Kind haben aber ne Kombi aus Motorik-training = Sport + Ergotherapie etc.mit ihrem Kind gemacht. Ausserdem die Umwelt = Wohnung + Lebensweise möglichst reizarm gestaltet. D.h. eingeschränkter Fernsehkonsum, genügend Bewegung, genügend Ruhepasen, Schlaf etc.
Du könntest dazu ja weiteres im Netz recherchieren, oder besser noch nen Verhaltenspsychologen fragen. In deiner Problemlage würde ich auf jeden Fall zu ner Verhaltenstherapie raten.
Constanzes Ratschlag zu autogenem Training etc. ist auch super.
Man hat mehrere Ansatzmöglichkeiten, mit denen man was bewirken kann.
Probiers aus!

Gruß
Tyra
 

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