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Trennung trotz Liebe

Flitzpipe

Mitglied
Hallo,

seit etwas mehr als 2 Jahren lebe ich in einer halben Patchworkfamilie bzw. wissen wir nicht ob es weitergeht oder wir uns trennen sollen. Halb deshalb, weil wir nicht zusammen wohnen (wir haben beide das Wechselmodell und ein Umzug kommt daher nicht in Frage). Fast jedes zweite Wochenende können wir zu fünft verbringen. Wir haben zusammen drei Jungs (meiner 8, Ihre 9 und 13). Alle untereinander verstehen sich wirklich sehr gut. Wir können jeweils auch ohne den anderen Elternteil was mit den Kindern unternehmen und im Urlaub war es auch schon so, dass mein Sohn bei ihr bleib und ihre mit mir unterwegs waren. Die üblichen Reibereien gibt es natürlich auch. Der ältere hat pubertäre Phasen, ihr 9 jährige ist ein guter Schüler und wird vermutlich auf das Gymnasium gehen. Aber er geht nicht gerne in die Schule und deshalb gibt es oft Diskussionen. Meiner ist hart an der Grenze zur Hochbegabung und ist dies in Teilbereichen auch - deshalb ist es auch manchmal schwierig mit ihm. Ihm fällt alles total leicht. Er geht in die zweite Klasse und korrigiert schon mal den 4. Klässler - was nie gut ankommt. Dennoch spielen die drei trotz des Altersunterschiedes zusammen, bauen im Wald gemeinsam Hütten etc. pp.

Das Problem auf meine Seite ist evtl. meine mangelnde Toleranz was ihren inkonsequenten Erziehungsstil angeht. Sie sagt oft nein. Egal, ob bei Süßigkeiten, länger wach bleiben etc. und dann wird doch ein wenig quengeln ein Ja draus. Ich habe sie schon oft gebeten konsequenter zu sein. Selbst ihre Kinder haben das schon moniert - auch sie wollen klaren Ansagen. Ein paar Monate war es besser und jetzt ist sie wieder eingeknickt. Sie sagt, sie will es nicht anders. Ich mache mit meinem Sohn, oft Kurzverträge (es unterschreiben beide) für ein paar Tage, in dem jeweils ein Thema verschriftlicht wird. Kommt dann eine Diskussion auf, wird kurz nachgelesen, was wir vereinbart haben und damit ist die Diskussion beendet. Das mag seltsam erscheinen. Es funktioniert hervorragend.
Sie möchte so etwas nicht. Sie sagt, wenn sie sich emotional nicht richtig gut dabei fühlt, würde sie den Vertrag nicht anwenden. Deshalb lässt es es gleich. Sie vereinbaren mündlich etwas und nach einigen Tagen weiß keiner mehr, was sie vereinbart haben und sie diskutieren wieder. Sie empfindet diese Diskussionen nicht als schlimm, sondern eher als hilfreich. Die Kinder sind nett und es gibt auch Grenzen für sie, dennoch wird recht oft über Medienkonsum diskutiert und ihr älterer nervt immer wieder solange, dass er das Handy länger nutzen kann als vereinbart und kommt mit den seltsamsten Argumenten daher. Sie gibt fast immer nach.

Auch gibt es derartiges:
Dürfen wir was Süßes?
Nein!
Och komm, eine Kleinigkeit- Bitte
Nein!
Die Kinder ziehen enttäuscht ab und sie kommt mit: ach ich habe noch was gefunden, das könnt ihr haben.

Ihr kleiner baucht viel Schlaf. Wenn er zu wenig schläft wird er am nächsten Tag unerträglich rastet aus, schreit rum. Dennoch darf er immer wieder lange wach bleiben. Ihre Argumentation ist dann, dass es gerade für ihn so schön sei und sie es ihm nicht vermiesen möchte. Am nächsten tag ist dann die Hölle los.

Und mich nervt das. Ich habe ihr das schon X-Mal gesagt und sie hat immer zugestimmt, dass etwas mehr Konsequenz besser wäre. Das hat auch echt ganz gut geklappt. Aber wir sind wieder dort, wo wir mal waren. Sie sollen z.B. wenig Marmelade nehmen und halten sie nicht dran etc. pp. Sie sagt sie wolle es nicht und auch ihr EX-Mann ist daran verzweifelt.

Die Diskussionen darüber gingen immer öfter in Streit über und ich frage mich, bin ich nicht tolerant genug. Muss ich das respektieren? Ich weiß es nicht.
Unserer Herzen passen zusammen und wir haben uns gegenseitig bestätigt, dass wir uns noch lieben. Die genauen Gründe, warum sie die Zukunft schwierig sieht weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall waren es für sie auch zu viele Diskussionen / Streitereien.

Hinzu kommt, dass wir mit unseren EX-Partern immer wieder Reibereien haben (sie eher wenig - ich massiv, weil meine seit Jahren gerichtlich Dinge auch gegen seinen Willen durchsetzen will. Das Gericht zwar immer ablehnt aber unglaublich hohe Kosten entstehen). Meine beiden Eltern sind schwer krank etc.
Über die Probleme mit den EX-Partner reden wir ganz offen. Es belastet uns zumindest vordergründig wenig.

Liebe ist vorhanden, Sex ist gut und ausreichend. Kommunikation offen, gerade aus und ehrlich, nie beleidigend. Wir wollen uns zwar beide nicht verlieren. Wissen aber nicht, wie es weitergehen kann.

Was meint ihr zur ihre Inkonsequenz bzw. viel wichtiger zu meiner mangelnden Toleranz
 
Hallo,

warum ist sie so inkonsequent? Hat sie da Gründe bzw. sieht sie nicht ein, wie sehr das Kindern schaden kann, wenn man sich nicht an Absprachen hält bzw. keine klare Linie vorhanden ist? Mich würde das auch stören. Ich würde allerdings auch keine Verträge mit einem Kind machen, aber wenn das für Euch okay ist und es Deinen Sohn nicht stört. Ich denke, sowas reicht auch mündlich, man muss ja keine liste an Dingen machen, an die sich Kinder halten müssen.

Wie wäre eine Paartherapie? Ihr habt ja doch viele Dinge, die gut laufen. Hast Du ihr klar gesagt, wie sehr Dich das stört und dass Du über Trennung nachdenkst? Ist sie so erzogen worden, dass es in ihrer Familie auch keine klaren Absprachen gab?

Es tut mir leid, dass Deine Eltern krank sind. Ich hoffe, dass sie wieder gesund werden. Das kostet sicherlich auch sehr viel Kraft für Dich.

Wie sieht Eure Beziehung aus unabhängig von der Kindererziehung? Trefft Ihr klare Absprachen und haltet Euch daran?
 
Hallo Binchy,

Danke für die Antwort.

Das Vertragliche habe ich mit meinem Sohn aufgrund von zu viel Streit (und Empfehlung der Caritas) mit ihm im Bereich Medienkonsum gemacht. Da die Streitereien sofort aufgehört haben, gibt es nun zwei dauerhafte Verträge (Medien und Aufräumen) und sonst noch so kurze, die wenige Tage Gültigkeit haben (alle zwei Monate einen). Er fordert das sogar selbst ein. Es läuft daher wirklich easy

Aus meiner Sicht läuft die Beziehung unabhängig von den Kindern sehr gut. Wir sind beide sehr spontan und haben unsere Macken. Wir haben ähnliche Wertvorstellung, gleiche Ideen, was die Zukunft angeht und es gibt keinerlei Alltagsprobleme.

Ja wir reden offen über die Erziehung. Aber ich kann sie nicht ändern. Sie hat ein schlechtes Gewissen, weil sie sich getrennt hat und mein jetzt dass sie deshalb den Kindern diese Konsequenz nicht antun kann. Dass das kein Zusammenhang ist will bei ihr nicht ankommen.

In Summe ist unser Problem, dass wir uns in all der Zeit nur zweimal recht heftig diskutiert haben, ohne das die Kinder der Auslöser waren. Heißt: ohne sie ist es super mit ihnen für mich oft anstrengend.

Ich will allerdings gar nicht mehr dahinkommen, dass sie verlässlicher für die Kinder wird (es war mal so, und dann war der alte Trott wieder da - ich habe aufgegeben). Ich würde einfach nur gerne toleranter werden, um das locker wegstecken zu können, weil wir uns lieben
 
Ich würde mir von dir tatsächlich auch nicht vorschreiben lassen, wie ich meine Kinder aus erster Ehe zu erziehen hätte. Auf der anderen Seite würdest du von mir dann aber auch keine Gejammere hören, wenn Probleme offenbar würden. Da ihr ja getrennt voneinander wohnt finde ich das auch nicht so tragisch. Einen Konsens zu finden fänd ich wichtig, wenn die Kinder zusammen sind.
Das Vorgehen mit dem Vertrag könntest du mit deinem Kind so handhaben, mein Ding wäre das auch nicht. Da es bei euch funktioniert würdest du dir ja sicherlich da auch nicht hereinreden lassen wollen.

Ich finde wichtig, dass man authentisch erzieht. Eine Schablone für den einzigen Weg gibt es nicht.

Ich war übrigens auch nicht immer ganz konsequent, so manches Mal in den Augen anderer wahrscheinlich zu weich und zu nachgiebig. Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem recht zufrieden. Wir haben ein sehr inniges, liebevolles Verhältnis zueinander. Es kann also auch trotzdem funktionieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja wir reden offen über die Erziehung. Aber ich kann sie nicht ändern. Sie hat ein schlechtes Gewissen, weil sie sich getrennt hat und mein jetzt dass sie deshalb den Kindern diese Konsequenz nicht antun kann. Dass das kein Zusammenhang ist will bei ihr nicht ankommen.

Ja, ändern kann sie es nur, wenn sie es will. Solange man Kinder liebt, sie liebevoll behandelt, werden sie unter konsequentem Verhalten nicht groß leiden. Immer nur alles zu tun, um ihnen zu gefallen, tut auf Dauer nicht gut. Sie müssen lernen, dass sie nicht immer ihren Willen bekommen und dass es im Leben Grenzen gibt. Das ist letztlich zum Wohle der Kinder, wenn es es freundlich, aber bestimmt macht. Daher ja meine Idee mit der Paartherapie, vielleicht würde sie es eher annehmenn können, wenn ein Fachmann/Fachfrau ihr das klar macht.

Okay, wenn das so mit Deinem Sohn funktioniert und er es selbst möchte, ist das ja gut.

Es ist nicht leicht, tolerant zu sein, wenn eine ein bestimmtes Verhalten sehr stört und es sehr gegen die eigenen Wertvorstellungen ist. Zumal ihr Verhalten ja auch in meinen Augen nicht zum Wohle ihrer Kinder ist. Vielleicht könntest Du mal mit Meditation oder Atemübungen an Dir arbeiten. Öfter in die Natur gehen.
 
Sie müssen lernen, dass sie nicht immer ihren Willen bekommen und dass es im Leben Grenzen gibt. Das ist letztlich zum Wohle der Kinder,
Ich bin der Meinung, dass liebevoll und konsequent die beste Methode ist. Ich habe das auch lernen müssen. Es gibt Phasen da bin ich irritiert, wie leicht das bei uns läuft. Es liegt vllt allerdings auch daran, dass mein Sohn extrem sprachbegabt ist und sehr logisch denken kann in beiden Bereich hat er einen IQ von 130 + X. Das macht es sicher einfacher.
Sie setzt den beiden schon Grenzen, beim Thema Medienkonsum empfinde ich es allerdings als recht übel.

Ich merke aber schon, dass ich alleine durch das Schreiben hier und die wenigen Antworten in eine Richtung komme, die für alle Beteiligten gut sein kann. Ich hoffe auf noch weitere Tipps.
 
Ich würde mir von dir tatsächlich auch nicht vorschreiben lassen, wie ich meine Kinder aus erster Ehe zu erziehen hätte. Auf der anderen Seite würdest du von mir dann aber auch keine Gejammere hören, wenn Probleme offenbar würden.
...grr. Ja allerdings schreibe ich es nicht vor, sondern schlage ich es vor. Andererseits jammert sie mir auch ab und an die Ohren voll, wenn es ihr mal wieder zu viel wird. Interessanter Ansatz. Den nehme ich mal mit. Danke
 
Was meint ihr zur ihre Inkonsequenz bzw. viel wichtiger zu meiner mangelnden Toleranz
Ich empfinde deine Einstellung beim Lesen auch als zu wenig tolerant. Ganz viele Mütter sind doch eher etwas weich und nachgiebig, während Väter oft eher konsequent sind. Das ist m.E. überhaupt nicht schlimm.
Diese Stile können sich auch prima ergänzen und den Kindern ein Konstrukt geben, das verschiedene Faktoren zu einem sinnvollen Ganzen vereint.

Was ich mich eher frage ist- wovor du Angst hast? Denn diese Angst scheint das du sein, was dich eher unentspannt sein lässt...
Jammern ist doch ebenfalls zB normaler Bestandteil des Alltags- das man sich beim Partner mal ausjammert wenn Dinge mal zu viel werden. Das kommt doch überall mal vor und beim Lesen habe ich nicht den Eindruck, dass es ein nonstop Dauerjammern ist, oder?

Warum denkst du an Trennung, nur weil ihr unterschiedliche Erziehungsmethoden habt?
Ich finde das - ohne weitere Kenntnisse zu haben- ziemlich überzogen. Daher- irgendwas wird dahinter stecken.... eine Befürchtung deinerseits?
 
Ja allerdings schreibe ich es nicht vor, sondern schlage ich es vor.
... aber eben offenbsr schon mit einem gewissen Anspruch, deinem Lösungsansatz dann auch zu folgen bzw. deinen Rat anzunehmen. Sonst würde es dich ja nicht so wurmen, dass sie dem nicht folgt. Indem sie sagt, sie fühle sich damit nicht wohl, siehst du aber auch, dass es ihrem Naturell nicht entspricht . Sie müsste sich verbiegen. Das Recht, sich dagegen zu entscheiden, hat sie - zumindest wenn eure Beziehung auf Augenhöhe funktioniert und auf gegenseitigem Respekt fußt.

Tatsächlich könnte das ein Deal sein: "Dann mach, wie du denkst, aber auch mit allen Konsequenzen."
 

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