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Trennung macht mich verrueckt

B

blattlaus24

Gast
Nach fuenf Jahren Beziehung hat sich mein Freund von mir getrennt (beide Anfang 30). Seit eineinhalb Jahren wohnen wir hier zusammen in England, ich bin mehr oder weniger seinetwegen hierher gekommen, aber ich habe auch einen Job hier. Wir haben eine relativ gute Beziehung gelebt, habe ich immer gedacht, und es war eine der besten Zeiten meines Lebens.
C (ich nenne meinen Freund mal so) hatte erst ca. in den letzten vier Wochen sowas wie eine Krise. Er war schrecklich traurig und leer und hat sogar geweint. Zunaechst war er nicht sicher, ob es vielleicht daran liegt, dass seine Mutter in D schwerkrank ist (obwohl ihre Lage derzeit ganz stabil und optimistisch ist). In den letzten Wochen hat er dann auch einmal gesagt, er wuesste nicht, ob er mich noch liebe, ob er noch mit mir zusammen sein wolle. Einen konkreten Ausloeser konnte er mir nicht nennen. er findet auch dass wir die meiste Zeit sehr gluecklich war, und auf Nachfragen, was passiert ist, kann er mir nur mit "ich weiss es nicht" antworten. Wir haben schon viel Stress in letzter Zeit, weil under beider Zukunftsplanung kompliziert ist , wir beiden nach Deutschland zurueckwollen, er schon einen Job in Aussicht hat, ich aber nicht. Ich wollte oft darueber sprechen, wir er sich das vorstellt, habe ihn vielleicht auch etwas unter Druck gesetzt irgendwie. Aber er hat nie etwas gesagt und wir hatten die ganze Zeit eine gute Zeit, haben viele schoene Dinge unternommen etc. Es ist ein absoluter Schock, dass er jetzt gehen will. Er hat es mir am Samstag gesagt, und ist erst einmal nach Deutschland geflogen, was schon laenger geplant war. Ich fliege am Donnerstag auch meien Familie besuchen, lasse aber den ebsuch bei seinen Eltern ausfallen, und den Rueckflug treten wir dann gemeinsam an. Auf jeden Fall schuldet er mir noch ein laengeres Gespraech.
Ich merke, dass ich hier relativ abgeklaert klinge, aber ich bin voellig am Ende. Ich habe seit Samstag kaum gegessen, kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Mein Herz schlaegt, ich neige zur Hyperventilation, morgens versuche ich mich zu uebergeben (was nicht funktioniert, wenn man nicht isst) und das erloesende Heulen kommt nur manchmal. Ich muss mir immer wieder sagen "C hat sich von mir getrennt. es ist vorbei. Ich bin allein" - allein um die Lage zu realisieren. Und in den wenigen besseren Momenten muss ich mich wahnsinnig anstrengen, nicht doch noch irgendeine Hoffnung zu fassen. Ich habe das Gefuehl, der Boden wird mir unter den Fuessen weggezogen. Ich habe Selbstmordgedanken. ich halte das alles nicht mehr aus. Wenn wir schlimme Probleme gehabt haetten - ja, dann waere ich auch erleichtert, aber in meinen Augen wirft C all die Jahre einfach so weg, und wir hatten ja gar nicht die Chance, das, was ihn am Ende so ungluecklich gemacht hat, zu aendern. Ich muss vor allem aus dieser akuten Krise raus, die sicherlich gleich wieder da ist, wenn wir uns naechste Woche sehen. Die Hoffnung ist das schlimmste. Ich habe morgen hier schon einen Termin mit einer Krisenberatung hier vor Ort, aber jede Minute ist schlimm, am schlimmsten das Aufwachen morgens. C war mein Leben - wir haben nicht jede Minute aneinander geklettet, haben unabhaengige Freunde etc., aber ich kann es mir ohne ihn einfach nicht vorstellen. Wie kann ich das Ende einmal akzeptieren? Wie kann ich die Hoffnung vermeiden? Wie soll ich das alles aushalten. Ich habe schon saemtliche Freundinnen angerufen, aber eigentlich braeuchte ich gerade jemanden, der staendig auf mich aufpasst. Ich habe Angst verrueckt zu werden. Wie soll ich die naechsten Stunden ueberleben, die naechsten Tage, Wochen, Monate?
(danke fuers Zuhoeren!)
 
ich kann dir es nachfühlen. Leider habe ich auch keinen guten Tip um die Gefühle auszuschalten. Ich weiß auch wie es ist, wenn man dann auch noch in einem anderen Land ist. (Ich bin in Spanien) Leider kann man das nicht erzwingen. Ich habe auch Tage an denen mir es schon wieder fast gut geht, aber andere da bin ich für nix zu gebrauchen. Versuch irgendwie ihm aus dem Weg zu gehen, ruf ihn nicht an und Versuch alles was dich an ihn erinnert zu eliminieren. Das hilft auch nicht schnell, aber mit der Zeit wirds besser. Zum Glück habe ich hier noch ein paar Leute, die für mich da sind. Aber allein sein fällt mir auch sehr schwer.

Kopf hoch, wir schaffen das. Ich flieg übrigens auch zu meiner Familie am WE 🙂
 
Deine Reaktion ist völlig normal: dein Leben ändert sich unvermittelt und ohne Vorwarnung und du reagierst mit Schock und nicht Akzeptieren können noch wollen.
Wenn du extrem darunter leidest, lass dir was verschreiben, um dich etwas abzuschirmen. Keine Angst: du verhinderst damit nicht die Verarbeitung und normale Trauerreaktion. Du verhinderst damit nur, dass du über deine Kräfte gehst. Es ist keine Schande Hilfe anzunehmen!
Die Reaktionen sind ja ähnlich wie in einem Todesfall. Auch auf eine Trennung von einem geliebten Menschen reagieren wir so, da macht unser Gefühlsleben keinen Unterschied! Da würdest allerdings werder du noch andere von dir verlangen, dass du cool und abgeklärt bleibst. Das wird einfach immer unterschätzt.

Erwarte nicht allzu viel von einem klärenden Gespräch. Sein Verhalten zeigt, dass er sich selbst nicht wirklich geklärt hat. Und ein befriedigendes Warum wirst du zunächst nicht bekommen.
Übrigens geht alles im Leben mal vorbei (Binsenweisheit...) und deshalb kann man auch die Jahre nicht wegwerfen. Sie haben stattgefunden, gehören zu deinem und seinem Leben dazu und waren gut so, wie sie waren. Sonst hätten sie eben nicht stattgefunden! Irgendwann kannst du das Gute daran wieder würdigen und in deine eigene Zukunft gehen. Aber dafür ist es leider noch zu früh. Wird noch arg weh tun.....
Alles Liebe für dich und Kopf hoch - Millionen vor dir und Millionen nach dir haben das auch schon geschafft. Und du schaffst es auch!!!
 
Hallo.
Dein Freund steckt in einer Lebenskrise. Du kannst ihm zur zeit nicht helfen, da du dir selber nicht helfen kannst. Also mußt du an dich denken, da wieder rauszukommen. Und du kannst deinen Freund nicht zwingen oder überreden, dir die Tiefen seiner Seele preiszugeben. Dies setzt sehr viel Vertrauen vorraus.

Das wichtigste ist jetzt, daß du lernst, dich zu schützen! Du bist in der Mitte deines Lebens- mit 30 Jahren. Sehe diese Situation als Chance an, um zu lernen, nie etwas besitzen zu wollen! Betrachte alles was du siehst als Leihgabe, die du während deines Lebens hier benutzen darfst. Alles was du siehst, einschließlich Menschen, ist vergänglich. Nur die unsterbliche Seele in dir, lebt ewig; sie gibt dem physischen Körper das Leben. Denke jetzt nur an dein eigenes Wohl, und habe immer positive, daß heißt aufbauende Gedanken, die dir helfen werden trotzalledem glücklich zu bleiben. Kein Mensch noch eine Situation sollte daran schuld sein, daß deine unnützen und selbstzerstörerischen Gedanken dich unglücklich machen können. Du alleine bist der Schöpfer deines eigenen Schicksals - achte auf deine Gedanken..........
Liebe Grüße und alles Gute, Hermann
 
Fortsetzung...Trennung macht mich verrueckt

Hallo und Dank an alle, die geantwortet haben bisher.
Inzwischen hatte ich ein langes Gespraech und einen schoenen "letzten Tag" mit meinem EX-Freund. Aber die Krisen kommen wieder und wieder, das Gefuehl der absoluten Sinnlosigkeit. Ich kann mir ein Leben ohne ihn immer noch nicht vorstellen.
Achja, falls jemanden die "Erklaerung" des ganzen nun interessiert - sie hat mir ein bisschen weitergeholfen, aber nicht sehr. C war immer fuer mich da und hat sich sehr viel um mich gekuemmert, da ich immer diejenige war mit Stimmungsswankungen, objektiv relativ grundlosen Zweifeln, ja und auch diejenige, die manchmal ihren Stress und ihre Zukunftsaengste an ihm ausgelassen hat. So weit so schlecht - er hat das lange Jahre gut ausgehalten, nicht dass ich stolz drauf waere, aber das eigentlich Problematische ist ja dies: Er ist nie mit einem Problem zu mir gekommen, ich konnte nie fuer ihn da sein - dabei haette ich das so gerne gemacht! Ich bin stark genug dazu, aber er kam einfach nie auf die Idee. Die Wochen vor unserer Trennung (vor 10 Tagen) hat er mit keinem einzigen Freund oder sonstwem ueber uns geredet - obwohl es ihm natuerlich sauschlecht ging. Nur fruehzeitiges Reden waere unsere Chance gewesen, wenn er vor einiger Zeit, als auch der sonstige Stress (kranke Mutter, viel Rumgereise) mehr wurde, gesagt haette, dass es so nicht geht und dass er sich mal um sich kuemmern muss und ich mich gefaelligst ab und zu zusammenreissen kann. Ich haette das gekonnt, da bin ich sicher, zumal wenn ich gewusst haette, das unsere Beziehung auf dem Spiel steht. Mir ist auch klar geworden, dass er nie der Starke und Ausgeglichene war, fuer den ich ihn gehalten habe (und er sich auch) - nur wer sich auch mal um sich selbst kuemmert, kann sich um andere kuemmern. Das ist die Geschichte, ich finde es eigentlich nicht so verfahren, und glaube wir haetten wirklich eine gute Chance gehabt - da wir ansonsten eine gute breite Basis hat und einfach ein wirklich gutes Team waren. Wir haben uns irgendwie in diese Rollen reingespielt...
Aber irgendwie hilft das alles nichts mehr und ich weiss, dass wenn wir jemals eine Chance haben sollten, es nochmal zu probieren (klar hab ich ihn danach gefragt, aber er hat immer nur "ich weiss nicht" gesagt), dann nur, wenn ich mir jetzt keine Hoffnung mache und ihn nicht weiter "beanspruche", ihn gehen lasse. Aber wie schaffe ich das? Ich werde in den naechsten Wochen ausziehen (er ist gerade eh nicht da fuer drei Wochen), aber wie werde ich die Sehnsucht los, bzw. das dringende Beduerfnis, ihn anzurufen und von meinen Gefuehlen zu erzaehlen? Oder ihn anzuschreien, weil er mir so wenig vertraut und zugetraut hat? Ich waere wirklich gerne mal fuer ihn da! Aber irgendwie muss ich vermutlich beweisen, dass ich allein klar komme. Gleichzeitig habe ich dieses Gefuehl, dass wir eifnach ueberhaupt nicht "fertig" sind miteinander.
Aber ganz konkret - was kennt Ihr fuer Techniken, Mittelchen etc, um ueber die ganz akuen Krisen wegzukommen. O.k., heulen, da bin ich gut drin, Ablenkung ist schwierig, Leute anrufen geht nur abends. Wie schaffe ich es, mich laengere Zeit gar nicht zu melden, auch nicht per mail? (In ein paar Wochen muessen wir ohnehin nochmal wegen Wohnung etc. sprechen). Wie schaffe ich es, mich an die Vorstellung zu gewoehnen, dass er eine neue Freundin hat? Wie schaffe ich es, mich nicht an die Vorstellung zu krallen, dass wir es irgendwann nochmal hinkriegen? Ich bin dankbar fuer alle Tipps, besonders die absurden. Danke!
 
Zuletzt bearbeitet:
ohje, du arme, das kenne ich nur zu gut. ich weiß leider keinen rat für dich, kann dir jedoch sagen wie das bei mir ist.
ich setze mir ein ziel. sage mir "in 2 wochen am tag x schreibe ich ihm eine sms", wenn der tag gekommen ist und ich das bedürfnis habe ihm zu schreiben, dann schlafe ich noch einmal eine nacht darüber. meist sieht es dann anders aus. 1 sms kann trotzdem nicht als "aufdringlich" bezeichnet werden. dann setze ich mir ein neues ziel und sage "in 4 wochen am tag x schreibe ich ihm wieder"... und so komme ich irgendwie über die runden. man hat irgendwie ein ziel vor augen was einem immer dann hilft wenn man es fast gar nicht mehr aushält. und dann spielt die zeit eine große rolle für dich selbst abstand zu gewinnen.
so wie du die situation schilderst sehe ich jedoch auch noch nicht etwas endgültiges zwischen euch. gib ihm zeit dass er dich vermissen kann. entweder er wird es in ein paar tagen / wochen begreifen dass es der falsche weg war oder es hat wirklich nicht sollen sein.
wünsche dir viel kraft!
 
Oh Gott, jetzt ist er weg. Er is drei Wochen unterwegs und ich werde in der Zeit hoffentlich ausziehen (auch wenn meine Möbel da bleiben und wir sie Ende des Jahres zusammen nach Deutschland bringen lassen, weil das billiger ist). Es ist sooooo schwer, ihm nicht zu schreiben. Ich vermisse ihn so sehr, es tut so weh. Er ist einfach weg. Ich darf ihm nicht schreiben, er weiß ja, dass er mir schrecklich fehlen wird. Tot sein wäre gerade wirklich besser, das alles vergessen können (keine Sorge, ich mache nicht ernst).
Wie soll ich es schaffe, ihm nicht zu schreiben? Wie vermeiden, um eine Antwort zu betteln? Es gäbe gerade wohl nichts Dümmeres, es ändert nichts, und ich würde ihn damit immer weiter in die Flucht schlagen.
Verzeiht mir - es ist leichter, das zumindest irgendwo hinzuschreiben.
 

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