Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Traum vom Leben als Aussteiger

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

MrHokusPokus

Mitglied
Habt oder hattet ihr auch mal diese Wunschvorstellung,einfach eure sieben Sachen zusammenzupacken und euch auf eine unbestimmte Zeit von der Gesellschaft zu lösen?Damit meine ich keinen luxuriösen Urlaub auf einer exotischen,dünn besiedelten Insel,sondern in einen menschenleeren,vollkommen abgeschiedenen Ort (z.B. irgendwo in Zentralafrika,dem Amazonas;der Taiga Skandinaviens,Kanadas,Sibiriens;den Eiswüsten der Antarktis und der Arktis usw.).

Ich denke schon lange darüber nach,nach abgeschlossenem Training und Erlernen der nötigen Fremdsprache,"den Westen" unverzüglich hinter mich zu lassen und mir irgendwo ein abgeschottetes Leben in der Wildnis aufzubauen und mich ausschließlich von dem zu ernähren,was die Natur um mich herum anzubieten hat.
Die schier endlosen Tannenwälder Sibiriens scheinen mir ein interessanter Ort zu sein,um ein Neuanfang,abseits dieser konsumkranken Society,zu wagen.Sollten das eigene Wissen oder die physische Stärke nicht ausreichen,um komplett unabhängig zu (über)leben,kann man sich notfalls immer noch einem der wenigen,noch existierenden Dörfern östlich des Urals anschließen,das einen,mit harter Arbeit als Gegenleistung,bei sich aufnimmt.

Denn,darum habe ich dieses Thema auch unter der Sparte Gesellschaft eröffnet,ich kann diesen "gefühlskalten Haufen von Menschen" nicht mehr ausstehen.Allen ist alles gleichgültig,solange sie nicht selbst drastisch davon betroffen sind.Es wird auch nur noch nach glücksversprechendem Geld gestrebt,ohne das irgendjemand bedenkt,dass ein dünner Schein und ein paar Münzen,ohne gute Freunde oder einer glücklichen Familie,nichts wert sind.Aber zu diesem wertvollen Schluss kommen viele,(leider) viel zu spät.Erst nachdem man gelaubt hat,dass das Prunken mit den neusten,sinnlosen ("Bling-Bling"-)Accessoires einem Selbstbefriedigung geben würde,erkennen die Meisten,dass dieser oberflächliche Lebensstil absolut nicht zufriedenstellend ist.Aber dann hat man schon wertvolle Jahre,wenn nicht Jahrzehnte seines Lebens verschenkt und muss sich fragen,wie man das alles nur so ohne großartige Bedenken wegschmeißen konnte.

Das zwischenmenschliche Beziehungen heutzutage schamlos mit Füßen getreten werden (Betrug,Ausnutzung,etc.), möchte ich nicht weiter aufgreifen.Vielleicht hat da der Ein oder Andere schon seine bitteren Erfahrungen gemacht.
Zudem gibt es noch unzählige,weitere Punkte die ausgelistet werden können.
Aber ich denke jeder sollte zweifelsohne mitbekommen haben,dass diese erodierende Gesellschaft irgendwann mal,wie ein wackeliges Kartenhaus in sich zusammenbrechen wird.

Darum möchte ich,kurz gesagt,möglichst bald abhauen.
Würdet ihr so ein Unterfangen als umsetzbar einstufen oder habe ich mich da an etwas völlig Irrsinnigem aufgehangen?

Danke im voraus,
MrHokusPokus
 
A

Anzeige

Re: Traum vom Leben als Aussteiger
Ich halte das für durchaus möglich und machbar. Lasse dich nicht davon abhalten, wenn deinem Herzen wirklich danach ist.
 
Mit dieser naiven Haltung bist du das perfekte Opfer, um da draußen ausgeraubt und umgebracht zu werden. Die sind nämlich nicht automatisch netter, nur weil sie arm sind.
Du bist 18 Jahre alt. WENN du schon unbedingt in so eine Gegend willst, dann erlerne einen Beruf, welcher auch dort Sinn macht. Nur Beeren ernten und Fische schmausen ist sozialromantischer Kappes, sorry.

Wenn man so denkt, darf man nicht vor die Tür gehen, denn die Kriminalität in unseren Städten ist sehr viel höher.
Wenn er bereit ist ein Risiko einzugehen und es verantworten kann, dann steht dem nichts im Wege.

Deutscher Unternehmer berichtet vom Leben in Sibirien - SPIEGEL ONLINE
 
Die Frage ist doch ganz allgemein: Zu was bist du fähig?

Wenn du dir natürlich nicht mal die Schuhe zusammenbinden kannst, dann wird es vermutlich auch im Urwald sehr schwer.
 
Stimmt. Ganz allein in der Wildnis irgendwo durchkommen ist sehr schwer, denn was machst Du, wenn Du Dir beim Angeln ein Bein brichst, sich der Blinddarm entzündet oder Du von einem Tier angegriffen und verletzt wirst, oder Dir beim Holzmachen die Axt ausrutscht? Alles Dinge, mit denen man rechnen muß. Wer irgendwo in die Wildnis geht, muß sich für Notfälle zwangsläufig mit Einheimischen in der Gegend "vernetzen", und dafür ist schon mal Mindestanforderung, die Landessprache zu verstehen, denn in abgelegenen Regionen kommt man mit Schulenglisch meist nicht weit. Dann braucht man natürlich alle Kenntnisse, wie man auf eigene Kraft überlebt - ausgedehnte Survival-Kurse wären als Vorbereitung ein Muß. Aber auch in der Wildnis kommt man ohne ein Mindestmaß an Geld nicht weit, weil es immer Dinge gibt, die man kaufen muß - Vorräte, Saatgut für den eigenen Acker, Angelhaken, Munition samt Gewehr, wenn man jagen will, ein Kommunikationsmittel für Notfälle und tausend andere Dinge. Auch ein Transportmittel, das mehr schleppt und schneller ist als die eigenen Beine, egal ob Jeep oder Pferd, kostet wieder. Auch muß man in der Wildnis erheblich stärker mit Wind und Wetter und den Jahreszeiten rechnen als in einer Stadt, wo der nächste Supermarkt um die Ecke ist. Wenn man irgendwo in den Bergen oder einer sehr abgelegenen Gegend im Winter eingeschneit ist, dann sitzt man unter Umständen für Wochen oder sogar Monate fest und muß sich von dem ernähren, was man an Vorräten angehäuft hat. Denn: Jagd im Tiefschnee, allein - viel Spaß beim Überleben, und im Winter wachsen keine Beeren. Um das nötige Geld zu verdienen, muß man natürlich in einem Beruf fit sein, der in abgelegenen Gegenden auch gesucht ist - Holzfäller, Mechaniker, Schmied, Zimmermann, Tierarzt - die Leute, die in solchen Gebieten leben, können meist von allem ein bißchen was, weil sie ihr Zeug oft selber reparieren müssen und nicht alles ständig neu kaufen können, wenn eine Säge oder ein anderes Werkzeug beschädigt ist. Also sollte sich jeder Möchtegern-Aussteiger zur Vorbereitung auch mit handwerklichen Berufen beschäftigen, denn als Geisteswissenschaftler ist man in der Wildnis verratzt.

Wer unbedingt in die Wildnis will, kann ja erst mal die Light-Version ausprobieren, zum Beispiel ein paar Monate bei mongolischen Viehzüchtern mitreisen, Sprache und tägliche Arbeiten erlernen und einen Einblick erhalten, wie es dort im allgemeinen so läuft. Oder sich einen Kanadier suchen, der irgendwo in der Wildnis lebt und für einige Zeit ein "Greenhorn" aus Deutschland als Untermieter annimmt. (Einfacher als gleich Sibirien, denke ich)
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Rucksack war gepackt, meine Ausrüstung komplett und ich stand unmittelbar vor dem Aufbruch, da lernte ich meine jetzige Partnerin kennen und lieben und blieb.
Dennoch auch heute noch habe ich manchmal die Sehnsucht es doch noch nzu tun was ich aber nicht tun werde dafür ist die Beziehung einfach zu perfekt und die Liebe zu groß.

Mein Ziel sollte zuerst Botswana sein da sicher und friedlich von dort hätte ich weiter geguckt wo ich hingehen würde.
Das Leben in der Wildnis ist nicht romantisch es ist gefährlich und mir sehr viel täglicher Arbeit verbunden.
Du solltest mit Axt; Messer und Gewehr umgehen können und zwar perfekt, du solltest wissen was man machen darf und was auf alle Fälle zu vermeiden ist und du solltest Wasser finden wo keiner welches vermutet.

Sibirien ist sehr kalt und im Winter karg je nach dem wo du bist, bist du von der Außenwelt abgeschnitten.
Informiere dich vor allem über gesperrte Gebiete (Tschernobyl), einige Gegenden sind bis heute stark verstrahlt.

Ich kann alles was man können muss und habe schon Vogelspinne und Krokodil gegessen und Wasser getrunken aus einem Brunnen der Tuarek.
Dein schlimmster Feind sind nicht Menschen, nicht Tiere, nicht Hunger und nicht der Durst was dich verzweifeln lässt ist die Einsamkeit, sie musst du überwinden.

Du solltest auch wissen was man in Bärengebieten auf gar keinen Fall machen darf wenn man nicht getötet werden will oder bei Kontakt mit Wölfen denn auch sie haben zuweilen ein Paar unangenehme Eigenarten vor allem wenn das Futter knapp wird durch Schnee und Eis.


Viel Glück
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank soweit für alle Antworten!
Das hat mir geholfen meinen Überlegungen neue Denkanstöße zu geben.

Mit dieser naiven Haltung bist du das perfekte Opfer, um da draußen ausgeraubt und umgebracht zu werden. Die sind nämlich nicht automatisch netter, nur weil sie arm sind.

Mir ist die wuchernde Kriminalität (vor allem in dem unüberschaubaren Russland) durchaus bewusst.Ich denke aber nicht,das ich sie bei,noch in den Natur einheimischen Völkern finden werde (z.B. den Ewenken).Die sehen keinen nennenswerten Nutzen darin,mich in der ersten,ihnen sich bittenden Sekunde auszunehmen und mit einem dicken Betonklotz am Bein in den nächsten Fluss zu werfen.

WENN du schon unbedingt in so eine Gegend willst, dann erlerne einen Beruf, welcher auch dort Sinn macht. Nur Beeren ernten und Fische schmausen ist sozialromantischer Kappes, sorry.

Dem stimme ich ausnahmslos zu.Etwas Handwerkliches wäre durchaus sinnvoll,um sowohl für den Anfang,als auch für später mal anständig Fuß fassen zu können,sollte sich aus dem Traum vor Ort doch ein Fehltritt herausstellen.

Wenn man so denkt, darf man nicht vor die Tür gehen, denn die Kriminalität in unseren Städten ist sehr viel höher.

Der Meinung bin ich ebenfalls gewesen.Aber Russlands Großstädte bleiben bei diesem "Wettbewerb" auch nicht weit zurück.Wie es auf dem unbeobachteten Land ausschaut,da kann ich nur vage Vermutungen anstellen.Aber dort wo ich hin möchte,sollte die Besiedlungsdichte äußerst gering oder gar null sein.

Wer unbedingt in die Wildnis will, kann ja erst mal die Light-Version ausprobieren, zum Beispiel ein paar Monate bei mongolischen Viehzüchtern mitreisen, Sprache und tägliche Arbeiten erlernen und einen Einblick erhalten, wie es dort im allgemeinen so läuft. Oder sich einen Kanadier suchen, der irgendwo in der Wildnis lebt und für einige Zeit ein "Greenhorn" aus Deutschland als Untermieter annimmt. (Einfacher als gleich Sibirien, denke ich)

Das hört sich sehr gut an.Mal sehen,wo sich mehr Informationen im Internet dazu finden lassen.Ich hatte kurz darüber nachgedacht,mich über befristete "Angebote" in Sibirien zu informieren.Mich vielleicht einem Jäger anzuschließen oder wie schon oben bereits erwähnt,einem kleinen Dorf.Bei der massiven Landflucht,werden die,die in den Dörfern zurückgeblieben sind,bestimmt einen kräftigen Jungen suchen.

Dein schlimmster Feind sind nicht Menschen, nicht Tiere, nicht Hunger und nicht der Durst was dich verzweifeln lässt ist die Einsamkeit, sie musst du überwinden.

Ein paar Nächte allein im Wald verbringen,ist für mich überhaupt kein Problem (auch wenn sich das schwer mit einem lebenslangen Aufenthalt in den dichtbewachsenen Weiten Sibiriens vergleichen lässt).Daher bleibt für mich lediglich zu hoffen,dass ich dort draußen keiner psychischen Krankheit unterliege,auch wenn der Ausbreitung von Paranoia und Schizophrenie wohl kaum etwas entgegenzusetzen ist.

~MrHokusPokus

PS: Hier noch drei Artikel,falls sich jemand dafür interessiert:

- http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-03/sibirien-einsiedler-natur-fs
- http://www.spiegel.de/kultur/gesell...n-von-fotograf-danila-tkachenko-a-996090.html
- http://www.faz.net/aktuell/gesellsc...ml?offset=1&ressort=2.1838&cid=#FAZNavigation

So etwas Ähnliches schwebt mir vor.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für einen Aussteiger - und sei es auch nur gedanklich - ist ~ Walden oder Leben in den Wäldern ~ Pflichtlektüre.
Klasse Buch! Pflicht ist natürlich auch der Film Into the wild 🙂
Wer sich wirklich in die Wildnis absetzt, muss damit rechnen, dass er an dieser Entscheidung sterben wird. Jeder Fehler kann tödlich ausgehen. Sei es das gebrochene Bein, einmal die falschen Beeren gegessen, wilde Tiere oder oder oder... Da kommt niemand um dich zu flicken oder dir den Magen auszupumpen.

Ich bin mal im Sommer durch die Wälder Finnlands gezogen mit Landkarte, Kompass, Proviant und Zelt. Das ist natürlich noch weit davon entfernt, sich komplett in die Wildnis abzusetzen. Für so einen kurzen Zeitraum kann ich das nur weiterempfehlen! War eine klasse Erfahrung. Es ist schwer zu beschreiben, wie sich das eigene Erleben verändert, wenn man mal zwei Wochen keinen Kontakt zu Menschen hatte. Ich hatte ein riesiges Bedürfnis mich auszudrücken. Bücher und ein Block zum Schreiben waren für mich sehr wichtig.
Ohne Vorräte wäre das für mich kaum vorstellbar. Selbst sauberes Wasser aufzutreiben ist schwierig, wenn man sich nicht direkt neben einer Bergquelle aufhält. Falls man Sibirien mit Lappland vergleichen kann (ich weiß das ehrlich nicht), wird man dort nicht genug Beeren finden, um dauerhaft davon zu leben. Bleiben noch Tiere zum Erlegen und Fische. Die muss man kochen. Feuer machen ist schwierig ohne Feuerzeug und die Dinger halten nun mal nicht lange.
Im Winter bin ich dann ganz froh über unsere Zivilisation! Bei Minusgraden kann ich mir so eine Tour nicht vorstellen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben