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Trauernden Freundin helfen. Wie ?

wodan37

Neues Mitglied
Hallo ,

ich habe eine sehr gute Freundin die fast vor einem Jahr Ihre Mama verloren hat. Ihre Mama hat Ihr sehr nah gestanden , war Ihre beste Freundin usw. Der Verlust war und ist sehr hart für sie. Sie erzählt immermal wieder kurz von Ihrer Mum, ich bin mir unsicher, ob ich tiefergehende Fragen stellen soll, da meine Freundin sich nur schwer öffnen kann.Habt Ihr Erfahrungen/Tips ?
Ich weiß das ich Ihr nicht wirklich helfen kann, wäre aber gerne mehr für Sie da. Ich bin mir eben so unsicher was ich machen soll...
Vielen Dank schonmal für Eure Antworten
 
Da ist ein guter Rat schwer, da ich weder Dich noch Deine Freundin kenne.
Ich trauer um meine Mama auch immer noch, sie starb Anfang 2017, und die erste Zeit konnte ich gar nicht drüber reden, nur schreiben.
Nach ca. 3 Monaten konnte ich dann wenigstens am Tele etwas drüber reden, aber das war nicht häufig.
Ich habe einfach viel Zeit alleine gebraucht um mich damit auseinander zu setzen ohne ständig zu weinen.
Wenn ich jetzt morgens "Morgen Mama, haste gut geschlafen?" sage und abends "Nacht Mama, schlaf schön", dann ist es gut so.
Zum Glück bekommt das keiner mit, die würden mich vielleicht für verrückt erklären.
Ich rede auch zwischendurch mit ihr, obs beim Kochen ist oder ich neue Klamotten anprobiere oder vom Friseur komme. Dabei würde mich jemand anders stören und zu nahe an mich ran kommen.
Hätte mich jemand, auch wenn's ein guter Freund ist, ständig mit Fragen genervt, dann wäre ich irgendwann bestimmt böse geworden.

Was ich vielleicht an Deiner Stelle machen würde: mit ihr was unternehmen wo drauf sie Lust hat, sei es Kaffe trinken, Kino oder so.
Auf jeden Fall etwas wo nicht zu große Menschenmassen zusammen kommen. Zu viel Trubel drum herum kann einen in der Phase überfordern.
Tiefer gehende Gespräche und Fragen das Thema betreffend würde ich vermeiden, sie kommt bestimmt irgendwann von selbst so allmählich aus ihrem Schneckenhaus heraus.
Du musst versuchen bei unverfänglichen Gesprächen mit ihr zwischen den Zeilen zu lesen und genau merken wenn und wann sie bei einer Unterhaltung innehält, dann wurde sie unbewusst an ihre Mama erinnert und hängt gerade ihren eigenen Gedanken nach.
Dann Zeit lassen und eventuell Themawechsel, so ganz locker.
So auf die Tour: schau mal der lustige Hund da drüben oder auf ein pottdreckiges Auto scherzhaft aufmerksam machen.
Und schon ist die brenzlige Situation entspannt.
Bei dem , was ich Dir geschrieben habe, bin ich halt subjektiv von mir ausgegangen, ob das bei Euch passt weiß ich nicht.
Auf keinen Fall mach ihr das Angebot mit auf den Friedhof zu gehen, es sei denn sie bittet Dich drum.

Schön wäre es zu wissen wie alt Ihr seid, denn ich kenne die Situation noch sehr gut als ich 14 war und mein Papa starb, und die Situation jetzt mit 58 wo meine Mama verstarb.
Das ist schon ein Unterschied und insofern sind meine Tipps vielleicht völlig unpassend.
Ich hoffe Dir vielleicht ein wenig geholfen zu haben, ansonsten schreibste eben noch mal.

LG Ly
 
Hallo ,

ich habe eine sehr gute Freundin die fast vor einem Jahr Ihre Mama verloren hat. Ihre Mama hat Ihr sehr nah gestanden , war Ihre beste Freundin usw. Der Verlust war und ist sehr hart für sie. Sie erzählt immermal wieder kurz von Ihrer Mum, ich bin mir unsicher, ob ich tiefergehende Fragen stellen soll, da meine Freundin sich nur schwer öffnen kann.Habt Ihr Erfahrungen/Tips ?
Ich weiß das ich Ihr nicht wirklich helfen kann, wäre aber gerne mehr für Sie da. Ich bin mir eben so unsicher was ich machen soll...
Vielen Dank schonmal für Eure Antworten

Hallo Wodan,

vorab finde ich es super, dass du gerne mehr für Sie da wärst. Ich denke, dass ist schon mal sehr viel Wert, dass Sie in dir jemand gefunden hat, der offenbar sehr emphatisch zu sein scheint. Allein das du für Sie da bist, wird ihr bestimmt schon viel geben. Ich bin mir hier in der Vergangenheit auch oft sehr unsicher gewesen, wie ich helfen kann. Daher habe ich nur die Bereitschaft zum Zuhören signalisiert und mitgefühlt. Es ist schwer einzuschätzen, ob tiefergehende Fragen bei Ihr gewünscht sind, ob sie helfen oder belasten. Du kannst dich ja rantasten, in dem du vorher fragst,"ist es ok für dich" oder "magst du mehr drüber reden/erzählen"?

Liebe Grüße
 
Hallo Wodan,
in solchen Phasen des Lebens ist es wundervoll wenn man so liebe Freunde wie Dich an seiner Seite hat.
Ich spreche aus Erfahrung. Meine über Alles geliebte Schwester ist vor ca. 6 Monaten verstorben und mir geht es ähnlich. Zum Glück habe auch ich sehr liebe Freundinnen, die mich immer wieder auffangen und die es auch nicht müde werden mich zu fragen wie es mir geht. Und ich darf dann auch ehrlich antworten. Das ist nämlich gar nicht so selbstverständlich. Vielen Menschen dauert diese Phase zu lange und sie wenden sich ab. Sie meinen, diese Trauer muß doch irgendwann mal vorbei sein. Ist sie aber nicht. Mir fehlt meine Schwester auch unsagbar.
Also mein Tip: Bleib am Ball und sei für sie da. Möchte sie raus, geh mit ihr raus. Möchte sie auf dem Sofa bleiben, bleibt auf dem Sofa. Sie selbst weiß am besten was sie mag.
UND....ich habe eine tolle Heilpraktikerin an meiner Seite. Sie kommt fast alle 2-3 Wochen und kümmert sich. OHNE Medikamente, das war und ist mir wichtig.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
 

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