Da ist ein guter Rat schwer, da ich weder Dich noch Deine Freundin kenne.
Ich trauer um meine Mama auch immer noch, sie starb Anfang 2017, und die erste Zeit konnte ich gar nicht drüber reden, nur schreiben.
Nach ca. 3 Monaten konnte ich dann wenigstens am Tele etwas drüber reden, aber das war nicht häufig.
Ich habe einfach viel Zeit alleine gebraucht um mich damit auseinander zu setzen ohne ständig zu weinen.
Wenn ich jetzt morgens "Morgen Mama, haste gut geschlafen?" sage und abends "Nacht Mama, schlaf schön", dann ist es gut so.
Zum Glück bekommt das keiner mit, die würden mich vielleicht für verrückt erklären.
Ich rede auch zwischendurch mit ihr, obs beim Kochen ist oder ich neue Klamotten anprobiere oder vom Friseur komme. Dabei würde mich jemand anders stören und zu nahe an mich ran kommen.
Hätte mich jemand, auch wenn's ein guter Freund ist, ständig mit Fragen genervt, dann wäre ich irgendwann bestimmt böse geworden.
Was ich vielleicht an Deiner Stelle machen würde: mit ihr was unternehmen wo drauf sie Lust hat, sei es Kaffe trinken, Kino oder so.
Auf jeden Fall etwas wo nicht zu große Menschenmassen zusammen kommen. Zu viel Trubel drum herum kann einen in der Phase überfordern.
Tiefer gehende Gespräche und Fragen das Thema betreffend würde ich vermeiden, sie kommt bestimmt irgendwann von selbst so allmählich aus ihrem Schneckenhaus heraus.
Du musst versuchen bei unverfänglichen Gesprächen mit ihr zwischen den Zeilen zu lesen und genau merken wenn und wann sie bei einer Unterhaltung innehält, dann wurde sie unbewusst an ihre Mama erinnert und hängt gerade ihren eigenen Gedanken nach.
Dann Zeit lassen und eventuell Themawechsel, so ganz locker.
So auf die Tour: schau mal der lustige Hund da drüben oder auf ein pottdreckiges Auto scherzhaft aufmerksam machen.
Und schon ist die brenzlige Situation entspannt.
Bei dem , was ich Dir geschrieben habe, bin ich halt subjektiv von mir ausgegangen, ob das bei Euch passt weiß ich nicht.
Auf keinen Fall mach ihr das Angebot mit auf den Friedhof zu gehen, es sei denn sie bittet Dich drum.
Schön wäre es zu wissen wie alt Ihr seid, denn ich kenne die Situation noch sehr gut als ich 14 war und mein Papa starb, und die Situation jetzt mit 58 wo meine Mama verstarb.
Das ist schon ein Unterschied und insofern sind meine Tipps vielleicht völlig unpassend.
Ich hoffe Dir vielleicht ein wenig geholfen zu haben, ansonsten schreibste eben noch mal.
LG Ly