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Trauerbewältigung nach über 10 Jahren?

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Gast

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Guten Abend,
weiß nicht genau, wie ich es ausdrücken kann:
Vor über 10 Jahren ist mein Vater gestorben, da war ich 7 Jahre. Ich kann mich kaum noch an die Zeit erinnern und dachte ich hätte es verarbeitet. Jetzt "musste" ich aber jemanden davon erzählen und da merkte ich dass ich es eigentlich noch nicht verarbeitet habe; ich kann meinen Vater nicht loslassen, rede manchmal immer noch zu ihm wie als Kind, kann nicht davon erzählen, dass er gestorben ist, ohne den Tränen nahe zu sein,... Das ist doch nicht normal oder?
Wie kann ich das denn verarbeiten? Muss man dafür eine Therapie machen oder gibt es auch andere Möglichkeiten? Ich ahbe das Gefühle, dass an diese Sache noch so einiges "dranhängt": verlustangst etc.
Danke!
Der Gast
 
Hallo!

Ich kann da nur insofern aus eigenen Erfahrungen sprechen, als dass ich selbst jemanden sehr gut kenne, dem es ähnlich ergangen ist wie dir. Er ist, als er es mir zum ersten Mal erzählt hat, in Tränen ausgebrochen und tut das auch meist, wenn wir darüber reden. Zwar ist es dort auch schon über 10 Jahre her, aber ich konnte diese Reaktionen gut nachvollziehen, als ich erfuhr, dass er bisher kaum mit Menschen darüber geredet hat und das ja schon ein schwerer Schicksalsschlag ist, da man seinen Vater gerade in dieser frühen Lebensphase besonders braucht! Einen so geliebten Menschen zu verlieren, kann sich dementsprechend auch über viele Jahre hinweg noch in irgendeiner Weise auswirken… Es tut mir sehr leid für dich, etwas so schreckliches erlebt und einen so großen Verlust erlitten zu haben!

Aber wie ist es denn bei dir, wenn ich fragen darf? Hast du viel darüber geredet, mit Freunden oder Familie? (Ich meine jetzt auch die Zeit, an die du dich besser erinnerst.)
Hast du dich auch selbst viel damit auseinandergesetzt? Und wie hat dieses damit Auseinandersetzen ausgesehen?

Wenn dem nicht so ist, dann kann es einfach sein, dass dich die in der Vergangenheit nicht bewältigte Trauer jetzt „eingeholt“ hat. Für diese Trauerbewältigung, wie du sie nennst, ist es, denke ich, nie zu spät!

Sicherlich gibt es Therapien dafür. Es gibt auch sogenannte Trauerseminare, die helfen sollen, mit dem schmerzlichen Verlust besser klarzukommen…
Aber ob du das benötigst, kann ich als Außenstehende schlecht beurteilen. Ich weiß ja gar nicht, wie es in deiner Familie aussieht, in deinem Umfeld… Oftmals kann man auch dort Kraft schöpfen und das Geschehene (auch nach so langer Zeit!) besser verarbeiten - und zwar meist in den Fällen, in denen kaum geredet wurde.

Das mit der Verlustangst ist dann noch so eine Sache, die das Ganze begleitet. Klar, du hast Angst, weil du nicht noch einen Menschen verlieren möchtest, auf welche Art und Weise auch immer.
Dagegen hilft zunächst einmal, gute Erfahrungen mit Menschen zu machen, Freundschaften zu pflegen und an ihnen festzuhalten…

Versuch das Ganze doch (wenn du es noch nicht getan hast) erst einmal. Danach, wenn du gar nicht so zurecht kommst, kannst du dich immer noch an einen Therapeuten wenden und evtl. eine Therapie beginnen. Diese Entscheidung musst du dann für dich selbst treffen - denn du kennst dich selbst schließlich am besten.

Ich wünsch dir alles Gute dafür!
Change_of_Seasons

P.S:
Das ist doch nicht normal oder?
Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Alles ist auf der einen Seite normal, und auf der anderen wieder nicht - es kommt auf die Sichtweise des Betrachters an!
Denn was ist denn schon normal?
Also mach dir da mal keine Gedanken! 😉
 
Liebe Unbekannte,

nach deinem Beitrag kamen mir die Tränen. Nicht wegen deinen Zeilen sondern weil es mir genauso geht. Mein Vater ist seid vielen Jahren Tod und ich bin auch erst 17. Ich habe das nie verarbeitet.
Eigentlich kann ich das auch nicht.
Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht an ihn denke und für ihn weine. Ich würde mein Leben geben um ihn zurück zu bekommen. Er fehlt mir so unbeschreiblich.
Ich habe oft darüber nachgedacht eine Therapie zu machen. Aber was soll das bringen? ich kann ihn ja nicht vergessen. Er bedeutet mir alles. Auch wenn er nicht mehr das ist, weiß ich trotzdem das er immer auf mich aufpasst und mich beschützt. Du darfst nicht daran denken das er tot ist sondern an die schöne Zeit die ihr hattet. Denk daran das er dich liebt und das er nicht will das du für ihn weinst. Du musst ihn nicht loslassen. Trage ihn einfach immer in deinem Herzen.
Ich glaube nicht mehr daran das ich jemals damit klar kommen werde. Ich versuche es einfach zu akzeptieren auch wenn es sehr sehr schwer fällt...

Liebste Grüße

Engel0101
 
ich kann meinen Vater nicht loslassen, rede manchmal immer noch zu ihm wie als Kind, kann nicht davon erzählen, dass er gestorben ist, ohne den Tränen nahe zu sein,... Das ist doch nicht normal oder?
Wie kann ich das denn verarbeiten? Muss man dafür eine Therapie machen oder gibt es auch andere Möglichkeiten? Ich ahbe das Gefühle, dass an diese Sache noch so einiges "dranhängt": verlustangst etc.
Danke!
Der Gast



Lieber Gast!
Vielleicht hilft es Dir, daß für die Menschen in Afrika ihre Toten immer bei ihnen sind. Sie reden mit ihnen und wenn sie umziehen, nehmen sie die Gebeine der Verstorbenen mit und begraben sie an dem neuen Ort.
Dort ist das Reden mit den Toten eine ganz "normale" Angelegenheit. Uns fällt es manchmal schwer, mit unserer eigenen Trauer und Trauerbewältigung umzugehen. Diesen eigenen Weg zu akzeptieren. Ich habe vor 9 Jahren den Tod meiner Schwester verkraften müssen und es hat wirklich unendlich lange gedauert, bis ich nicht mehr in Tränen ausgebrochen bin, sobald ich über sie redete. Viele in meiner Umgebung waren schon leicht genervt, weil sie meinten, ich müsse doch nun langsam mal darüber hinwegsein.
Mir hat es geholfen, immer wieder bewußt und ritualisiert zu trauern. Beispielsweise habe ich meine Schatzkiste rausgeholt, dort habe ich Fotos und Briefe und kleine Andenken aufbewahrt. Dazu habe ich Räucherstäbchen und Kerzen angezündet. Dann habe ich mir Zeit genommen zu trauern. Ich habe geweint, ich habe mit meiner Schwester gesprochen, habe ihr gesagt, daß ich Angst habe, an ihrem Verlust zu zerbrechen und habe mir ihre Antworten ausgemalt.
Ich bin auf Friedhöfe gegangen und habe dort ein Licht für sie aufgestellt, weinend.:wein::wein:
Bei Dir ist offensichtlich nun eine Zeit angefangen, in der Du bewußter trauern möchtest. Schäme Dich dafür nicht, tu es einfach. Hier gilt es nicht zu unterscheiden, was ist normal und was nicht. Wir sind alle einzigartig und Deine Trauer um Deinen geliebten :herz:Vater ist auch einzigartig.
Ich wünsche Dir nahe Momente mit Deinem Vater, der bei Dir ist und Dich beschützt. Und der bestimmt möchte, daß Du Deine Trauer bewältigst, jetzt nach 10 Jahren. Er wird Dir helfen und Dich dabei unterstützen!
Alles Liebe von Indianerin
 
Hallo,

Meine Mutti starb vor 14 Jahren der Todestag war gestern, Ich war damals 11 jahre. Ich vermisse sie manchmal so sehr das ich heute noch denke sie kommt wieder. Ich gehe auch ungern an ihr Grab weil ich nicht glaube das sie da drine liegt. und sowas ist schwer abzuschalten finde ich.
 
hey
also bei mir ist es auch so, meine mutter ist gestorben als ich 6 war und heut bin ich 17 und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an sie denk, das einzige was mir hilft ist musik, oder was man aber denk ich eher lassen soll mich zuzukiffen.
nja ich denk das einzigste trost, wenns den einer ist, der uns bleibt ist der Gedanke das wir unsere Eltern wiedersehn wenn wir auch Tot sind

lg
 
Lieber Gast,
ich bin 48 und meine Mutter ist gestorben, als ich 3 war, ich habe sie nie kennengelernt, weil sie vorher in Krankenhäuser war. Inzwischen habe ich selber erwachsenene Kinder und denke in den letzten Jahren oft daran, wie sie wohl war und ob ihr ähnlich bin. Also ist das mit den 10 Jahren bei Dir durchaus normal.
Liebe Grüße Viel Erfahrung
 
Hallo Gast,
meine Eltern sind gestorben da war ich 9. Das ist jetzt 18 Jahre her und ich glaube es vergeht kein Tag an dem ich nicht an sie denke. Ich habe nie wirklich darüber gesprochen und habe die Trauer so mehr oder weniger runtergeschluckt. Ich glaube auch nicht das es ungewöhnlich ist Jahre später noch zu trauern oder erst zu trauern. Eltern bleiben Eltern und wenn sie gehen...fehlt einfach etwas. Ich denke das ist mit allen Menschen die man liebt und verliert so. Ich habe viele..zuviele Menschen verloren die für mich mein Leben waren.
Ich habe oft gedacht ich ersticke an der Trauer.Es wird wohl auch nie aufhören weh zu tun aber es wird irgendwann wieder erträglicher zumindest so, das man wieder einpaar Schritte tun kann ohne dabei das Gefühl zu haben daran zu ersticken.
Aber die Menschen die man verliert sie bleiben in dir...du trägst sie in deinem Herzen und dort werden sie immer ihren Platz behalten. Das macht sie für einen selbst lebendig und das ist eine Sache die man für sich immer bewahren sollte. Die Erinnerungen an diese Menschen sind das wertvollste und sie kann dir niemand nehmen!
 
Mir geht es genau so! Bei mir war es mein Opa, der gestorben ist, als ich 5 war. Bin mittlerweile 17 und er fehlt mir immer noch soo sehr. In letzter Zeit ist es besonders schlimm. Ich denke wirklich jeden Tag an ihn! Ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, wie ich es aufgenommen habe, als er gestorben ist.. Ich habe nie wirklich über seinen Tod geredet. Nur ein einziges Mal vor ein paar Wochen mit meinem Fahrlehrer, der ein guter Freund meines Opas war.. Nach dem Gespräch konnte ich das erste Mal wirklich über seinen Tod weinen, was ich vorher nie konnte..
Mit 13 habe ich angefangen ihm Briefe zu schreiben. Manchmal mache ich das auch heute noch. Ich kann einfach nicht loslassen.. Ich kann es einfach nicht glauben, dass ich ihn nie wieder sehe.. Manchmal denke ich, dass alles nur ein Alptraum ist und er plötzlich wieder vor der Tür steht und alles so wird wie früher. Aber dann wird es langsam Zeit aufzuwachen..
 
hallo ich kenne den schmerz auch habe 10 jahre gebraucht mit den tod meiner eltern fertig zu werden,jetzt muss ich mich wieder mit den tod beschäftigen,da mein mann mit 52 gestorben ist,und bin überrascht man muss es ertragen
Hallo,

Meine Mutti starb vor 14 Jahren der Todestag war gestern, Ich war damals 11 jahre. Ich vermisse sie manchmal so sehr das ich heute noch denke sie kommt wieder. Ich gehe auch ungern an ihr Grab weil ich nicht glaube das sie da drine liegt. und sowas ist schwer abzuschalten finde ich.
 

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