Moin @Nirtak,
Achtung könnte teilweise triggern!
denken, wir können ganz gut nachvollziehen und verstehen. Wir waren damals sehr irritiert, als wir Traurigkeit empfanden nach soviel Wut, die uns doch solange begleitet hatte. Wut, ja auch teilweise Hass, ausgelöst durch die schmerzvollen und schlaflosen Tage und Nächte, lange nachdem eigentlich alles schon weit zurück lag, was sie uns angetan hatten. Doch diese ständigen Flashbacks, die Schmerzen, die tage, die nicht zu Ende zu gehen schien, all dass, hatte dazu geführt ihnen nichts gutes zu wünschen.
Doch erstaunlicher Weise, war es hier diesbezüglich kurz vor ihrem Tod gerade etwas ruhiger, sie konnten und durften gehen (näheres nur nicht öffentlich). Doch als sie starben, zu unterschiedlichen Zeiten, da waren Tränen da und Trauer und wir verstanden nicht, wollten es nicht, ähnlich wie es grad hier bei dir gelesen wurde, doch es ist nicht ungewöhlich...
Mit dem Tod ist ein Mensch gegangen, ein Mensch der mit als erstes in dem Leben eines Kindes Bezugsperson war und dieses Kind war abhängig von diesem Menschen, da können wir als Erwachsenen auch nichts gegen machen, es ist abhängig, denn sein ganzes Leben hängt von diesen Menschen ab und so entwickelt sich eine Beziehung und das Kind hängt an diesen Menschen, denn was bleibt ihm anderes übrig, als diesen Menschen, als den wichtigsten in seinem Leben wahrzunehmen und es muss, weil es will leben.
Diese Bindung aber bleibt, egal, was war, dieses kleine Geschöpf hat die Bindung und es braucht diese, denn es braucht sie zu überleben.
Die Bindung bleibt auch, wenn Wut oder Hass ersetzt, was dieses kleine Geschöpf ursprünglich empfunden hat.
Nun aber ist der Verlust, vor dem sich dieses kleine Wesen immer gefürchtet hatte, es fühlt sich verlassen...
Es nützt nichts wütend zu werden, auf dieses Gefühl der Trauer, denn mit der Wut, wird es nur noch schwieriger und doch darf auch sie da sein, sie kann neben der Trauer existieren und die Trauer neben der Wut. Denn beide Gefühle haben ihre Berechtigung. Denn mit dem Tod, geht auch der letzte Funke an Hoffnung. Hoffnung, die vielleicht auch nur im tiefsten Inneren noch da ist, Hoffnung auf einen liebevollen Menschen, den es aber nicht gab.
Wir mögen nur schreiben, es ist ein Kampf gegen sein Inneres, wenn Gefühle, welche auch immer nicht sein dürfen und bekämpft werden.
Es gibt viele Gründe für die Gefühle, die da sind. Mit dem Tod, ist auch die Person gegangen, die vieles getan hat, was schmerzhaft, kaum ertragbar war und wohin nun mit der Wut, es geht mit der Person auch nicht mehr zu klären.
Was haben wir mit den ungeklärten noch nicht gesagtem, auch weil es keinen Sinn machte, mehr zu sagen, als das was wir gesagt hatten. Noch zu Lebzeiten hatten wir Briefe geschrieben, die diese Menschen erst nach ihrem Tod mitbekommen sollten oder nachgesendet und so verbrannten wir diese ein paar Tage nach der Bestattung.
Wir wünschen dir einen guten Weg für dich zu finden, um mit deinem Schmerz, der Wut und der Trauer umzugehen.
LG
Mittendurch