Trauer - nicht mehr essen können

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Sunny_J

Gast
Du hast mal eine Therapie gemacht, weil Du bereits schon einmal Probleme mit Magersucht hattest. Diese Therapie sollte Dich eigentlich polstern und Dir das Handwerkzeug geben von alleine (und das auch ohne fremde Hilfe!) aus dem Loch zu kommen.

Deine Magersucht fällt eben nicht unter "Essstörung", sondern selbstverletzendem Verhalten mit der Absicht sich langsam umzubringen. Mach Dir das bewusst. Ändere was daran.

Willst Du denn für den Rest Deines Lebens immer abhängig von anderen sein, wenn was schlimmes passiert? Es wird Zeit, dass Du lernst, dass Du Deine Emotionen auch bewusst in die Hand nehmen kannst. Wenn man stribt, weil etwas schlimmes passiert, man krank ist, dann ist das Schicksal. Wenn Du aber voll bewusst nichts isst, weil Du Dir das Leben nehmen willst, dann ist das dumm. Dann ist das Selbstmord. Wem ist damit geholfen? Du quälst Dich doch nur selbst.

So wie Du Dich entscheiden kannst zu sterben, hast Du auch die Wahl zu leben. Ich will Dich nicht belügen: Das Leben ist nicht immer schön. Aber es ist eben auch nicht immer schrecklich oder hässlich. Du bist in einer Welt in der es hässlich und schön sein kann. Und danke Gott dafür, dass dem so ist. Denn es zeigt Dir, dass Du NOCH die Wahl hast, noch aktiv werden kannst. Manche können das nicht mehr. Also mach was draus.
 

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MissLisa

Mitglied
Hallo Cardamon,

erstmal mein herzliches Beileid zu deinem schweren Verlust. Ich bin der Meinung, dass dieses nicht essen können bei dir ja kein Ausdruck von Magersucht ist, sondern körperliches Zeichen deiner schweren Depression. Daher wird es nichts nutzen dich zu zwingen, da dir dann ja übel wird wie du selbst schreibst.

Es ist schwer dir etwas zu raten, ohne deine genauen Lebensumstände zu kennen. Wieso zwingst du dich im Alltag zu funktionieren? Ist das wirklich absolut notwendig? Könntest du dich krankschreiben lassen? Auf jeden Fall benötigst du professionelle Hilfe um aus dieser Trauer ganz langsam wieder ein bisschen rauszufinden.
 

Pollux85

Aktives Mitglied
Hallo Cardamom,

jeder Mensch trauert und zwar sehr unterschiedlich. Der eine länger als der andere und der eine stärker als der andere. Gerade wenn man einen Trauerfall in der Familie zu beklagen hat kann einen das echt aus der Bahn werfen. Ich selbst habe mit 15 meinen Vater und vor 3 Jahren meine Oma verloren. Ausserdem ist letzte Woche Mittwoch eine Kollegin von mir gestorben nach langer Krankheit. Die Kollegin kannte ich auch schon 16 Jahre und habe täglich mit ihr zusammen gearbeitet. Daher weiß ich das Mitgefühl manchmal nicht ausreicht. Und wenn du schon mal sehr stark getrauert hast und es dich ziemlich schwer getroffen hat,wäre eine Seelsorge für dich eine gute Lösung. Zum Beispiel bei der Kirche oder anderen Stellen.
Ich wünsche dir alles Gute und hoffe du findest einen guten Weg den Verlust zu verarbeiten.
Lg Pollux
 

Yado_cat

Namhaftes Mitglied
Mein Beileid....

Ich hatte das auch schon nach der Trennung von meinem Ex.

Alles Essen ekelte mich an, mit Müh und Not habe ich einen Apfel am
Tag runtergekriegt. Ich fühlte mich müde und schlapp.

Es hat sich tatsächlich nach ein paar Wochen wieder eingependelt und ich
konnte langsam wieder normal essen, aber das ohne Tabletten.

Alles Gute & LG Yado
 

Cardamon

Mitglied
Hallo Sunny,

Ich hatte nie Magersucht und war auch noch nie in einer solchen Therapie. Bin normal gewichtig ohne je eine Diät auch nur angefangen zu haben.

Ich würde gern zu meinem üblichen Essverhalten zurückfinden, aber es gelingt mir nicht. Weil ich traurig bin, depressiv, emotional instabil und mich dauerhaft angeschlagen fühle. Mein persönlicher Trauerprozess ist mir eine schwere Hürde. Ich fühle mich wie amputiert, Herzrasen und Schlaflosigkeit wechseln sich ab, und ich habe meinen Geschmackssinn vollkommen verloren.

Das ist mir schon einmal so ergangen. Und dennoch kein Grund mir einen Magerwahn zu unterstellen.

Deine kühlen Worte haben mich verletzt und ich lese heraus, dass du annimmst, man müsse mir nur den Kopf zurechtstauchen.
Freud’s längst überholte Theorien von der Abkehr vom Verstorbenen und einfach mal zur Tagesordnung überzugehen, haben sich als unzureichend herausgestellt. Nicht nur für mich.

Für den Versuch „fremde Hilfe“ zu suchen, entschuldige ich mich in aller Form. Es tut mir leid, wenn ich Menschen aufgebracht und Nerven strapaziert habe.

Allen anderen von Herzen vielen lieben Dank für das entgegengebrachte Mitgefühl.

C.
 
Zuletzt bearbeitet:

Muir

Aktives Mitglied
Hallo,

Lorazepam ist bestimmt hin und wieder
hilfreich. Kann das verstehen.

Doch bitte nicht als Dauermedikation
verwenden. Es macht auf Dauer süchtig
und der Entzug soll schmerzlich und schlimm
sein. Aber ich denke das ist dir bekannt.
Wollte es nur noch einmal anmerken,
war mir wichtig.

Ich gebe nie Vorschläge was Medikamente
angeht, doch spreche mal mit deinem
Arzt über Mirtazapin. Es ist auch ein AD,
macht Apettit und ist schlafanstossend.
Nur mal so von mir angedacht.
Falls es für dich nicht in Frage kommen
sollte, Vorschlag einfach verwerfen.

Was du aber vielleicht machen solltest,
suche dir eine Trauergruppe. Gibt es
glaube ich in jedem größeren Ort.
Dort könntest du mit anderen sprechen
und trauern. Denn die Hinterbliebenen
wissen genau wie du dich fühlst und
anders herum.

Viele Grüße nochmals und alles Gute.
Muir
 

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