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Totale Verzweiflung

momo_lonely

Mitglied
Hallo Zusammen,

ich habe ein riesiges Problem.
Studiere im 3. Semester Soziale Arbeit. Dachte immer, das wäre total meine Leidenschaft. Jetzt bin ich aber einfach nur noch unglücklich. Ich habe zwar alle Klausuren mit 1,0 und 1,3 bestanden, aber ich bin einfach extrem unterfordert. Alle Kommilitonen heulen rum, weil sie es ja sooo schwierig und anstrengend finden und ich verstehe es einfach nicht.

Am Anfang dachte ich, man kann die Welt ein wenig besser machen als Sozialarbeiter. Habe diese Illusion aber mittlerweile verloren. Letztendlich kann man nur wenigen helfen, weil die Rahmenbedingungen für diese Arbeit so bescheiden sind und sie immer wieder in dasselbe System zurückkommen, das die Probleme aufrechterhält.

Ich arbeite seit 1,5 Jahren ehrenamtlich in dem Bereich und am Anfang fand ich es wirklich super. Mittlerweile kotzt es mich nur noch an. Ich habe einfach keine Lust mehr, mich um die Probleme anderer zu kümmern, mit ihnen Einkaufen zu gehen und für sie zu Ämtern zu latschen. Früher war ich extrem empathisch und habe niemanden verurteilt, mittlerweile schaffe ich es nicht mehr, auch nur die geringste Wertschätzung für meine Klienten aufzubringen. Deshalb will ich es auch nicht mehr machen, weil niemand so eine Sozialarbeiterin braucht.

Meine Eltern machen mich völlig fertig deshalb. Sie sagen, ich bekomme nie etwas fertig. Ich kann mir aus finanziellen Gründen (kein BAföG, nur Nebenjob) keine eigene Wohnung leisten und muss mir so die Vorwürfe, wie sch**ße ich doch sei, täglich anhören. Sie sagen immer, sie haben in meinem Alter schon 5 Jahre gearbeitet und ich kriege immer noch nichts auf die Reihe.

Ich habe auch versucht, mir das langweilige Studium durch mehr Jobben und eine Fremdsprache lernen etwas zu verbessern, aber damit bin ich auf lange Sicht nicht glücklich.

Ich ärgere mich einfach so sehr. Mit meinem Abi von 1,2 hätte ich auch Arzt oder Anwalt werden können, aber nein, ich bin so dämlich und suche mir den niedrigstbezahlten akademischen Beruf aus.

Mittlerweile habe ich Suizidgedanken, weil ich einfach keine Lust mehr auf das alles habe. Am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen und etwas anderes studieren.

Bei der Studienberatung war ich schon. Sie meinte, ich soll eine Geisteswissenschaft oder Psychologie studieren. Beides gefällt mir aber nicht wirklich gut, bei ner Geisteswissenschaft bin ich hinterher arbeitslos, bei Psychologie muss ich mich wieder mit Menschen (und oft auch ihren Problemen) beschäftigen. Ich möchte lieber etwas Naturwissenschaftliches machen, ohne großen Kontakt zu Menschen.

Was soll ich nun tun? Abbrechen? Zweitstudium? Ausbildung?

Vielleicht hat jemand irgendeinen Tipp. Und ja, ich weiß, dass ich das ja alles vorher wusste bzgl. des Gehalts und den Aufgaben, deshalb bitte keine Vorwürfe, die kriege ich schon von meinen Eltern genug.
 
Warum bewirbst Du Dich nicht um ein duales Studium, beispielsweise in BWL?

Dann verdienst Du auch gleich noch Geld damit.
 
Hallo,

bitte studiere etwas, womit du dein eigenes Geld verdienst. Es nützt nichts, wenn du nach dem Studium direkt in die Langzeitarbeitslosigkeit rutschst und von Sozialhilfe leben musst.

Danke.

Liebe Grüße und alles Gute,
SFX

PS: Wie wäre es mit einer soliden Ausbildung?
 
Hallo,

bitte studiere etwas, womit du dein eigenes Geld verdienst. Es nützt nichts, wenn du nach dem Studium direkt in die Langzeitarbeitslosigkeit rutschst und von Sozialhilfe leben musst.

Danke.

Liebe Grüße und alles Gute,
SFX

PS: Wie wäre es mit einer soliden Ausbildung?

Das habe ich ja vor. Nur ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll. Meine Eltern drängen mich dazu, noch meinen Bachelor zu machen. Ich würde mich ja auch da durchquälen nur 1. Will ich den Beruf ja mit Sicherheit nicht mehr machen und 2. Ist es auch nicht gerade einfach, ein Zweitstudium zu bekommen, zumindest in zulassungsbeschränkten Fächern.

Ich hatte mich parallel zum Studium für eine Ausbildung beworben und wurde überall abgelehnt, weil ich zu überqualifiziert sei und es mich unterfordern würde. Das Studium unterfordert mich ja jetzt auch schon, obwohl es ja angeblich so schwer sei. Ein 1er Abiturient sehen die meisten halt auch im Medizin-, Jura- oder Psychologiestudium, nicht in einer Ausbildung.
 
Warum bewirbst Du Dich nicht um ein duales Studium, beispielsweise in BWL?

Dann verdienst Du auch gleich noch Geld damit.

Das wollte ich zuerst machen, aber ich habe nur Schlechtes gehört, dass man gar keine Zeit hätte, für Prüfungen zu lernen und von seinem Arbeitgeber als billiger Azubi total ausgebeutet wird. Das hat mich ziemlich abgeschreckt, ich will ja nicht direkt wieder scheitern.
 
Das wollte ich zuerst machen, aber ich habe nur Schlechtes gehört, dass man gar keine Zeit hätte, für Prüfungen zu lernen und von seinem Arbeitgeber als billiger Azubi total ausgebeutet wird. Das hat mich ziemlich abgeschreckt, ich will ja nicht direkt wieder scheitern.
Ich kenne einige, die das machen und die sind sehr zufrieden damit.

Du arbeitest und studierst ja blockweise, so dass genügend Zeit zum Lernen bleibt und Du brauchst keinen Nebenjob, der ja auch Zeit wegnimmt.

Und hast eine gute Chance dann auch gleich einen Arbeitsplatz nach dem Studium zu erhalten.
 
Ich kenne einige, die das machen und die sind sehr zufrieden damit.

Du arbeitest und studierst ja blockweise, so dass genügend Zeit zum Lernen bleibt und Du brauchst keinen Nebenjob, der ja auch Zeit wegnimmt.

Und hast eine gute Chance dann auch gleich einen Arbeitsplatz nach dem Studium zu erhalten.

Nimmt mich denn dann überhaupt noch jemand, wenn ich ein abgeschlossenes Studium habe? Ich denke mir immer, dass die sich an den Kopf fassen und sagen "Was will die dumme Sozialf***e denn bei uns? Die kann doch nix ausser mit Kindern basteln". Ich habe so das Gefühl, dass das einen wahnsinnig negativen Eindruck hinterlässt.
 
Nimmt mich denn dann überhaupt noch jemand, wenn ich ein abgeschlossenes Studium habe? Ich denke mir immer, dass die sich an den Kopf fassen und sagen "Was will die dumme Sozialf***e denn bei uns? Die kann doch nix ausser mit Kindern basteln". Ich habe so das Gefühl, dass das einen wahnsinnig negativen Eindruck hinterlässt.
Versuchen kannst Du es ja. Was hast Du zu verlieren?
 
Ich möchte lieber etwas Naturwissenschaftliches machen, ohne großen Kontakt zu Menschen.

Was soll ich nun tun? Abbrechen? Zweitstudium? Ausbildung?

Vielleicht hat jemand irgendeinen Tipp. Und ja, ich weiß, dass ich das ja alles vorher wusste bzgl. des Gehalts und den Aufgaben, deshalb bitte keine Vorwürfe, die kriege ich schon von meinen Eltern genug.

Hallo,
schade, daß Deine Eltern kein Verständnis für Dich haben und Dich nicht unterstützen.
Sehr schade ist das.

Naturwissenschaftliches zu studieren finde ich gut. Geht es Dir dabei um Natur oder eher darum, weniger
Kontakt mit Menschen zu haben? Was genau fasziniert Dich an Naturwissenschaften.

Beende Dein jetziges Studium. Es macht absolut keinen Sinn, daß Du weiterhin in diesem Studienbereich
bleibst, der Dir gar keinen Spass mehr macht.

alles Liebe
flower55
 

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