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tod zum 4.

J

Jessi

Gast
ja, und zum 4. mal in meinem eigentlich noch recht kurzem leben ist jemand, der mir sehr sehr nahe stand, gestorben. und zu hören, so ist es nunmal, menschen sterben, dass ist der lauf des lebens, tröstet mich nicht. ich zerbreche an meinen gefühlen, ich zerbreche an dem leid um mich herum. wenn es wenigstens nur ein einziges mal ein ganz stink normaler tod gewesen wäre, nichts unverhofftes, sondern altersbedingt oder ähnliches, sodass ich nur einmal das gefühl hätte, meine familie wäre nicht verflucht.
und meine gedanken holen mich ein, meine gefühle von damals, die ich so gekonnt weggeschoben habe, sind präsenter als je zuvor.
ich schlafe nicht viel, habe mittlerweile angst vorm einschlafen, weil ich nur schlechte träume habe, furchtbare träume aus vergangenen zeiten. ich möchte endlich vergessen können. aber kaum vergessen steht der tod wieder unmittelbar vor mir und alles geht von vorne los.

sorry, dass ich so rumheule, aber es sind meine größten ängste, dass die menschen um mich rum sterben. und immer wieder tritt es ein. kaum erholt, stirbt der nächste.

mein therapeut sagt, dass ich niemals eine normale beziehung führen kann, eine normale freundschaft haben kann, ich niemals familie haben kann, wenn ich meine angst nicht in den griff bekomme. aber wie geht man denn mit tod um? was kann ich machen, damit es aufhört, weh zu tun, damit es aufhört, angst vorm nächsten mal zu haben, ich weiss es nicht!!!

aber immer wieder zu spüren und zu sehen, wie sehr man leidet, vor allem zu sehen, wie sehr die menschen, die noch enger verbunden waren als ich, leiden, wie sie daran zugrunde gehen, wie das leben zur qual wird, dass alles hindert mich, aus meiner einsamkeit auszubrechen.


Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben,
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiss es wohl, dem Gleiches widerfuhr;
- Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt : den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muss man leben.

Mascha Keléko


kennt das jemand, die einsamkeit scheint einen zu erdrücken, aber man hat angst, auszubrechen, angst vor den schmerzen, die einen erwarten, wenn man zuviel nimmt und zuviel gibt?

und dennoch ist es mein größter wunsch, jemanden so nah zu sein wie einst vor langer langer zeit mal jemanden. ich bin so allein :-(

danke fürs lesen

gruss
jessi
 
Hallo Jessi!

Du fragst, wie Du mit dem Tod umgehen sollst. Dann frag doch erst mal, was der Tod denn IST.

Die Antwort: Er ist eine Illusion!!!

Du kannst Dir sicher sein, daß ich mit Dir fühle, aber wir dürfen einer Erscheinung nicht mehr Bedeutung geben, als sie verdient. Die lieben Menschen, die Du „verloren“ hast; sie schauen auf Dich, jetzt, in diesem Moment, und sind traurig, weil DU traurig bist. Sie würden Dir so gern sagen, daß sie NICHT TOT sind, sondern glücklich. Sie wünschen sich, daß Du das doch verstehen sollst! Ein Mensch kann niemals sterben, nur seinen Körper verlassen, den er für DIESES Leben gewählt hat. Es gibt keinen Grund, zu verzweifeln. Wen Du liebst, den kannst Du in Ewigkeit lieben, denn er wird IMMER SEIN!

Bitte informier Dich unter www.jenseits-de.com/g/index.htm

Liebe Grüße

Marcus
 
der Tod an sich kann eine Befreiung sein, gerade wenn die Menschen sehr gelitten haben. Und auch wenn danach nichts ist, ist das manchmal besser als das komische Leben was wir haben.

Durch die Angst wirst du keinen Tod verhindern können. Ja ich bin sogar der ( äußerst seltsamen) Ansicht, dass es ziemlich gefährlich ist zu oft an den Tod zu denken, Angst zu haben vor dem Tod von anderen. Vorstellungen können Wirklichkeit werden, wenn man zu häufig dran denkt, ist meine Meinung.

Wie sind sie gestorben?

Du schreibst du denkst deine Familie ist verflucht. auch wenn es nichts ändert, ist es vielleicht ein Gendefekt den ihr mit euch rumschleppt, nicht unbedingt ein Fluch.

Und um richtig zynisch zu werden: man kann das ganze auch als Geschenk sehen. Die meisten Menschen sind nicht so mit dem Tod konfrontiert, dadurch ist ihnen die eigene Sterblichkeit nicht so präsent, was dazu führt das man sein Leben mit Nichtigkeiten anfüllt, statt die kurze Zeit zu nutzen. Du hast jetzt das Wissen um die Endlichkeit also nutze dein Leben so gut wie's geht.

Nimm dir Zeit für's Trauern, zerbrich dran, du bist niemand das "Funktionieren" schuldig. Ich habe bestimmt mind. 3-4 Jahre gebraucht nach dem Tod des Schwesterherz. Und ich fühl mich jetzt 11 Jahre später immer noch total verlassen, ich denke das geht nicht mehr weg.
Kann mir nicht vorstellen wie man in absehbarer Zeit vier Tode von Nahestehenden verkraften soll.

Wer war es?

Sprich mit jemand drüber. Wie du es erlebt hast, die Sterbezeit, auf welche Art und wo sie dir fehlen. Weine, weine und weine, weine so oft wie du kannst, viel mehr kann man nicht machen.

Glaubst du an ein Leben danach?

mit lieben Grüßen,
vom MAx
 
hallo zusammen,

danke erstmal für die antworten. warum ich denke, ein fluch liegt auf meiner familie? weil immer wieder jemand stirbt, ohne daß krankheit oder ähnliches da ist (daher auch kein gendefekt oder so).
erstmal muß ich dazu sagen, daß ich lange zeit mit meiner ganzen familie (großeltern, urgroßeltern, tanten etc), auf einem grundstück gelebt habe, daher ist die bindung zu meiner familie dementsprechend (auch wenn ich das familienleben nicht mehr so auslebe, mich zurückziehe, ist die innere bindung für mich einfach da, ich kann sie nicht brechen).
angefangen hat alles, als mein bruder gestorben ist, ich war gerade elf. ja, es ist vielleicht bereits 14 jahre her, aber er war mein ein und alles, er war mehr als nur mein bruder (wenn ich nachts nicht schlafen konnte, bin ich zu ihm ins bett gekrabbelt). er war mein leben. er hatte einen arbeitsunfall und plötzlich war er weg.
kaum erholt verschwand mein cousin spurlos, bis heute. lebenszeichen gibt es nicht.
ein 3-4 jahre später ist meine tante die treppe runtergefallen - genickbruch. und wieder das leid um mich herum, ich ertrage die trauer um mich rum nicht.
und jetzt ist meine oma (sie war noch nicht so alt, sie war auch noch richtig fit, nicht oma, so wie man sie kennt, sondern absolut vital und kein anzeichen von alt) von der leiter gefallen. kam mit ein paar prellungen etc. ins krankenhaus. nach einer woche hat man sie ins künstliche koma gelegt, jetzt ist sie tot. und mein großvater leidet, er bricht in sich zusammen.

und ich? ich bin leer, in mir nur noch kälte. ich kann nicht weinen, ich kann irgendwie nur hassen, hassen, daß meiner mutter, die in ihrem leben bereits sohn, schwester und jetzt die mutter zu grabe tragen darf, so ein leid zugefügt wird.

ob ich an ein leben danach glaube? nein, daß tue ich nicht. ich bin weder gläubig, noch kann ich mir vorstellen, daß nach dem tod irgendetwas sein wird. ich würde gern daran glauben, aber ich will mich nicht selbst belügen, nur damit ich ein funken hoffnung in mir habe, daß ich sie alle wiedersehe, oder so.

@marcus: sorry, aber da sieht mich keiner, wie ich traurig bin und ist dann selbst traurig, schön, daß du diesen glauben vielleicht hast, aber für mich ist nach dem tod nur noch leere und schwarz da. ich denke auch, daß ein mensch nicht so etwas wie eine seele besitzt. vielleicht bin ich in meinem denken etwas beschränkt, aber ich kann es mir beim besten willen nicht vorstellen.
 
schau mal bei "meine Seele,meine Liebe, mein Leben" ist ein Beitrag von Tori der mir in die Ansicht, dass es kein Leben nach dem tod gibt, ziemliche Zweifel gesät hat. Und Tori passt nicht auch in meine Spinner-kategorie.

Es gibt sogar eine "wissenschaftliche" vermutung das ein Leben danach gibt. Von wegen String-theorie, und wir verschiedene Menschen sind einfach eine bestimmte Kombination von Schwingungsmustern in den Strings, die zufällig mal wieder neu Materie entstehen lassen ( wiedergeburt) bzw. sich wie alle Schwingungen maybe an "umgebende" Strings weitergeben, somit das charakteristische Schwingungsmuster erhalten bleibt,auch wenn es nicht mehr Materie werden kann. Jeder Physiker wird mir jetzt wahrscheinlich Vorträge über Vorträge halten. Ich neige jedoch zur Ansicht das es alles gibt was Mensch sich vorstellen kann.

Was war das für ein Arbeitsunfall?

Dein cousin muss ja nicht tod sein, gibt tausend andere Möglichkeiten, vielleicht Fremdenlegion oder irgendsowas total abwegiges.

Die Tante mit dem Genickbruch, das war die Mutter deines Cousin?

Hat deine Oma noch gelitten oder wars ein Einschlafen in's Koma?

Das wird für deinen Großvater noch richtig hart werden, nach so langer Zeit zusammen sind gerade Männer alleine sehr verloren.
Wenn du nicht gläubig bist hat niemand euch Leid zugefügt, sondern es ist einfach geschehen, was zugegeben viel gruseliger ist, so hats ja gar keinen Sinn.
Zum thema Fluch oder Zufall: schon mal den Film "Magnolia" gesehn?

Du musst weinen!

mit lieben Grüßen vom Max
 
hallo max,

so hat jeder seine einstellung zum leben, bzw. zum tod. ein leben nach dem tod, oder auch kein leben danach, es ist alles ein ungewisses, die wissenschaftlichen erkenntnisse, die es bis heute gibt, können ebenfalls mit den hormonellen ausgüssen des körpers im sterbeeintritt zusammen hängen, wer weiß das schon, es kann keiner wissen. ich für mich kann nur sagen, daß es definitiv gesünder ist für mich, nicht daran zu glauben, die sehnsucht nach dem ende, die sowieso bereits in mir ist, würde nur noch stärker werden, ich denke, für mich ist es besser, nicht daran zu glauben. ich kämpfe tagtäglich gegen diesen sterbewunsch an, immer mit dem bewußtsein: jessi - danach ist nichts mehr also warte und überlege, ob es wirklich das ist, was du willst. weißt du, was ich meine?

ist es wichtig, was das für ein unfall war? er ist tot und daran läßt sich nichts mehr ändern. aber wenns rein ums interesse geht: er ist erstickt! einen qualvollen tod gestorben, den sich keiner vorstellen kann, außer man erlebt ihn selbst.
mein cousin, ja, stimmt, er muss nicht tot sein, aber wer weiß daß schon, er ist weg, somit ist es kein großer unterschied. letztendlich wird er wie ein toter behandelt.

nein, es war eine andere tante von mir, die die treppe runter gefallen ist.

hm, das mit dem leiden bei meiner oma, wer weiß daß schon. anfangs hatte sie "nur" ein paar prellungen, auf einmal bekam sie atemprobleme, woher weiß keiner, daß herz hat sich vergrößert. dann wurde sie ins koma gelegt. nach und nach versagten ihre nieren und ihre darmfunktion, bis das wasser bis zum herzen gewandert ist und aufgehört hat zu schlagen. sie ist aufgegangen wie ein michelinmännchen in den letzten tagen, war nicht mehr zu erkennen. ob sie gelitten hat? ob sie etwas gemerkt hat? man glaubt nicht, aber wer weiß das schon. fragen kann man sie leider nicht mehr.

ich habe "magnolia" nicht wirklich bewußt gesehen, ich habe es versucht, aber ich bin so oft gedanklich abgewichen, daß ich ihn mir nicht zu ende angeschaut habe, vielleicht sollte ich das nochmal nachholen.

trauern, ich kanns nicht mehr. es ist alles wie in einem schlechten film. als die nachricht kam, hat sich mein herz verselbstständigt, es ist nicht mehr in mir drin, mein körper funktioniert, aber jegliches gefühl wurde abgestellt. nur der schmerz, andere so am boden zu sehen, den spür ich in einer reinheit, die kaum auszuhalten ist. ich habe daß gefühl, als sehe ich einen film, es ist irgendwie alles wie... hm, ich kanns nicht beschreiben, aber als ob ich als aktiver zuschauer dabei bin, ich würde so gern einen knopf drücken und die handlung verändern, weißt du, was ich meine? es ist so schwer zu erklären, es ist nicht mein leben, was ich gerade lebe, jeweils möchte ich nicht, daß es meins ist, wenn es sich immer und immer wieder so fortführen wird.

wenn ich schlafe träum ich viel, ich sehe mich wieder als kind, ich saß immer auf dem stuhl, während andere schweigend um mich rum saßen. ich träume von dem unfall meines bruders, wie er gewesen sein könnte, ich träume von dem tag, als die polizei vor unserer tür stand, ich sehe meine mutter, wie sie verrückt wird, wie sie schreiend auf dem boden sitzt. ich sehe sie, wie sie tagelang apathisch auf dem stuhl sitzt, zugeballert mit medikamenten, sodass sie nicht mehr ansprechbar war, und ich sehe mich, hilflos danebenstehen, die nicht in der lage war, den trost zu spenden, den sie gebraucht hätte.
der tod meines bruders liegt soviele jahre zurück, warum muss das immer wieder hochkommen. ich versteh das nicht
 
Liebe Jessi!

Vor einigen Jahren ist ein Freund von mir von einem Auto überfahren worden. Damals dachte ich auch, es gäbe ihn nicht mehr, aus und vorbei, nur noch Erinnerung.

Ich möchte Dir hier keinen blinden Glauben vermitteln, sondern meine eigene Erfahrung mit dem „Tod“ mitteilen; dazu bin ich hier.

Ich hatte Gelegenheit, einen Blick ins Jenseits zu werfen, das ist mein voller Ernst, und ich hab meinen Freund gesehen.
Seit dem weiß ich, daß er eben NICHT tot ist.

Du möchtest Deine Trauer bewältigen? Dazu gehört natürlich Weinen, wütend sein, verzweifelt sein, aber auch Wissen, was Leben und was Tod ist.

Leider kann ich nicht mehr für Dich tun, als Dir mein tiefes Mitgefühl zu versichern, und zu versuchen, Dein Interesse zu wecken, um die Dinge verstehen zu können, damit Du mit solchen Problemen klar kommst und bald wieder lachen kannst.

Ich möchte Dir nur anbieten, da zu sein, wenn Deine Augen wieder sehen wollen und können.

Ich weiß, daß Du Deinen Bruder wieder in die Arme nehmen wirst, kann Dich aber leider nicht dazu bewegen, Dich darauf zu freuen.

Es tut mir leid!

Marcus
 
Hi Jessi,

ich glaub ich weiß sehr gut was du meinst, ich hatte auch schon ein seil von ausreichender Länge ( über 5m), damit es mir das Genick bricht, rumliegen. Vor Ersticken hab ich auch Angst wie vor kaum einer andern Art zu sterben. Aber dass es das dann war, hat mich denk ich auch zurückgehalten, mit dem Gedanken an ein danach stirbts sich sicher erheblich leichter.

Ich hab Ersticken mehrmals bei meiner Schwester mitgekriegt, finde es ganz schön herb so eine Art und Weise des Sterbens auf die Menschheit loszulassen, würde es einen Gott geben, müsste man allein deswegen schon Satanist werden.

Es ist nicht wichtig was es für ein Tod war, aber das drüber reden tut dir vielleicht gut. Wieviel älter war er? Es würde mich ehrlich gesagt auch interessieren wie’s passiert ist.

Hab jetzt auch ein geniales kleines Brüderchen( 16 Jahre jünger) was mich über alle Maßen verehrt, bin so ein bißßel der Vater-ersatz.

Belastet das eher, die Ungewissheit über den Verbleib deines Cousins, oder ist es ok sich noch Hoffnung machen zu können? Wie alt war er als er verschwand?

Nein das mit dem Koma kann man nicht 100%ig wissen, aber man kann ja im I-net in Geschichten von Aufgewachten stöbern, um eine Vorstellung zu bekommen. Ich glaube der Geist kann ohne äußere Einflüsse erheblich besser Schmerzen abzuschirmen als im wachen ablenkbaren Zustand, wo das ja auch gut funktioniert.
Wenn eine Oma auf eine Leiter steigt muss sie ja noch ziemlich fit gewesen sein. Ist die Frage ob sie es nicht sehr anstrengend gefunden hätte, richtig krass zu altern und dann jahrelang alle möglichen schmerzen zu haben. Ist halt richtig schlimm für den Opa.

Umschalten können wäre echt nett. Die Situation so passiv zu erleben, kann ich mich nicht dran erinnern, ich weiß dass ich damals mit 11 Jahren ziemlich seltsam reagiert hatte. Teilweise heulkrämpfe, teilweise mit eine total neutralen Laune den unbekanntesten Leuten darüber erzählen, so das die Leute mich schon anschauten als wäre ich gefühlskalt, ich mich auch.

Ich erinnere mich seit Ewigkeiten zum Glück nicht an meine Träume, und wenn’s mal zufällig geschieht sind sie so surreal das man keine wirkliche Handlung, nur Bruchstücke sehen kann. Ich erinner mich jetzt Jahre später immer noch an die Situationen die dem Tod des Schwesterherz voran und hinterher gingen. Wie ich mich von ihr verabschieden sollte (ich hab das gar nicht begriffen, dachte sie kommt wie üblich für 1-2 Wochen ins Krankenhaus), und wie mein Vater zurückkam, meine Mutter ist auch erstmal zusammengebrochen, hat sich dann aber, aus Pflichtgefühl gegenüber ihren beiden andern Kindern relativ schnell gefangen. Ist aber heutzutage nicht drüber weg, verweigert mir die Herausgabe von Videos meiner Schwester, wird mieslaunig wenn ich das Thema anschneide, spricht sonst nie drüber, geht nicht auf den Friedhof. Und ich sehe immer die Augen meines Vaters, er musste die Entscheidung fällen die Wiederbelebung sein zu lassen, die waren in einer unglaublichen Art und Weise tot, wie schon nicht mehr von dieser Welt. Wie als hätte jemand ihm einen Blick in die Hölle gegönnt und ein Teil von ihm ist dageblieben.
Naja und mir passierts immer noch in größeren Abständen das ich irgendwo sitze und plötzlich durch einen Erinnerungsblitz wieder heulen muss. In vorlesungen und so was, das ist ganz schön anstrengend. Mitleid will ich dann auch nicht, schon gar nicht mitleidige Blicke, einfach in Ruhe mal heulen können.

Wie willst du Trost schenken können, bei einer Sache wo es keinen Trost gibt. Das können (wir) kinderlose gar nicht nachvollziehen wie krass es sein muss sein eigenes Kind zu Grabe zu tragen. Da kannst du nicht Trost schenken, mach dir nicht unnütze Vorwürfe.

Du stehst denk ich noch unter Schock, daher deine Probleme mit der Trauer, das sollte hoffentlich mal vergehen, wünsch dir da nur das Beste.
Dein Herz ist nicht draussen, es schreit in einer unglaublichen Lautstärke, dein Kopf hört bloß erstmal nicht hin, damit er nicht taub wird.

Mit lieben Grüßen vom Max
 
hallo nochmal,

tut mir leid, daß ich mich nicht gemeldet habe, aber die letzten tage waren wirklich sehr hart für mich und wenn ich ein paar minuten mal alleine war, war mir nicht nach i-net.

nun zu deinem post:

hm, mein bruder war 10 jahre älter als ich, also eigentlich bereits ein erwachsener mann. er ist in ein silo gefallen und wurde dort zugeschüttet. die reaktion, die du bei deiner schwester hattest, kenn ich auch aus meiner kinderzeit. ich konnte ebenfalls darüber reden, ohne auch nur mit der wimper zu zucken.
ich kann mich ebenfalls an die zeit nach dem tod meines bruders erinnern, ich sehe meine mutter förmlich vor mir, wie sie apathisch vor mir sitzt, ich mit ihr rede, sie mich aber nicht hört. wie ich nach 2-3 monaten das erste mal wieder musik gemacht habe (ich habe ein instrument gespielt) und meine mutter wutentbrannt ins zimmer gestürmt kam, mich angeschrien hat und total ausgerastet ist, weil sie nichts hören wollte. ich weiss soviele momente, wie sie in ihrer phase meinen vater dafür verantwortlich gemacht hat (obwohl er ja überhaupt nix damit zu tun hatte), wie wir alle schuld waren.
ja, irgendwie will es nicht aus meinem kopf. aber naja, damit hab ich gelernt umzugehen, wenn ich aber nachts davon träume, dann wird es unerträglich und je mehr menschen sterben, desto mehr schreckliche träume habe ich.

ja, und die letzten zwei tage habe ich das leid um mich herum förmlich aufgesogen wie ein schwamm das wasser. ich schaffe einfach nicht, mich abzugrenzen, ich spüre meinen eigenen schmerz, aber viel mehr noch derer, die ich liebe, ich will helfen, fühle mich aber so hilflos. nicht helfen zu können ist grausam. am liebsten würde ich immer schreiend weglaufen, aber ich bleibe stehen, es ist meine pflicht, die stärke zu geben, die ich habe, und wenn es nur "zur hand gehen" ist, z.b. gestern auf der trauerfeier für ordung zu sorgen, auch danach nicht gleich abzuhaun sodern meiner mutter etwas ruhe zu gönnen und die dinge für sie erledigen. aber es ist so schwierig. ich weiss nicht, wie lange ich das so kann.

gruss
jessi
 
Hallo Jessi,

Ich glaube dir dass du daran verzweifelst dass Menschen die du liebst um dich herum sterben. Ich habe mehrere Jahre Therapie gebraucht um über den Tod hinweg zu kommen. Aber die Therapie war es nicht die mir geholfen hat. Das was mir geholfen hat war mich mit den Tod zu beschäftigen. Mehr über sterbende zu erfahren und auch über das was danach kommt.

Nun wird das für dich alles nur eine frage des glaubens sein aber ich halte Marcus idee für keine schlechte, dass du dich vielleicht mal auf der Site informierst die er angegeben hat. Dort gibt es eine menge Menschen die sich mit dem Tod beschäftigen. Lese dich ein wenig dort ein, stelle fragen, je mehr du dass thema Tod an dich ran lässt umso mehr lässt der Schmerz nach. Bei mir war es so jedenfalls...

Ich wünsche dir alles gute,
Tori
 

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