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Tipps für Gehaltsverhandlung

zahnfee97

Mitglied
Hallo liebes Forum, ich brauche mal eure Erfahrungswerte/ Tipps zu Gehaltsverhandlungen, da ich so etwas noch nie gemacht habe.
Ausgangssituation ist Folgende: ich habe mein Zahnmedizinstudium letztes Jahr abgeschlossen und arbeite jetzt seit knapp 1 Jahr als Assistenzzahnärztin (gibt aber kaum Unterschiede zur Arbeit eines normalen Zahnarztes). Der Vertrag ist zunächst auf die insgesamt 2-jährige Assi- Zeit begrenzt. Ich bin mit meiner Praxis (mittelgroß) in den meisten Bereichen sehr zufrieden, bis auf das Gehalt.
Es gibt ja so ein paar Vergleichswerte im Internet, da liege ich am unteren Rand. Durch Umsatzbeteiligung kommt zwar noch was oben drauf, aber 1. ist das von Monat zu Monat sehr unterschiedlich und sehr abhängig von meinem Glück welche Patienten/ Arbeiten ich bekomme und 2. sobald ich länger Urlaub habe oder krank bin und es nicht schaffe eine gewisse Schwelle zu überschreiten, dann bekomme ich letztlich nur mein vergleichsweises recht niedriges Grundgehalt. Über alles oberhalb des Grundgehaltes kann ich mich also zwar freuen, aber eben nie fest damit rechnen. Zudem weiß ich aus sehr vertrauensvoller Quelle, dass ich gerade mal genauso viel bekomme, wie eine unserer Prophylaxehelferinnen (wofür hab ich bitte studiert und die ganze Verantwortung?!)
Auch im Zuge der Inflation ist mein Gehalt bisher gleich geblieben, obwohl mein Chef sogar die Preise für Füllungen ect erhöht hat.
Mein Chef führt regelmäßig Mitarbeitergespräche (beiderseitige Rückmeldung wie es so läuft). In meinem nächsten Gespräch möchte ich nun gerne mein Gehalt nachverhandeln.
Nun ist da das Problem, dass mein Chef leider recht knauserig ist was Geld angeht. Ich weiß von Helferinnen in der Praxis, die seit sehr vielen Jahren trotz nachfragen keine Gehaltserhöhung bekommen haben, eine musste neulich fast 2h mit ihm diskutieren, um zumindest etwas mehr zu bekommen, unsere Azubis können sich kaum ein WG Zimmer oder den Führerschein leisten.
Mit anderen Worten: ich brauche WIRKLICH gute Argumente und das fällt mir sehr schwer. Ich bin gut eingearbeitet, kenne die Abläufe, kann größtenteils selbstständig arbeiten, verstehe mich gut mit dem Team und meine Patienten sind bisher auch zufrieden mit mir, aber nichts davon ist irgendwie überdurchschnittlich. Normal eben für meine Position/ Erfahrung. Er muss mich auch im Grunde nicht lange an die Praxis binden, da er von Anfang wusste, dass ich nach 2-3 Jahren auf Grund meines Partners sowieso umziehen bzw die Praxis wechseln werde. Ersatz für mich würde er auch sehr leicht finden (deutlich einfacher als neue HelferInnen). Mit anderen Worten: er ist nicht auf mich angewiesen.
Außerdem arbeite ich teils relativ eng mit ihm zusammen (bin ja immer noch dabei zu lernen) und möchte mein gutes Verhältnis zu ihm nicht gefährden, da ich auf seine Hilfe doch recht angewiesen bin. Also ich möchte auch nicht unbedingt damit drohen zu kündigen, wenn ich nicht mehr kriege o.ä.

Wie geht ihr so eine Verhandlung an? Einfach ganz klar sagen „Chef ich möchte mehr Gehalt“, oder wie? Ich möchte auch nicht um den heißen Brei herumreden. Welche Argumente könnte ich bringen?

Viele Dank schon mal für eure Hilfe!
 
Kann es sein, dass du weiblich bist? Leider scheint es (eher) ein weibliches Problem zu sein, kleines Gehalt zu akzeptieren. Einfach mal als Referenz: 2020 verdiente ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin ohne Erfahrung etwa 50.000€ brutto p.a. Solltest du als Assistentärztin darunter sein, wurdest du wohl übers Ohr gehauen.

Ich würde sämtliche Tätigkeiten wie hier betonen und Summe X vorschlagen. Kennst du Madam Moneypenny? Sie hat gute Youtube Videos zu dieser Thematik, speziell auf das weibliches Publikum zugeschnitten. Martin Wehrle bietet auch gute Information wie ein solches Gespräch ablaufen kann/soll. Je öfter man solche Verhandlungen führt, desto professioneller tritts du auch auf. Ich drück die Daumen!
 
@Corona ist nicht nur ein Bier Ich bin weiblich, ja. Mit mir arbeitet aber noch ein männlicher Assistenzzahnarzt dort, der das gleiche bekommt wie ich (und genauso unzufrieden ist). Das hat hier also weniger mit dem Geschlecht zutun 🙂.
Dass ich zu wenig bekomme weiß ich, deine 50000 sind aber etwas sehr hoch gegriffen. Schau dir bitte im Internet mal die Durchschnittsgehälter für Assistenzzahnärzte an (normale Ärzte sind wieder was anderes). Ich bin ja noch nicht fertig ausgebildet. Und ich weiß auch was ehemalige Kommilitonen von mir verdienen, die sind auf jeden Fall höher als ich, aber auch laaaange nicht bei deiner Vorstellung.

Es kam übrigens damals dazu, weil ich relativ schnell vom anderen Ende Deutschlands aus einen Job suchen musste und froh war, überhaupt einen zu bekommen, zumal die Praxis ein Tipp eines Bekannten war und sonst sehr Referenzen hatte (was ja ansonsten auch stimmt).

Auf jeden Fall vielen Dank für den Tipp mit dem YouTube Kanal. Das werde ich mir mal anschauen!
 
@Corona ist nicht nur ein Bier Ich bin weiblich, ja. Mit mir arbeitet aber noch ein männlicher Assistenzzahnarzt dort, der das gleiche bekommt wie ich (und genauso unzufrieden ist). Das hat hier also weniger mit dem Geschlecht zutun 🙂.
Dass ich zu wenig bekomme weiß ich, deine 50000 sind aber etwas sehr hoch gegriffen. Schau dir bitte im Internet mal die Durchschnittsgehälter für Assistenzzahnärzte an (normale Ärzte sind wieder was anderes). Ich bin ja noch nicht fertig ausgebildet. Und ich weiß auch was ehemalige Kommilitonen von mir verdienen, die sind auf jeden Fall höher als ich, aber auch laaaange nicht bei deiner Vorstellung.

Es kam übrigens damals dazu, weil ich relativ schnell vom anderen Ende Deutschlands aus einen Job suchen musste und froh war, überhaupt einen zu bekommen, zumal die Praxis ein Tipp eines Bekannten war und sonst sehr Referenzen hatte (was ja ansonsten auch stimmt).

Auf jeden Fall vielen Dank für den Tipp mit dem YouTube Kanal. Das werde ich mir mal anschauen!
Kannst Du Dich auch woanders bewerben?
 
@kasiopaja das kommt für mich nicht in Frage (zumindest für die Assistenzzeit, mein Leben lang würde ich so auch nicht arbeiten wollen). Ich habe halt in vielen Bereichen großes Glück mit meiner Praxis. Super Arbeitszeiten, tolle Kollegen, gute Stimmung im Team, ich darf von Anfang an alles machen (woanders ist es üblich zb die ersten 6 Monate lang nur Kontrollen zu machen), bekomme bei Problemen oder Fragen immer direkt Hilfe und lerne unheimlich viel. Ich kann aus eigener Erfahrung und durch viele Kommilitonen sagen, dass das in vielen Praxen nicht der Fall ist.
Aber versuchen möchte ich es ja trotzdem, ist halt schade, da der Chef so viel mehr Zufriedenheit unter seinen Mitarbeitern schaffen könnte, wenn das Gehalt stimmen würde (geht uns ja allen so in der Praxis). Er vergibt sich einfach so viel durch diesen einen Punkt.
 
@kasiopaja das kommt für mich nicht in Frage (zumindest für die Assistenzzeit, mein Leben lang würde ich so auch nicht arbeiten wollen). Ich habe halt in vielen Bereichen großes Glück mit meiner Praxis. Super Arbeitszeiten, tolle Kollegen, gute Stimmung im Team, ich darf von Anfang an alles machen (woanders ist es üblich zb die ersten 6 Monate lang nur Kontrollen zu machen), bekomme bei Problemen oder Fragen immer direkt Hilfe und lerne unheimlich viel. Ich kann aus eigener Erfahrung und durch viele Kommilitonen sagen, dass das in vielen Praxen nicht der Fall ist.
Aber versuchen möchte ich es ja trotzdem, ist halt schade, da der Chef so viel mehr Zufriedenheit unter seinen Mitarbeitern schaffen könnte, wenn das Gehalt stimmen würde (geht uns ja allen so in der Praxis). Er vergibt sich einfach so viel durch diesen einen Punkt.
Dann könntest Du aufzählen, was Du alles schon selbstständig erledigst und fängst mit der Gehaltsvorstellung ziemlich oben an. Er wird auf sein Gehalt bestehen und Du auf Deines und er Dir dann etwas mehr anbieten, Du ihm etwas weniger und nach und nach trifft man sich in der Mitte und beide sind zufrieden.
Im Grunde ist es wie auf dem Bazar.
 
@kasiopaja naja, grundlegend hab ich mir das schon so gedacht. Nur hab ich das Problem, dass meine Leistungen jetzt nicht wahnsinnig Werbung für mehr Gehalt machen. Also dass ich alleine arbeiten kann ist halt absolut grundlegend und selbstverständlich. Das ist kein Argument für "ich arbeite so gut und möchte, dass das auch entlohnt wird".
Ich hatte überlegt mich mehr auf die Inflation zu beziehen und dass ich halt eine sichere, gut eingearbeitete Mitarbeiterin bin. Weiß halt nur nicht, ob das reicht 😕.
 
@kasiopaja naja, grundlegend hab ich mir das schon so gedacht. Nur hab ich das Problem, dass meine Leistungen jetzt nicht wahnsinnig Werbung für mehr Gehalt machen. Also dass ich alleine arbeiten kann ist halt absolut grundlegend und selbstverständlich. Das ist kein Argument für "ich arbeite so gut und möchte, dass das auch entlohnt wird".

Natürlich ist es das.
Ich hatte überlegt mich mehr auf die Inflation zu beziehen und dass ich halt eine sichere, gut eingearbeitete Mitarbeiterin bin. Weiß halt nur nicht, ob das reicht 😕.
Die Inflation ist kein Argument, die Leistungen schon.
 
In Deutschland verdienen Menschen mit medizinischen Studium in der Weiterausbildung weniger als 50.000 brutto im Jahr? Kein Wunder, dass manche gern mal die Schweiz liebäugeln.

Du brauchst unbedingt eine gute Referenz für dich selbst. Bewerbe dich parallel mal bei anderen Praxen und schaue so, was sind die bereit zu zahlen in deiner Region. Ich finde es gut, dass du den Punkt mit dem Gehalt anspricht. Ich bin selbst nicht lange im Berufsleben, aber habe schon wesentliches bemerkt: Gute Leistung zu erbringen, heißt nicht unbedingt, dass der Chef von sich aus auch mehr Geld bezahlen wird. So funktioniert es nicht. Du musst aktiv nach mehr Geld fragen und dies auch sehr gut begründen, warum diese Investition sich auch für das Unternehmen lohnt. Mein Mann (andere Branche) bekam nach kurzer Zeit mehr Geld als alte Kolleginnen in seinem alten Betrieb, da er a) hartnäckig war b) vollkommen überzeugend auftrat in Gesprächen. Er war nicht immer besser als die anderen, aber weißt sich wohl sehr gut zu verkaufen.
Genau das Gegenteil von mir, daher hatte ich mich zunächst für ÖD entschieden. Hier steigt das Gehalt automatisch nach einer bestimmten Zeit. Ich merke allerdings auch, dass dies nicht immer der Leistung entsprechend geschieht. Aber dafür habe ich andere Benefits.

Mach dir bewusst: Du bist keine Bittstellerin. Mit seiner Arbeitskraft trägst du zum Umsatz der Praxis auch mit (Praxen sind ja nichts anderes als Unternehmen) und kannst durchaus entsprechend dein Teil des Kuchens verlangen. Die Idee argumentativ auf die Inflation zu gehen, ist nicht schlecht. Aber dies als Hauptargument für mehr Geld zu verlangen, wird nicht ausreichend sein. Das Gespräch ist eine sehr gute Gelegenheit deine (sehr) gute Arbeit zu betonen. Wenn du bereits gut eingearbeitet bist, dann soll sich das auch finanziell widerspiegeln. Bleibe am Ball und viel Erfolg !
 
Zuletzt bearbeitet:
Das meinte ich mit woanders bewerben. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Wenn der Chef merkt, dass man weiß, dass woanders mehr zu verdienen ist und bereits ein Angebot vorliegt, wird er einknicken, wenn er mit der Leistung zufrieden ist.
 

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