Da gehst du von dir selber aus. Du spekulierst darüber was du tun würdest, wenn...
Was würde es dir bringen am Tag 300 Zuschriften von Frauen zu erhalten, die dir wieder optisch, noch charakterlich zusagen? Was ist daran gut?
Jedem, der auf diesen Portalen versucht fündig zu werden, sollte sich im klaren darüber sein, dass Onlinedating nur Leute versuchen, bei denen es aus verschiedensten Gründen real in einer Bar oder einem Club, über Freunde und Verwante oder bei der Arbeit nicht klappt.
Gründe können seinen: Charakter, Optik, Lebensstil, Interessen
Onlinedating ist der zweite Markt. Da ist weder mit Topmodels, noch mit charakterlichen Überfliegern zu rechnen und wenn man das für sich in Erwägung zieht, sollte man sich davon zumindest zeitweise nicht ausnehmen. Da halten sich viele auf, die entweder aufgrund ihres Äußeren ODER ihres Charakters niemanden finden und deshalb andere Wege gehen müssen, um entweder das eine, oder das andere fürs Erste verbergen zu können. (Geschönte Foto's, geschöntes Profil, auswendig gelernte Chatbotschaften, die über den Charakter und die Eloquenz des Users hinweg täuschen etc pp.)
Denn wenn es in der Realität geklappt hätte, bräuchte man die App nicht. Und wenn man selber als nicht grade erfolgreicher Datingkandidat auf diese Apps zurück greift, muss man damit rechnen, dass die anderen, die sich dort aufhalten aus dem selben Grund da sind.
Das ist ähnlich wie hier im Forum. Hier sind Menschen mit Problemen. Wenn ich mich hier anmelde kann ich nicht davon ausgehen auf Menschen zu treffen, die keine (psychischen) Probleme haben und ich die einzige hier damit wäre. Da muss ich wissen, dass ich hier auf Menschen treffen, die aus dem selben Grund hier angemeldet sind wie ich.
Das ist üblicherweise die Meinung von Blinden, wenn sie über Farbe sprechen. Lass mich mal raten: Du bist in einer langen Beziehung, vll. verheiratet? Schon Kinder?
Was genau verleiht dir die Expertise dieses Urteil über Online-Dating zu fällen? Wirst du mir jetzt erzählen, dass du "ganz viele Bekannte" hast, welche dir "ganz viel" davon erzählt haben und du "ganz klug" bist und dir das schon so alles zusammenreimen konntest?
Tut mir ehrlich leid, aber du hast wirklich wirklich keine Ahnung. Und das, was du da schriebst, ist der lupenreine Beweis dafür. Frei nach dem Motto "Wie stelle ich mir so eine App vor". Das machst du ja nicht mal schlecht, deine Gedankengänge und kausalen Zusammenhänge sind ja durchaus schlüssig und nachvollziehbar. Wenn du deiner Freundin, welche ebenfalls blind ist, etwas über deine Gedanken zur Farbenlehre erzählst, ergibt das für sie dann sicher auch sehr viel Sinn. Aber eben nur für die. Und danach könnt ihr euch dann beide, jeder für sich, insgeheim darüber freuen, dass ihr über all diesen Schmuddel-Online-Resterampe-Kram erhaben seid, weil ihr das alles schon in trockenen Tüchern habt. Ganz reizend.
Das mal einleitend. Aber gucken wir uns deinen Text mal genauer an.
Da gehst du von dir selber aus. Du spekulierst darüber was du tun würdest, wenn...
Was würde es dir bringen am Tag 300 Zuschriften von Frauen zu erhalten, die dir wieder optisch, noch charakterlich zusagen? Was ist daran gut?
Sowas nennt man Ego polieren. Gibt halt Menschen, die drauf stehen. Was daran "gut" ist, ist also nicht die Frage, sondern was der Beweggrund ist, nämlich Bestätigung.
Jedem, der auf diesen Portalen versucht fündig zu werden, sollte sich im klaren darüber sein, dass Onlinedating nur Leute versuchen, bei denen es aus verschiedensten Gründen real in einer Bar oder einem Club, über Freunde und Verwante oder bei der Arbeit nicht klappt.
In Anbetracht dessen, dass du überhaupt keine Ahnung von Online-Dating hast, oder deine Erfahrungen hierzu so alt wie der Euro sind, ist diese Aussage an arroganter Erhabenheit kaum zu überbieten. Das sage ich nicht nur für mich sondern auch stellvertretend für all diejenigen (großartigen) Menschen, welche ich dort kennengelernt habe.
Und nur, weil ich auch Menschen auf der Straße, in einer Bar, im Club oder beim Sport kennen lerne, heißt das nicht, dass ich das nicht auch bequem von der Couch um 22 Uhr tun könnte. Es geht hier um eine Ergänzung, nicht um einen verzweifelten Ersatz.
Onlinedating ist der zweite Markt. Da ist weder mit Topmodels, noch mit charakterlichen Überfliegern zu rechnen und wenn man das für sich in Erwägung zieht, sollte man sich davon zumindest zeitweise nicht ausnehmen. Da halten sich viele auf, die entweder aufgrund ihres Äußeren ODER ihres Charakters niemanden finden und deshalb andere Wege gehen müssen, um entweder das eine, oder das andere fürs Erste verbergen zu können. (Geschönte Foto's, geschöntes Profil, auswendig gelernte Chatbotschaften, die über den Charakter und die Eloquenz des Users hinweg täuschen etc pp.)
Genau das gleiche wie eben. Wirklich, wirklich unangenehm ... arrogant. Ich mag das Wort nicht besonders, kann mich der Nutzung hier aber nicht erwehren. Keine Ahnung, ob du schon entsprechendes Kontra zu deinem Beitrag bekommen hast, habe nicht alles gelesen. Aber ich kann es trotzdem nicht unkommentiert lassen.
Mich beschleicht bei all dem das Gefühl, dass du durch die Abwertung des Online-Dating (und die krasse Abwertung der Nutzer dieser) deine eigene Position zu erhöhen versucht. Nicht für alle offensichtlich sichtbar, mehr so für dich selbst. So als würdest du dir selbst nochmal klar machen müssen "ich gehöre zur A-Mannschaft. Ich habe es früh genug geschafft." Wie ein Mantra.
Aber wozu? Bist du vll. insgeheim selbst ein wenig unglücklich? Ist das Verteufeln und Diffarmieren von Tinder als "Resterampe problembehafteten Ausschusses" vielleicht ein Mittel, um sich nicht im Gedanken wiederzufinden, dass man nach einem Glas Wein vielleicht Gefallen daran findet? Wärst du nicht die Erste.
Ist natürlich alles nur Spekulation. Wird natürlich alles auf gar keinen Fall so sein. Wird deine "Empörung" darüber, sofern du hierauf überhaupt reagierst, auch ganz klip und klar unterstreichen. Bin ich mir sicher.
Denn wenn es in der Realität geklappt hätte, bräuchte man die App nicht. Und wenn man selber als nicht grade erfolgreicher Datingkandidat auf diese Apps zurück greift, muss man damit rechnen, dass die anderen, die sich dort aufhalten aus dem selben Grund da sind.
Um mich nicht zu wiederholen, münze ich dein Geschriebenes mal auf mich um:
Es klappt in der Realität. Die Beziehungen welche ich führte, stammen sowohl von Beruf, Sport als auch Bar. Trotzdem nutze ich die App. Aber ich
brauche sie
nicht. Genauso wenig wie ich ein Auto mit AppleCarplay, MatrixLED und Rückfahrkamera
brauche. Hab ich aber. Wieso? Weil es ne komfortable Ergänzung is. So wie Pommes ohne und mit Ketchup, um es etwas anschaulicher zu machen. Wieso is das so schwer zu verstehen?
Dieses neurotische Degradieren und Pathologisieren von Online-Dating ist wirklich kurzsichtig, unfair und hinterlässt von dir nicht gerade den weitsichtigsten Eindruck.
Mein Anspruch an diese App ist nicht, dass ich akribisch auf der Suche nach einer Partnerin bin. Ich bin glücklich, wie ich lebe. Ich habe keine Panik, allein zu sterben, alt zu werden, aussortiert zu sein oder sonstigen "Druck". Die Menschen mit welchen ich dort (intensiver) zutun habe, übrigens auch nicht. Wir leben einfach. Und das heißt auch nicht, dass es zwischen "Ehe" und "Rumhuren" keine Schattierungen gäbe. Ich sage das bloß präventiv, da auch diese Polarisierung ein beliebtes Gedankenmuster der tinderlosen Tinder-Experten ist.
Sollte ich früher oder später, vll morgen, vll in einem Jahr, vll in 3 Jahren, meinen Jackpot finden, ohne aktiv danach gesucht zu haben..... prima. Ich stehe dem nicht verschlossen gegenüber.
Ich habe kurz überlegt, ob das von mir Geschriebene nich vielleicht zu krass ist. Aber irgendwie finde ich, dass man durchaus das Echo verkraften können muss, wenn man undifferenziert über andere urteilt und sich dabei ganz offensichtlich noch super fancy findet.
Au Revoir.