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Therapie vorbei - und alles geht von vorne los

moin

meine therapie ist schon nach einem halben jahr vorbei, nachdem meine therapeutin meinte, ich würde ein ganz normaler mensch sein und keinerlei probleme haben bzw wäre dazu in der lage, mit Problemen umzugehen.
Es wäre nicht mehr notwendig, dass ich käme, hieß es.
Ich war eigentlich der gleichen Meinung - aber nur, weil ich diese Frau nicht leiden konnte. Ich habe sie nicht angelogen - aber was mich wirklich beschäftigt hat sie nie erfahren. Weil das, was mich beschäftigt ist in der heutigen Gesellschaft unmoralisch und auch wenn ich wusste, dass die gute Frau unter Schweigepflicht steht, hab ichs nicht geschafft, ihr das zu erzählen.

Ich vertraue so gut wie niemandem, teilweise nicht mal meinen Eltern. Ebenso hatte ich auch in der verhältnismäßíg kurzen Zeit keine Chance, der Therapeutin zu vertrauen.

Seitdem ist allerdings alles, was mich vor der Therapie geplagt hat, wieder zurückgekommen - zusätzlich zu dem, was sich alles während des halben Jahres angesammelt hat.
Ich falle in wahnsinnig tiefe Löcher wenn ich an Frauen und Beziehungen denke, bekomme urplötzlich Aggressionen, ich saufe auf Parties wieder wie ein Loch (Gott sei Dank "nur" auf Parties), lade mir Pornos ohne Ende runter und zocke seit kurzem Age of Conan, was teilweise 4 oder mehr Stunden am Tag läuft.
Ich interessiere mich kaum noch für die Leute um mich herum, liege den halben Tag faul rum und warte auf den 15.9, da dann meine Ausbildung in München anfängt. Für den Umzug dahin ist soweit alles geregelt.
Am schlimmsten ist allerdings diese Leere, wenn ich an Beziehungen denke. Bei sowas denke ich zwanghaft in schwarz-weiß-manier und ich komme zu dem Schluss, dass ich nichts wert bin, da es nie klappt bzw ich in den letzten 2 jahren keine richtige chance hatte, dass es klappen könnte (Habs vergeigt... und das oft genug).

Eine neue Therapie brauche ich gar nicht anzufangen, auch nicht, wenn ich in München bin. Ich schaffe es einfach nicht, Menschen hundertprozentig zu vertrauen.
Aber was kann man tun?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sinister Strike , das mit der Therapie ist schon schwierig . Keine mehr zu machen ist wahrscheinlich noch schlimmer . Wenn noch viele Jahre ins Land gehen und Du Dir noch mehr Unverarbeitetes auflädst dann gut Nacht . Ich habe die Regelung genutzt erst 5 Stunden mit dem Therapeuten zu nutzen um zu sehen ob sich eine Vertrauensbasis aufbauen kann . Ich hab gemerkt das ich mit Therapeutinnen nicht kann weil ich ein furchtbares Frauenbild in mir trage durch mein tragisches Elternhaus . Aber ich bin buchstäblich auf allen vieren gekrochen weil ich jahrzehnte allen Seelenmüll hin und her geschleppt habe . Letztendlich hat mein Körper gestreikt und da ging gar nichts mehr . Nach den 5 Stunden haben mein Therapeut und ich einen Therapieansatz gefunden der mir sehr wahrscheinlich helfen wird .
 
danke für die antwort.

ja, das mit den frauen wird bei mir wohl so ähnlich sein - denn wenn in mir das thema "frauen" aufkommt denke ich sofort an die unzähligen male, in denen ich entweder verarscht oder als Kotzbecken für irgendwelchen unwichtigen Beziehungsscheiß a la "Soll ich meinen Freund verlassen?" benutzt wurde. Außerdem sind das die Momente, wo ich einfach nur auf alles in der Umgebung eindreschen oder eintreten könnte.
Ich will auch nicht, dass beispielsweise mein richtiger Name genannt wird, wenn ich weiß, dass andere von meiner Pornosucht wissen.
Ihn (Den Namen) dann zu hören wäre unglaublich grausam für mich, da ich mir dann denken würde: "Na siehste, jetzt rufen sie den auf, der X und Y und Z ...."
 
Es wäre sehr unfair wenn auf Dich eingedroschen würde und Du zusätzlich noch verletzt werden würdest . Aus Deinen Worten lese ich tiefste Enttäuschung heraus . Menschen haben Dich furchtbar gekränkt . Ich glaube schon das Du Dir therapeutische Hilfe suchen solltest . Wenn Du abwartest wird der Knoten in Deiner Seele noch schlimmer und läßt sich nur schwer lösen .Nur wegen unsensiblen Menschen leiden das hast Du nicht verdient .Es ist gut das man hier ohne seinen richtigen Namen nennen zu müssen mal über seinen Frust und Ärger schreiben kann .
 
es liegt nicht an den Menschen, es liegt an mir und ich finde keinen Ansatz um das zu ändern!

Es sind nicht die Menschen die böse und kränkend und was weiß ich nicht noch alles sind.
Sondern ich bin das, der sich das alles nur einbildet. Weil wenn ich nach einer gewissen Zeit über das nachdenke, was andere gesagt haben, dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen weil ich auf vermeintliche Angriffe ziemlich sauer reagiert habe (und dabei stets ziemlich naiv gehofft habe, dass die andere Person dann Mitleid mit mir hat)
 
Hallo Sinister Strike , wie geht es Dir ? Mir geht es auch so wenn ich mich mal zu Wort gemeldet habe dann habe ich auch solche Gewissensbisse . Ich hab auch gemeint die Anderen dürfen alles zu mir sagen , ich bin die devote und habe mich so verhalten . Aber im Laufe meines Älterwerdens habe ich gelernt zu zeigen was mir gut tut und was nicht . Keiner hat mich gefressen . Diese Freiheit hat mir mein Selbstbewußtsein gestärkt das ich auch fähig wurde gut gemeinte Kritik anzunehmen . Es ist auch im mitmenschlichen Bereich ein Nehmen und Geben angesagt . Ich habe auch gemerkt das es Menschen gibt die mich gerne am Boden drücken aber auch Menschen die mir meine Chance lassen . Ich glaube nicht das es nur Einbildung ist wenn Du Dich verletzt fühlst . Falls ich überempfindlich gewesen bin haben mir die Menschen die es gut mit mir meinen sich trotzdem sehr fair mit mir auseinander gesetzt . Solche Menschen brauchst Du unbedingt auch um Dich .
 
Zuletzt bearbeitet:
Solche Menschen habe ich aber nicht um mich herum.
Seitens der Eltern heißt es immer nur "Du musst das und das noch machen und dann mach bitte noch das und dann musst du dich noch um das kümmern."
Aber selbst heult Muddern immer dass sie ja keine Maschine sei und dass man ja immer von ihr verlangen würde, dass sie alles machen soll.
Die wissen, dass ich ne Therapie gemacht habe, wissen auch ganz grob, warum. aber es interessiert sie anscheinend gar nicht und obwohl ich in den letzten tagen extrem gereizt war merken die nicht, dass ich wieder ein Tief habe.

Von meinen "Freunden" wenn man das mal so nennt, gibt es nur drei Personen, bei denen ich wirklich weiß, dass die auch verstehen was ich sage. Leider wohnt davon einer in Köln, die andere muss den halben Tag arbeiten und die andere wohnt ebenfalls nicht um die Ecke.
Der Rest besteht aus Leuten, bei denen ich einfach nur den Kopf schütteln kann. Sehr geistreich sind Gespräche wie:

X: "Na, wann ziehst du nach München?"
Ich: "Das weißt du."
X: "Nö, hast du noch nie gesagt."

(Ist ja nicht so, dass ich aus ner Sektlaune heraus beschlossen hab, da hinzuziehen)

Ich: "Doch hab ich. Aber für dich: In 4 Wochen"
X: "Ach so, dann bist du also noch ein wenig hier?"

😱😱😱

Bei solchen Sachen geh ich in die Luft. Bei derartiger Idiotie. Und das ist nur ein Beispiel.
Ich habe im Moment kaum noch Kontakt mit anderen Leuten. Ist vielleicht auch besser so.
Naja, ich versuch jetzt erst mal, alles zu erledigen was mir von meinen Eltern aufgebrummt wurde. Was bin ich froh wenn ich hier weg bin.
 
Therapie ist ja auch kein Wundermittel sondern nur Hilfe zur Selbsthilfe...

Du allein bist der Architekt deines Lebens und verantwortlich dafür faul rumzuhängen oder deinem Alltag ne vernünftige Struktur zu geben.
Du bist dafür verantwortlich wie du deine Zeit nutzt..ob fürs Saufen, Pornos reinziehen oder für andere ggf. sinnvollere Beschäftigungen.

Bei einem Tief sollte es in erster Linie dich selber und nicht deine Eltern kümmern...kümmer dich darum!

Und v.a. kümmer dich um eine vernünftige Vorsorge, die weitere Tiefs verhindert.

Dazu gehört ggf. ne Runde Verhaltenstherapie dranzuhängen.

Wie alt warst du nochmal? Wie sieht es mit Schule und Schulabschluss oder Job aus? Ich würde dir davon abraten hauptberuflich Depri und Jammerer zu werden sondern den Hintern hochzukriegen die Geschicke deines Lebens verantwortungsbewusster zu lenken.

Damit ungünstige Grundhaltung und Tiefs etc. dir nicht wie eine Schleimspur nach München folgt würde ich dir raten weiter daran zu arbeiten.

Tyra
 
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