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Therapie - oder besser: was soll ich überhaupt machen?

  • Starter*in Starter*in Lonely Tear
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L

Lonely Tear

Gast
Hallo,
ich weiß nich weiter. Ich bin wegen meiner ausbildung, die ich für meinen Traum gehalten hab, mit 16 ausgezogen und alleine 140km von meinen Eltern weggezogen. Jetzt bin ich ein jahr älter, mir gehts mies. Ich weine manchmal einfach los, so wie jetzt. Anfangs kam ich klar, aber es wird immer mieser. Die Arbeit macht mir keinen Spaß mehr, ich bin immer müde, ich hab Kreislaufprobleme, ich fühl mich einsam. Am liebsten möchte ich einfach alles hinschmeißen und zurück in mein Elternhaus ziehen, aber wenn ich miene Ausbildung abbreche, dann hab ich mit Sicherheit nirgendwo eine Chance mehr, eine neue zu beginnen. Ich hab mit meiner Ärztin darüber gesprochen, sie hat Depressionen diagnostiziert. Ich soll was ändern in meinem Leben. Ich kann aber doch nicht alles hinschmeißen und hier versagen, ich will niemanden enttäuschen. Meine Eltern haben soviel hierfür investiert, nicht nur in Bezug auf die Kosten. natürlich gibt es auch augenblicke in denen ich lachen kann, aber innerlich fühl ich mich so zerissen. Selbstbewusstesein hab ich so gut wie keins, dort wo ich herkomme, ist das anders, da bin ich sicherer. Manchmal geht es mir richtig schlecht, da denke ich auch darüber nach, dass es am leichtesten wäre zu gehen, weil ich nicht mehr mag. Aber dann denke ich daran, was ich meinem Umfeld meiner Familie damit antue und ich weiß dass ich nie gehen könnte, aber trotzdem hab ich Angst dass ich die Kontrolle verliere. Dann bin ich wieder so gefasst, und kann so tun, dass keiner was merkt. Ich würde mich mittlerweile einfach einweisen lassen, das ist alles so egal, aber dann verlier ich doch bestimmt meine Ausbildung, oder wie ist das? Wer zahlt einen solchen Aufenthalt, wenn ich meine Arbeit verliere, wer zahlt miene Wohnung, ich weiß nicht weiter, aber ich möchte auch niemandem zur Last fallen. Was verdammt soll ich machen?
 
Also erstmal solltest du dir weniger Gedanken um das machen, was deine Familie oder sonst wer von deinen Entscheidungen hält.
Alleine du musst am Ende mit deinen Entscheidungen leben.

Klar machst du gerade eine harte Zeit durch, aber das gehört zum Leben, dadurch wird man reifer.
Ob nun Flucht die beste Wahl ist, musst du selber entscheiden.
Aber vielleicht gibt es auch eine andere Lösung. Z.B. deine Situation da zu verändern, wo du gerade bist.

Was genau stimmt denn nicht?
Bis jetzt ist nur erkennbar, dass dir die Arbeit nicht so Spaß macht.
Und dass du einsam bist.
(Die körperlichen Probleme und die Depression sind wohl das Ergebnis der schlechten Umstände.)

Warum ist das so und ist da eventuell noch mehr?
 
Mich macht es auch fertig, dass wenn ich raus gehe und seis nur einkaufen, dann fühl ich mich unwohl, die Leute, ich hab das Gefühl, dass sie mich anstarren, obwohl ich weiß dass die alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Alles alleine zu tun, fällt mir schwer. dann das pendeln zwischen quasi 2 leben, ich fahr am wochenende fast immer zu meinen Eltern, da ist es, wo ich gern wär, sonntags fahr ich dann zurück wo ich hin muss. Ich kann das irgendwie nicht so gut beschreiben. Dann weiß ich mittlerweile einfach nicht mehr, ob mein Beruf es wert war, weg zu gehen. Freundschaften sind auseinnandergegangen, klar, gute freunde wären in kontakt geblieben. Da ist so viel was mir aufs gemüt schlägt, vermutlich gehören da auch andere sachen dazu, die ich früher nie verarbeitet hab. Vom im stichgelassen werden bis hin zum mobbing. Vielleicht klingt das alles lächerlich, aber mich macht es fertig.
 
das klingt überhaupt nicht lächerlich. Im Gegenteil, ich denke ich kann aufgrund eigener Erfahrungen schon in etwa nachvollziehen, wie es dir in deinen beschriebenen Beispielen geht. Wenn du magst, können wir gern schreiben.

Nur wenn du magst 😉
 
Überhaupt nichts, von dem was du erzählst, klingt lächerlich.

Mich macht es auch fertig, dass wenn ich raus gehe und seis nur einkaufen, dann fühl ich mich unwohl, die Leute, ich hab das Gefühl, dass sie mich anstarren, obwohl ich weiß dass die alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.
Das ist wohl das Resultat deiner Unsicherheit und weil du dich unwohl fühlst.
Du hast es schon richtig erkannt. Jeder ist genug mit sich selbst und seinem Leben beschäftigt. Wenn dem nicht so ist, sind das wohl eher die Menschen, die man bemitleidenswert anschauen sollte.

Und Anstarren muss doch nicht immer was Schlechtes bedeuten.
Einen sympathischen etc. Menschen schaut man nun mal gerne an.
Alles alleine zu tun, fällt mir schwer.
Konntest du dort noch keinen Kontakt zu Menschen aufbauen oder möchtest du das gar nicht?

dann das pendeln zwischen quasi 2 leben, ich fahr am wochenende fast immer zu meinen Eltern, da ist es, wo ich gern wär, sonntags fahr ich dann zurück wo ich hin muss.
Sehe es doch so.
Du hast zumindest einen Ort, wo du dich pudelwohl fühlst und wo du Energie auftanken kannst.
Du "musst" zwar immer wieder zu dem ungeliebten Ort zurück, aber das ist doch auch nur zeitlich begrenzt und kein Dauerzustand.

Das meiste im Leben ist doch einfach nur Einstellungssache.
Mit ein und demselben Umstand kommen unterschiedliche Menschen verschieden gut klar. Die einen weniger gut, die anderen besser.
Warum? Weil sie einfach eine andere (in dem Fall dann passendere) Einstellung dazu haben.

Wenn du daheim geblieben wärst, würdest du dich heute vielleicht fragen, was du alles verpasst hast.
Wenn alles nur schön & gut ist und man immer im warmen Nest bleibt, verpasst man doch viel zu viel. Oft kommt dann auch Langeweile und Fernweh (zu Recht).

Du bist gerade an einem Ort, wo du dich nicht so wohl fühlst.
Aber hey, wo ist es schon besser als zu Hause (im optimalen Fall, nirgendwo).
Trotzdem hast du diesen Schritt, das warme Nest zu verlassen, getan.
Und das ist doch in so jungen Jahren schon eine Leistung, darauf kannst du stolz sein!
Nun musst du dich noch mit dem arrangieren, was die Folge daraus ist (zumindest vorübergehend).
Siehe es doch als Herausforderung. Wenn du das schafft, kannst du zu Recht außerordentlich stolz auf dich sein.
Und du hast schon ein wichtige Sache im Leben gelernt: "Manchmal muss man einfach die Zähne zusammen beißen und durch!".
Wenn du das erkannt und durchgezogen hast, hast du schonmal eine wichtige Lektion gelernt und erfolgreich durchgezogen.
Somit wird dich im späteren Leben schon mal weniger ins Schwanken bringen

Zähne zusammen beißen wäre die "harte" Variante, aber wie gesagt, vielleicht muss das gar nicht sein.
Vielleicht kannst du auch dort, wo du jetzt bist, etwas zufriedener werden.
2 Sachen sind schon mal deutlich erkennbar:
- Eine Art Heimweh und Einsamkeit
Das Heimweh ist wohl normal, wenn man ein schönes zu Hause hat.
Gegen die Einsamkeit kannst du vielleicht was machen, was dann eventuell auch das Heimweh etwas lindert.

- Die Arbeit macht keinen Spaß
Das ist oft so im Leben. Aber auch hier ist die Einstellung dazu entscheidend.
Was genau macht dir daran denn keinen Spaß?
Bist du unterfordert, überfordert, Kollegen nicht ok ...?


Wenn du das Ganze abbrechen solltest, wäre das zwar kein Weltuntergang und kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Aber es wäre halt schade. Weil wenn du es schaffst, bist du viele Schritte weiter (nicht nur im beruflichen Sinn, sondern auch von den Erfahrungen her).
 
Das Problem an der Arbeit ist, dass sie zu eintönig ist, es ist nicht im geringsten so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich finde teilweise, dass Kollegen bevorzugt werden. Je nach dem unter wem ich arbeiten muss, darf ich dann die Drecksarbeit machen, dasr wäre alles gar nicht so schlimm, wenn man nur mal dafür einen Dank, ein Lob, bekommt. Aber wenn ich was mache, dann ist das entweder selbstverständlich oder in deren Augen falsch, dann werd ich wieder nur missbillingend angesehen. Wir haben da halt auf der Arbeit n paar Mädels, die sich super verstehn, ist aber eben nich meine Liga, die sind mir zu oberflächlich und zu verlogen. Trotzdem bin ich immer freundlich, weil ich finde, auch wenn man jemanden nicht unbedingt mag, sollte man trotzdem fair bleiben.

Zu dem Thema schon Leute gefunden?: Ja, ich versteh mich auch außerhalb der Arbeit sehr gut mit 2 meiner Kolleginen. Pizza-essen oder kino, oder einfach nur reden ist da schon drin. Aber trotzdem fühl ich mich nicht unbedingt wohl. ich werde wohl in den nächsten Tagen mit der einen von beiden nochmal reden, sie weiß um die Probleme, nur dass es so krass ist, weiß sie nicht.
Das Problem ist, dass ich nicht die Person bin, die in die Disco geht, die groß Party macht, klar, wenn ich mit meinen besten Freunden zusammen bin, dann wirds auch mal richtig lustig, aber das sind eben Leute die ich schon kenne, die mich kennen. Ich kann eben auch nicht den ganzen Tag, rund um die Uhr, mit Leuten zusammen sein, ich brauch eben auch Zeit für mich, so doof das vll klingt. Zeit nachzudenken, Zeit zum alleinsein eben einfach.

Danke für eure Einträge, Lonely Tear
 
hallo, nochmal ich.

Ich wollte mich einfach nur nochmal bei staubkorn und der_eine bedanken.

@der_eine:ich hätte schon Interesse gehabt, mich mit dir über deine Erfahrungen bzw. meine Probleme zu unterhalten, deshalb nochmal ein Dankeschön für das Angebot.

Nichts desto trotz habe ich mich entschieden, mich an dieser Stelle von euch zu verabschieden (obwohl ich nur so kurz hier war), danke für eure hilfe,

Viel Glück euch, tear
 
Hallo Lonely Tear,

das stimmt mich schon relativ nachdenklich aber ebenso traurig, dass du dich entgegen deines "Hilferufs" nun doch anders entschieden hast. Aber ich, und ich denke mal auch Staubkorn, haben für deine Entscheidung vollstes Verständnis. Vielleicht war auch unser Geschriebenes nicht das, was du dir erhofft hattest.

Ich wollte dir keinesfalls ein Gespräch aufzwängen, auch bin ich kein Therapeut. Nur denke ich, dass es manchmal gut ist jemanden zu haben bzw. zu finden, der einem zuhört und vielleicht auch irgendwie versteht, was in einem so vor sich geht.

Manche Punkte kann ich von Staubkorn nachvollziehen, aber ich denke dir ist weniger damit gehofen, indem ich dir sage dass du dieses oder jenes schaffen kannst bzw. ich dich versuche zu ermutigen. Dennoch oder Schlussendlich könnte ich an dieser Stelle aber so vieles schreiben, wenn du dich ja eigentlich schon verabschiedet hast und dieses hier gar nicht mehr lesen wirst.

Ich wünsche dir jedenfalls für die Zukunft alles Gute.
 
Hallo,

mir ließ das hier kein ruhe: Ich möchte mich nur kurz erklären: Ich habe die Löschung meines Accounts nicht beantragt weil ich hier keine Hilfe gefunden habe, sondern weil ich auch durch die Beiträge festgestellt habe, dass ich etwas Grundlegendes in meinem Leben ändern muss.
So bin ich momentan optimistisch mein Leben in den Griff zu bekommen, Aber das kann ich nur, wenn ich auch etwas dafür tue, und das ist mir nur in der realen Welt möglich, nicht aber im Internet. Ob ich dafür professionelle Hilfe benötige, wird sich zeigen, dann aber werde ich bereit sein, sie anzunehmen.
Ich hoffe der Optimismus bzw. die neugetankte Hoffnung begleitet mich noch ein Stück,
Euch viel Glück, möge euch gelingen, was ihr in Angriff nehmt,
Bis vielleicht bald, Tear
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tear,

schade das du nun doch weg bist. Zwar hatte ich noch deinen Beitrag vor deiner Änderung gelesen und mich gefreut, dir zu schreiben. Nur wurde es gestern zu spät und heute musste ich arbeiten. Anyway 🙂

Es klingt zumindest sehr optimistisch, was du geschrieben hast, und ich drücke dir ganz fest die Daumen. Aber denk dran, auch wenn das Internet virtuell erscheint, so sitzen doch in den meisten Fällen immer noch reale Menschen dahinter 😉

Ok, man kann nicht immer so sonderlich gut ausloten, welche davon auch taugen, und welche nicht... aber so ist es ja auch in der realen Welt.

Lange Rede, gar kein Sinn! 😎
Wenn du es dir doch noch mal überlegen solltest.. lass es mich wissen. Allenfalls alles Gute!!
 

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