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Technisches Studium zu Schwer, was tun?

sonny007

Neues Mitglied
Hallo Leute,

seit Wochen kann ich jetzt nicht mehr richtig schlafen und hab täglich Kopfschmerzen weil mich mein Problem so sehr beschäftigt. Dadurch belaste ich nicht nur mich selbst, sondern auch mein familiäres Umfeld und meine Freundin. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.
Per Zufall hab ich dieses Forum entdeckt und hoffe hier Hilfe zu finden.
Ich bin jetzt 21 Jahre alt.

Zunächst will ich kurz mein Leidensweg vorstellen:

Ich hab letztes Jahr Abitur gemacht (allgemein) mit einem Schnitt von 2,7.
Eine Ausbildung kam zu dem Zeitpunkt nicht in Frage, zum einen war es der indirekte Druck meiner Familie zum Studium, zum anderen war mir eine Ausbildung nicht gut genug - falsche Eitelkeit.
Ich selbst bin ein technisch interessierter Mensch, dh. ich schraube gerne an Autos und Motorrädern und interessiere mich sehr auch für Smartphones und Computer unsw.

Studieren wollte ich dann also, aber wollte gleichzeitig nicht weg von zu Hause, da ich mich hier wohl fühle und mit meiner Freundin glücklich bin.
Würde mich selbst vielleicht sogar ein bisschen als biedermeierisch bezeichnen.

Hab dann bis zu diesem Sommersemester in einem Büro gearbeitet um mir so ein bisschen Geld zu verdienen und mich dann in ein par Hochschulen auf technische Studdiengänge beworben.
Natürlich mit der großen Hoffnung in der nächsten 15km entfernten Hochschule einen Studienplatz in Mechatronik zu bekommen, was dann auch so passiert ist.

Soweit so schlecht. Zu meinem Abitur sollte ich vielleicht hinzufügen, das ich in Mathe und Physik sehr schlecht war (5-6 Punkte in beiden) und mir beides garnicht gelegen ist.
Ich war auch nie so der Lerntyp in der Schule, hab es mir ziemlich einfach gemacht, was eben in den meisten Fächern auch gut gereicht hat.
Deswegen war ich schon immer skeptisch ob ein technisches Studium überhaupt machbar ist und hatte auch große Zweifel daran. BWL dagegen war mir immer zu trocken und ich bin von natur aus nicht der Karriereboxer, der man sein muss, wenn man BWL studiert um im heutigen Heifischbecken Wirtschaft den Job zu kriegen, den man will.


Jedenfalls studiere ich jetzt Mechatronik im ersten Semester und es ERSCHLÄGT mich!
Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht, komme mit der Komplexität UND der Masse des Stoffs in keinster Weise zurecht.
Ich bekomm die Übungsaufgaben nicht hin und von meinen 100% die ich mir zum Lernen vornehme, schaffe ich am Wochenende nicht mal 10%.
Ich trau mich nicht mal mer weg zu gehen oder abends den TV einzuschalten ohne an den Stoff denken zu müssen, den ich nicht behersche.
Wenn ich dann daran denke, dass das halbe Semester schon rum ist und mein Wissensstand gefühlt = 0 ist, wird mir himmel Angst und ich weiß, dass ich die Prüfungen nicht schaffen kann!

Im Hinblick auf mein Abizeugnis hätte es mir eigentlich schon vorher klar sein müssen, dass ich jetzt all diese Fächer studiere, die ich entweder abgewählt habe (Chemie) oder in denen ich grotten schlecht war (Mathe,Physik)
Und ich denke wenn ich jetzt schon dermaßen Schwierigkeiten habe, habe ich auch keine Zukunft in den späteren Semestern und werde mit Sicherheit früher oder später durchfallen, weil der Rattenschwanz an zu wiederholenden Prüfungen ins Unmögliche wachsen wird.

Ich bin am verzweifeln!
Weil ich weiß nicht was ich machen will und soll. Dazu kommt der Doppeljahrgang an Abiturabsolventen dieses Jahr bei uns, was Studienplätze und Ausbildungsplätze rar macht.
Letztere sind ja schon weitgehend vergriffen oder erst wieder für 2013 besetzbar.
Ich kann mir unmöglich vorstellen bis dahin weiter etwas zu studieren was ich überhauptnicht kann!

Bei einem(realtiv großem) Betrieb meiner Nähe, in dem ich auch viel gejobbt habe, hab ich jetzt mitbekommen, das noch eine Ausbildungsstelle zum Industriekaufmann frei geworden ist (Absprung).
Ich weiß jetzt nicht ob ich mich darauf bewerben soll, die Ausbildung würde in jedem Fall voll 3 Jahre dauern (keine Verkürzung möglich).
Habe Angst, das es auch nicht das richtige ist und mir die Büroarbeit nach einem Jahr zu ätzend wird oder ich mich dann wieder komplett gegensätzlich unterfordert fühle.
Weiter studieren will ich aber auf keinen Fall! Aber ich kann ich mir auch nicht vorstellen, den rest meines Lebens Sacharbeiter zu werden und den ganzen Tag das gleiche zu machen.
Oh man...ich dreh mich im Kreis und finde keine Lösung und das schon seit Wochen.



Was soll ich tun?
Ich will nicht schon wieder ein falschen Schritt machen und Zeit verlieren.
Gleichzeitig will ich mal Karriere machen - nicht als Chef oder Führungsposition, nein - mir wäre ein bodenständiger Beruf mit einem einigermaßen guten Einkommen & Sicherheit auch lieber.
Ich will nur später mal nicht einen Job machen, der mich 40 Stunden die Woche ankotzt und ich jede Stunde auf die Uhr schaue, wann endlich Feierabend ist...
Gleichzeitg will auch nicht zum Karrieremonster werden, das kein Leben mehr hat.

Ich dreh mich im Kreis und mach mich dabei nervlich zu einem Wrak, wenn es so weiter geht.
Aber ohne Lösung oder Plan kann ich auch einfach nicht beruhigt schlafen.
Habe nix anderes mehr im Kopf... oh man.

Bitte helft mir!
 
Du bist 21. Du kannst dich echt viel mehr entspannen. 🙂
Leicht gesagt!
Ich würd' mich einfach auf diese Ausbildung bewerben & schon im Bewerbungsgespräch wirst Du ein Stück weit feststellen, ob das passt. Und dann ziehst Du das durch, hast 6 Wartesemester gesammelt & kannst immernoch studieren, denn dann bist Du gerade mal 24!
Wenn Du wirklich gar nicht so richtig weißt, was Du machen sollst, nimm' dir eine Auszeit & mach' ein FSJ oder FÖJ. Da bekommst Du zwar nur wenig Geld, aber Du sammselt wieder Wartsemester & es ist immer ein Plus im Lebenslauf. Ansonsten verreis' doch. Ab ins Ausland, daran kann man übrigens auch ein FÖJ oder so koppeln. Falls Du finanziell sonst nicht hinkommst.

Alles in einem würde ich sagen, nimm dir ein bisschen Zeit, um dir zu überlegen, was Du willst. Und den meisten Leuten hilft es, sich nach dem Abi eine kleine Auszeit zu nehmen von einem Jahr. Gerade wenn man dann ins Ausland geht oder eben diese freiwilligen Geschichten macht, findet man oft heraus, wofür das Herz schlägt. Nicht, weil man plötzlich sozial oder ökologisch interessiert ist, sondern weil man da meistens recht viel Verantwortung trägt und irgendwie "erwachsener" wird.

Vorallem aber hat man nicht das Gefühl, seine Zeit zu verschwenden oder den falschen Weg einzuschlagen, weil es nur um ein Jahr geht, ein Ende ist also absehbar & weil es immer gut ist, entweder im Ausland "gelebt" zu haben oder ein FSJ/FÖJ gemacht zu haben.

Vielleicht hilft dir das ja?


Auf jeden Fall würde ich das Studium abbrechen. Auch wenn deine Eltern viel für/von dich/dir wollen, am Ende bist Du es, der dein Leben lebt & bestimmt.
 
Hallo,

ich finde es echt traurig und beunruhigend, wie sehr - zumindest meinem subjektiven Eindruck zufolge - Texte wie deiner in der letzten Zeit zugenommen haben. Versteh mich nicht falsch, das ist kein Vorwurf und ich nehme dein Problem ernst, ich meine damit nur, dass daran sichtbar wird, wie stark der Leistungsdruck gerade in unserer Generation (ich bin nur ein paar Jahre älter als du) zugenommen hat. Aber mal faktisch betrachtet:
Du bist 21. Hast ein Semester (viele machen ja ein ganzes Jahr "Pause") gearbeitet und dann dein Studium begonnen, bei dem du jetzt schon merkst, dass es dir nicht liegt. Mal ehrlich: Sei doch froh darüber! Weißt du wie viele Leute es gibt, die 3, 4 Semester lang studieren und erst dann feststellen, dass sie eigentlich was ganz anderes wollen? Oder sogar ihren Abschluss machen, und es dann erst merken und mit etwas Anderem neu beginnen? Wenn du dir wirklich sicher bist, dass das nichts für dich ist, kannst du froh sein, dass du das so schnell gemerkt hast (ich persönlich bin zwar kein Freund vom "schnellen Aufgeben", zumal ich immer der Auffassung war, dass man nach nur einem Semester noch gar keinen allgemeinen Eindruck vom Studiengang haben kann, das ist aber Ansichtssache und es nützt ja auch nichts, sich irgendwo durchzuquälen und, wie du ja vermutest, dann ohnehin an den Prüfungen zu scheitern).
Theoretisch kannst du jetzt mit dem Studium aufhören und dich für ein anderes Studium bewerben (oder sind die Fristen da schon vorbei?). Oder eben um einen Ausbildungsplatz. Das alles sehe ich nicht als Problem. Das Problem ist meiner Ansicht nach eher der Druck, den du dir selbst machst bzw. der wie gesagt ein generelles Problem unserer "Leistungsgeneration" ist. Aber wieso denn eigentlich? Wir sind doch keine Maschinen, die reibungslos von Schritt a nach b nach c gehen. Dann hast du eben erst ein Jahr oder zwei nach deinem Abi Studium/Ausbildung begonnnen. So what? Danach kräht später kein Hahn mehr, davon bin ich überzeugt. Erst recht nicht, wenn du das vor einem potentiellen Arneitgeber vernünftig rechtfertigen kannst nach dem Motto: ja - mein Weg war nicht ohne Schlenker, aber gerade deshalb weiß ich jetzt ganz genau was ich will!
Du bist erst 21! Ich hab in 2 Semestern meinen Masterabschluss und hab immer noch keine genaue Ahnung, wohin es danach gehen soll. Weil es verschiedene Dinge gäbe, die mich interessieren würden. Ich denke, es wird Zeit, sich von dem Bild des "einen" Berufs zu verabschieden, von der Idee sich jetzt und für immer auf eine Sache festzulegen. Mach dir Gedanken, was dir Spaß machen könnte, wähle eine von vielleicht mehreren Möglichkeiten und dann sieh weiter. Niemand zwingt dich, das dann auch für immer zu machen - du darfst dich selbst ausprobieren und deine Meinung ändern. Das heißt also konkret: Bewirb dich erstmal. Bewirb dich um Ausbildungsplätze, definitiv um den zumindest, den du lose in Erwägung ziehst. Bewirb dich um Studienplätze, wenn da auch was in Frage kommt. Und während die Bewerbungen laufen, kannst du dir immer noch genauere Gedanken machen, welche Option du letzten Endes wählen möchtest, wichtig ist es jetzt erst mal, möglichst schnell zu handeln, wenn du tatsächlich direkt im Herbst weitermachen möchtest. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - klar kann es sein, dass die Plätze schon vergeben sind, aber du hast zumindest mehr Chancen, wenn du jetzt loslegst, als wenn du weiterhin in deiner Angststarre verharrst. Schritt für Schritt, überfordere dich nicht. Du musst nicht jetzt schon dein ganzes Leben geplant haben. Und daher: setz dich nicht zu sehr unter Druck! Du wirst noch dein Leben lang arbeiten, ob du damit ein Jahr früher oder später beginnst, wird irgendwann nicht mehr wichtig sein.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Viel Erfolg und alles Gute.
 
Hallo,

ich studiere derzeit im 5. Semester Maschinenbau und kann sehr gut nachvollziehen was du durchmachst. Meine Abi-Noten in Mathe und Physik waren genau die gleichen wie bei dir und der Gesamtschnitt noch zwei Zehntel schlechter. Aber mal ehrlich, was sagt der Abischnitt eigentlich aus? Nichts! Das ist ein Mittelwert verschiedener Themenfelder bei dnenen man manche gut beherrrscht, andere widerum schlecht. Im Prinzip ist das Abi nur eine Eintrittskarte in das Studium, die bei dir ja gültig war!
Vor dem Studium habe ich eine Lehre gemacht und kurze Zeit an einer Maschine gearbeitet. Das war für mich die größte Motivation, das Studium durchzuziehen. Jeden Tag war man wie von Öl geduscht, man hat den ganzen Tag über die selben Bewegungen gemacht und hatte Angst zu verblöden. Ich war in dieser Zeit sehr depressiv und mir hat die Arbeit überhaupt keinen Spass gemacht. Deshalb überdenke gut, ob du abbrichst oder nicht!
Bevor du den Kopf in den Sand steckst möchte ich dich bitten, wenigstens zu versuchen die Prüfungen mit vier Loch zu bestehen! Mal ein paar grundlegende Tipps, wie es bisher bei mir funktioniert hat:

1) Setze dir ein Ziel. In den ersten paar Semestern sollte es lauten: Irgendwie durchkommen, egal wie.

2) Suche dir ein bis zwei Personen mit denen du gut lernen kannst (keine Leute, die die ganze Zeit mehr Labern als Lernen). In der Vorlesung nimmst du niemals den kompletten Stoff auf. Aber wenn mehrere Leute am Tisch sitzen kann man sich austauschen.

3) Nach der Vorlsung nicht nach Hause fahren um zu Lernen. An der Uni/FH hat man weniger Ablenkung.

4) Am Wochenende nicht einen Tag lang ein einziges Fach lernen. Alle 2-3 Stunden mal durchwechseln.

5) Freizeit und Privatleben während des Semesters auf Null herunterfahren. Das Semester ist kurz, die Ferien sind lang. TV und Internet sind Zeitverschwendung!

6) Dass man mehr Rückschläge als Erfolge beim Lernen hat, ist irgendwie normal. Und es ist unmöglich neben den ganzen Projekten und Berichten den ganzen Vorlesungsstoff zu verinnerlichen. Für die 4,0 reichen auch nur Teilgebiete. Dass hierbei keine guten Ingenieure herauskommen ist klar, aber anders ist das Studium in der kurzen Zeit nicht zu schaffen (außer man ist vielleicht ein Überflieger).

7) Kann mich noch erinnern wie ich im ersten Semester den ganzen Tag über einer Aufgabe gehangen bin. Das ist Zeitverschwendung! Wenn's nicht weitergeht die Aufgabe markieren und mit Kommilitonen austauschen. Das soll aber nicht heißen, Aufgaben aufzuschieben.

8) Das Gefühl während des Semesters nichts zu kapieren ist irgendwie normal. Wenn du dir dann vier Wochen vor den Prüfungen intensiv alte Klausuren reinziehst (aber wirklich von morgens bis abends durchmachen) klappt das auch. Und wenn man mal in einer durchfliegt: Shit happens. In der nächsten Runde klapts dann.

Wir haben mal mit 54 Leuten angefangen, jetzt sind wir noch 6 + Wiederholer + andere Semester. Du siehst, nur wenige packen das ohne Zwischensemester. Und die, die garnicht mehr an der FH sind, waren in der Regel soclhe Leute, die eh keinen Bock hatten. Die anderen sind numal jetzt im 3. oder 4. Semster, aber werden das auch irgendwie packen.

Ich wünsche dir noch viele Erfolg. Und bitte versuche wenigstens die Prüfungen zu schreiben, bevor du abbrichst!
 
Hi sonny,
Und für welchen weg hast du dich damals entschieden?
Befinde mich in einer ähnlichen lage und würde gerne wissen ob su das studium durchgezogen hast.
Lg
 
Caglar für welchen Weg hast du dich entschieden? Bin auch in einer ähnlichen Situation und überlege ob ich Wechsel, aber wohin, keine Ahnung.
 

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