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Talentverschwendung

Naja, Talent heißt ja erstmal "nur", dass man bestimmte Dinge ohne viel Üben/Lernen, quasi von "Natur aus" gut kann, dass sie einem leicht fallen. Ob einem diese Sache dann dauerhaft oder gar lebenslang auch den größten Spaß macht, ist wieder eine andere Frage.

Und klar, Talent alleine wird in den seltensten Fällen reichen, sich verbessern, weiterlernen ect, gehört dazu, wenn man das Talent ausleben und ausbauen will.

Ich hatte auch immer ein Talent fürs Malen, ein gutes Gefühl für Form, Farbe, hab schon als Schulkind da immer viel Lob bekommen. Als Studentin hab ich "autodidaktisch" bisschen weitergemacht, 3 meiner Aquarelle hängen heute noch (soweit ich weiß) bei meinem ersten Praktikumsbetrieb an der Wand. Trotzdem hat sich das Ganze irgendwie verloren...keine Zeit mehr, aber auch keinen so großen Antrieb, um mir trotz der knappen Zeit Nischen dafür zur schaffen. Dabei würd es mir sicher wieder Spaß machen, wenn ich einmal dran säße....Tja, Talentverschwendung? Vielleicht.

Mein zweites Talent war immer das Schreiben. Das hab ich zum Beruf gemacht, es also nicht "verschwendet". Andererseits frag ich mich manchmal auch: wäre noch mehr drin? Hätte ich lieber noch ne Autorenschule besucht und mal ein Buch angefangen? Würd ich das hinkriegen? Keine Ahnung. Also vielleicht doch ein wenig Verschwendung eines Talents?

Ich denke manchmal, ich wäre vielleicht ausgeglichener, glücklicher, wenn ich mich stärker meinen Talenten zuwenden würde, wieder malen, kreativer schreiben....Aber irgendwie bin ich auch zu bequem, was zu ändern. Sowas gibts also scheinbar öfter😉 Vielleicht hält man sich seine Talente auch (unbewusst) im Hinterkopf, nach dem Motto, wenn es irgendwie gar nicht mehr klappt so wie es jetzt ist, dann mach ich das...
 
Was schreibst du denn, Selah? Schreiben würde ich auch gern 😉 Weiß aber nicht, wie und was. Ich mach es dauernd, aber ziel- und sinnlos in den Tag hinein.

Die Sätze von Manuel sind interessant. Wenn ich darüber nachdenke, sind meine Talente für mich gar nichts Gutes in dem Sinn, weil ich mich dazu genötigt fühle, Dinge zu tun, nur weil sie mir leicht fallen, und weil ich glaube, man sollte dankbar dafür sein, etwas mit vergleichsweise wenig Aufwand beherrschen zu können, was anderen sehr schwer fällt. Wenn man nun die anderen Leute, die einen beneiden und anstacheln, weglässt, sind auch Talente plötzlich uninteressant, da zählt nur noch, was man gerne täte, weil man nie wieder eine Stimme hören wird, die sagt: Also ICH würde ja so gerne, und du nutzt es nicht!

Es gilt als gut, sowas zu können, aber für mich ist es nicht gut, es ist mir egal, um ehrlich zu sein.

Wobei es mir in manchen Bereichen egaler ist als in anderen. Bei Musik z.B., wie gesagt, ich empfinde sehr wenig Drang danach, selbst Musik zu machen, es ist ganz nett, ja, aber im Großen und Ganzen bin ich glücklich, wenn ich sie konsumieren kann. Ich LIEBE Musik, es ist wie ein Rausch, es gibt Melodien und Lieder, da hab ich das Gefühl, ich muss sofort sterben, so GEIL sind die (also nicht im sexuellen Sinne, lol)

Beim Zeichnen fuchst es mich ein wenig, dass ich daraus nichts mache, weil ich immer das Gefühl habe, ich sollte. Ich beneide (ganz im Gegensatz zur Musik) dort auch Künstler und gute Zeichner, aber wenn ich mich eine Zeit gar nicht damit beschäftige, wie z.B. unlängst die letzten zwei Monate, vermisse ich es null. Ich hab aber immer das unterschwellige Gefühl, ich vermeide etwas. Wenn ich es mache, macht es auch Spaß, aber wie gesagt...ich schaffe es nicht, da Fuß zu fassen.

Mit dem Schreiben ist es wieder etwas anderes. Es erfordert Überwindung, sich an einen zsuammenhängenden, sinnvollen Text zu setzen, aber wenn ich es tue, ist es wie Autofahren. Ich starre sabbernd ins Leere und meine Finger tun was und dann bin ich am Ziel angelangt und lebe noch und alles ist schön 😉 Also das hier zu schreiben, erfordert überhaupt keine Überwindung, es ist auch schon wieder viel zu lang geworden, hab ich nicht mal gemerkt. Schreiben ist eher wie Atmen oder so. Gehört dazu. Passiert.

Kann es sein, dass große Leistungen in was auch immer meist von Leuten erbracht wurden, die dafür hart gekämpft haben?
 
Kann es sein, dass große Leistungen in was auch immer meist von Leuten erbracht wurden, die dafür hart gekämpft haben?
Das kommt auf die Definition von "große Leistungen" an.

Ein Genie kann ohne große Mühe etwas schaffen, dass einen gewissen Zweck hat.

Wahrer Wert an sich wird allerdings eher dann generiert, wenn sich ein Mensch mit maximalem Engagement darum bemüht hat. Insofern wäre die Handlung auch wertvoll, wenn außer dem großen Bemühen äußerlichn nicht viel entstanden wäre.
 
Was schreibst du denn, Selah? Schreiben würde ich auch gern 😉 Weiß aber nicht, wie und was. Ich mach es dauernd, aber ziel- und sinnlos in den Tag hinein.

Ich bin Journalistin und arbeite für eine deutsche Tageszeitung und - viel seltener - schreibe ich PR-Texte.

Da ist das mit dem "wie und was" einfach. Man hat einen Auftrag bzw. ein Thema. Bei einem Buch müsste man das erstmal selber finden und - vor allem - auch dran festhalten, eine Geschichte um einen roten Faden herum schreiben. Das ist schon schwieriger. Na mal sehen, vielleicht krieg ich da ja auch nochmal die Kurve😉
 
Würde Jeder immer nur tun was er ohnehin gut kann, würde sich Niemand mehr weiter entwickeln......
 
Würde Jeder immer nur tun was er ohnehin gut kann, würde sich Niemand mehr weiter entwickeln......

da bin ich eher gegenteilger meinung.
könnte man das (beruflich) tun, was man gut kann, wären wir wahrscheinlich längst schon viel weiter.
wo wir wieder beim thema "bedingungsloses grundeinkommen wären".
ich denke, es ist ein riesiges potential vorhanden das nicht wklich ausgeschöpft wird, weil menschen oft nicht das tun können, was sie eben gut können.
z.b. aus finanziellen gründen.
 
da bin ich eher gegenteilger meinung.
könnte man das (beruflich) tun, was man gut kann, wären wir wahrscheinlich längst schon viel weiter.
wo wir wieder beim thema "bedingungsloses grundeinkommen wären".
ich denke, es ist ein riesiges potential vorhanden das nicht wklich ausgeschöpft wird, weil menschen oft nicht das tun können, was sie eben gut können.
z.b. aus finanziellen gründen.

Ja, ich weiß was Du meinst ...... und ich bin auch der Meinung das es in vielerlei Hinsicht klasse wäre, wenn viel mehr Menschen sich ihren tatsächlichen Fähigkeiten entsprechend in das gesellschaftliche Geschehen einbringen könnten. Das würde die Gemeinschaft wahrscheinlich insgesamt effektiver machen und es dem Einzelnen erheblich erleichtern seinen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.

Als ich schrieb : "Würde Jeder immer nur tun was er ohnehin gut kann, würde sich Niemand mehr weiter entwickeln.", da meinte ich die ganz persönliche Entwicklung des einzelnen Menschen.
Denn ich glaube, dass der Mensch mit den Anforderungen wächst, mit denen er sich konfrontiert sieht - und das die Bewältigung solcher Anforderungen sehr zum Lebensglück und zur Zufriedenheit des Einzelnen beitragen kann.

Die Auseinandersetzung mit etwas Neuem, etwas Ungewohnten, die Überwindung der eigenen Trägheit zum Erlernen neuer Fähigkeiten, zum Führen neuer Gedankengänge und Bewegungsabläufe und die damit einher gehende Entwickelung von "Talenten", die zunächst vielleicht nur als Keim in dem betreffenden Menschen schlummerten ...... all das erweitert den Horizont und den Erfahrungsschatz des Menschen ebenso, wie das Erkennen der eigenen Grenzen und die Verarbeitung von damit zusammen hängenden Enttäuschungen durch das eigene Scheitern an der ein oder anderen Anforderung.

Ideal wäre also wohl ein "Spielfeld" auf dem beides möglich und gefragt ist ..... der Einsatz und Ausbau bereits vorhandenen Talente und die Auseinandersetzung mit immer wieder neuen Herausforderungen ......

Im konkreten Falle unseres Gastes wäre das vielleicht eine Tätigkeit in einer Werbeagentur, in der er aufgrund seines besonderen Talentes innerhalb der Produktionsphase einen bestimmten Part übernimmt, wie etwa das rasche zeichnerische Umsetzen verschiedener Perspektiven im Rahmen von Präsentationen, eine Agentur bei der er sich aber auch anderen Herausforderungen stellen kann die ihm eventuell nicht so leicht von der Hand gehen wie vielleicht die Montage von großformatigen Werbetafeln auf einer Messe oder das Formulieren von Werbetexten die auf bestimmte Zielgruppen ausgelegt sind ....
 
du wirfst aber zwei dinge in einen topf, die nichts miteinander zu tun haben. nur weil jemand talent zum zeichnen hat, muss er nicht gut darin sein. auch talentierte leute müssen die technik trainieren. es fällt ihnen nur dank ihres talents leichter bzw. geht schneller.

um herausforderungen zu finden, muss man keine dinge tun, die völlig außerhalb des eigenen "talentrahmens" liegen, man kann sich auch innerhalb dieser grenzen weiterentwickeln. ein ganzes leben würde gar nicht reichen, um auf überhaupt nur einem gebiet auszulernen.
 
Es ist doch immer wieder eine Freude auf über mehrere Jahre gereifte Forenbeiträge zu antworten und sie dadurch wieder dem Strom der Zeit zuzuführen, in der Hoffnung damit irgendjemand irgendwie zu erreichen.

Ich verschwende mein Talent schon seit Schulbeginn leidenschaftlich und wurde seither nur noch dazu gedrängt von Freunden, Familie, Lehrern etc.

Als junger Bub hab ich mir mal Lesen und Schreiben beigebracht, bevor ich überhaupt in die Schule gekommen bin. Mein Erinnerungsvermögen jener Zeit lässt leider keine Rückschlüsse auf meine ursprüngliche Motivation mehr zu. Ich glaube ich habe früher Interesse und Begeisterung gehabt und diese sind verschwunden, durch diverse Begebenheiten.

Jedenfalls könnte ich wohl, wenn ich wollte...und manchmal will ich auch...aber das Gefühl, dass es alles sinnlos ist, dass es niemand wertzuschätzen weiß und dass es die meisten sowieso falsch verstehen würden, überwiegt. Deshalb schreibe ich eigentlich nur für mich selbst, hole mir ab und zu geringfügige Bestätigung von Menschen, die mir nahe stehen und versuche meine literarischen Ergüsse ansonsten vom Rest der Welt zu trennen.

Ich glaube verschwendetes Talent ist ganz normal. Es bekommt eben nur kaum jemand mit, weil es hinter verschlossenen Türen verschwendet wird. Nicht jeder Mensch ist kamerageil, viele sogar kamerascheu. Und auch viele der heute groß gefeierten Künstler und Kreativen vergangener Tage sind erst zu Ikonen hochstilisiert worden, als sie sich selbst schon in Grund und Boden bemitleidet haben. Nicht selten hatten diese Menschen ihr Leben lang mit ihren Talenten gerungen.

Nur, weil andere das, was man könnte, wenn man würde, gut finden würden, wenn man hätte, bedeutet das nicht, dass man müsste, weil man den anderen sonst nicht das biete, was sie gern haben würden. Wenn man nicht will, obwohl man könnte, dann hat die Umwelt die Bereicherung möglicherweise auch nicht verdient. Aber das ist nur meine pessimistische Sicht der Dinge, die ich über die Jahre angesammelt habe und ich hoffe sie wird irgendwann ihr jähes Ende finden. 😉

Das Internet war noch nie ein guter Ratgeber. Man kann damit zwei Dinge besonders gut tun:
Sich ablenken und sich verwirren.

Mein Rat: Höre auf Menschen, die du liebst und liebe dich selbst am meisten.



P.S. Zum Glück ist es mir absolut egal was Manuel+ gelten lässt und was nicht.

Unlust lasse ich übrigens in der Regel nicht gelten. Manche guten Dinge muss man auch dann tun, wenn sie keinen Spass machen.

Wer etwas als gut bezeichnet und es nicht tut, ist meist selbst schuld.

Das sind aus meiner Sicht bauernschlaue Äußerungen aus dem Proviantkorb der Hausmütterchen-Weisheiten, will sagen,
da steckt mit Sicherheit eine Wahrheit drin, aber in dieser Form habe ich nicht das Gefühl, dass sie sonderlich hilfreich wären. Mich haben sie erstmal nur wütend gemacht, weil du es dir damit so einfach machst. Sorry.
 

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