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Täglicher Erfolgs-Selbstdruck - Zusatzqualifikation ja oder nein?

  • Starter*in Starter*in AndreasL
  • Datum Start Datum Start
Hallo Weidebirke,

ich dachte mir schon, dass das so rüberkommt.

Also ich lebe bestimmt nicht über meine Verhältnisse, Wohnung, Auto, Urlaub, weggehen, das übliche eigentlich....

Und trotzdem komme ich immer grade so durch den Monat. Und ich verdiene auch keine 3000 sondern weniger.

Ein Workaholic will ich gar nicht sein, das sollte rübergekommen sein, ich erlebe aber fast jeden Tag eben erneut die Statussymbole Auto, Anzug, Wichtigtuerei usw...
Verdorben hat mich das bislang nicht, aber ich fühle mich manchmal eben absolut Standard und habe den Eindruck dass man heute unbedingt Akademiker sein muss um glücklich durchs Leben zu kommen und Anerkennung zu finden.

Eine Eigenmotivation zur Zusatzqualifikation ist definitiv vorhanden,aber ich möchte auch nicht 20h am Tag nur arbeiten.

Und zum Thema "Schwanzvergleich", ich schaue nicht auf andere herab die weniger verdienen oder nicht das "Glück" vieler dieser dicken Hosen haben, ich möchte mir einfach ein bischen mehr leisten können und nicht am Monatsende die cents fürs Sparbuch zusammenkratzen die übrig sind.

Vielleicht ist dieser innerliche Druck auch durch die Gesellschaft bedingt, von der ich umgeben bin? Jeder ist eben irgendwas "besseres" als ich.

Bitte nicht als jammern auf hohem Niveau sehen.
 
Also 3000 € brutto sind immer noch 🤐.879,19, laut dem brutto-netto rechner! und das finde ich persönlich nicht zu wenig, bei weitem nicht. mein freund und ich haben jahrelang zu zweit von 1300 € gelebt, und ich bin raucherin und wir hatten 2 Autos, also ich finde das schon jammern auf sehr hohem niveau.... Ach ja und wir konnten zwar nix sparen, aber es ging uns immer gut. mittlerweile haben wir mehr geld, aber brauchen zu zweit in Hamburg bei 800 € miete und einem auto (ich fahre jetzt bahn) knapp 1900 €, aber 170 € davon sind reine spritkosten. Ach ja und jetzt gönnen wir uns auch öfter mal was und ich rauche nach wie vor, deswegen sind 3000 brutto wirklich SEHR viel geld, meiner meinung nach.
 
Hallo Weidebirke,

ich dachte mir schon, dass das so rüberkommt.

Also ich lebe bestimmt nicht über meine Verhältnisse, Wohnung, Auto, Urlaub, weggehen, das übliche eigentlich....

Und trotzdem komme ich immer grade so durch den Monat. Und ich verdiene auch keine 3000 sondern weniger.

Ein Workaholic will ich gar nicht sein, das sollte rübergekommen sein, ich erlebe aber fast jeden Tag eben erneut die Statussymbole Auto, Anzug, Wichtigtuerei usw...
Verdorben hat mich das bislang nicht, aber ich fühle mich manchmal eben absolut Standard und habe den Eindruck dass man heute unbedingt Akademiker sein muss um glücklich durchs Leben zu kommen und Anerkennung zu finden.

Eine Eigenmotivation zur Zusatzqualifikation ist definitiv vorhanden,aber ich möchte auch nicht 20h am Tag nur arbeiten.

Und zum Thema "Schwanzvergleich", ich schaue nicht auf andere herab die weniger verdienen oder nicht das "Glück" vieler dieser dicken Hosen haben, ich möchte mir einfach ein bischen mehr leisten können und nicht am Monatsende die cents fürs Sparbuch zusammenkratzen die übrig sind.

Vielleicht ist dieser innerliche Druck auch durch die Gesellschaft bedingt, von der ich umgeben bin? Jeder ist eben irgendwas "besseres" als ich.

Bitte nicht als jammern auf hohem Niveau sehen.

Hallo AndreasL,

du erinnerst mich sehr stark an meine bessre Hälfte.
Er ist auch hin und hergerissen zwischen dem Gedanken "ich muss besser werden, mehr verdienen, weiterkommen..." und dem Wunsch nach einem geregelten und erfüllten Leben.

Menschen wie dir fällt das wohl mehr als schwer.
Ihr wollt alles, aber warum?
Ich muss mich der Meinung einiger Vorschreiber anschließen: Du sollst dieses Studium nicht machen, damit du mit anderen mithalten kannst. Du sollst es machen, weil du es möchtest.
Weil es dein Wunsch ist.

Meiner Ansicht nach verdienst du jetzt schon nicht schlecht.
Aber natürlich will der Mensch sich entwickeln und weiterkommen.
Da sollte das Gehalt allerdings nicht vorrangig sein.
Wenn man die Karriereleiter nach oben kommen möchte ist das nachvollziehbar.
Aber die Motivation "ich muss besser sein als andere" bringt nichts denke ich.
Was ist schlimm daran zum Standard zu gehören?
Bzw was ist Standard für dich?
Bist du mit deinem Gehalt und deinem Status standard?
Klar, es geht vielen "besser".
Aber es geht massenhaft Menschen auch schlechter als dir.
Bzw du würdest das als schlechter beschreiben. Aber diese Menschen sind damit glücklich.

Du solltest für dich herausfinden, was wichtiger ist.
Arbeiten, Studieren, Ackern bis zum Umfallen und alles andere bleibt evtl auf der Strecke?
Arbeiten und Studieren und noch dazu Freundin, Familie, Ausgehen etc unter einen Hut bekommen?
Oder glücklich sein mit dem was man hat und es vllt langsamer angehen.

Das musst du für dich wissen. Pauschal kann man dir da keinen Rat geben was falsch ist und was nicht.
Wenn du es dir zutraust tu es.
Wenn nicht würde ich dir abraten.

Setz die Prioritäten so, dass es dir damit gut geht.
Und vergiss mal die anderen 😉
 
Hallo Melliwelli,

du hast es eigentlich auf den Punkt gebracht. Und doch sehe ich keine richtige Lösung, denn du schreibst Arbeiten, studieren, ackern bis zum Umfallen + Familie ect... wenn ich so über diesen Satz nachdenke dann ist das Leben eigentlich viel zu kurz dafür, das heißt irgendwo muss man Abstriche machen.

Und mit den 3000 brutto meinte ich eigentlich schon ein besserverdienendes Beispiel, und nicht dass ich soviel verdiene, bei mir sind es weniger ! Ich wollte damit nur sagen, dass ein Single hiervon niemals groß was ansparen kann.

Und wenn ich sehe wie schnell die letzten 5 Jahre rumgegangen sind, wäre meine Priorität eher noch Richtung etwas weniger Geld, aber mehr vom Leben. Man kann ja auch nie wissen was gesundheitlich noch auf einen zukommt.

Ich bin eigentlich auch ein Typ der seine Gesundheit und Freiheit jeden Tag versucht zu geniesen,ich kann mich auch an kleinen Dingen erfreuen, nur sobald eben am Tisch Themen um den Beruf aufkommen, muss ich eben erkennen dass ich eben dem "Standard" angehöre. Und Standard ist eben für mich stinknormaler Angestellter ohne Studium.

ich wurde neulich auch schonmal gefragt wieso ich "nur" Golf fahre und warum ich nicht studiert hätte. Das ist so ein Beispiel.
Und es geht ja nichtmal um ein Unistudium, sondern um eine Aufstiegsfortbildung (wie sich das heutzutage nennt).

Ich traue es mir ohne Weiteres zu, nur habe ich auch eben die Angst, dass es mich im Endeffekt nicht wirklich weiterbringt.
Ich wollte damit auch nicht alle beamten unter einen Kamm scheren, aber ich weiß definitiv, dass sehr viele punkt 8 uhr hingehen und punkt 16 uhr an der stempeluhr stehen, alles gergelt, und die keinen Finger mehr rühren als notwendig.

Mir ist gleichzeitig bewusst, dass mich dieses Streben nach Erfolg irgendwann auch kaputtmachen würde. Dann versucht man sich wieder an diesem "anderen geht es noch viel schlechter" hochzuziehen.

Ich kann keine klaren Gedanken mehr fassen...
 

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