Das Problem ist mir bekannt, bei mir ist es genau die gleiche Sache. Ich rege mich zum Beispiel auch über meinen "schlechten" Fächer auf, dieses Mal halt Geschichte mit "nur" 12 Punkten, also einer 2+. Und ich muss auch sagen, dass ich auch dazu neige, Noten u.Ä. bei mir selbst äußerst kritisch zu sehen, das liegt einfach in meinem Naturell (bin leider auch Perfektionist)
Das muss allerdings nichts mit mangelnder Bestätigung etc. zu tun haben. Bei mir liegt bzw. lag es vor allem daran, dass ich mehr gemacht haben könnte, wie auch hier geschildert. Und dann noch Faulheit, gepaart mit zu viel nicht schulbezogenen Aktivitäten... Man ärgert sich sehr schnell über sich selbst, weil man eigentlich selber Fehler gemacht hat, die man sich aber auch nicht eingestehen möchte.
Ein anderer Grund könnte Unterforderung sein. Wenn man gute Noten hinterhergeworfen bekommt, hört man auf, etwas dafür zu machen. Vorletztes Jahr hab ich es noch so gehandhabt und kam NUR auf Grund von Sympathien (und dem, was die Lehrer von einem wissen, sei es aus vergangenem Unterricht oder von Kollegen) auf einen Schnitt von 1,08. Ohne dass ich wirklich viel gemacht habe. Das Jahr über ist das praktisch und man lässt sich so daher treiben, und am Ende heißt es "Schade, hätte auch 1,0 werden können." Die vielen Aktivitäten, die Sie beschrieben haben, könnten jedoch auch in eine Überforderung ausarten, die man sich jedoch nicht selber eingestehen will. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, auch einen/mehrere freie Tage zu planen. Auch wenn man das vielleicht nicht einsehen möchte, ist es doch oft eine Möglichkeit.
Was sein könnte - ich will zwar eigentlich nicht den Teufel an die Wand malen, spreche aber leider aus eigener Erfahrung - ist zu hoher psychischer Druck, hört sich ganz danach an.
Ihre Mitschüler gehen auch nicht nett mit ihr um. Sie wird als Streber tituliert.
In meiner Schullaufbahn bin ich von 90% der Mitschüler aufs Übelste fertig gemacht worden und fiel dadurch auch in ein ziemlich tiefes Loch. Schule war mir zu der Zeit ziemlich egal, hab mich trotzdem von den Leistungen zwar halbwegs halten können (Sprung von 1,3 auf 1,9), aber das war reines Glück.
Wir haben einfach Angst um sie, dass sie sich vielleicht mal was antut, weil sie innerlich unglücklich ist. Alles muss für sie perfekt sein und wenn Andere nicht so sind, ist sie untröstlich.
So dumm es sich auch anhören mag - Zeit heilt alle Wunden. Sie wird lernen müssen, dass niemand fehlerfrei ist, und muss lernen, ihre eigenen Fehler zuzugeben. Ich habe gemerkt, dass man weniger angegriffen werden kann, wenn man selber mit sich im Reinen ist. Der größte Feind des Glücks ist meistens der Perfektionismus.
LG, Lexie