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Super Notendurchschnitt und dennoch unzufrieden

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
also ich kanns nicht verstehen das man mit so einem schnitt unzufrieden sein kann ich schaff es gerade eben noch versetzt zu werden und ich bin auch in 8ten klasse gymnasium am besten ihr geht mal zum psychiater
 
eure tochter ist super in der schule, engagiert und wasweißichwas, und trotzdem unglücklich.
sowas wird oft auch bei menschen mit einer essstörung festgestellt....
was ich damit sagen will: kann es sein, dass eure tochter ein übertrieben schlechtes selbstbild hat (muss nicht gleich eine essstörung sein!), bzw ihr selbstwertgefühl im keller ist?
 
also ich kanns nicht verstehen das man mit so einem schnitt unzufrieden sein kann ich schaff es gerade eben noch versetzt zu werden und ich bin auch in 8ten klasse gymnasium am besten ihr geht mal zum psychiater

Du solltest nicht so vorschnell urteilen.

Es mag ja sein, dass du es nicht verstehen kannst, weil du anders denkst. Das steht dir auch zu! Aber jemanden sofort zum Psychater schicken wollen, nur weil er eben nicht so denkt wie du oder die Mehrheit, das finde ich übertrieben.

Dafür kennst du die Umstände gar nicht gut genug. Wir alle kennen die Umstände nicht gut genug, um so ein Urteil zu fällen!

Wenn es dem Mädel doch gut mit ihrem Ehrgeiz geht, lass sie sich doch ihren eigenen Teil über ihr Zeugnis denken - jeder setzt sich selbst andere Maßstäbe.

Solange die Eltern, wie ja auch vom Gast beschrieben, sie wieder ein wenig auf den Boden holen, ist es doch okay. Sie wird das Lob schon wahrnehmen, wird spüren, dass ihre Familie stolz auf sie ist. Vielleicht nicht sofort, weil sie sich im Moment noch zu viel ärgert - aber später auf jeden Fall, wenn sie nochmal drüber nachdenkt.

Deshalb würde ich nicht sofort einen Menschen als "krank" oder "unnormal" abstempeln (so hatte sich für mich der letzte Teil deines Beitrags angehört) - sondern eher den nahestehenden Menschen, die um Rat fragen, raten, die Situation genau zu beobachten. Sie werden schon merken, wenn das Ganze in einen "ungesunden" Bereich abdriftet... und entsprechend handeln.
 
Unsere Tochter, 8. Klasse Gymnasium, hat heute ihr Jahreszeugnis erhalten. Wie zu erwarten ist es wieder super gut ausgefallen mit einem Durchschnitt von 1,3.
Sie ist dennoch unzufrieden und enttäuscht, weil sie keine 1,0 hat. Das hatte sie früher immer in der Grundschule.
Wir sind total schockiert. Wir loben sie natürlich und sagen ihr immer, dass das doch Klasse ist und setzen sie auch nicht unter Druck.
Wir wissen einfach nicht mehr weiter...

Ihr lobt sie, wenn sie gute Noten bekommt. Das kann auch Druck ausüben sein - subtil. Denn eigentlich wollt ihr ja, dass sie gute Noten bekommt - welche Eltern wollen das nicht. Das ist nicht schlecht. Kann aber zu schlechtem Ergebnis führen, was ihr ja in der Praxis erlebt.

Auf den ersten Blick würde ich sagen, sie ist mit sich selbst so unzufrieden und im Unfrieden, dass NICHTS was sie leistet an äußeren Dingen ihr wirklich befriedigung schaffen kann. Das ist das simpelste und häufigste Symptom bei Schülern.
 
guten tag gast
sie können natürlich sehr stolz auf ihre tochter sein denn sie ist sehr gut ingrieniert in der klasse.so kann sie auch viel schneller eine lehrstelle finden.vileicht hat ihre tochter das problem :überforderung ,gehen sîe doch mal mit ihr einen ausflug machen.oder mal einfach relaxen vieleicht nützts ja etwas und sie erwartet nicht mer so viel von ihr selber
ich hoffe ich konnte ihnen behilflich sein
alles liebe und gutte ( viel glück)
jena
 
Das Problem ist mir bekannt, bei mir ist es genau die gleiche Sache. Ich rege mich zum Beispiel auch über meinen "schlechten" Fächer auf, dieses Mal halt Geschichte mit "nur" 12 Punkten, also einer 2+. Und ich muss auch sagen, dass ich auch dazu neige, Noten u.Ä. bei mir selbst äußerst kritisch zu sehen, das liegt einfach in meinem Naturell (bin leider auch Perfektionist)

Das muss allerdings nichts mit mangelnder Bestätigung etc. zu tun haben. Bei mir liegt bzw. lag es vor allem daran, dass ich mehr gemacht haben könnte, wie auch hier geschildert. Und dann noch Faulheit, gepaart mit zu viel nicht schulbezogenen Aktivitäten... Man ärgert sich sehr schnell über sich selbst, weil man eigentlich selber Fehler gemacht hat, die man sich aber auch nicht eingestehen möchte.

Ein anderer Grund könnte Unterforderung sein. Wenn man gute Noten hinterhergeworfen bekommt, hört man auf, etwas dafür zu machen. Vorletztes Jahr hab ich es noch so gehandhabt und kam NUR auf Grund von Sympathien (und dem, was die Lehrer von einem wissen, sei es aus vergangenem Unterricht oder von Kollegen) auf einen Schnitt von 1,08. Ohne dass ich wirklich viel gemacht habe. Das Jahr über ist das praktisch und man lässt sich so daher treiben, und am Ende heißt es "Schade, hätte auch 1,0 werden können." Die vielen Aktivitäten, die Sie beschrieben haben, könnten jedoch auch in eine Überforderung ausarten, die man sich jedoch nicht selber eingestehen will. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, auch einen/mehrere freie Tage zu planen. Auch wenn man das vielleicht nicht einsehen möchte, ist es doch oft eine Möglichkeit.

Was sein könnte - ich will zwar eigentlich nicht den Teufel an die Wand malen, spreche aber leider aus eigener Erfahrung - ist zu hoher psychischer Druck, hört sich ganz danach an.
Ihre Mitschüler gehen auch nicht nett mit ihr um. Sie wird als Streber tituliert.
In meiner Schullaufbahn bin ich von 90% der Mitschüler aufs Übelste fertig gemacht worden und fiel dadurch auch in ein ziemlich tiefes Loch. Schule war mir zu der Zeit ziemlich egal, hab mich trotzdem von den Leistungen zwar halbwegs halten können (Sprung von 1,3 auf 1,9), aber das war reines Glück.

Wir haben einfach Angst um sie, dass sie sich vielleicht mal was antut, weil sie innerlich unglücklich ist. Alles muss für sie perfekt sein und wenn Andere nicht so sind, ist sie untröstlich.
So dumm es sich auch anhören mag - Zeit heilt alle Wunden. Sie wird lernen müssen, dass niemand fehlerfrei ist, und muss lernen, ihre eigenen Fehler zuzugeben. Ich habe gemerkt, dass man weniger angegriffen werden kann, wenn man selber mit sich im Reinen ist. Der größte Feind des Glücks ist meistens der Perfektionismus.

LG, Lexie
 

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