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Gast
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Hallo,
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin. Sicher könnt ihr mir einen Fingerzeig geben, aber was ich brauche, ist wirklich professionelle Hilfe. Vielleicht kennt ihr Adressen, Telefon-Nr.'n von Leuten, die mir da genauere Tips geben können, denn man bekommt hier nur sehr schwer eine Therapie.
Ich weiß auch nicht, wo ich anfangen soll. Ich erzähle jetzt hier mal etwas, wenn es jemanden bekannt vorkommt, dann sagt es mir. Es ist mir jetzt so wichtig, eine Lösung zu finden.
Ich bin weiblich, jetzt 23 Jahre Alt und lebe jetzt im Ruhrgebiet.
Als Kind hatte ich es schon nicht leicht. Es fing in der 2. Klasse an. Ich war gerade mal 7 Jahre alt, als ich von älteren Schülern misshandelt worden bin.
Ich wollte immer Hochzeit spielen, hatte ein Prinzessinnenkleid was ich sehr gerne anzog. Ein älterer Junge, sicher 14 wollte mich "Heiraten" Wir trafen uns auf einem Platz, in der Nähe des Elternhauses, versteckt in einer Ecke. Dann haben wir halt Hochzeit gespielt und danach meinten die älteren, dass da noch mehr zu gehört. Ich wusste damals noch nicht mal, wo die Babys überhaupt herkamen. Man gab mir eine schmutzige Pommesgabel und sagte mir, dass ich mir die jetzt in die Scheide (Muschi) stecken müsste. Ich wollte das nicht, aber nach vielen Drängen musste ich es tun. Danach hatte mich einer der Jungs gepackt und mir meine Jungfräulichkeit genommen...Erinnerungen daran habe ich aber genau nicht. Ich wusste nicht, wie mir geschah, was es bedeutete.
In der Schule wurde ich daraufhin immer gehänselt. Die anderen Kinder haben immer "Pommesgabel" geschrien, mich manchmal auch getreten oder geschlagen, wie es ihnen passte. Ich war gebrochen, mein Wille. Ich war schlecht, hatte üble Noten. Was geschehen war, habe ich nie jemanden erzählt. Ich habe mir auch keinen Freund gesucht. Niemand mochte mich, alle fanden mich Eckelhaft, weil ich mir ne Pommesgabel in die Scheide schieben musste...weil ich es tat. Es wurde rumerzählt, Lehrer bemerkten nichts, taten es nur als kindisches Verhalten ab. Und ich sagte nichts, auch nicht, nachdem eine Lehrerin mit mir sprechen wollte. Wegen der Noten, wegen allem...
Ich bin dann mal zur Kur gekommen, nach Sylt. Dort habe ich andere Kinder kennengelernt, die nichts davon wussten. Die mich nicht kannten und ich merkte, dass es nette Leute waren. Ich hab dort auch Freunde gefunden, Brieffreunde. Aber auch da war ich immer allein, hab mich zurückgezogen und Jungs auf Abstand gehalten. Ich hab nur die Betreuer gemocht, und denen fast ständig am Rockzipfel gehangen. Deshalb erntete ich auch dort sehr schnell ablehnung, bzw hatte ich so empfunden. Als ich wieder zurück war, ging die Schinderei in der Schule weiter. Ich kam irgendwann auf die Hauptschule, wurde auch da nur geärgert auf dem Schulhof in den Pausen. Die Lehreraufsicht tat nichts. Mein sexuelles Empfinden war später ebenfalls gestört. Natürlich versuchte ich meinen Körper selbst zu entdecken, aber es war unendlich schmerzhaft, als ich verstand, worum es ging. Nur ich verdrängte, nie wieder wollte ich je etwas davon wissen. Die Hauptschule hatte etwas verändert. Ich habe meinen Klamottenstil geändert, nachdem man mir sagte, dass ich so unmodern rumlaufen würde, da ich die Klamotten meines Bruders trug. Ausserdem schleimte ich mich ständig bei Lehrern ein. Für mich war es haltsuchend, aber ich habe es dann nicht mehr getan. Ich war trotzdem allein, nur ein anderer Junge, der wie ein guter Freund war, mit dem konnte ich mich dann hin und wieder auf dem Schulhof unterhalten. Dieser Mensch war zerrüttelt, trug jedentag die gleichen Klamotten, roch nicht so gut. Wohnte einem Ort weiter. Aber ich konnte mich unterhalten, auch wenn ich immer etwas auf abstand war. Da ich mit ihm redete, waren wir beide bald aussenseiter. Ich empfand aber nichts, keine Liebe, doch er machte auch keine Anstalten. Irgendwann war er weg, er kam nicht mehr zur Schule. Ich machte mir Sorgen um ihn und fuhr ihn dann besuchen. Dann sah ich das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Die Gardienen waren zugezogen, Maden klebten an den Fenstern...hier wohnte eine Messi-Familie. Es war einfach nur eckelhaft. Er kam nicht, ich konnte es nciht verstehen, dass es eine Krankheit war. Das Jugendamt hatte ihn mitgenommen, ich habe ihn nie wieder gesehen. Die Familie war arbeitslos und bei einem Rettungsdienst ehrenamtlich tätig. Er wollte so gerne Schausteller werden....
Ich war wieder ganz alleine, wurde konfirmiert und konnte mir endlich neue Klamotten kaufen. Meine Eltern sahen, wie wichtig es war, und kauften mir und vor allem meiner kleinen Schwester ebenfalls etwas. Ich lernte dabei eine gute Freundin kennen, mit der ich ebenfalls sehr lange Briefkontakt hielt. Mittlerweile hatte ich in Star Trek halt gefunden, wurde Fan davon und konnte somit Kontakte knüpfen. Es war recht schön gewesen, vor allem, als ich endlich mal Herzlichkeit empfand. Aber verliebt hatte ich mich nie wirklich. Ich ließ mich auch von Männern nicht anfassen, und entwickelte eine gewisse Angst. Doch irgendwie hatte einer es geschafft, mich doch in den Arm nehmen zu dürfen. Bis es wieder zu den Punkt Sex kam. Da war schluss. Ich hatte einfach nur Angst...einfach nur schreckliche Angst.
Nach meinem Hauptschulabschluss machte ich die Realschule. Langsam wurde ich besser, hatte den zweitbesten Abschluss der Hauptschule in unserer Klasse. Die Realschule schaffte ich dann mit viel Biegen und brechen, aber ich war unendlich stolz, als ich das hatte. Ich habe mich daraufhin bei einer Sozialpflegeschule beworben, und wurde angenommen. Dort wurde es besser. Ich lernte endlich, dass man sich mit anderen auch unterhalten konnte. Die Vergangenheit versank oder schien zumindest zu schweigen. Auch den Abschluss machte ich, und stürzte mich dann ins Berwerberleben. Nun, ich bekam eine Stelle in der nächstgrößeren Stadt. Ich fing eine Ausbildung in der Krankenpflege an. Doch mein Selbstvertrauen war ziemlich kaputt. Da ich aber schon immer mal in der Astronomie tätig sein wollte, meldete ich mich bei der Sternwarte an und wurde promt mitglied. Diese Menschen haben mir sehr viel halt gegeben. Und: ich habe mich das erste mal wieder auch von Jungs und Männern knuddeln lassen. Ich habe die frühe Vergangenheit verdrängt, vergessen...ich hab mich sogar Verliebt. Der Junge war auch Star Trek Fan, aber er verstand auch die Astronomie. Nun, es wurde nichts aus uns, aber diese Menschen haben den Bann gebrochen. Auch das Leben in der Großstadt.
Leider klappte es mit der KPH-Ausbildung nicht wirklich. ich kam nicht klar. Vor allem nicht damit, dass sich geistig Behinderte selbst befridigten. Der Ekel kehrte zurück, der Alptraum...die Vergangenheit.
Die Angst war wieder da, aber nur im Krankenhaus...ausserhalb war es ok, keiner dieser Menschen der Sternenwarte wollte mit mir schlafen. Niemand machte auch nur anstalten. Ich lernte sogar vertrauen. Ich fuhr im Auto mit, war dann 18, aber hatte keinen Führerschein. Kein Geld.
In der Ausbildung wurde ich dann rausgeschmissen. Ich hab mich nicht getraut zu sagen, dass die anderen mich Mobbten, denn das taten sie. Ich konnte auch niemanden sagen, dass ich mit Männern nicht klar kam. Ich hatte Angst gehen zu müssen, aber genau das ist geschehen. Ich musste zu den Eltern zurück...schrecklich. Der alte Ort wieder. Ich liebe meine Eltern, aber nicht den Ort, an dem ich aufgewachsen war...
Ich habe dann mit Hilfe meiner Sternwarten-Freunde meinen jetzigen Beruf gefunden. Man gab mir den Tip und der war richtig. Ich wollte aber vorher wissen, auf was ich mich einlies, und hatte dann ein unbezahlten Praktikum gemacht. Meine Eltern unterstützten mich, wie sie konnten. Mit Geld vor allem. Mit der Fahrkarte, mit der Mitgliedschaft im Bus, das Dorf hatte sich einen kleinen Verein gegründet, um einen Van anzuschaffen, damit mehrere Leute zusammen zum nächsten Bahnhof fahren konnten. Ich fuhr 8 Wochen hin und her und mein Entschluss stand fest: Ich werde MTRA.
Ich habe dann nach einer Stelle gesucht, und bin gegen den Willen meiner Eltern in einer etwas weiter entfernten Stadt an der Ostsee gelandet. Dort lernte ich dann wirklich Freiheit, und mein Leben änderte sich. Ich lernte dort die schwarze Szene kennen, bin seitdem in dieser beweglich, ich lernte das Internet kennen, fand dadurch Freunde, ich lernt aber auch Freunde vor Ort kennen, aber trotzdem war ich immer noch irgendwie einzelgänger. Mir fiel es schwer unter Leute zu gehen, vor allem erlebte ich noch einen schlimmen Schicksalsschlag. Eine sehr gute Freundin, die meine Schwester hätte sein können, verstarb an Krebs. Einfach so, ich habe sie besucht im Krankenhaus, ihre Hand gehalten. Plötzlich war sie aus meinem Leben verschwunden. Die Seebestattung war eine wunderschöne Reise...ein sehr würdiger Abschied. Ich habe sie geliebt, nicht als Frau, sondern als Schwester. Wie eine echte Schwester. Durch sie lernte ich dann meine spätere Freundin kennen, wir waren 3 Jahre zusammen. Zwischendruch hatten wir immer wieder Beziehungspausen, da ich selbst mit meiner Psyche nicht klar kam. Ich begann dann auch mit dem Ritzen...
Seit 2002 habe ich dann geritzt. Es war für mich immer wieder eine Befriedigung, mein eigenes Blut zu sehen, und schmerz zu spüren. Ich wohnte in einer WG und meine Mitbewohnerin hatte mich um die Miete betrogen. Beinahe wäre ich aus der Wohnung rausgeflogen....hatte viel ärger. Meine Freundin verstand nicht, dass es mir schlecht geht. Sie musste auch nichts von meiner Vergangenheit wissen und weiß es bis heute nicht. Sie ist für mich nun weit weg...wir sehen uns ab und zu.
Die Angst vor Männern verschwand, eine Fahrstuhlphobie kam dafür, hielt aber auch nicht lange an. Ich habe dann irgendwie gedacht "Hey, empfindest du eigentlich irgendwas bei Männern?" Und hab mich dann abschleppen lassen...3 mal, einmal hatte ich etwas empfunden.
Wegen meiner Ex kam ich nun ins Ruhrgebiet, ich lebe hier seit 2004, nach dem ich mein Examen erfolgreich abgeschlossen hatte. Ich wollte mit meiner Ex ein schönes Leben...aber ich habe sie verloren, weil ich einen anderen Mann kennengelernt hatte. Und jetzt?
Jetzt lebe ich in einer kleinen zwei Zimmer wohnung, in einem Schwesternwohnheim im Krankenhaus. Mein Zimmer verkommt, ist unaufgeräumt, Müllbeutel stapeln sich, Habe auch keine Lust den Abwasch zu machen. ich arbeite als MTRA, in einem anderen Krankenhaus, auf Zeitvertrag. Ich sehe jeden Tag Menschn, die sterben aber trotzdem noch unbedingt Diagnostik benötigen. Das macht mich schon recht fertig.
Ich habe kein Lust mehr mein Leben zu leben, und vor zwei Jahren dachte ich, dass ich schon mal eine Therapie brauchte. Ich hatte sogar eine Weile nicht mehr geritzt, jetzt aber, vor einem halben Jahr wieder angefangen. Und es wird nur noch schlimmer...
ich habe wieder einen verdammt guten Freund, wo ich lange dachte, dass er mir irgendwas verschweigt. Letztes Wochenende waren wir auf einer veranstaltung. Ich habe kaum was bemerkt. Er ist gefahren, war aber wohl schon alkoholisiert. Wir sind zusammen gefahren. Wir hatten viel Spaß am Freitag abend, aber das schlug plötzlich um. Ich hatte angst, eine befürchtung, dass er wieder krank sein würde...dass er wieder unehrlich ist, und das ist geschehen. Freitag wollten wir ein Taxi nehmen, er hatte sehr viel Bier getrunken und wollte noch fahren. Ich hab ihn davon abgebracht. Wir wohnten in einer Pension, etwa 4 km vom Veranstaltungsort entfernt. Samstags lag er den ganzen Tag im Bett...er hat mir immer wieder versprochen, dass es ihm gleich besser ging. Er sagte mir, dass er Herzmedikamente vergessen hätte zu nehmen. Er wollte nur schnell zur Pension. Ich bin mitgefahren und wir fuhren zusammen zurück. Ich merkte noch nichts. Er hatte es gut versteckt, doch irgendwie habe ich es dann am Nachmittag gerochen...er hat getrunken, als er nochmal fahren wollte, hielt ich ihn davon ab, warf ihn das an den Kopf. Eine Freundin kreuzte den weg, die ich darum bat, dass sie ihm nach Hause fuhr, weil er selbst nicht fahren durfte. Er schaute mich böse an, aber es musste sein. Dann lag er den ganzen Abend im Bett...gewartet habe ich umsonst. Sonntags ebenso. Ich konnte nicht mehr, alles stürzte auf mich ein, der Stress der Arbeit, den ich an diesem WE vergessen wollte. Die Vergangenheit, die immer wieder da war, auch wenn sie schwieg, die Angst, ihn zu verlieren, Er ist mein Bruder! Ich liebe ihn vom Herzen, so wie meine verstorbene Freundin damals. Alles war plötzlich Sinnlos, das ganze Leben. Ich setzte mich alleine in eine Ecke, die anderen kümmerte es nicht. Selbst Freunde die mir sagten, dass sie immer für mich da waren, kümmerte es nicht....ich war alleine, und wollte mich umbringen.
Ich nahm eine Glasscherbe und ritzte mir in den Finger. Pilze waren drumm herum, ich nahm einen, und drückte den Saft auf der Wunde aus. Ob er giftig war wusste ich nicht....ich wollte das Risiko eingehen. Dann ein paar Sekunden später, ein brennen...dann die Panik und der Gedanke "Du willst das nicht wirklich. Ist er dir das Wert?" Nein, auch wenn ich ihn Liebe, ich musste leben um ihn zu retten! Also habe ich mit aller Kraft das evtl. Gift wieder aus den Finger gesogen, und ausgespuckt, wie man es mit Schlangengift tut. Mir wurde schwindelig, ich wusste, dass mich hier keiner Finden würde...
Ich wollte schlafen, war müde, doch der Wille das jetzt zu überleben war stark. Ich musste zurückkehren, wenn ich umkippte, konnte man mir evtl noch helfen. Also hab ich das getan. Ich bin zurück, habe mir nichts anmerken lassen...
Am Sonntag morgen wollte ich wieder mit meinen Kumpel von der Pension zum Veranstaltungsort. Ich hatte eine Flasche Absinth auf dem Nachtschrank, bevor ich Duschen ging, war sie voll. Als ich wiederkam zu ein viertel Leer. Da wusste ich es. Und ich hilt ihn quasi die Pistole auf die Brust. Ich wurde sehr direkt. "Hast du ein Alkoholproblem" habe ich ihn gefragt. Und endlich...endlich öffnete er sich mir. Er hat mir viel erzählt und mein Verständnis geweckt. Ich habe meine Großeltern schon an Alkohol verloren! Und ich selbst stehe auch kurz vor der Schwelle. Fast jedes WE besaufe ich mich wegen der Arbeit und mein Leben, um zu vergessen, doch er musste trinken. Freunde wollte mit ihm sprechen, die aber nichts davon wussten. Er ist Rückfällig geworden, schon seit ein paar Monaten. Er hatte eine lange Therapie gemacht, wo er mir erzählt hatte, dass es wegen seinem Herzen war. Den ganzen Sonntag hatte er getrunken, und ich dann am Abend. Ich dachte, es ginge mir wieder gut, aber dem war nicht so. Montag morgen wachte ich wieder neben ihm auf und ich dachte, er hätte jetzt sich zusammengerissen, aber dem war nicht so. Er hatte ein Bier getrunken. Ich dachte auch, dass der 'Pegel' es brauchte, und bei einem starken Alkoholiker ist das wie nix. Wir wollten wieder richtig nach Hause fahren, waren vorher noch am Veranstaltungsort. Ich habe ihn geschworen, neben ihm zu sitzen wenn die anderen mit ihm redeten. Er war dann zwischendruch nochmal nach mal wohl zur Tankstelle gefahren, um sich stoff zu holen...und dann redeten wir. Er hat auch den anderen ausgewählten Freunden erzählt, dass er Alkoholiker ist. Und er hat ein Versprechen gegeben...dass er es nciht mehr tut, bzw dass er was tut.
Ich habe erkannt, dass ich auch sehr krank bin, aber habe es immer wieder verdrängt. Auch letztes Halloween, als Freunde sich gegen mich stellten und mir rieten, eine Therapie zu machen, dachte ich, dass sie mir nur böses wollten.
Am letzten Wochenende habe ich sehr viele Leute angeschrieen und dumm angemacht. Ich bin in einem Moment ausgegliechen und ruhig, so wie ich sein möchte, und im nächsten Moment schnauze ich jemanden so dermaßen an, dass der jenige weinen muss...es tut mir unendlich leid, aber ich weiß nicht mehr weiter.
Auf der Rückfahrt hat er weiter getrunken....ich konnte es nicht glauben, dass er am Steuer trank. Ich dachte mir, dass er für den Pegel wenigstens ein bisschen brauchte. Aber er konnte nicht aufhören, trank mehr und mehr und baute fast zwei unfälle. Wieder wollte ich sterben. Ich nahm 4 Buscopan auf einmal und trank das Fläschchen Kümmerling, was ich von ihm erstanden hatte komplett dazu aus. Es war Dumm, aber ich wollte nciht den Unfall spüren. Und wieder begann mein Verstand zu arbeiten...wieder wusste ich, dass nicht nur wir beide sterben konnten. Mein Verstand hat mein Handeln dann nur noch überdeckt. Es gab noch eine Chance...und es MUSSTE sein. Vielleicht würde er mich dafür hassen...aber er hätte mich mehr gehasst, wenn ich es nicht getan hätte und es doch ein Leben nach dem Tod gegeben hätte. Er hielt an der Seite an, ging raus zur Tankstelle, musste sich mehr Stoff holen. Ich hab die Polizei gerufen...ließ ihn nicht mehr ins Auto. Sie kamen, nahmen ihn mit. Da ich keinen Führerschein habe, und kein strom mehr auf dem Handy, musste ich zusehen, wie ich jetzt weiter kam. Das zuhause war etwa 300km weit weg. Ein Taxistand gab mir hilfe. Dort durfte ich mein Handy aufladen. Ich fragte die Polizeistelle, wie ich nun hin und her kam. Also nahm ich mir ein Taxi und fuhr hin.
Er weinte....ich hatte auch seine Eltern informiert, auch wenn er 10 Jahre älter als ich ist. Er telefonierte mit seiner Mutter....Er war fertig mit den Nerven, ich auch, aber das merkte ich da nicht. Er schloss mich nur in dei Arme und dankte mir. Wir haben überlebt.
Nun, ein Taxi brachte uns nach hause. Seine Eltern zahlten es. Er trank noch weiter. Abhalten kann man ihn nicht, das weiß ich. Ich war völlig ruhig, hatte ihn auf meinen Knien liegen und wollte ihn Beistand geben. Als seine Fläschchen leer waren, schaute er immer wieder danach, ob nicht doch noch eins da war. Das beruhigte ihn offensichtlich. Bei seinen Eltern wollte er weiter trinken, aber das konnte er nicht. Ich wurde vom Vater nach Hause gefahren.
Zuhause war alles ok. Ich setzte mich wieder ans Internet und schrieb den anderen, dass ich zuhause war. Ich hatte ja viele unterwechs angerufen, nachdem mein Handy wieder voller war. Mir schien es gut zu gehen.
Am nächsten Tag war ich auf Arbeit...und bin zusammengebrochen. Nicht nur deshalb wollte ich zum Arzt, sondern auch, weil ich auf meiner Linken Brust einen Knoten getastet hatte...seit zwei Wochen.
Ich war da, bin jetzt erstmal für eine Woche Krank geschrieben. Vorhin habe ich schon Psychologen angerufen, aber niemand war da...
Ich weiß nicht mehr weiter. Ich brauche HILFE. Momentan fühle ich mich nicht Suicidgefährdet, aber der Gedanke "ich hätte Tod sein können und vor allem andere auch." ist im Nacken. Mir ist Eiskalt und schwindelig...
Wenn das jemand gelesen hat, dann danke ich dafür. Ich werde selbst auch keinen Alkohol mehr anrühren....Nie wieder. Zu nah ist die Schwelle.
Katrin
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin. Sicher könnt ihr mir einen Fingerzeig geben, aber was ich brauche, ist wirklich professionelle Hilfe. Vielleicht kennt ihr Adressen, Telefon-Nr.'n von Leuten, die mir da genauere Tips geben können, denn man bekommt hier nur sehr schwer eine Therapie.
Ich weiß auch nicht, wo ich anfangen soll. Ich erzähle jetzt hier mal etwas, wenn es jemanden bekannt vorkommt, dann sagt es mir. Es ist mir jetzt so wichtig, eine Lösung zu finden.
Ich bin weiblich, jetzt 23 Jahre Alt und lebe jetzt im Ruhrgebiet.
Als Kind hatte ich es schon nicht leicht. Es fing in der 2. Klasse an. Ich war gerade mal 7 Jahre alt, als ich von älteren Schülern misshandelt worden bin.
Ich wollte immer Hochzeit spielen, hatte ein Prinzessinnenkleid was ich sehr gerne anzog. Ein älterer Junge, sicher 14 wollte mich "Heiraten" Wir trafen uns auf einem Platz, in der Nähe des Elternhauses, versteckt in einer Ecke. Dann haben wir halt Hochzeit gespielt und danach meinten die älteren, dass da noch mehr zu gehört. Ich wusste damals noch nicht mal, wo die Babys überhaupt herkamen. Man gab mir eine schmutzige Pommesgabel und sagte mir, dass ich mir die jetzt in die Scheide (Muschi) stecken müsste. Ich wollte das nicht, aber nach vielen Drängen musste ich es tun. Danach hatte mich einer der Jungs gepackt und mir meine Jungfräulichkeit genommen...Erinnerungen daran habe ich aber genau nicht. Ich wusste nicht, wie mir geschah, was es bedeutete.
In der Schule wurde ich daraufhin immer gehänselt. Die anderen Kinder haben immer "Pommesgabel" geschrien, mich manchmal auch getreten oder geschlagen, wie es ihnen passte. Ich war gebrochen, mein Wille. Ich war schlecht, hatte üble Noten. Was geschehen war, habe ich nie jemanden erzählt. Ich habe mir auch keinen Freund gesucht. Niemand mochte mich, alle fanden mich Eckelhaft, weil ich mir ne Pommesgabel in die Scheide schieben musste...weil ich es tat. Es wurde rumerzählt, Lehrer bemerkten nichts, taten es nur als kindisches Verhalten ab. Und ich sagte nichts, auch nicht, nachdem eine Lehrerin mit mir sprechen wollte. Wegen der Noten, wegen allem...
Ich bin dann mal zur Kur gekommen, nach Sylt. Dort habe ich andere Kinder kennengelernt, die nichts davon wussten. Die mich nicht kannten und ich merkte, dass es nette Leute waren. Ich hab dort auch Freunde gefunden, Brieffreunde. Aber auch da war ich immer allein, hab mich zurückgezogen und Jungs auf Abstand gehalten. Ich hab nur die Betreuer gemocht, und denen fast ständig am Rockzipfel gehangen. Deshalb erntete ich auch dort sehr schnell ablehnung, bzw hatte ich so empfunden. Als ich wieder zurück war, ging die Schinderei in der Schule weiter. Ich kam irgendwann auf die Hauptschule, wurde auch da nur geärgert auf dem Schulhof in den Pausen. Die Lehreraufsicht tat nichts. Mein sexuelles Empfinden war später ebenfalls gestört. Natürlich versuchte ich meinen Körper selbst zu entdecken, aber es war unendlich schmerzhaft, als ich verstand, worum es ging. Nur ich verdrängte, nie wieder wollte ich je etwas davon wissen. Die Hauptschule hatte etwas verändert. Ich habe meinen Klamottenstil geändert, nachdem man mir sagte, dass ich so unmodern rumlaufen würde, da ich die Klamotten meines Bruders trug. Ausserdem schleimte ich mich ständig bei Lehrern ein. Für mich war es haltsuchend, aber ich habe es dann nicht mehr getan. Ich war trotzdem allein, nur ein anderer Junge, der wie ein guter Freund war, mit dem konnte ich mich dann hin und wieder auf dem Schulhof unterhalten. Dieser Mensch war zerrüttelt, trug jedentag die gleichen Klamotten, roch nicht so gut. Wohnte einem Ort weiter. Aber ich konnte mich unterhalten, auch wenn ich immer etwas auf abstand war. Da ich mit ihm redete, waren wir beide bald aussenseiter. Ich empfand aber nichts, keine Liebe, doch er machte auch keine Anstalten. Irgendwann war er weg, er kam nicht mehr zur Schule. Ich machte mir Sorgen um ihn und fuhr ihn dann besuchen. Dann sah ich das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Die Gardienen waren zugezogen, Maden klebten an den Fenstern...hier wohnte eine Messi-Familie. Es war einfach nur eckelhaft. Er kam nicht, ich konnte es nciht verstehen, dass es eine Krankheit war. Das Jugendamt hatte ihn mitgenommen, ich habe ihn nie wieder gesehen. Die Familie war arbeitslos und bei einem Rettungsdienst ehrenamtlich tätig. Er wollte so gerne Schausteller werden....
Ich war wieder ganz alleine, wurde konfirmiert und konnte mir endlich neue Klamotten kaufen. Meine Eltern sahen, wie wichtig es war, und kauften mir und vor allem meiner kleinen Schwester ebenfalls etwas. Ich lernte dabei eine gute Freundin kennen, mit der ich ebenfalls sehr lange Briefkontakt hielt. Mittlerweile hatte ich in Star Trek halt gefunden, wurde Fan davon und konnte somit Kontakte knüpfen. Es war recht schön gewesen, vor allem, als ich endlich mal Herzlichkeit empfand. Aber verliebt hatte ich mich nie wirklich. Ich ließ mich auch von Männern nicht anfassen, und entwickelte eine gewisse Angst. Doch irgendwie hatte einer es geschafft, mich doch in den Arm nehmen zu dürfen. Bis es wieder zu den Punkt Sex kam. Da war schluss. Ich hatte einfach nur Angst...einfach nur schreckliche Angst.
Nach meinem Hauptschulabschluss machte ich die Realschule. Langsam wurde ich besser, hatte den zweitbesten Abschluss der Hauptschule in unserer Klasse. Die Realschule schaffte ich dann mit viel Biegen und brechen, aber ich war unendlich stolz, als ich das hatte. Ich habe mich daraufhin bei einer Sozialpflegeschule beworben, und wurde angenommen. Dort wurde es besser. Ich lernte endlich, dass man sich mit anderen auch unterhalten konnte. Die Vergangenheit versank oder schien zumindest zu schweigen. Auch den Abschluss machte ich, und stürzte mich dann ins Berwerberleben. Nun, ich bekam eine Stelle in der nächstgrößeren Stadt. Ich fing eine Ausbildung in der Krankenpflege an. Doch mein Selbstvertrauen war ziemlich kaputt. Da ich aber schon immer mal in der Astronomie tätig sein wollte, meldete ich mich bei der Sternwarte an und wurde promt mitglied. Diese Menschen haben mir sehr viel halt gegeben. Und: ich habe mich das erste mal wieder auch von Jungs und Männern knuddeln lassen. Ich habe die frühe Vergangenheit verdrängt, vergessen...ich hab mich sogar Verliebt. Der Junge war auch Star Trek Fan, aber er verstand auch die Astronomie. Nun, es wurde nichts aus uns, aber diese Menschen haben den Bann gebrochen. Auch das Leben in der Großstadt.
Leider klappte es mit der KPH-Ausbildung nicht wirklich. ich kam nicht klar. Vor allem nicht damit, dass sich geistig Behinderte selbst befridigten. Der Ekel kehrte zurück, der Alptraum...die Vergangenheit.
Die Angst war wieder da, aber nur im Krankenhaus...ausserhalb war es ok, keiner dieser Menschen der Sternenwarte wollte mit mir schlafen. Niemand machte auch nur anstalten. Ich lernte sogar vertrauen. Ich fuhr im Auto mit, war dann 18, aber hatte keinen Führerschein. Kein Geld.
In der Ausbildung wurde ich dann rausgeschmissen. Ich hab mich nicht getraut zu sagen, dass die anderen mich Mobbten, denn das taten sie. Ich konnte auch niemanden sagen, dass ich mit Männern nicht klar kam. Ich hatte Angst gehen zu müssen, aber genau das ist geschehen. Ich musste zu den Eltern zurück...schrecklich. Der alte Ort wieder. Ich liebe meine Eltern, aber nicht den Ort, an dem ich aufgewachsen war...
Ich habe dann mit Hilfe meiner Sternwarten-Freunde meinen jetzigen Beruf gefunden. Man gab mir den Tip und der war richtig. Ich wollte aber vorher wissen, auf was ich mich einlies, und hatte dann ein unbezahlten Praktikum gemacht. Meine Eltern unterstützten mich, wie sie konnten. Mit Geld vor allem. Mit der Fahrkarte, mit der Mitgliedschaft im Bus, das Dorf hatte sich einen kleinen Verein gegründet, um einen Van anzuschaffen, damit mehrere Leute zusammen zum nächsten Bahnhof fahren konnten. Ich fuhr 8 Wochen hin und her und mein Entschluss stand fest: Ich werde MTRA.
Ich habe dann nach einer Stelle gesucht, und bin gegen den Willen meiner Eltern in einer etwas weiter entfernten Stadt an der Ostsee gelandet. Dort lernte ich dann wirklich Freiheit, und mein Leben änderte sich. Ich lernte dort die schwarze Szene kennen, bin seitdem in dieser beweglich, ich lernte das Internet kennen, fand dadurch Freunde, ich lernt aber auch Freunde vor Ort kennen, aber trotzdem war ich immer noch irgendwie einzelgänger. Mir fiel es schwer unter Leute zu gehen, vor allem erlebte ich noch einen schlimmen Schicksalsschlag. Eine sehr gute Freundin, die meine Schwester hätte sein können, verstarb an Krebs. Einfach so, ich habe sie besucht im Krankenhaus, ihre Hand gehalten. Plötzlich war sie aus meinem Leben verschwunden. Die Seebestattung war eine wunderschöne Reise...ein sehr würdiger Abschied. Ich habe sie geliebt, nicht als Frau, sondern als Schwester. Wie eine echte Schwester. Durch sie lernte ich dann meine spätere Freundin kennen, wir waren 3 Jahre zusammen. Zwischendruch hatten wir immer wieder Beziehungspausen, da ich selbst mit meiner Psyche nicht klar kam. Ich begann dann auch mit dem Ritzen...
Seit 2002 habe ich dann geritzt. Es war für mich immer wieder eine Befriedigung, mein eigenes Blut zu sehen, und schmerz zu spüren. Ich wohnte in einer WG und meine Mitbewohnerin hatte mich um die Miete betrogen. Beinahe wäre ich aus der Wohnung rausgeflogen....hatte viel ärger. Meine Freundin verstand nicht, dass es mir schlecht geht. Sie musste auch nichts von meiner Vergangenheit wissen und weiß es bis heute nicht. Sie ist für mich nun weit weg...wir sehen uns ab und zu.
Die Angst vor Männern verschwand, eine Fahrstuhlphobie kam dafür, hielt aber auch nicht lange an. Ich habe dann irgendwie gedacht "Hey, empfindest du eigentlich irgendwas bei Männern?" Und hab mich dann abschleppen lassen...3 mal, einmal hatte ich etwas empfunden.
Wegen meiner Ex kam ich nun ins Ruhrgebiet, ich lebe hier seit 2004, nach dem ich mein Examen erfolgreich abgeschlossen hatte. Ich wollte mit meiner Ex ein schönes Leben...aber ich habe sie verloren, weil ich einen anderen Mann kennengelernt hatte. Und jetzt?
Jetzt lebe ich in einer kleinen zwei Zimmer wohnung, in einem Schwesternwohnheim im Krankenhaus. Mein Zimmer verkommt, ist unaufgeräumt, Müllbeutel stapeln sich, Habe auch keine Lust den Abwasch zu machen. ich arbeite als MTRA, in einem anderen Krankenhaus, auf Zeitvertrag. Ich sehe jeden Tag Menschn, die sterben aber trotzdem noch unbedingt Diagnostik benötigen. Das macht mich schon recht fertig.
Ich habe kein Lust mehr mein Leben zu leben, und vor zwei Jahren dachte ich, dass ich schon mal eine Therapie brauchte. Ich hatte sogar eine Weile nicht mehr geritzt, jetzt aber, vor einem halben Jahr wieder angefangen. Und es wird nur noch schlimmer...
ich habe wieder einen verdammt guten Freund, wo ich lange dachte, dass er mir irgendwas verschweigt. Letztes Wochenende waren wir auf einer veranstaltung. Ich habe kaum was bemerkt. Er ist gefahren, war aber wohl schon alkoholisiert. Wir sind zusammen gefahren. Wir hatten viel Spaß am Freitag abend, aber das schlug plötzlich um. Ich hatte angst, eine befürchtung, dass er wieder krank sein würde...dass er wieder unehrlich ist, und das ist geschehen. Freitag wollten wir ein Taxi nehmen, er hatte sehr viel Bier getrunken und wollte noch fahren. Ich hab ihn davon abgebracht. Wir wohnten in einer Pension, etwa 4 km vom Veranstaltungsort entfernt. Samstags lag er den ganzen Tag im Bett...er hat mir immer wieder versprochen, dass es ihm gleich besser ging. Er sagte mir, dass er Herzmedikamente vergessen hätte zu nehmen. Er wollte nur schnell zur Pension. Ich bin mitgefahren und wir fuhren zusammen zurück. Ich merkte noch nichts. Er hatte es gut versteckt, doch irgendwie habe ich es dann am Nachmittag gerochen...er hat getrunken, als er nochmal fahren wollte, hielt ich ihn davon ab, warf ihn das an den Kopf. Eine Freundin kreuzte den weg, die ich darum bat, dass sie ihm nach Hause fuhr, weil er selbst nicht fahren durfte. Er schaute mich böse an, aber es musste sein. Dann lag er den ganzen Abend im Bett...gewartet habe ich umsonst. Sonntags ebenso. Ich konnte nicht mehr, alles stürzte auf mich ein, der Stress der Arbeit, den ich an diesem WE vergessen wollte. Die Vergangenheit, die immer wieder da war, auch wenn sie schwieg, die Angst, ihn zu verlieren, Er ist mein Bruder! Ich liebe ihn vom Herzen, so wie meine verstorbene Freundin damals. Alles war plötzlich Sinnlos, das ganze Leben. Ich setzte mich alleine in eine Ecke, die anderen kümmerte es nicht. Selbst Freunde die mir sagten, dass sie immer für mich da waren, kümmerte es nicht....ich war alleine, und wollte mich umbringen.
Ich nahm eine Glasscherbe und ritzte mir in den Finger. Pilze waren drumm herum, ich nahm einen, und drückte den Saft auf der Wunde aus. Ob er giftig war wusste ich nicht....ich wollte das Risiko eingehen. Dann ein paar Sekunden später, ein brennen...dann die Panik und der Gedanke "Du willst das nicht wirklich. Ist er dir das Wert?" Nein, auch wenn ich ihn Liebe, ich musste leben um ihn zu retten! Also habe ich mit aller Kraft das evtl. Gift wieder aus den Finger gesogen, und ausgespuckt, wie man es mit Schlangengift tut. Mir wurde schwindelig, ich wusste, dass mich hier keiner Finden würde...
Ich wollte schlafen, war müde, doch der Wille das jetzt zu überleben war stark. Ich musste zurückkehren, wenn ich umkippte, konnte man mir evtl noch helfen. Also hab ich das getan. Ich bin zurück, habe mir nichts anmerken lassen...
Am Sonntag morgen wollte ich wieder mit meinen Kumpel von der Pension zum Veranstaltungsort. Ich hatte eine Flasche Absinth auf dem Nachtschrank, bevor ich Duschen ging, war sie voll. Als ich wiederkam zu ein viertel Leer. Da wusste ich es. Und ich hilt ihn quasi die Pistole auf die Brust. Ich wurde sehr direkt. "Hast du ein Alkoholproblem" habe ich ihn gefragt. Und endlich...endlich öffnete er sich mir. Er hat mir viel erzählt und mein Verständnis geweckt. Ich habe meine Großeltern schon an Alkohol verloren! Und ich selbst stehe auch kurz vor der Schwelle. Fast jedes WE besaufe ich mich wegen der Arbeit und mein Leben, um zu vergessen, doch er musste trinken. Freunde wollte mit ihm sprechen, die aber nichts davon wussten. Er ist Rückfällig geworden, schon seit ein paar Monaten. Er hatte eine lange Therapie gemacht, wo er mir erzählt hatte, dass es wegen seinem Herzen war. Den ganzen Sonntag hatte er getrunken, und ich dann am Abend. Ich dachte, es ginge mir wieder gut, aber dem war nicht so. Montag morgen wachte ich wieder neben ihm auf und ich dachte, er hätte jetzt sich zusammengerissen, aber dem war nicht so. Er hatte ein Bier getrunken. Ich dachte auch, dass der 'Pegel' es brauchte, und bei einem starken Alkoholiker ist das wie nix. Wir wollten wieder richtig nach Hause fahren, waren vorher noch am Veranstaltungsort. Ich habe ihn geschworen, neben ihm zu sitzen wenn die anderen mit ihm redeten. Er war dann zwischendruch nochmal nach mal wohl zur Tankstelle gefahren, um sich stoff zu holen...und dann redeten wir. Er hat auch den anderen ausgewählten Freunden erzählt, dass er Alkoholiker ist. Und er hat ein Versprechen gegeben...dass er es nciht mehr tut, bzw dass er was tut.
Ich habe erkannt, dass ich auch sehr krank bin, aber habe es immer wieder verdrängt. Auch letztes Halloween, als Freunde sich gegen mich stellten und mir rieten, eine Therapie zu machen, dachte ich, dass sie mir nur böses wollten.
Am letzten Wochenende habe ich sehr viele Leute angeschrieen und dumm angemacht. Ich bin in einem Moment ausgegliechen und ruhig, so wie ich sein möchte, und im nächsten Moment schnauze ich jemanden so dermaßen an, dass der jenige weinen muss...es tut mir unendlich leid, aber ich weiß nicht mehr weiter.
Auf der Rückfahrt hat er weiter getrunken....ich konnte es nicht glauben, dass er am Steuer trank. Ich dachte mir, dass er für den Pegel wenigstens ein bisschen brauchte. Aber er konnte nicht aufhören, trank mehr und mehr und baute fast zwei unfälle. Wieder wollte ich sterben. Ich nahm 4 Buscopan auf einmal und trank das Fläschchen Kümmerling, was ich von ihm erstanden hatte komplett dazu aus. Es war Dumm, aber ich wollte nciht den Unfall spüren. Und wieder begann mein Verstand zu arbeiten...wieder wusste ich, dass nicht nur wir beide sterben konnten. Mein Verstand hat mein Handeln dann nur noch überdeckt. Es gab noch eine Chance...und es MUSSTE sein. Vielleicht würde er mich dafür hassen...aber er hätte mich mehr gehasst, wenn ich es nicht getan hätte und es doch ein Leben nach dem Tod gegeben hätte. Er hielt an der Seite an, ging raus zur Tankstelle, musste sich mehr Stoff holen. Ich hab die Polizei gerufen...ließ ihn nicht mehr ins Auto. Sie kamen, nahmen ihn mit. Da ich keinen Führerschein habe, und kein strom mehr auf dem Handy, musste ich zusehen, wie ich jetzt weiter kam. Das zuhause war etwa 300km weit weg. Ein Taxistand gab mir hilfe. Dort durfte ich mein Handy aufladen. Ich fragte die Polizeistelle, wie ich nun hin und her kam. Also nahm ich mir ein Taxi und fuhr hin.
Er weinte....ich hatte auch seine Eltern informiert, auch wenn er 10 Jahre älter als ich ist. Er telefonierte mit seiner Mutter....Er war fertig mit den Nerven, ich auch, aber das merkte ich da nicht. Er schloss mich nur in dei Arme und dankte mir. Wir haben überlebt.
Nun, ein Taxi brachte uns nach hause. Seine Eltern zahlten es. Er trank noch weiter. Abhalten kann man ihn nicht, das weiß ich. Ich war völlig ruhig, hatte ihn auf meinen Knien liegen und wollte ihn Beistand geben. Als seine Fläschchen leer waren, schaute er immer wieder danach, ob nicht doch noch eins da war. Das beruhigte ihn offensichtlich. Bei seinen Eltern wollte er weiter trinken, aber das konnte er nicht. Ich wurde vom Vater nach Hause gefahren.
Zuhause war alles ok. Ich setzte mich wieder ans Internet und schrieb den anderen, dass ich zuhause war. Ich hatte ja viele unterwechs angerufen, nachdem mein Handy wieder voller war. Mir schien es gut zu gehen.
Am nächsten Tag war ich auf Arbeit...und bin zusammengebrochen. Nicht nur deshalb wollte ich zum Arzt, sondern auch, weil ich auf meiner Linken Brust einen Knoten getastet hatte...seit zwei Wochen.
Ich war da, bin jetzt erstmal für eine Woche Krank geschrieben. Vorhin habe ich schon Psychologen angerufen, aber niemand war da...
Ich weiß nicht mehr weiter. Ich brauche HILFE. Momentan fühle ich mich nicht Suicidgefährdet, aber der Gedanke "ich hätte Tod sein können und vor allem andere auch." ist im Nacken. Mir ist Eiskalt und schwindelig...
Wenn das jemand gelesen hat, dann danke ich dafür. Ich werde selbst auch keinen Alkohol mehr anrühren....Nie wieder. Zu nah ist die Schwelle.
Katrin