Wunderbärchen
Mitglied
Hallo ihr Lieben!
Es geht um mein Studium - wahrscheinlich wird das ein längerer Text, aber ich versuche, mich auf's Wesentliche zu konzentrieren 😉
Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten gemacht. In der Oberstufe hatte ich Freude am Recht, ich war die Klassenbeste, es war alles logisch für mich. Als ich meiner Lehrerin damals sagte, dass ich NICHT Jura, sondern VWL studieren werde, war sie nicht so begeistert und sagte mir, dass sie überzeugt davon sei, dass Jura das Richtige für mich sei.
Eigentlich wollte ich auch Jura studieren - aber wie es halt so ist nach dem Abi, insbesondere, wenn die Eltern keine Akademiker sind: Man weiß nicht, wie das mit dem Studium läuft, wie man das Ganze finanzieren soll, in welche Stadt man will, etc.
Ich habe mich dann für ein anderes Bundesland entschieden und für einen VWL-Studiengang. Weil mich Wirtschaft "irgendwie" interessierte, ich aber nie gut darin war - die Zusammenhänge waren zu abstrakt für mich. Ich habe mir aber Jura nicht zugetraut und dachte mir, dass das bisschen Interesse an Wirtschaft schon ausreichen würde.
Nach drei Monaten VWL habe ich gemerkt, dass es absolut nichts für mich ist und ich eigentlich nur in den Recht-Vorlesungen aufmerksam zuhören kann und mir das leicht von der Hand geht. Zu diesem Zeitpunkt war der Umzug, die Finanzierung und die eigene Wohnung schon fertig organisiert und so informierte ich mich über die Studieninhalte bei Jura, informierte mich bei Freunden, die Jura studierten über das Studium und konnte in der Studentenkanzlei bewirken, dass ich noch innerhalb des ersten Semesters von VWL zu Jura wechseln konnte.
Das war im Wintersemester 2010.
Ich war der glücklichste Mensch auf Erden, als ich noch wechseln durfte.
In der Stadt, in die ich für das Studium gezogen bin, ging es mir nicht gut. Bei Jura hatten sich schon Gruppen gebildet und ich bin eher ruhig. Ich habe keinen sozialen Anschluss gefunden - dadurch habe ich die Uni schleifen lassen, weil es ja egal war, ob man da ist oder nicht, wenn man niemanden kennt.
Für die erste Klausur habe ich dann - wie viele andere auch - komplett falsch gelernt. Ich hatte Interesse, aber merkte, dass das alles teilweise schon sehr abstrakt ist und man ganz anders lernen muss als in der Schule. Das verbuche ich mal unter "Startschwierigkeiten".
Dann wurde ich krank, ich hatte über Wochen das Gefühl, wie auf Watte zu laufen, mein Kopf brummte immer, so dass ich mich auf nichts konzentrieren konnte. Das soll keine Ausrede sein, aber ich stand über Wochen, Monate hinweg komplett neben mir. Mein Hausarzt kam auch nicht weiter und so begann eine Ärzte-Odysee. Dann kamen Panikattacken dazu und schließlich ein Todesfall in der Familie, der mich aus der Bahn geworfen hat.
Ich habe mir damals kein Urlaubssemester genommen, weil ich es nicht hätte finanzieren können und weil das Lernen auch Ablenkung für mich war. Gelernt habe ich, aber ich war kaum an der Uni. Wieder falsch gelernt, wieder nur knapp bestanden. Immer noch keinen Anschluss zu Leuten gefunden, weil ich den Kopf einfach nicht frei hatte.
So habe ich 1,5 Jahre in der Stadt verbracht; der Ärzte-Marathon hat sich über neun Monate hingezogen und nach dieser Zeitspanne in etwa wurden auch meine Panikattacken besser.
Ich habe dann erkannt, dass ich mich in der Stadt nicht wohl fühle und wieder zurück in die Nähe meiner alten Heimat wollte.
Der Uni-Wechsel ist jetzt vollzogen. Aus finanziellen Gründen bin ich für dieses Semester nochmals vorübergehend bei meinen Eltern untergekommen, im Juni ziehe ich in die neue Stadt, in der ich jetzt schon studiere.
Dadurch, dass ich pendle, habe ich noch nicht so viele Leute kennengelernt und war nur zwei Mal wöchentlich an der Uni. Das war okay, ich konnte meinen Stundenplan so legen, dass es mit den zwei Tagen getan war.
Ich freue mich auf den Umzug und die neue Stadt und darauf, dass ich dann abends auch endlich mal mit meinen Mitstudenten weggehen kann, etc.
Trotzdem bin ich unglücklich mit dem Studium und ich weiß nicht, ob es am Fach liegt oder an den Umständen, dass ich halt noch nicht so wirklich Anschluss gefunden habe und auch das Gefühl habe, noch nicht so richtig im Studium angekommen zu sein - dadurch, dass ich so viel verpasst habe und einiges nachholen muss.
Eigentlich schlage ich mich jeden Tag mit dem Gedanken herum, abzubrechen. Aber gleichzeitig kann ich mich von dem Fach irgendwie nicht trennen; ich freue mich auf meinen Schwerpunkt, den ich nächstes Semester anfangen kann und freue mich darauf, kontinuierlich mitzuarbeiten und regelmäßig in die Uni zu gehen, wenn ich ab Juni dann in der Uni-Stadt wohne.
Was mir fehlt, ist das Drumherum, ich habe halt niemanden an der Uni. Mir fehlt aber auch, dass ich mal richtig gut mitkomme mit dem Stoff und dass ich in den Übungen mal wieder was konstruktives beitragen kann. Erfolgserlebnisse, das ist es, was mir im Studium fehlt.
Und ich weiß nicht, ob es am Fach liegt oder an den Umständen. Ich brannte mal richtig für Jura, momentan ist dasnicht mehr der Fall. Jeden Tag die gleichen Gedanken: Hör auf, warum tust Du Dir das an. Und dann im nächsten Moment: Weil ich es eigentlich schon mag und ich in Richtung Europarecht arbeiten möchte (das ist der Schwerpunkt, der mir vorschwebt). Momentan bin ich jedenfalls totunglücklich. Der einzige Grund, warum ich noch nicht abgebrochen habe:
Ich weiß, dass ich noch nicht alles ausgeschöpft habe. Ich war noch kein Semester so richtig kontinuierlich in der Uni, ich hatte in der alten Stadt keinen Ausgleich zum Lernen, weil ich niemanden kannte, etc. Ich bin eben noch nicht richtig angekommen im Studium und habe die Hoffnung, dass es mir besser geht, wenn ich in der Stadt wohne, neue Leute kennenlerne, regelmäßig zur Uni gehe.
Verrenne ich mich da in etwas? Kann das jemand nachvollziehen?
Nach meiner Ausbildung habe ich mein Abi auf dem zweiten Bildungsweg nachgemacht. Das war die beste Entscheidung meines Lebens, ich habe GERNE gelernt, mir ging es gut.
Seit ich mein Abi in der Tasche habe, habe ich das Gefühl, dass es bergab geht. Mal habe ich das sichere Gefühl, mich in etwas zu verrennen und das Studium abbrechen zu müssen - mal geht es mit dem Lernen und ich bin der festen Überzeugung, dass es nächstes Semester besser wird, wenn ich dann endlich nicht mehr pendeln muss.
Glücklich bin ich derzeit jedenfalls nicht - nur, woran genau das jetzt liegt, kann ich nicht ausmachen ...
Es geht um mein Studium - wahrscheinlich wird das ein längerer Text, aber ich versuche, mich auf's Wesentliche zu konzentrieren 😉
Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten gemacht. In der Oberstufe hatte ich Freude am Recht, ich war die Klassenbeste, es war alles logisch für mich. Als ich meiner Lehrerin damals sagte, dass ich NICHT Jura, sondern VWL studieren werde, war sie nicht so begeistert und sagte mir, dass sie überzeugt davon sei, dass Jura das Richtige für mich sei.
Eigentlich wollte ich auch Jura studieren - aber wie es halt so ist nach dem Abi, insbesondere, wenn die Eltern keine Akademiker sind: Man weiß nicht, wie das mit dem Studium läuft, wie man das Ganze finanzieren soll, in welche Stadt man will, etc.
Ich habe mich dann für ein anderes Bundesland entschieden und für einen VWL-Studiengang. Weil mich Wirtschaft "irgendwie" interessierte, ich aber nie gut darin war - die Zusammenhänge waren zu abstrakt für mich. Ich habe mir aber Jura nicht zugetraut und dachte mir, dass das bisschen Interesse an Wirtschaft schon ausreichen würde.
Nach drei Monaten VWL habe ich gemerkt, dass es absolut nichts für mich ist und ich eigentlich nur in den Recht-Vorlesungen aufmerksam zuhören kann und mir das leicht von der Hand geht. Zu diesem Zeitpunkt war der Umzug, die Finanzierung und die eigene Wohnung schon fertig organisiert und so informierte ich mich über die Studieninhalte bei Jura, informierte mich bei Freunden, die Jura studierten über das Studium und konnte in der Studentenkanzlei bewirken, dass ich noch innerhalb des ersten Semesters von VWL zu Jura wechseln konnte.
Das war im Wintersemester 2010.
Ich war der glücklichste Mensch auf Erden, als ich noch wechseln durfte.
In der Stadt, in die ich für das Studium gezogen bin, ging es mir nicht gut. Bei Jura hatten sich schon Gruppen gebildet und ich bin eher ruhig. Ich habe keinen sozialen Anschluss gefunden - dadurch habe ich die Uni schleifen lassen, weil es ja egal war, ob man da ist oder nicht, wenn man niemanden kennt.
Für die erste Klausur habe ich dann - wie viele andere auch - komplett falsch gelernt. Ich hatte Interesse, aber merkte, dass das alles teilweise schon sehr abstrakt ist und man ganz anders lernen muss als in der Schule. Das verbuche ich mal unter "Startschwierigkeiten".
Dann wurde ich krank, ich hatte über Wochen das Gefühl, wie auf Watte zu laufen, mein Kopf brummte immer, so dass ich mich auf nichts konzentrieren konnte. Das soll keine Ausrede sein, aber ich stand über Wochen, Monate hinweg komplett neben mir. Mein Hausarzt kam auch nicht weiter und so begann eine Ärzte-Odysee. Dann kamen Panikattacken dazu und schließlich ein Todesfall in der Familie, der mich aus der Bahn geworfen hat.
Ich habe mir damals kein Urlaubssemester genommen, weil ich es nicht hätte finanzieren können und weil das Lernen auch Ablenkung für mich war. Gelernt habe ich, aber ich war kaum an der Uni. Wieder falsch gelernt, wieder nur knapp bestanden. Immer noch keinen Anschluss zu Leuten gefunden, weil ich den Kopf einfach nicht frei hatte.
So habe ich 1,5 Jahre in der Stadt verbracht; der Ärzte-Marathon hat sich über neun Monate hingezogen und nach dieser Zeitspanne in etwa wurden auch meine Panikattacken besser.
Ich habe dann erkannt, dass ich mich in der Stadt nicht wohl fühle und wieder zurück in die Nähe meiner alten Heimat wollte.
Der Uni-Wechsel ist jetzt vollzogen. Aus finanziellen Gründen bin ich für dieses Semester nochmals vorübergehend bei meinen Eltern untergekommen, im Juni ziehe ich in die neue Stadt, in der ich jetzt schon studiere.
Dadurch, dass ich pendle, habe ich noch nicht so viele Leute kennengelernt und war nur zwei Mal wöchentlich an der Uni. Das war okay, ich konnte meinen Stundenplan so legen, dass es mit den zwei Tagen getan war.
Ich freue mich auf den Umzug und die neue Stadt und darauf, dass ich dann abends auch endlich mal mit meinen Mitstudenten weggehen kann, etc.
Trotzdem bin ich unglücklich mit dem Studium und ich weiß nicht, ob es am Fach liegt oder an den Umständen, dass ich halt noch nicht so wirklich Anschluss gefunden habe und auch das Gefühl habe, noch nicht so richtig im Studium angekommen zu sein - dadurch, dass ich so viel verpasst habe und einiges nachholen muss.
Eigentlich schlage ich mich jeden Tag mit dem Gedanken herum, abzubrechen. Aber gleichzeitig kann ich mich von dem Fach irgendwie nicht trennen; ich freue mich auf meinen Schwerpunkt, den ich nächstes Semester anfangen kann und freue mich darauf, kontinuierlich mitzuarbeiten und regelmäßig in die Uni zu gehen, wenn ich ab Juni dann in der Uni-Stadt wohne.
Was mir fehlt, ist das Drumherum, ich habe halt niemanden an der Uni. Mir fehlt aber auch, dass ich mal richtig gut mitkomme mit dem Stoff und dass ich in den Übungen mal wieder was konstruktives beitragen kann. Erfolgserlebnisse, das ist es, was mir im Studium fehlt.
Und ich weiß nicht, ob es am Fach liegt oder an den Umständen. Ich brannte mal richtig für Jura, momentan ist dasnicht mehr der Fall. Jeden Tag die gleichen Gedanken: Hör auf, warum tust Du Dir das an. Und dann im nächsten Moment: Weil ich es eigentlich schon mag und ich in Richtung Europarecht arbeiten möchte (das ist der Schwerpunkt, der mir vorschwebt). Momentan bin ich jedenfalls totunglücklich. Der einzige Grund, warum ich noch nicht abgebrochen habe:
Ich weiß, dass ich noch nicht alles ausgeschöpft habe. Ich war noch kein Semester so richtig kontinuierlich in der Uni, ich hatte in der alten Stadt keinen Ausgleich zum Lernen, weil ich niemanden kannte, etc. Ich bin eben noch nicht richtig angekommen im Studium und habe die Hoffnung, dass es mir besser geht, wenn ich in der Stadt wohne, neue Leute kennenlerne, regelmäßig zur Uni gehe.
Verrenne ich mich da in etwas? Kann das jemand nachvollziehen?
Nach meiner Ausbildung habe ich mein Abi auf dem zweiten Bildungsweg nachgemacht. Das war die beste Entscheidung meines Lebens, ich habe GERNE gelernt, mir ging es gut.
Seit ich mein Abi in der Tasche habe, habe ich das Gefühl, dass es bergab geht. Mal habe ich das sichere Gefühl, mich in etwas zu verrennen und das Studium abbrechen zu müssen - mal geht es mit dem Lernen und ich bin der festen Überzeugung, dass es nächstes Semester besser wird, wenn ich dann endlich nicht mehr pendeln muss.
Glücklich bin ich derzeit jedenfalls nicht - nur, woran genau das jetzt liegt, kann ich nicht ausmachen ...