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Studium war mein Traum, jetzt Alptraum

G

Gast

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Hallo 🙂

Um hier erst mal Verwirrung vorzubeugen: Ich studiere noch nicht. Würde aber eigentlich ganz gerne. Jedoch habe ich das Gefühl, tausend Steine in meinem Weg liegen zu haben.
Zu meiner Person: Ich bin 20 und weiblich. Mein Abischnitt ist 2,1... also schlecht.

Zurzeit mache ich ein FSJ, eben weil ich noch nicht wusste, was ich nach der Schule machen wollte.

Zudem drängt mein Vater mich wie ein Bekloppter Jura oder sonstwas zu studieren und ich muss zugeben, dass ich abhängig von dem bin, was andere von mir halten. Mein Vater ist dazu noch sowas wie mein persönlicher Held, promoviert und alles.

Und zugegebenermaßen, hätte ich auch gerne so ein Prestige wie er... mich würde es nicht umhauen noch promovieren zu müssen, aber halt in einem Fach, das mir am Herzen liegt, ich fühle mich einfach so gedrängt. So nach dem Motto: "Entweder du studierst was ordentliches oder du bist minderwertig, ne billige Tippse."

Außerdem kann ich mit meinem Abi gar nicht das studieren, was mir WIRKLICH gefallen würde, z.B. Medizin, Zahnmedizin, Humanbiologie oder Psychologie. Das geht alles nicht und nehme das auch auf meine Kappe, das ich nicht reingehauen habe im Abi.

Und erschwerend kommt noch hinzu, dass ich in einer Beziehung bin und auch irgendwie gerne wissen würde, wohin diese führt... ins Ausland fürs Studium ist da nicht und Geld dafür hab ich auch nicht. Mein Vater verdient zwar ganz ok, aber auch nicht toll. Meine Mutter bekommt Hartz Vier.

Ich hab auch andere Interessen als Medizin / Psychologie. Ich könnte mir auch sehr gut Bio vorstellen, aber der Arbeitsmarkt ist sooo mies, dass es einem die Socken auszieht. Und ich bin auch sprach- und kulturwissenschaftlich interessiert, ich bin total frankophil. Arbeitsmarkt: Noch mieser.

Hier also eine Zusammenfassung: Mein Vater drängt mich in ne Ecke, die mir nicht gefällt. Prinzipiell würde ich gerne studieren. Ich bin leider total prestigegesteuert, was mich selbst mega ankotzt. Ich kann nichts studieren, was mir passt und die Sachen, die mir passen, sind riskant. Für meine Beziehung würde ich gern in der Nähe bleiben (btw: Ich hab ein bisschen das Gefühl mein Freund schätzt mich ein bisschen zu wenig und desewegen bin ich in letzter Zeit auch sehr traurig... obwohl er mir versichert, dass es nicht so ist und auch eigentlich immer für mich da ist... vielleicht habe ich einfach nur einen dicken Durchhänger gerade)

Oh und ich habe eine wahnsinnige, fast zwanghafte Angst vor Arbeitslosigkeit und dass nichts aus mir wird, dass ich später mal 16 h pro Tag arbeiten muss und dass mein Freund mich verlässt... --> eigentlich bin ich ein Wrack.

Ich weiß auch gar nicht, warum ich diesen unkonstruktiven Mist hier aufschreibe. Vielleicht, weil ich total verzweifelt bin und keinen Ausweg mehr sehe.

Ich habe noch eine Ausbildung gefunden, die mich interessieren würde: MTRA, medizinisch-technischer Assistent. Aber das würde ich auch nur machen, weil die Thematik super spannend ist, ich würde auf jeden Fall noch studieren wollen. Am Ende der Ausbildung wäre ich allerdings schon 24. Und dann noch studieren / auf ein Studium warten? Und die Liebe meines Vaters verlieren?

Studienfächer, die mir gefallen würden: Alles medizinische, biologische, psychologische, kultur- und sprachwissenschaftliche.

Vielleicht kann mir ja irgendwer Mut machen oder einen konstruktiven Hinweis zu meinen Überlegungen geben.

Vielen Dank!
 
mir auch sehr gut Bio vorstellen

Tue das bitte nicht, auch nicht Kulturwissenschaften oder Psychologie.
Bei Biologen kann ich Dir gleich sagen: Arbeitsintensives Studium - Prestige gleich Null.

Medizin ist doch gut, dagegen hätte bestimmt auch nix der Herr Papa...Jura finde ich auch gut...

Oder was DU willst, aber Prestige kannst Du mit Kultur und anderen "brotlosen Künsten" vergessen...

Ich als Biologin arbeite selbst NICHT im Pharmaunternehmen. Ich könnte das vierfache von dem verdiene, was ich derzeit verdiene, aber man wird verheizt...dafür hätte ich allerdings dann in meinen hübschen Kostüm Prestige...

Damit möchte ich ausdrücken: das eine will man und das andere muß man. In Medizin mußt Du auch viele Opfer bringen. Ich kann Dir das sagen, daß ich im Krankenhaus arbeite eng mit Medizinern zusammen...Das Studium ist erst der Anfang! Du mußt auch Reisebereitschaft zeigen (Kongresse). Leider ist das bei uns Frauen so, daß Mann nicht mitzieht. Macht ein Mann Karriere sucht er sich eine hübsche Frau, schwängert sie ein bis zwei mal und Frauchen kommt überall mit hin. Mann einer Karrierefrau...na ja...und so einen Hausmann, der Dich mit vollgeschissenen Windeln empfängt auch nicht so erotisch...

Die meisten Ärzte bei uns sind verheiratet - die Ärztinnen oftmals nicht!!!! Auch die, die in der Pharma-Industrie sich in ihrer Arbeit reinknien, sind Single - ich spreche von den Frauen, nicht von den Männern...

Studieren dagegen ist schon cool...aber keinen Garant, daß man auch Prestige anschließend hat - dat sieht ja an mir 😀

Also, wenn Du Prestige haben möchtest: Medizin und Jura, da hat der Herr Papa schon Recht, sind geeignet...

m.
 
Hi.

Ich hatte zum Glück damals nach dem Abi noch dieses "Zwangsjahr" und bin zum Bund gegangen. Da hatte ich etwas Zeit, um mir das Ganze durch den Kopf gehen zu lassen ... im Prinzip ist das ja genau das, was Du gerade tust.

Irgendwie siehst Du viele Dinge viel zu negativ.

z.B. "Mein Abischnitt ist 2,1... also schlecht." ... wenn ich mich recht entsinne, steht die Note 2 für "gut" 🙂 Also mach Dir da mal keinen Kopp - ich hatte sogar nur einen Schnitt von 2,3 und arbeite seit meinem Diplom in einem respektablen, großen und internationalen Konzern. Noten sind nicht alles - vielmehr kommt es auf die Persönlichkeit und ihre Stärken an. Natürlich sind der Intellekt und das Leistungsvermögen auch wichtige Größen, allerdings ist der Abi-Schnitt wohl kaum ein geeigneter Wert, um diesbezüglich präzise Aussagen zu treffen. DAS wissen auch die Personaler später in den Firmen 😉

Klar ist, Du musst irgendwas lernen, um Dein zukünftiges Leben mit evtl paar Kindern etc. finanzieren zu können. Ich denke die ideale Kombination ist immer eine Fachrichtung, für die man sich selbst interessiert und die gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt verspricht.

Zumindest damals gab's bei uns ein BIZ (BerufsInformationsZentrum) - dort fand man Tonnen von Infos für alle möglichen Berufe - Statistiken zu den Berufen, mögliche inhaltliche Ausprägungen usw. Ich weiß nicht, obs sowas immernoch gibt ... kann Dir das jedenfalls sehr ans Herz legen.

Wegen Beziehung etc ... das musst Du ganz allein entscheiden. Ich persönlich empfand meine Ausbildung als wichtiger, denn sie legte für mich den Grundstein, auf dem ich mein Leben in dieser Gesellschaft aufgebaut habe. Meine Beziehung damals ging in die Brüche, da wir räumlich keinen Kompromiss finden konnten. D.h. aber nicht, dass Du nicht mehr Glück haben kannst 😉 Allerdings solltest Du Dir über Deine Prioritäten klar werden und diese auch in der Partnerschaft kommunizieren!

Fazit:
Finde heraus, was Du möchtest und versuche nicht irgendwelche blöde Erwartungen von irgendwem zu erfüllen. Es ist Dein Leben und Du musst Dich damit wohlfühlen, nicht die anderen Menschen!

Schönen Gruß
 
Das ist natürlich alles nicht gut. Dann würde ich mir irgendwas in der Nähe suchen, an einer benachbarten Uni oder eine Ausbildung anfangen (irgendwas kaufmännisches vielleicht). Die dauert nicht lange und Du verdienst dann selber Geld und kannst mit Deinem Freund in der Gegend bleiben. Nach dem was Du schreibst bist, Du eher der Abbrecher-Kandidat - ohne wirklich intrinsische Studienmotivation, ohne klare Interessen, die Dich auch über eine jahrelange Durststrecke tragen würden. Du würdest Dich möglicherweise im Studium verzetteln und nach langen Jahren erkennen, dass Du es eigentlich nicht willst - und dann ist es zu spät. Es muss ja nicht jeder Akademiker werden.
 
Bio, Psych, BWL, Kaufmannszeug, Kultur, Soz-Zeugs, usw. <--- vergiß es.
Außer Du machst dies als Hobby, bis Du einen Mann geangelt hast.
Wie sehr viele sog. Studentinnen. Wie die meisten.
Die späteren Berufschancen sind bei NULL (im Vergleich zu den Absolventen).

Jura, nun ja, die meisten ernähren sich mühsam mit Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Es war, ist und wird sicher noch sehr lange so bleiben: mach was "Anständiges"
wie z.B. Bau, Elektro, Maschine, Luftfahrt, ...
 
Bio, Psych, BWL, Kaufmannszeug, Kultur, Soz-Zeugs, usw. <--- vergiß ...

Das ist nur eingeschränkt richtig.

Wenn man den normalen Studienweg mit normalen Spezialisierungen bei z.B. BWL oder Psychologie geht, dann stimmt das. Es machen einfach zu Viele.

ABER: wenn man eine Niesche für sich entdeckt und die richtigen Praktika in der Wirtschaft macht, dann kann man hier auch sehr erfolgreich sein.

Als Beispiel:
Eine Bekannte von mir hat sich in ihrem BWL-Studium auf eine besondere Art des Steuerrechts spezialisiert ... was das genau war, weiß ich nicht mehr ... glaube Internationales Steuerrecht oder Europäisches Steuerrecht. Sie hatte überhaupt keine Probleme einen Job zu finden - im Gegenteil, sie hatte sogar die Wahl.

Noch ein Beispiel:
Frau vom Kumpel hat Psychologie studiert und sich auf Personal-/ Organisationspsychologie spezialisiert ... entsprechende Praktika gemacht usw. Jetzt arbeit sie in einer Personalabteilung eines bekannten großen Unternehmens. Vorher hatte sie noch einen anderen Job - hat freiberuflich für eine Freelancervermittlung als Beraterin gearbeitet.

Man sollte nie aus Unsicherheit oder Unwissenheit einfach irgendwas studieren und dem Main-Stream folgen. Detailierte Zukunftspläne oder eine "Vision" des eigenen Lebensweges sind vor Antritt der Ausbildung schon sehr von Vorteil ^^ Man muss sich halt nur Gedanken drüber machen und entsprechedne Informationen vorher sammeln. Da kann man sich ruhig auch sehr viel Zeit nehmen und nix überstürzen.
 
...
ABER: wenn man eine Niesche für sich entdeckt und die richtigen Praktika in der Wirtschaft macht, dann kann man hier auch sehr erfolgreich sein.

Das stimmt, FALLS man eine Nische entdeckt.

Die Allermeisten entdecken jedoch keine Nische - einfach weil es nicht so viele Nischen gibt.
Und deshalb krebsen die meisten dieser Soft-Studiengänge später mehr oder weniger frustriert herum.
Weil sie sich während des Studiums auf die falsche Nische gestürzt haben (die später in Wirklichkeit keine Nische war) oder weil sich noch viel mehr auf diese Nische gestürzt haben.

Nebenbei: Ausnahmen bestätigen die Regel. Weil es Ausnamen sind.
 
Oh, überlege Dir einfach nur, was DU wirklich willst. Dein Beruf ist nicht von der Liebe Deiner Eltern abhängig. Ich habe mein Studium abgebrochen, eine Ausbildung gemacht, und überlege jetzt noch mal zu studieren. Mit 29. Dein Abidurchschnitt ist gut, nicht so wichtig.

Geh einfach mal in Dich, wofür Dein Herz schlägt. Mit guter Arbeit kannst Du mit jedem Studienfach anschließend "groß rauskommen", wenn Du das denn willst. Außerdem Prestige, Image, Geld usw. -alles nicht so wichtig...

Geh zu Berufsberatungen, überlege wo, wie, mit was und wem Du arbeiten möchtest... informiere Dich!

"If your awareness is present and your intention is focused, then you will find your own way. Resources, books, teachers, events, guides, and information may become available to you in ways that might seem mysterious or even magical. In part, this is a function of your own heightened awareness: You are more likely to see what you are looking for. If you are hungry and drive down the street, you will probably observe the restaurants and not even notice the gas stations, but if your fuel tank is low, you may be more likely to see the gas stations and ignore the restaurants. We only see a fraction of what is right in front of us." (Dean Ornish)
 
Das gleich BWL abgestempelt, da viele diese Studienrichtung studieren, find ich echt daneben. Es kommt immer auf die Interesse jedes einzelnen, wo man sich später sehen möchte. Ich studiere BWL auf Schwerpunkt IT Management und Logistik und bin damit sehr froh. Bei Jura würde ich dir, falls du diese Richtung wählen solltest, die Schwerpunkte Medizinrecht und Wirtschaftsstrafrecht ins Herz legen. Sonst sieht die Zukunkt düster aus. Bau würde ich vermeiden, außer man spezialisiert sich auf Energiebauten. Warum sollte man nicht Psychologie studieren? Psychologen werden nicht nur in Therapiezentren gesehen, sondern auch in der Wirtschaftsbranche(Marketing,Personal,Organisation). Studiere das was dich interessiert. Man kann nie in die Zukunft blicken und sagen, diese Richtung wird später gefragt oder nicht. Mit Medizin würdest du natürlich nichts falsches🙂
 
...
Warum sollte man nicht Psychologie studieren? Psychologen werden nicht nur in Therapiezentren gesehen, sondern auch in der Wirtschaftsbranche(Marketing,Personal,Organisation).
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Wunschdenken.

Manchmal helfen Zahlen, Daten, Fakten.
Man kommt z.B. über google minimalstem Aufwand an sehr stabile Quellen.

Nur mal so zur Orientierung: etwa 6000-7000 Psych-Absolventen jährlich (die mit Zusatzquali !).
Knapp 1000 neu besetze Stellen jährlich, teilweise als Hilfsassis in irgendeiner Form, sehr schlecht entlohnt.
Daraus folgt: Mehr alsd 80% arbeiten irgendetwas, egal was, nur um sich durchzubringen.
Der oft als Beispiel genannte taxifahrende Psychologe ist sinngemäß Realität.

Und die ebenfalls so gerne zitierten Psychs in Therapieeinrichtungen haben überwiegend Teilzeitverträge, weniger als halbtags. Zumeist nur variabel stundenweise, und je nach der momentanen Probandenmenge. (Hier habe ich persönlich einen exzellenten Einblick.)
 

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