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studium abbrechen? und dann?

  • Starter*in Starter*in wicked wiesel
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    studium
W

wicked wiesel

Gast
n'abend!

Vorweg muss jetzt erstmal sagen, dass hier wirklich tolle beiträge geschrieben werden, die einem wieder mut und hoffnung geben und, dass ich es toll finde, wie sich leute hier bemühen, um anderen zu helfen.

jetzt zum thema...Ich habe dieses WS angefangen den diplom studiengang Bauingenieurwesen zu studieren. warum? ich dachte der studiengang sei die perfekte kombination von Ingenieurtätigkeiten, die ein gutes gehalt versprechen und dem gestalterischen Bereich, der mich eigentlich interessiert.
Leider wurde ich gleich nach den ersten 2 Monaten sowas von enttäuscht, dass ich mir im moment weder vorstellen kann das ding durchzuziehen, geschweige denn 40 jahre lang in diesem beruf zu arbeiten.
(Vor allem weil die durchschnittliche Studienzeit im moment bei 13 Semestern liegt.)
Ich habe im Moment 8 Fächer. Von denen interessiert mich genau ein einziges und das hab ich nur dieses semester. Alle anderen fächer öden mich sowas von an, dass ich in der vorlesung sitze und mir denke, "was zum teufel mach ich hier?", "das halte ich keine 13 semester aus". Überhaupt kann ich mich nicht für meinen studiengang motivieren. die einzige Motivation, die mich morgens zum aufstehen bewegt, ist meine kumpels zu sehen und ein gewisses pflichtbewusstsein, das sich irgendwie bei mir eingestellt hat.
Hinzu kommt, dass ich ein relativ fauler hund bin und dieses studium wirklich viel zeit in anspruch nimmt, womit ich vielleicht davor nicht so wirklich gerechnet habe. wenn ich abends um halb 7 nach hause komm hab ich keinen kopf mehr, um zu lernen oder die hausübungen zu machen. Aber genau das sollte ich tun, denn im moment raff ich so ziemlich gar nichts.
In fast jeder Vorlesung oder Übung sitze ich neben leuten, die sich wirklich richtig dafür motivieren können, das ganze zeug aufzusaugen, was die längst resignierten profs von ihren folien ablesen. Und ich fühl mich dann einfach am falschen Ort.
all das hat mich dazu bewogen ernsthaft darüber nachzudenken mein studium abzubrechen. Die entscheidung fällt mir aber nicht ganz leicht, denn ich kenne sonst niemand in meinem freundeskreis, der sein studium abgebrochen hat oder es vor hat und ich weiß nicht inwieweit das auswirkungen auf meinen lebenslauf hat? Außerdem weiß ich noch nicht genau was ich sonst studieren will, oder ob ich eine ausbildung machen soll. bin ja auch schon 21...Was ich aber sicher weiß, ist, dass wenn ich nochmal studieren sollte, werde ich mein studiengang nur nach meinen interessen auswählen, damit ich die nötige motivation aufbringen kann, und nicht nach späteren berufsaussichten oder gehältern. n weiteres problem is, dass ich für die neuen studiengänge, die mich wirklich interessieren bis zum nächsten Winteresemester warten müsste.
was würdet ihr mir raten? mich noch ein semester in die uni quälen, obwohl eigentlich eh alles für umsonst ist? oder vielleicht lieber jobben gehen?
oder es einfach weiter versuchen und zu hoffen dass die motivation zurückkommt? ...die ja vor 2 monaten noch existend war.

gruß wiesel
 
hallo wiesel,

ich persönlich habe die erfahrung gemacht, dass es nur wenig leute gibt, die in ihrem erlernten beruf arbeiten. dies nur zum anfang🙂
da du ja erst im ersten semster bist, finde ich es durchaus sinnvoll zu überlegen ob du weiterstudierst oder was anderes machst. 21 ist noch kein alter u man kann noch viel machen. ich kenne leute, die fangen mit 28 nochmal zu studieren an oder ham ihr studium abgebrochen u fangen eine ausbildung mit 23/24 an.
du musst halt bedenken, das zb deine eltern nur verpflichtet sind, dir deinen ersten ausbildungsweg zu finanzieren. dh wenn du kein so gutes verhältnis hast, könnte es etwas schwierig mit dem geld werden.
heutzutage ist ein ausbildungs/studiumsabbruch auch kein beinbruch.
überlegs dir gut,entscheiden musst du ganz alleine 🙂

LG
 
Ein Tip aus trauriger Erfahrung:
Niemals irgendwo wegrennen immer nur irgendwo hin!
Soll heißen: bis Du weißt wo Du hin willst solltest Du die Zähne zusammen beißen und wirklich da sein wo Du bist: in der Uni. Geh zu den Vorlesungen/Übungen/Tutorien.
Die werden im Hauptstudium echt interessant -leider brauchst Du dafür aber die zähen Anfangsvorlesungen.

Wenn Du etwas nicht verstehst ist das nicht allein Deine Schuld. Deine Profs mögen sich selbst als Forscher sehen aber sie haben einen Lehrauftrag. Sie mögen keine Didaktiker (Lehrer) sein und haben vielleicht auch keine Geduld aber Du musst auf Deinem Recht bestehen den Stoff erklärt zu bekommen! Lass Dir keine Nachhilfe aufschwatzen -Du zahlst bereits für den Prof! Lass Dir von der Fachschaft helfen!
Dann bringst Du Dein Studium rasch hinter Dich und kannst Dir einen Job suchen, der genau Das ist was Du Dir anfangs gewünscht hast.
Das was Du heute in der Uni machst hat sehr wenig mit dem zu tun was dann nachher im Beruf auf Dich zukommt.
 
hi,
hier spricht auch ein studienabbrecher.
du bist erst im ersten sem. da kannst du dir sogar noch überlegen, ob du was anderes studieren willst. ohne dafür noch mehr zu bezahlen, als du es ohnehin bald (oder jetzt schon?) musst. das ist auch so ein punkt: wenn es dich wirklich ankotzt und du es nicht machen willst, solltest du nihct so viel geld dafür ausgeben. viele haben mich für verrückt gehalten, als ich das studium abgebrochen hab. ich komme zudem aus einer akademiker familie und für die war es natürlich ein schock! aber: mir geht es jetzt wesentlich besser.
ich würde dir raten, dich nach alternativen umzusehen. entweder ein anderer studiengang oder eine ausbildung. wenn du nämlich im ertsn sem. schon keinen bock hast, wirst du dir im zweiten einen stundenplan machen, wo du möglichst viel freiziet hast und im dritten gehst du dann gar nihct mehr hin. dafür ist studierren auch zu teuer.
denke ich.
viel erfolg
lotte
 
Hallo,

Ich spreche auch aus Erfahrung. Habe auch dieses Semester angefangen zu studieren und hatte am Anfang so ziemlich diegleichen Gefühle wie du.
Am Anfang habe ich auch noch gedacht, dass sich das vielleicht noch gibt, hat es aber nicht. Ich habe dann entschlossen, mich als Bankkaufmann zu bewerben, hatte aber große Zweifel, ob die sojemanden wie mich überhaupt nehmen. Ich war zu diesem Zeitpunkt auch schon 21.
Ich wurde aber doch zu einem Acessmentcenter eingeladen und habe tatsächlich einen Ausbildungsplatz bekommen, ohne dass die Personaler eine einzige Frage nach meinem Studium gestellt haben.
Ich denke, wenn die sehen, dass man das wirklich will und motiviert ist, sind die da eigentlich relativ offen. Denn eine falsche Entscheidung kann ja jeder mal treffen.
Ich würde dir nur raten, dich bald zu entscheiden was du wirklich willst, und nicht noch ein paar Semester so vor dich hin zu studieren.
Was andere darüber denken, sollte dir auch ziemlich egal sein, denn Ich bin jetzt der Meinung, dass es besser ist so eine Entscheidung zu treffen und dann nach vorne gucken zu können, als sich durch ein Studium zu schlepppen, was einem eigentlich keinen Spass macht und sich jahrelang zu quälen.
Also Kopf hoch, wichtig ist nur, dass du was tust!
 
Juhu!

Finde den Satz: niemals von irgendwo wegrennen, sondern immer irgendwohin - absolut passend und sehr schön. Eigentlich ist alles schon gesagt. Was mich noch interessieren würde, du schreibst,dass dich keins der Fächer interessiert, bis auf eins - welches Fach ist das denn???? Läßt sich daraus nicht etwas machen????


Gruß
 
Hey,
ich war nach dem Abi erst für ein paar Monate in der Welt unterwegs und habe dann erst angefangen zu studieren. Tourismus und Eventmanagement in Holland. Vor einem Monat habe ich auch nach 2 Semestern abgebrochen, es ging einfach auch nicht mehr. Ich bewerbe mich auf Ausbilsungsstellen die im nächsten Jahr beginnen und halte mich mit Jobben über Wasser. Das klappt ganz gut. Will in der Tourismusbranche bleiben. Meine Noten in der Uni waren nicht schlecht, aber ich habe mich dort nicht mehr wohlgefühlt. Immer mit Bauchschmerzen hin gefahren. Das bringt es dann auch nicht mehr. Ich bin 21 und mir steht noch alles offen. Das muss sich jeder junge Studienabbrecher auch vor Augen halten.

Es ist kein Problem noch was anderes zu machen in seinem Leben, nie. Meine Mutter hat mit 42 noch eine Umschulung von Gärtnerin zur Ergotherapeutin gemacht. Und es geht ihr so gut wie lange nicht mehr.
Es ist egal was man macht, hauptsache es gefällt.

Meine Freunde meinten nur, es wäre sehr mutig von mir das einfach abzubrechen. Aber ich denke mir das das nicht wirklich was mit Mut zu tun hat. Ich denke auch, dass es Schwachsinn und Zeitverschändung wäre etwas weiter zu machen in dem ich selbst keinen Sinn mehr sehe.

Und ich muss sagen, es war die Beste Entscheidung die ich treffen konnte. Mir geht's super. Auch wenn andere meinen, sein Studium abzubrechen ist ein Weltuntergang.

So, und ich renne nun hin, auf meine Zukunft als Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Juhu!
 
Hallo wiesel,

wenn du so wenig motiviert in der aktuellen Studienrichtung bist und sicher bist, dass du es auch fachlich eher unwahrscheinlich schaffst, dann würde ich sagen ist ein Abbruch dieser Studienrichtung eine Variante. Jedoch würde ich bis zum nächsten Wintersemester warten, damit du keine Arbeitslosenzeit hast und parallel zum Studium schun was du alternativ machen möchtest: Ausbildung, andere Studienrichtung oder etwas ganz anderes. Das Studium abzubrechen mach aus deinem Lebenslauf einen bunteren (was gut ist), wenn du so übergangslos wie Möglich die nächste sinnvolle Sache anfängst. Der Vorteil wenn du bis zum nächsten Wintersemester wartest ist auch der, dass du dich bis dahin viell. doch noch zum weitmachen entscheidest (und dass dann auch kannst). Also lieber nicht ganz abbrechen, sondern eher nebenbei laufen lassen um sich parallel für anderes orientieren zu können. Somit wären auch Nebenjobs der Weg offen.

Soweit meine ersten Gedanken dazu!

Gruß
WSH
 

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