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Studiensinnkrise nach 1 Monat

O

orchiedee

Gast
Hallo Leute!
Habe mich eben , nachdem ich schon des öfteren auf dieser Seite war, angemeldet und hoffe hier vielleicht etwas Hilfe zu finden oder zu mindest den einen oder anderen Rat.
So nun zu meinem Problem:
Ich studiere seit diesem WS Pharmazie und habe mir heute noch eine Woche gegeben zu entscheiden ob ich abbreche oder nicht.
Das Pharmazie ein sehr schweres Studienfach ist, war mir bewusst und ist zur Zeit auch eher mein kleinstes Problem, warum ich überlege abzubrechen... Es ist nicht leicht für mich es zu schreiben... weil ich eigentlich nie wirklich studieren wollte. Ich habe mir nur immer selber den Druck gemacht studieren zu müssen , weil ich Angst hatte sonst irgendwo als Arbeitslose zu enden. Dazu kommt, dass ich Anfang dieses Jahres zwei wundervolle Menschen näher kennen gelernt habe bei denen ich mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich wohl fühle und zur Ruhe kommen kann. Nur wohnen die jetzt ca. 300 km von mir entfernt.Ich kämpfe mich seit dem ich 12 bin fast alleine durchs Leben- bin mit 16 aus dem Elternhaus ausgezogen und habe nach einem weiterem Jahr den Kontakt ganz abgebrochen- ich habe zwar Abi, habe aber 4 Jahre duch eine psychische Krankheit verloren.
Dazu kommt das ich sonst nie wirklich körperlich krank war und jetzt habe ich fast jeden abend Fieber und bin so zu sagen Dauererkältet.
Ich wohne zudem im Studentenwohnheim und habe es meiner Mitbewohnerin zu verdanken, dass ich eine vorübergehende neue Heimat für meine Katze finden musste, weil sie angeblich eine Allergie hat. Ich vermisse sie sehr...

Will ich nur Abbrechen um zurück auf den Hundeplatzzu können, den die beiden haben ? Ich würd so gerne wieder als angehende Co-Trainerin mithelfen..
Nur wirft die Hundeschule nicht genug ab (es ist eine sehr kleine) das ich auch davon Leben könnte, was wiederum ja auch kein Problem wär,weil ich natürlich noch eine Ausbildung machen würd- wobei ich nicht weiß als was. Eigentlich wollte ich immer Konditorin werden, ich backe lieben gerne.
Ich bin hier nicht glücklich, war es aber seit langer Zeit wieder aufm Platz..
Kann mir jemnd von euch vielleicht einen Rat geben?
Ich stehe vor einer mir fast unlöslichen Aufgabe, dabei weiß ich natürlich,dass es mein Leben ist und nur ich die Entscheidung treffen kann...
LG Orchiedee
 
Hallo Orchiedee,

die Überlegung, ob man das Studium abbricht oder nicht, machen viele. Ich studiere ebenfalls, war zwar bisher noch nicht nahe dran abzubrechen, aber kenne dieses Problem durch Freunde/Bekannte. Prinzipiell ist es wichtig, dass du das machst, was dir Spaß machst und wo du dich wohl fühlst. Das muss kein Studium sein! Gute Jobchancen (und gute Gehälter) haben auch viele, ohne Studium. Viele meiner Freunde haben nicht studiert, arbeiten jedoch bereits einige Jahre und haben sich dadurch bereits hocharbeiten können, einen gut(bezahlt)en Job und Spaß daran. Das Studium soll ja prinzipiell nur tieferes Wissen in einem Gebiet vermitteln, was dich interessiert, was du gern genauer kennenlernen möchtest und wo du dir später viell. auch vorstellen könntest zu Arbeiten. Für dass Wissen bezahlen die Firmen, und wenns wenige gibt, die sich in diesem Gebiet auskennen, bist du gefragter. Aber es gibt genauso auch Ausbildungsrichtungen die gefragt sind oder Leute, die Talent und Fähigkeiten bei etwas haben (Backen). Da kannst du auch gefragt sein bzw. Jobtechnisch voran kommen. Wichtig ist, dass es dir Spaß macht, dass du es mit Ehrgeiz verfolgst und willst. Durch eine Entscheidung für das, was dir Spaß macht und wo du dich wohl fühlst gewinnst du für dich selbst so viel positive Energie, dass sich das auf dein ganzes Tun auswirkt. Das ist gut! Schlecht wäre, etwas zu machen, was dir keinen Spaß macht, bei dem man sich nicht wohl fühlt und was zudem noch ungewisse Zukunftsaussichten hat. D.h. so ein Studium bringt hier und da sicherlich bessere Jobchancen, aber das ist keine Garantie. Es gibt sehr viele Studienrichtungen, die einem trotzdem keine Jobgarantie/viel bessere Jobchance bringen. Das gilt (auch wenn man eine gefrate Richtung wählt) wenn man das was man studiert nicht gern macht oder sich dann im Job (durch z.B. mangelnder Lust/Interesse/Zufriedenheit) nur wegen dem Geld hält.
Wenn du alternativ aber etwas hast, was du wirklich gern machst und unbedingt machen möchtest (z.B. die Konditorausbildung und parallel der Nebenjob in der Hundeschule) dann ist meine Empfehlung, das zu machen. Ich weiß nicht in wie weit man in der Pharmazie aktuell gute Chancen hat (ich schätze mal besser, als bei Arabistik oder Afrikanistik oder soetwas 🙂 ), aber wichtig bleibt, dass du dich dabei wohl fühlst und es gern machst. Dazu kommt, wenn du doch studieren möchtest, dann kannst du das trtzdem machen - Parallel zur Arbeit (Fernstudium, Abendstudium, ...). Also ist diese Option deswegen noch nicht gestorben. Das schöne wäre, du bist in vertrauter Umgebung (bei deinen neugewonnen Freunden), machst gern was du machst und steigerst parallel deine Jobchancen durch das Studium. Und da du, wie du meintest, keine Probleme wegen der Schwierigkeit des Pharmaziestudiums hast, könnte ich mir vorstellen, dass es für dich machbar ist, neben der Arbeit zu studieren.

Wie bist du denn auf Pharmazie gekommen? Wegen den Jobchancen kombiniert mit deinem Interesse? Oder allein wegen den Jobchancen?
So eine Woche für die Entscheidungsfindung ist viell. auch etwas zu viel Druck in deiner Entscheidung. Viell. ist das in Form einer Bauchentscheidung angenehmer für dich, als diesen zusätzlichen Druck zu erzeugen. Da müsstest du die Entscheidung auch nicht innerhalb einer Woche treffen, sondern könntest das in ein oder zwei Semestern entscheiden, wenn dann auch die Einstellungszeiten für die Konditoreilehre (oder was du gern machen möchtest) erreicht sind (fließender Übergang von Studium zu Ausbildung). Und bis dahin kann die Welt auch wieder ganz anders aussehen, viell. machts dir dann dank neu gewonnener Freunde wieder mehr Spaß und du bleibst doch dabei. Alternativ kannst du natürlich auch Prüfungen schieben, so dass du bis nächstes Jahr (bis die Lehre beginnt) Studentin bleibst, jedoch schon früher zurück zu den geliebten Menschen fährst die du kennengelernt hast.

Soweit von mir.
Gruß
WSH
 
Ich würde nicht aufgeben. Versuch doch, Deine SWS zu senken, damit studierst Du zwar länger, bleibst aber dran und senkst Deine Belastung.

Ich sehe es problematisch, das Wohlergehen von zwei Menschen abhängig zu machen. Gibt es an Deinem Wohnort einen betreuten Hundeplatz? Oder ein Tierheim? Eine Hundeschule? Biete Dich dort als ehrenamtlich Arbeitende an, vorerst. Vielleicht kannst Du dann später auch ein paar Mücken damit machen und machst auch das, was Dir Spaß macht. Gleichgesinnte Menschen lernst Du somit auch kennen.

Kannst Du aus Deinem Wohnheim in eine WG umziehen? Und Deine Mietze dorthin mitnehmen?
 
Zu erst einmal
danke an euch beide. Ihr habt zwar beide eine sehr unterschiedliche Meinung aber ihr habt mir beide geholfen.
Leider ist es in der Pharmazie nicht möglich SWS zu verringern oder gar die Prüfungen zu schieben- is halt ein sehr schulischer Studiengang...
Mit der Woche Zeit lassen zum Entscheiden hast du (WSH) auch recht- ich habe jetzt schon Magenschmerzen wenn ich daran denke.
Und eigentlich habe ich mich auch schon entschieden, will es nur noch nicht wahr haben ,weil ich Angst habe wieder als Versagerin da zu stehen.
Das ich mein Leben nicht von zwei anderen Menschen abhänig machen darf ,weiß ich aus einer anderen schmerzlichen Erfahrung.
Deshalb ist es mir ja auch Wichtig nicht "nur" aufm Hundplatz zu stehen,sondern noch eine Ausbildung zu machen, damit ich auf eigenen Beinen stehen kann.
Die Entscheidung liegt immer bei einem selber, das ist mir nur zu gut bewusst, die Angst sich falsch zu Entscheiden ist halt nur so enorm groß.
(hab ich erwähnt, dass selbst meine Pflanzen hier alle ihre Köpfe hängen lassen und einige kurz vorm Eingehen stehen?...)
LG Orchiedee
 
Hallo Orchidee,
ich schließe mich dem an, was in der ersten Antwort steht, die du bekommen hast.
Du hast doch eine gute Alternative. Die Idee, Konditorin zu werden und nebenher Hundetrainerin, finde ich klasse. Wenn es das ist, womit du dich besser fühlst, warum solltest du es dann nicht machen?
Viele wären froh, wenn sie eine so klare Alternative im Kopf hätten.
 
Setzt dich mit deiner Entscheidung nicht so sehr unter Druck,...wenn du dir sagst, dass du in einer Woche die Entscheidung treffen musst! Nimm dir die Zeit, die du brauchst...du wirst schon wissen, was für dich das Beste ist!!!
 
Hi
Ich wollte mal kurz berichten für was ich mich entschieden habe.
Also ich habe abgebrochen -und es geht mir seit langen endlich ma lwieder gut!
Lustiger Weise wird in der Nähe meines Heimatortes sogar noch zu sofort eine Konditorei-Auszubildene gesucht. Habe mich gleich beworben, mal sehen obs was wird- wenn nich auch nicht schlimm, dann suche ich eben weiter.
Leider musste ich meine Katze am Mittwoch einschläfern lassen.Das ist zwar eine nicht so tolle Situation für mich zur Zeit , weil mich sehr viel an sie erinnert und ich in absehbarer Zeit keine andere haben kann ,aber auch das wird bestimmt bald besser.
Derzeit bin ich tatsächlich in der Hundeschule untergekommen- bin eigentlich davon ausgegangen das ich nicht mehr auf den Platz darf wenn ich abreche- als gut gemeinter Wink mit dem Zaunpfahl, damit ich nicht nur aufhöhre weil ich auf`n Platz will... OK wurd etwas schief angesehen als ich das gebeichtet habe...man phantasiert sich ja sonst nichts zurecht...
Die Leute ,denen ich es bis jetzt gesagt habe, haben auch durchweg positiv reagiert. Womit ich auc h nicht gerechnet habe.
Drückt mir die Daumen das ich etwas passendes finde,
LG Orchiedee
 
Hallo,

freut mich dass du eine Entscheidung getroffen hast mit der du zufrieden bist und für dich wieder eine rosigere Zukunft siehst! 🙂
Dass die Leute positiv auf deinen Studienabbruch reagieren ist ja auch ein positives Zeichen für diese Leute! Da wirds sicherlich auch nicht an Unterstützung mangeln, wenn mal doch eine Bewerbung nicht erfolgreich wird. 🙂
Also viel Erfolg für die Ausbildung!
Gruß
WSH

PS: Wie weit ist denn die Entfernung von Heimartort und Studienort?
 
Das ist natürlich ganz schön weit. Da möchte ich umso weniger in deiner Situation stecken. Aber du bist ja jetzt erstmal raus und hast sicherlich ein paar Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Siehst du es so, dann hatte die Sache eine gute Eigenschaft mehr! 🙂
 

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