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Studienabbruch fraglich

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Gast

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Hallo zusammen,

ich studiere Jura im 3ten Semester und bin 19 Jahre alt.

Eigentlich war dieses Studium seit mehreren Jahren mein Traumstudium.

Allerdings habe ich in letzter Zeit gemerkt, dass dieser Traum so langsam zu einem Albtraum wird.

Ich bin mit der Stoffmasse komplett überfordert. Ich habe es bis jetzt in keinem Semester geschafft gehabt die erforderliche Anzahl an Rechtsgebieten zu erbringen, d.h. von insgesamt 4 habe ich höchstens für 2 gut lernen können und das war schon fast zu viel. Dabei lerne ich täglich 8 Stunden, mache keinen Tag frei. Das nun schon seit über 2 Monaten und trotzdem könnte man noch total viel u.a. klausurrelevantes dazulernen. Ich habe jetzt einfach die Reißleine gezogen und den Mut zur Lücke gewagt.

Ein weiterer Grund ist die Länge des Studiums ich habe keine Lust noch 8 Jahre (ich berechne die Hausarbeiten ein, falls eine schief gehen sollte oder zwei + Examensvorbereitung ein) weiterzustudieren. Auch auf die 1-2 Jahre Examensvorbereitung mit der 60 Stundenwoche habe ich jetzt schon keine Lust.

Später würde ich eh nicht Richterin werden wollen, vor Gericht will ich auch nicht. Ich wollte so oder so in eine Firma um dort etwas mit Verträgen machen zu können.

Ich merke dass ich dieses Studium deutlich unterschätzt habe und dass ich aufgrund der Stoffmasse, die ich einfach nicht bewältigen kann bei einer möglichen Fortsetzung psychisch sowie physisch kaputt gehen würde.

Deswegen bin ich eine Stufe runtergefahren und habe mir Alternativen gesucht. Ich bin dann auf eine Ausbildung zur Industriekauffrau gestoßen. Ich habe vor in diesem Bereich ein Prakitkum zu machen. Sollte es daran scheitern blieben noch Bankkauffrau etc. aber in diese Richtung sollte es schon gehen. Mir würde diese Schreibtischarbeit Spaß machen und ich wäre wohl nicht unter-aber auch nicht überfordert.

Allerdings habe ich ein sehr großes Problem: Meine Eltern. Sie würden es nicht verstehen, wenn ich sagen würde, dass ich abbreche und das Studium nicht mehr will. Ich muss dazu sagen, dass dieser Studiengang mein Wunsch war, meine Eltern hatten damit nichts zu tun, sie wollten dass ich etwas mache, was mir gefällt und womit ich glücklich werde. Dass das nun doch nichts für mich ist und ich daran kaputt gehe wissen sie nicht.

Ich habe nun dieses Praktikum angesprochen und sie waren davon überhaupt nicht begeistert das wäre viel zu weit unten und ich solle mich lieber voll und ganz auf das Studium konzentrieren. Dass ich abbrechen will, habe ich noch nicht erwähnt - das wäre womöglich auch mein Tod. Die Klausuren stehen nämlich noch an, meine Eltern würden dann denken, dass ich keine Lust mehr hätte und den einfacheren Weg wählen will. Würde ich es ihnen nach den Klausuren erzählen, wäre es wahrscheinlich besser - allerdings wären sie bestimmt mächtig enttäuscht und würden das auch keinesfalls akzeptieren. Es kämen bestimmt Sprüche wie "du schaffst das noch gib jetzt noch nicht auf" etc. Dann müsste ich weiterstudieren und immer weiter. Dann würden immer mehr Jahre verloren gehen ich wäre immer unglücklicher und dementsprechend wäre es die Hölle und Qual auf Erden für mich. Ich bin deswegen am überlegen, ob ich die bevorstehenden Klausuren absichtlich in den Sand setze. Dann würde ich nämlich exmatrikuliert werden. Allerdings bin ich dafür auch zu ehrgeizig...Dann wäre die harte Lernerei umsonst gewesen.

Ich weiß nicht was ich machen soll, wie ich meine Eltern überzeugen kann und ob es tatsächlich das richtige ist.

Hoffentlich könnt Ihr mir etwas weiterhelfen.
 

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