L
Luiserl
Gast
Hallo Akasha,
jetzt sitz ich zwischen zwei Stühlen. Ich weiß nicht soll ich Dir zu Deiner Volljährigkeit heute von Herzen gratulieren, oder ist sie Dir eher eine Last, die Du immer noch loswerden willst?
Ich hab mich doch für ersteres entschieden. Ab heute bist Du auch vor dem Gesetz für Dich alleine verantwortlich und gehörst zu den Erwachsenen. Zwangsläufig werden andere Ansprüche an Dich gestellt als noch gestern. Ist schon eigenartig, welche Rolle nicht nur der Tod geliebter Menschen im Leben des einzelnen spielt, sondern auch, dass Du vor 35 Minuten noch als Jugendlicher, bzw. Kind gegolten hast und nun plötzlich jede Verantwortung alleine tragen sollst. Kann beängstigend aber auch ungeheuer spannend sein. So wünsche ich Dir, für dieses erste Jahr in der Erwachsenenwelt, dass sich Deine düsteren Gedanken bald etwas lichten sollen, damit Du voller Neugier diesen neuen Lebensabschnit begehen kannst.
Ich glaube, Du müsstest Dich ganz dringend mit Meschen unterhalen, die Dir bei der Trauerarbeit zur Seite stehen.
Du musst die Trauer so ausleben, wie Dir danch zumute ist. wenn Du das schicksal verfluchen willst, tu es. Wenn Du weinen willst, wie ein ganzer Wasserfall, so tu es. Wenn Du uns hier von Deinen gelibten Menschen erzählen willst, so tu es. Wenn Du ein Tagebuich haben möchtest, in das Du all Deinen Schmerz und Deine alleingelassene Liebe hineinschreiben möchtest, so tu es.
Suche Dir Deinen ganz speziellen Weg, mit Deiner tiefen Trauer umzugehen. Wenn Du nicht weiter weißt, hier wird jeder Bemüht sein, Dir dabei zu helfen. Aber es gibt auch selbsthilfegruppen, die mit professioneller Hilfe Trauerarbeit leisten.
Für Dich hat durch den Verlust das Leben seinen Sinn verloren, und Du hast auch noch DeinenGlauben verloren, der Dir vielleicht hätte helfen können. Als mein Vater, das Liebste in meinem Leben, starb, war ich zwanzig. Ich habe gelitten wie ein Tier uind in den 7 darauffolenden jahren noch alle Familienmitgleider verloren, bis auf meinen jüngeren Bruder. Ich konnte keine Trauerkarten mehr sehen, ein Friehof war mir verhasst, Begrä-bnisfeier gab es nicht mehr.
Es dauerte lange, bis ich merkte, das der Tod meines Vaters meinem Leben einen starken Schubs in eine Richtung versetzte, die mir seit vielen Jahren dennn Sinn mienes eigenen Lebens klargemacht hat. Dabei ahbe ich allerdings einen Fehler gemacht, ich habe meine Trauer nie wirklich ausgelebt, da ich die Trauer um einen geliebten Menschen als egoistisch empfand, und ich eigentlich froh sein sollte, dass der geliebte Mensch, all das negative, was noch kommen sollte nicht mehr miterleben musste. Es hätte ihm das Herz gebrochen. So kam es, dass für mich der Tod eine barmherzige Seite bekam, mit der ich einigermaßen klar kam. Und irgendiwe hat mich, ohne dass ich damals weiter dar+über nachgedacht hätte, die Inschrift am Friedhofseingang sehr beeindrukt und sich mir unauslöschlich eingegraben:
Im JA zum Willen Gottes verleirt das Leiden seine Macht. Ich konnte nciht so wirklich was damit anfangen, aber es gab mir, damals unerklärlicherweise, ein eigenartiges Gefühl des Trostes und der Zuversicht. Später habe ich auch begriffen, dass zur wirklichen Liebe auch die Fähigkeit gehört, den geliebten Menschen loszulassen, ihn seinen Weg gehen zu lassen, ohne in verzweifelt mit dem eigenen Leben zusammenketten zu wollen. Keiner von uns weiß, welchen Weg die Menschen nach ihrem Tod gehen. Ich wusste, dass es mir unmöglich sein würde, meinen Toten Vater zu sehen, ich hatte Angst, dass mir dadurch die Endgültigkeit des Geschehens bewusst würde. Also habe ich mich geweigert, Abschied von einem Toten zu nehmen. Ich nahm im Laufe der Zeit Abschied von einem Lebenden, denn das ist er immer in meiner Erinnerung geblieben. Bei meiner Mutter und meinem älteren Bruder, meinem Onkel und meiner Großmutter, habe ich es genauso gehalen, soweit mir das möglich war.
Auf er einen Seite ist es etwas Schönes, den geliebten Menschen so vor Augen zu haben, wie er zu Lebzeiten aussieht, andererseits aber, ist dieser Mensch aber dann nie wirklich ganz tot. Es ist dann so ähnlich, als hätte er sich scheiden lassen und würde woanders leben. Anfangs hat mir das geholfen, aber als ich bereit erwachsen war und selbst Kinder hatte, kamen immer häufiger die Träume, die mir meinen Vater mit einer anderen Familie zeigten. Es waren teilweise grauenhafte Träume, aus denen ich schweissgebadet aufwachte, weil sich mein Vater derart gemein mir gegenüber verhielt. Mich immer mehr als Tochter verleugnete und ein fremdes Leben irgendwo dem Zusammensein mit mir vorzog,
Komisch selbst jetzt, nach über 20 Jahren, kommen wir beim Gedanken an diese Träume noch die Tränen.
warum ich Dir das erzähle? Ich habe als ich hier ins Forum kam, anderen Menschen, die unter dem Tod ihrer Angehörigen genauso litten wie Du, meine Vorstellung wie man damit umzugehen hat, genauso klargemacht wie Dir, und war wirklich der festen Überzeugung , dass diese art damit umzugehen, ein Mittel sei, den Schmerz erträglicher zu machen.
Jetz, indem ich Dir das schreibe, erkenne ich, dass das alles Humbug war, was ich da von mir gab. Ich hatte diese furchtbaren Träume vergessen oder verdrängt, und nur die Zeit davor geschildert, die ja auch wirklich absolut hilfreich war, durch die Art, wie ich mit dem Tod umging.
Jetzt, ganz oplötzlich, während ich Dir diesen Beitrag schreibe, sind dien Träume wieder da, als wäre es gestern gewesen und die Tränen schießen mir nur so in die Augen.
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass es besser wäre, wenn ich endlich mit DER Trauerarbeit anfangen würde. Die, die ich tod gesehen habe, sind heute wirklich tot und belasten mein Leben nicht mehr. Aber er lebt irgendwie immer noch.
Akasha, ich muss Dir ganz ehrlich sagen, die Erkenntnis, die ich eben gewonnen habe, hauit mich richtig aus den Pantinen. Mein agnzes psositives Umgehen mit dem Tod erweist sich plötzlich für mich als eine nie endenwollende Selbsttäuschung. Damit muss ich jetzt erst mal fertig werden.
Verzeih bitte, eigentlich wollte ich Dir helfen in Deinem Schmerz, und steh im Moment genauso hilflos da, wie Du, und das nach 36 Jahren. Was ein Wahnsinn.
Ich hoffe, Du findest jemandem, der Dir bei der notwendigen Trauerarbeit hilft, damit Du nicht erst ein "altes Schlachtross" werden musst, bevor Du damit anfängst.
Ich wünsche Dir trotz aller trauriger Gedanken, einen einigermaßen schönen "Burzeldach", der mit Deinen Lieben wahrscheinlich ein wahrer Festtag geowrden wäre.
Ich umarme Dich voller Anteilname und bitte Dich, nicht zu verzweifeln, denn eines ist ganz sicher, Dein weiteres Leben hält auch noch schöne Überraschungen für Dich bereit, die zu verpassen wirklich traurig wäre.
Von Herzen alles Gute
Luiserl
jetzt sitz ich zwischen zwei Stühlen. Ich weiß nicht soll ich Dir zu Deiner Volljährigkeit heute von Herzen gratulieren, oder ist sie Dir eher eine Last, die Du immer noch loswerden willst?
Ich hab mich doch für ersteres entschieden. Ab heute bist Du auch vor dem Gesetz für Dich alleine verantwortlich und gehörst zu den Erwachsenen. Zwangsläufig werden andere Ansprüche an Dich gestellt als noch gestern. Ist schon eigenartig, welche Rolle nicht nur der Tod geliebter Menschen im Leben des einzelnen spielt, sondern auch, dass Du vor 35 Minuten noch als Jugendlicher, bzw. Kind gegolten hast und nun plötzlich jede Verantwortung alleine tragen sollst. Kann beängstigend aber auch ungeheuer spannend sein. So wünsche ich Dir, für dieses erste Jahr in der Erwachsenenwelt, dass sich Deine düsteren Gedanken bald etwas lichten sollen, damit Du voller Neugier diesen neuen Lebensabschnit begehen kannst.
Ich glaube, Du müsstest Dich ganz dringend mit Meschen unterhalen, die Dir bei der Trauerarbeit zur Seite stehen.
Du musst die Trauer so ausleben, wie Dir danch zumute ist. wenn Du das schicksal verfluchen willst, tu es. Wenn Du weinen willst, wie ein ganzer Wasserfall, so tu es. Wenn Du uns hier von Deinen gelibten Menschen erzählen willst, so tu es. Wenn Du ein Tagebuich haben möchtest, in das Du all Deinen Schmerz und Deine alleingelassene Liebe hineinschreiben möchtest, so tu es.
Suche Dir Deinen ganz speziellen Weg, mit Deiner tiefen Trauer umzugehen. Wenn Du nicht weiter weißt, hier wird jeder Bemüht sein, Dir dabei zu helfen. Aber es gibt auch selbsthilfegruppen, die mit professioneller Hilfe Trauerarbeit leisten.
Für Dich hat durch den Verlust das Leben seinen Sinn verloren, und Du hast auch noch DeinenGlauben verloren, der Dir vielleicht hätte helfen können. Als mein Vater, das Liebste in meinem Leben, starb, war ich zwanzig. Ich habe gelitten wie ein Tier uind in den 7 darauffolenden jahren noch alle Familienmitgleider verloren, bis auf meinen jüngeren Bruder. Ich konnte keine Trauerkarten mehr sehen, ein Friehof war mir verhasst, Begrä-bnisfeier gab es nicht mehr.
Es dauerte lange, bis ich merkte, das der Tod meines Vaters meinem Leben einen starken Schubs in eine Richtung versetzte, die mir seit vielen Jahren dennn Sinn mienes eigenen Lebens klargemacht hat. Dabei ahbe ich allerdings einen Fehler gemacht, ich habe meine Trauer nie wirklich ausgelebt, da ich die Trauer um einen geliebten Menschen als egoistisch empfand, und ich eigentlich froh sein sollte, dass der geliebte Mensch, all das negative, was noch kommen sollte nicht mehr miterleben musste. Es hätte ihm das Herz gebrochen. So kam es, dass für mich der Tod eine barmherzige Seite bekam, mit der ich einigermaßen klar kam. Und irgendiwe hat mich, ohne dass ich damals weiter dar+über nachgedacht hätte, die Inschrift am Friedhofseingang sehr beeindrukt und sich mir unauslöschlich eingegraben:
Im JA zum Willen Gottes verleirt das Leiden seine Macht. Ich konnte nciht so wirklich was damit anfangen, aber es gab mir, damals unerklärlicherweise, ein eigenartiges Gefühl des Trostes und der Zuversicht. Später habe ich auch begriffen, dass zur wirklichen Liebe auch die Fähigkeit gehört, den geliebten Menschen loszulassen, ihn seinen Weg gehen zu lassen, ohne in verzweifelt mit dem eigenen Leben zusammenketten zu wollen. Keiner von uns weiß, welchen Weg die Menschen nach ihrem Tod gehen. Ich wusste, dass es mir unmöglich sein würde, meinen Toten Vater zu sehen, ich hatte Angst, dass mir dadurch die Endgültigkeit des Geschehens bewusst würde. Also habe ich mich geweigert, Abschied von einem Toten zu nehmen. Ich nahm im Laufe der Zeit Abschied von einem Lebenden, denn das ist er immer in meiner Erinnerung geblieben. Bei meiner Mutter und meinem älteren Bruder, meinem Onkel und meiner Großmutter, habe ich es genauso gehalen, soweit mir das möglich war.
Auf er einen Seite ist es etwas Schönes, den geliebten Menschen so vor Augen zu haben, wie er zu Lebzeiten aussieht, andererseits aber, ist dieser Mensch aber dann nie wirklich ganz tot. Es ist dann so ähnlich, als hätte er sich scheiden lassen und würde woanders leben. Anfangs hat mir das geholfen, aber als ich bereit erwachsen war und selbst Kinder hatte, kamen immer häufiger die Träume, die mir meinen Vater mit einer anderen Familie zeigten. Es waren teilweise grauenhafte Träume, aus denen ich schweissgebadet aufwachte, weil sich mein Vater derart gemein mir gegenüber verhielt. Mich immer mehr als Tochter verleugnete und ein fremdes Leben irgendwo dem Zusammensein mit mir vorzog,
Komisch selbst jetzt, nach über 20 Jahren, kommen wir beim Gedanken an diese Träume noch die Tränen.
warum ich Dir das erzähle? Ich habe als ich hier ins Forum kam, anderen Menschen, die unter dem Tod ihrer Angehörigen genauso litten wie Du, meine Vorstellung wie man damit umzugehen hat, genauso klargemacht wie Dir, und war wirklich der festen Überzeugung , dass diese art damit umzugehen, ein Mittel sei, den Schmerz erträglicher zu machen.
Jetz, indem ich Dir das schreibe, erkenne ich, dass das alles Humbug war, was ich da von mir gab. Ich hatte diese furchtbaren Träume vergessen oder verdrängt, und nur die Zeit davor geschildert, die ja auch wirklich absolut hilfreich war, durch die Art, wie ich mit dem Tod umging.
Jetzt, ganz oplötzlich, während ich Dir diesen Beitrag schreibe, sind dien Träume wieder da, als wäre es gestern gewesen und die Tränen schießen mir nur so in die Augen.
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass es besser wäre, wenn ich endlich mit DER Trauerarbeit anfangen würde. Die, die ich tod gesehen habe, sind heute wirklich tot und belasten mein Leben nicht mehr. Aber er lebt irgendwie immer noch.
Akasha, ich muss Dir ganz ehrlich sagen, die Erkenntnis, die ich eben gewonnen habe, hauit mich richtig aus den Pantinen. Mein agnzes psositives Umgehen mit dem Tod erweist sich plötzlich für mich als eine nie endenwollende Selbsttäuschung. Damit muss ich jetzt erst mal fertig werden.
Verzeih bitte, eigentlich wollte ich Dir helfen in Deinem Schmerz, und steh im Moment genauso hilflos da, wie Du, und das nach 36 Jahren. Was ein Wahnsinn.
Ich hoffe, Du findest jemandem, der Dir bei der notwendigen Trauerarbeit hilft, damit Du nicht erst ein "altes Schlachtross" werden musst, bevor Du damit anfängst.
Ich wünsche Dir trotz aller trauriger Gedanken, einen einigermaßen schönen "Burzeldach", der mit Deinen Lieben wahrscheinlich ein wahrer Festtag geowrden wäre.
Ich umarme Dich voller Anteilname und bitte Dich, nicht zu verzweifeln, denn eines ist ganz sicher, Dein weiteres Leben hält auch noch schöne Überraschungen für Dich bereit, die zu verpassen wirklich traurig wäre.
Von Herzen alles Gute
Luiserl