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sterbehilfe

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@ann:
Genau das war ja das Problem mit meiner Tante. Sie musste aktiv miterleben, wie sie immer handlungsunfähiger und immer mehr in ihrem Körper eingesperrt wurde. Sie ist nicht an den Folgen des physischen Verfalls gestorben, sondern weil die Psyche das nicht verkraften konnte. Sie hätte von der Physis her noch Jahre so weiter"leben" können.
 

Hallo Child of Storm,

schau mal hier: sterbehilfe. Hier findest du vielleicht was du suchst.

hmmm, die allermeisten suizide (puls dunkelziffer) geschehen vor dem hintergrund einer psychischen belastung......

vor dem hintergrund ist das ein doppelt heißes eisen.....
 
hmm, sensibles Thema.

Ich bin grundsätzlich kein Gegner der Sterbehilfe, nur sehe ich hier bei psychisch Kranken irgendwie nicht die Notwendigkeit.

Plakativ gesprochen: Wer sterben will, schafft das auch. Ausnahme halt die "Sterbenden", die zu krank sind, um sich selbst das Leben zu nehmen - das ist ja eigentlich dann auch der Fall, bei dem Sterbehilfe eintritt - wie hier die 100jährige Tante.

Bei einem psychisch Kranken ist mir aber nicht klar, wieso ihn jemand anders "töten" sollte. Wenn man wirklich nicht mehr will, dann sollte man auch willens genug sein, diese Entscheidung selbst zu treffen und nicht noch die Schuld und Gewissensbisse einem anderen Menschen zumuten.
 
hallo, sori,

es gibt anscheinend fälle von psychisch kranken, die das nicht könnten....
mein bruder hat einen kleineren teil seiner ausbildung in einer psychatrie gemacht, und berichtete, es gäbe einige depressive, die nicht mal morgens die augen öffnen wollten.....

andererseits ist das sicherlich nur ein ganz kleiner teil.....

zudem soll es ja leute mit chronischer suizidalität geben - was diese thematik noch eine nummer schwieriger macht.....
denn schließlich stellt sich die frage, inwieweit man suizidalität mit leidensdruck gleich setzen könnte - meine these (als laie mit halbwissen): dies kann man nicht pauschalisieren......
todessehnsucht kann ja aus einer akuten belastung, einer verzweiflung enspringen, oder langsam gewachsen sein - oder vllt. auch beides?!
da kann man sicher den leidensdruck schwer als moralischen maßstab für sterbehilfe nehmen, wie man es bei 'klassischen' sterbehilfefällen machen würde.....
 
hmm sori, genau darum geht es aber ja eigentlich: wenn jemand, aus der aussichtslosigkeit der lage heraus, sich entschließt sein leben zu beenden, möchte man das auf eine "menschliche" weise machen. Warum bekommt ein psychisch kranker hierbei keine hilfe, aber jemand mit einer körperlich schlimmen krankheit vielleicht schon?
Wäre das nun ein krebskranker, der sich nicht mehr bewegen könnte, total viel schmerzen hat, würde man vielleicht sagen, das euthanasie hier gar nicht so abwegig ist. aber was macht die situation dann anders bei einem pschisch kranken. Er fühlt sich genauso! nur man sieht es ihm eben nicht so gut an, wie dem krebskranken.
Wie gesagt es geht ja nicht um leute, die von heut auf morgen keine lust mehr auf s leben haben. sondern chronische patienten.
Für den patienten mit krebs wäre es eine erlösung im kreise seiner familie sterben zu könne. warum darf das der psychisch kranke nicht? warum muss er, wenn er sterben will, sich irgendeine ecke suchen wo ihn niemand findet? Das ist doch auch keine hilfe/lösung!
...naja so seh ich das grade, konnt nicht ehr antworten, weil ich auf besuch war... bin Tante geworden 🙂
Würde es toll finden, wenn nochmal jemand seine meinung schreiben würde!
Liebe grüße
ann
 
Psychisch Kranken Menschen sollte man unter keinen Umständen beim Sterben helfen.
Wenn die Oma mit 100 körperlich am Ende ist finde ich Sterbehilfe akzeptabel, wenn sie es denn wünscht. Denn da wird nur perversen lebensverlängernden Maßnahmen entgegengewirkt.
Bei psychisch Kranken liegt der Fall ganz anders. Erstens sind sie eventuell nicht zurechnungsfähig und zweitens kann man Menschen nicht auf Grund einer Krankheit umbringen, die durchaus heilbar ist.
Auch das Argument, dass er sich selbst umbringen will und man ihm daher helfen könnte halte ich für ausgemachten Schwachsinn. Das beschränkt sich ja nicht nur auf kranke Menschen. Was ist wenn ich meinen A**** zu fett finde und deswegen nicht mehr leben möchte? Kommt dann jemand von der Diakonie und bringt mich freundlicherweise um?

Es darf bei Sterbehilfe nicht um den Spaß am Leben gehen. Es geht darum ob ein würdiges Leben noch möglich ist. Und man kann auch mit Depressionen würdig leben.

Die ganze Idee ist ein Fass ohne Boden.
 
Würde ich so jetzt nicht sagen. Ich denke es muss jeder selbst für sich entscheiden, wann er sein Leben in Würde führt oder nicht. Soweit ich es verstanden habe, geht es eine kronische, schwere Depression, die den Kranken aller Lebensfreude beraubt. Warum sollte man ihn zwingen weiterzuleben? Hat nicht jeder einen Tod in Würde verdient? Vielleicht ist doch gerade der Wunsch nach dem eigenen Ableben für diese Form der Krankheit der letzte Akt der Selbstkontrolle und Selbstbestimmung?

Ich glaube das Problem ist, dass der Freitod gesellschaftlich bei uns nicht anerkannt ist. Das mag damit zusammen hängen, dass sich jeder irgendwo Vorwürfe macht, ob man das nicht hätte verhindern können, wo doch das Leben (richtigerweise) einen sehr hohen Stellenwert hat. Beispielsweise bei den Samurai war der Freitod ein Akt die Würde und Ehre wieder herzustellen. Sie folgten damit einem eigenen, uns völlig fremden Ethos.
 
Zitat von Senox
Menschen müssen entscheiden dürfen, wann sie sterben und leben wollen.


das dürfen sie im grund ja auch. Steht ja an keiner Brüccke: Herrunterspringen verboten. Es geht ja nicht darum das du nicht sterben darfst. Sondern darum, dass dir jemand hilft. Und von jemandem umgebracht zu werden ist sicher nicht würdevoll oder so. Wie viel Würde hat es denn sich töten zu lassen?
 
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