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stecke in einem Loch

D

Dösel77

Gast
Hallo zusammen,

Bin ein Neuankömmling, mir liegt derzeit ein dicker fetter Brocken auf der Seele. Bin eigentlich nicht der Typ, der sich gern in nem Forum offenbart, aber mir scheint, nachdem ich ein paar Beiträge gelesen habe, das hier sowas wie der richtige Ort dafür sein könnte.😕

Puhhh.. weiss gar nicht so genau wo ich anfangen soll, der Beitrag könnte ein etwas längerer werden und ich bitte zu entschuldigen, sollte ich Euch damit langweilen.

Also, ich stecke seit ner ganzen Weil in einem unglaublichen Loch und mir scheint, das jemand die Leiter, die mir Hilfestellung leisten könnte, um wieder hinauszuklettern, irgendwo versteckt hat.

Ich bin mittlerweile 29 Jahre alt und habe in meinem Leben noch nicht wirklich viel auf die Reihe bekommen. Zumindest nicht in beruflicher Hinsicht. in meinem privtaten Umfeld, ist eigentlich das genaue Gegenteil der Fall, hab eine liebe Frau und zusammen sind wir stolze Besitzer, eines kleinen Eigenheims. Unser Freundes und Bekanntenkreis ist gross... usw. Aber um dieses Glück geniessen zu können, fehlt es mir daran, was einen nicht unwesentlichen Anteil im Leben ausmacht: Einen Job den ich gerne mache!

Wenn ich so auf mein bisheriges Leben zurückschaue, sah es in der Beziehung nie besonders rosig aus.

Schon während der Schulzeit, hatte ich arge Probleme klarzukommen. Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer waren immer ein reines Graus für mich. Schlechte Noten wohin man sieht. zumindest in oben genannten Bereichen. Das lag weniger daran, das ich zu faul gewesen bin. Ich hatte Nachhilfestunden ohne Ende und jeder noch so gut gemeinte Versuch von diversen Nachhilfepaukern, ist quasi kläglich gescheitert, weil ich den überwiegenden Teil des Stoffes nicht verstanden habe.nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich nicht KONNTE.
Ich hab dann mit Ach und Krach meine schulische Laufbahn mit einem Hauptschulabschluss beendet und mich in eine Ausbildung als Zerspaner in der metallverarbeitenden Industrie gestürzt, die nach einem halben Jahr kläglich scheiterte. Zum Einen meldete der Betrieb Konkurs an und während dieser Phase gab mir auch mein Ausbilder zu verstehen, das ich den Anforderungen die an mich gestellt werden würde, in der Ausbildung nicht gewachsen bin und es besser wäre, wenn ich mir eine Alternative suchen würde. Ich musste mir das eingestehen, das die Wahl die ich getroffen hatte wohl die falsche gewesen ist. Also brach ich die Lehre ab.Meine Motivation überhaupt noch irgendwas auf die Reihe zu bekommen, war absolut im Keller und ich sah keine möglichen Alternativen für mich. Wohl auch aus der Angst raus, wieder zu versagen. Also machte ich 2 Jahre lang nichts, ausser eine halbjährliche schulische Massnahme, die mir seinerzeit vom Arbeitsamt aufgezwungen wurde. Wie sich heraustellte diente diese Massnahme, nicht dazu mir Wissen zu vermitteln, sondern einfach nur dazu um eine Reihe, schwer vermittelbarer Jugendlicher für eine Weile aus der Statistik zu bekommen.

2Jahre später meldete sich das Kreiswehrersatzamt zwecks Einberufung zum Dienst an der Waffe um dem Vaterland treu und selbstlos für den Frieden zu dienen. Ich verweigerte Selbigen und machte mich auf die Suche nach einer Zivildienststelle in einem Alten und Pflegeheim um die Ecke.Kein Traumjob, aber immerhin 13 Monate in denen ich überhaupt etwas machen konnte und auch ein wenig Geld bekam. Nach einer Eingewöhnungsphase fing der Job im stationären Bereich an mir Spass zu machen. Und ich entpuppte mich als herausragender "Urinkellner". Die Chefetage war so begeistert und überzeugt von meinem Engagement und bot mir an, nach Ablauf meiner Zivildienstzeit fest als Altenpflegehilfskraft im selben Heim und auf der selben Station zu arbeiten. Schwuppdiwupp, lag der unbefristete Arbeitsvertrag in meinen Händen und ich zögerte nicht eine Sekunde lang, ihn auch zu unterschreiben.

In den nächsten 6 1/2 Jahren verrichtete ich also zuverlässig meinen Dienst und nahm alle Unanehmlichkeiten, wie blöde Dienstzeiten und den täglichen Umgang mit Krankheit und Tod in Kauf. Ich war stets dafür bekannt gute Laune zu verbreiten und trotz des Drucks aus der Chefetage (Stellenabbau, Leistungskürzungen etc.pp.) gutes Arbeitsklima und Teamgeist zu verbreiten. Ab einem gewissen Zeitpunkt, kam es jedoch so, das der Druck immer grösser wurde, die Dienste immer anstrengender, das Klima immer schlechter wurde. Zudem wurden die Bedingungen immer schlechter. Kurzum war es nur noch Fliessbandarbeit am Menschen die man zu verrichten hatte, bei der die Menschlichkeit die diesen Beruf eigentlich ausmachen sollte, für mich absolut auf der Strecke blieb. (Personen, die vielleicht im selben Job tätig sind, werden nachvollziehen können wovon ich rede.) Ich bekam des Nachts Albträume, konnte nicht mehr gut schlafen, übergab mich regelmässig vor den Diensten. Meine Laune war im Keller. Eine Zeitlang redete ich mir ein, das dies nur eine "komische Phase" sei, die schon irgendwann wieder vorbeigehen wird. Jeder hat mal sone Zeit. Leider wurde die Situation nicht besser, und während einer Dienstübergage von der Früh zur Spätschicht, verliess ich mehrmals das Büro um mich zu übergeben. Meine Stationsleitung hatte das mitbekommen und als sie vor der Toilettentür wartete um mich zu fragen, was denn mit mir los sei, brach ich vor Ihren Augen zusammen. Ein Nervenzusammenbruch per exellence.

Meine Lebensgefährtin, holte mich dann ab und ich bekam eine Beruhigungspritze von meiner Hausärztin und sie schrieb mich "bis auf weiteres" krank. Man stellte fest, das ich der Belastung des Jobs nicht mehr standhalten konnte und man legte mir nach eingehender Untersuchung eines Neurologen nahe, den Job an den Nagel zu hängen, wenn ich über kurz oder lang nicht ein Wrack werden wollte.

Ich sah ein, das meine Gesundheit wichtiger ist, als dieser Job und ich einigte mich mit meinem Arbeitgeber auf die Auflösung meines Arbeitsvertrages. Das war ein langer Prozess, mittlerweile bin ist das ca. 2 Jahre her. Ich wurde Arbeitslos und begab mich auf die Suche nach einem neuen Job. Ohne Erfolg. Bis mich ein alter Freund meines Schwagers, der Marktleiter in einem Getränkeladen um die Ecke ist,in diesem Sommer drauf ansprach und mir anbot in seinem Laden als 400 € Kraft zu jobben, sie würden noch jemanden suchen. Ich hatte Bedenken im Einzelhandel zu arbeiten, auch aufgrund der Tatsache meines Zahlen-Unverständnisses, nahm das Angebot aber dennoch an. "Besser als nix!". Nach gerade mal 2 Wochen in denen ich mich irgendwie durch die mir gestellen Aufgaben wuselte, bat mich unser zuständiger Bezierksleiter zum Gespräch und bot mir an , aus dem Teilzeitjob, eine Vollzeitstelle zu machen. es wurde jemand gesucht der den Job an Stelle eines Mitarbeiters machen sollte, der die Filliale wechselte. Ich äusserte arge Bedenken diesbezüglich, weil ich wahrlich wahre Probleme hatte/habe mit allen Aufgabenbereichen klarzukommen und merkte an, das ich mir unsicher sei diesem Job auf Dauer gewachsen zu sein, im Bewusstsein dessen, das ich als Vollzeitkraft, quasi vor die Aufgabe gestellt werde, den Laden alleine managen zu müssen, mit allem was dazugehört. Wareneingang, Waren Kommissionierung, Lagerverwaltung, Kasse, Abrechnung, Laden aufschliessen, Laden abschliessen.......alles. Ich gab während des Gespräches eindeutig zu verstehen, das ich mich überfordert sehe, das alles auf die Reihe zu bekommen und Angst habe, das man mir einen Strick draus dreht, wenn ich die Erwartungshaltung die man an mich stellt nicht erfüllen kann.

"Was haben sie denn für eine andere Wahl, Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sind nicht gerade rosig"!-sprachs und hielt mir den Vertrag unter die Nase. Ich unterschrieb alle nötigen Papiere, weil ich wusste das dieser Bezierksleiter Recht hatte. Jobs liegen nicht auf der Strasse und ich habe keine andere Wahl, als das zu nehmen was sich gerade anbietet.

Ich versuche also nun seit ner Weile mich ins Geschäft einzuarbeiten, geprägt von mehr Misserfolgen als Erfolgen und kämpfe mich irgendwie von Tag zu Tag immer mit dem Gefühl im Bauch, das ich mich unwohl fühle und unglücklich bin, mit dem was ich tue. Als wenn das noch nicht reichen würde,eröffnete mir unser Marktleiter dann auch noch, das er für 3 Wochen in den Urlaub geht, bzw. mittlerweile schon ist. Ein Gespräch unter 4 Augen in dem ich ihm sagte, das ich noch lange nicht und in keinster Weise soweit bin, das ich den Laden in seiner Abwesenheit managen kann erbrachte ein trockenes: "Du machst das schon"! Er sieht täglich wie ich mit dem Job und den damit verbundenen Aufgaben zu kämpfen habe und mir Sorgen mache, das ich es nicht packe. Ich verstehe, das er seinen Urlaub antreten möchte, ich gönne Ihm Selbigen, aber unterm Strich bin ich der A**** wenn es in der Zeit seiner Abwesenheit in die Hose geht.

Mir geht es wieder mal schlecht in einem Job. die ständige Angst zu versagen und dies auch zu tun treiben mir die Tränen in die Augen. Irgendwie komme ich nur vom Regen in die Traufe.

Seit dem ich diesen Job angefangen habe, durchforste ich noch intensiver, Stellenanzeigen in den Zeitungen und die Jobbörsen im Internet in der Hoffnung auf mögliche Alternativen, aber nichts. Meine zuständige Beraterin bei der Bundesagentur für Arbeit bot mir jegliche Unterstützung an , wenn es darum geht mich in einer Umschulung unterzubringen. Ich weiss das eine Ausbildung das A und O in diesem Land ist, aber die Angst zu versagen lässt mich davon absehen, die Motivation aufzubringen neu zu starten. Abgesehen davon das ich nicht mal weiss, welcher Berufszweig für mich in Frage käme von dem ich voll und ganz überzeugt wäre, ihn gut zu machen und mit Spass an der Sache dabei zu sein.

Ich habe Angst... Angst davor wie es weitergeht.

hmmmmmm.. ist echt n Roman geworden. Sorry dafür
 
Nun weiß ich nicht genau wie ich dir jetzt helfen kann.
Du versuchst ja schon in eine neue Stelle zu kommen allerdings sehe ich das Problem bei dir woanders.

Jung entwickel mal nen bisschen Selbstvertrauen.
Du hast nen Haus und ne Familie das ist was worauf du stolz ein kannst also lass ich doch nicht so unterkriegen.

Du wirkst in deinem Eintarg total eingeschüchtert und überfordert.

Das musst du nicht sein, Mensch selbstvertrauen.

Warum soltest du eine Ausbildung nicht packen?

So viele ander schaffen es auch und wenn du nicht mir Zahlen kannst musst du ja nicht gerade Banker werden.

Zum Beispiel Altenpfleger wenn dir das Spaß gemacht hat oder du suchst dir ne Ausbildung in Richtung Gärtner.

Mensch du packst das schon!

Glaub mir du bist doch nicht schlechter als irgend jemand anderes!

MFG
Doomie
 
ich will dir mal eins sagen: wer wird heute angesprochen um einen Job, eine Teilzeitbeschäftigung oder ähnliches anzunehmen? ich kenne niemanden dem das passiert ist....

Die jenigen, die dich fragen, schätzen deine Qulitäten und sind fest davon überzeugt, dass Du den Laden in schmeißt!

Also... verkriech dich nicht hinter dir selbst!!!!

Zeig den Leuten wo der Hammer hängt, mach dein Ding und beweis dir selbst was...
 
Gern möchte ich moich allen Vorrednern anschliessen. Das ist doch keine böse Absicht das Du soviel Verantwortung bekommst, sondern ein Zeichen des Vertrauens, das Du das schon schaffen wirst. Mensch wieviele Arbeitnehmer in diesem Land wünschen sich ein bissle mehr das der Chef ihnen was zutraut und auch mal alleine was machen lässt. also nimm die Herausforderung an und kämpf dich da durch bis du das gefunden hast was dir wirklich spass amcht. Noch zu deinem angesprochenene Problem wegen Zahlen und Verständniss damit. Ich weiss aus eigener Erfahrung das du damit nicht alleine bist. Ich oute mich heute mal direkt, das ich in meinem Abschlussschulzeugniss eine 5- in Mathe hatte und somit fast am Abschluss vorbeigeschrammt bin. Und ich hatte auch Nachhilfe ohne Ende aber ich habe es nciht kapiert. Und weisste wo ich heute arbeite...in der Gastronomie. Und weisste wie ich das ganze versuche,....ich habe zur Not zum nachrechnen immer einen kleinen Rechner der mir sagt obs stimmt oder nciht... Also schau zu das Du endlich das in die Hand nimmst was dir übertragen wird...du kannst es!!!! Hab mehr Selbstvertrauen, deine Familie wird dich da schon aufbauen, red mal mit deiner Frau drüber.....
Du schaffst das schon!!!!!!!!!!!!!!!!!
 

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