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Statistisches zum Thema Gewalt

T

Tyra

Gast
Zum Thema Gewalt hab ich mir kürzlich eine Ausstellung angesehen und mir dort einige statistische Daten aufgeschrieben. Hier sind sie:

Vergewaltigung:
Alle 3 Minuten wird eine Frau vergewaltigt

Missbrauch:
Jedes 3.te Mädchen und jeder 7.te Junge hat sexualisierte Gewalterfahrungen

Gewalt im sozialen Nahraum:
Jede 3.te Frau erlebt in ihrer Partnerschaft Gewalt

Täter:
Zwei Drittel der männlichen Täter leben im sozialen Nahraum der Frauen, das sind fast 80 %

Mord:
Jede 2.te Frau, die einem Mord zum Opfer gefallen ist, wurde von ihrem (Ex-)Partner ermordet.

Kosten:
Jährlich enstehen Kosten in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro durch Männergewalt


Mein Kommentar:
Es müsste sich dringend was in der gesellschaftlichen und auch persönlichen WAhrnehmung, insbesondere seitens der Frauen ändern.
Wir leben in der Realität dass viele Menschen und sozialisationsbedingt überwiegend Männer, gewaltbereit sind und müssen uns anpassen...oder gehn unter...Frauen ist anzuraten, sich über die Denkweise und das lebensgefährliche Klischee hinwegzusetzen, sie seien schwach, minderwertig und hätten somit Gewalt still zu dulden....Jede Frau sollte es sich wert sein, beim ersten Anflug von Gewalt laut NEIN zu sagen und sich zur Wehr zu setzen....Erlittene Gewalt muß ohne Scham und Schuldgefühle öffentlich werden, damit den Tätern die selbstredend i.d.R. Angst vor Öffentlichkeit und Strafe haben dürften, die Lust an allzu leicht ausgeübter Gewalt ein für alle Mal vergeht. Egal wie groß die Scham auch sein mag....den Deckmantel des Schweigens herunterzureißen ist ein effektiver Schutz vor Gewalt....allerdings sollte man natürlich taktisch korrekt vorgehn...und dem Gewalttäter nicht drohen das Schweigen zu brechen und rechtliche Maßnahmen zu ergreifen, sondern nur aus gesicherter Position handeln...und zwar direkt und ohne lang zu zögern. Der eigene Schutz sollte immer Vorrang haben.

Zur Gewalt in Partnerschaften ist zu sagen, dass dort rigoros der schiefe Liebesbegriff von mit Gewalt = Unterdrückung gekoppelter Liebe ausgemerzt werden sollte....aus den Köpfen und aus den Herzen der Frauen... Gewalt hat nicht das allergeringste mit Liebe zu tun....auch wenn die Täter sich häufig in diese Ausrede flüchten: Ich liebe dich, und daher raste ich manchmal aus...Gewalt in der Liebe bedeutet nichts anderes als Unterdrückung und eine unangemessene Machtausübung über den Partner...der Partner wird durch Gewalt zum reinen Besitz- oder Lustobjekt degradiert und seiner Subjektivität und seines Anspruchs auf Achtung beraubt.

In der o.g. Statistik ist von Kostenschäden durch ausgeübte Gewalt die Rede...Was aber mehr ins Gewicht fallen dürfte sind die lebenslangen Schäden an den Körpern und Seelen Menschen, die in ihrer Kindheit Missbrauch und Gewalt erlitten haben oder die Schäden die Frauen durch Vergewaltigung etc.erleiden....nach Gewalterlebnissen wird das Leben des Einzelnen nie mehr so sein wie zuvor....viele kommen ihr Leben lang nicht mit diesen Erlebnissen klar. Wie hoch sollte man diese Schäden beziffern?

Nicht Wegsehn, sondern Hinsehn und Handeln! Das sollte sich die gesamte Gesellschaft und auch jeder Einzelne zum Ziel setzen...ich bin sicher, dass damit schon ne Menge zu erreichen ist. Prävention und Aufklärung sind sehr wichtig. Prävention fängt in meinen Augen schon in der Kindererziehung an und sollte lebenslang fortgeführt werden...
Gewalt ist ein Anthropologikum, d.h. ruht im Wesen des Menschen....es kommt darauf an diese Realität anzuerkennen -und nicht z.B. durch ein idealistisches Menschenbild zu verdrängen- und einen guten und sicheren Umgang mit diesem Wesenzug zu finden.

Gruss
Tyra

Weitere Kommentare erwünscht!! 🙂)
 
Liebe Tyra,
es wäre sehr nett, wenn Du auch die Schäden erwähnen würdest,
die durch Frauengewalt enstehen.
Ich kenne Sie nicht, aber ich habe beim googeln gelesen dass die Gewalttaten von Frauen gegenüber Männern nicht zu verachten sind.
Damit es mit Gerechtigkeit zugeht....

Danke
 
Hi Gerechtigkeit,

hast Recht, Frauengewalt gibt es natürlich auch....denn die Emanzipation hat sich natürlich auch in den Gewaltbereich ausgedehnt.
Allerdings ist die Männergewalt-insbesondere die körperliche Gewalt- im Vergleich zur Frauengewalt noch immer weitaus häufiger vertreten. Zahlendaten dazu liegen mir derzeit nicht vor, kann mich ja mal umhören....
In Hinsicht auf Vergewaltigung dürfte das an sich eher Männerdomäne sein...was Kindesmissbrauch betrifft, hab ich mal irgendwo gehört, dass auch dort Frauen- insbesondere Alleinerziehende- auch sehr häufig ihr Unwesen treiben...aber nicht in der Häufigkeit in der sich Männer an ihren Töchtern oder Söhnen vergehn...
Bei Mord sind es defintiv mehr Männer, die morden....und Frauen sind auch häufiger Opfer

Du kannst ja mal einfach deinen google-Fund hier als Link setzen...wäre auch für mich mal interessant was zur Frauengewalt zu lesen...

Gruss
Tyra
 
Frauengewalt.... (einfach mal in google eingeben)
oder manndat.de u.u.

Wissenschaftler definieren den Begriff viel gedehnter.

Frau sollte schon Gerecht sein.
Aber ich möchte mich hier jetzt nicht mehr einmischen.
Sonst macht Frau mich gleich zur Zielscheibe und zum Hackbraten.


Ich bin immer für die Lösung ohne Ärger und Streit.
 
Tyra meinte:
....Jede Frau sollte es sich wert sein, beim ersten Anflug von Gewalt laut NEIN zu sagen und sich zur Wehr zu setzen....Erlittene Gewalt muß ohne Scham und Schuldgefühle öffentlich werden, damit den Tätern die selbstredend i.d.R. Angst vor Öffentlichkeit und Strafe haben dürften, die Lust an allzu leicht ausgeübter Gewalt ein für alle Mal vergeht.

Nicht Wegsehn, sondern Hinsehn und Handeln! Das sollte sich die gesamte Gesellschaft und auch jeder Einzelne zum Ziel setzen...
Liebe Tyra,
finde das sehr erschreckend! Natürlich war mir und ist vielen anderen das sicher gar nicht so bewusst. Das hört sich ja wirklich so an, als wäre Gewalt bei einem großen Prozentteil mittlerweile an der Tagesordnung.

Was mich immer wieder interessieren würde: Warum ist das so? Hat man das früher nicht erkannt, weil so viele, wie Du schreibst, geschwiegen haben? Oder ist es vielleicht der Druck der Gesellschaft oder einfach die menschliche Weiterentwicklung, die ins Negative abgerutscht ist? Warum nur gibt es diese große Gewaltbereitschaft (nicht nur durch Männer, natürlich auch durch Frauen, stimme dem bei - die Art und Weise der Gewalt bzw. das Maß unterscheidet sich bei Mann und Frau)?!

Finde das ziemlich frustrierend, je mehr ich drüber nachdenke. Wobei die heile Welt hat's ja nicht mal mehr bei Adam & Eva gegeben, um es etwas sarkastisch auszudrücken.

Das andere, was ich zitiert hab von Dir, finde ich auch sehr wichtig: Dieses Tabu von wegen "Wegsehen, Weggehen... Hauptsache selbst seine Ruhe haben" muss endlich mal durchbrochen werden. Sicherlich haben viele dabei Angst, aber das wird doch auch geschürt, weil es leider noch immer eher unnormal ist, jemandem zu helfen, der z. B. auf offener Sprache bedroht oder körperlich bedrängt wird. "Sowas macht man einfach nicht, das geht einen nichts an". Hier ist einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten wie ich finde!

Denke schon, dass wir hier von lieben Menschen wie Dir viele hilfreiche und nützliche Tipps bekommen... aber was ist mit allen anderen Menschen, deren Einsatz in einer akuten Situation von Nöten wäre? Diese zu erreichen wird wohl immer Illussion bleiben, sprich: Jeder muss selbst auf sich und seine Nächsten achten. Nun gut, das auch eine wichtige Erkenntnis, die man aus Deinem Beitrag gewinnen konnte.

Liebe Grüße
Vienne
 
@ Gerechtigkeit:

kein Vertrauen in Frau? Ich hab null Problem mit Gerechtigkeit und auch genügend Selbstbewusstsein andere Meinungen mitgelten zu lassen....🙂)
Dieses konfliktträchtige Entweder (ich hab recht)-Oder (du hast recht)-Denken find ich unnötig. Ich denke, dass man synthetisch vorgehen sollte = mehrere Meinungen zusammenziehen sollte....ist wie dieses buddhistische Gleichnis mit den 8 Blinden und dem Elefanten. Jeder der Blinden antwortet auf die Frage, was ein Elefant sei mit einem erkannten- pardon in diesem Fall erfühlten- Aspekt...der eine sagt: ein Elefant ist ein Tier mit großen Ohren, der nächste: ein Tier mit einem Rüssel usw....und erst die Summe der Meinungen ergibt ein vollständigeres Bild von dem was ein Elefant ist....

Naja das nur so als meine persönliche Frau-Meinung...schliesslich müssen jahrelange Ethik-Studien ja was gebracht haben, oder 🙂)
Guck mir mal gleich den Link an....

Wie auch immer, ich hatte in meinem Eingangs-Beitrag ja schon gesagt, dass Gewalt ein Anthropologikum also ein allgemein menschlicher Wesenszug ist, unabhängig von Geschlecht oder Kultur....wie die einzelnen Verteilungen liegen und welches Geschlecht der gewaltbereitere Typ ist, darüber kann man gewiss ne Weile streiten. Rein statistisch von den polizeilichten Gewaltdeliktzählungen her ergibt sich jedoch, dass juvenile männliche Menschen im Alter zwischen 16 (oder bereits ab 14...das Alter rückt nach vorn) und 23/25 Jahren (pi mal Daumen) die gewaltbereitesten Menschen hierzulande sind.
Elke Müller-Mees hat zu dem Thema weiblicher Aggressivität/Gewalt ein gutes Buch geschrieben, Titel: Die aggressive Frau
Ohne Frage finde ich es wichtig die weibliche Aggression und Gewalt auch zu thematisieren...ich denke u.a. aufgrund der gesellschaftlichen Negativbewertung weiblicher Gewalt üben die Frauen ihre spezielle Gewalt eher psychologisch und hintenrum aus.
Wichtig dürfte auch die Frage nach der Funkion der Gewalt sein...Gewalt ist ein Machtmittel, wenn auch ein illegitimes, aber so doch recht wirksames...und in der Kulturgeschichte des Menschen sehr häufig angewendetes Machtmittel...vgl. die Kriege des Altertums und die heutigen globalen Kriege...
Wissenschaftliche Untersuchungen haben übrigens gezeigt, dass weibliche Straftaten im Vergleich adäquater (also gleicher wie z.B. Mord oder Körperverletzung) männlicher Straftaten auffällig härter beurteilt und bestraft wurden. Weibliche Gewalt passt nicht ins patriarchale Rollenschema der zahmen Frau...und die Frau, die aus der Rolle fällt, wird halt deutlich schärfer bestraft....das mal so zum Thema Gerechtigkeit.....

Gruss
Tyra
 
Hi Vienne,

du hast Recht, es ist erschreckend. Ich selber bin auch erst mal hintenrüber gefallen, als ich das auf der Ausstellung gelesen hatte...

Ich denke ein Grund dafür, dass wir das Thema Gewalt immer gern etwas verdrängen oder an die Seite schieben ist einmal die menschliche Natur, die an sich unterbewußt Gewalt als Machtmittel immer ein wenig toleriert und auch irgendwo toll findet...(solang man selber nix abkriegt)Guck dir mal an, wie Gewalt in den Medien gehandelt wird, z.B. in den Hollywood-Action Filmen...da üben die Helden und Superhelden ja auch ungehindert Gewalt aus...für die gute Sache versteht sich und der Schurke nur für sich und für schlechte Ziele...
Übrigens ist die menschliche Weiterentwicklung meiner Ansicht nach nicht ins Negative abgerutscht. Der Mensch ist wie er ist...naturwissenschaftlich gesehn ist Gewaltausübung weder gut noch schlecht, sondern hat ihren Zweck...=Macht und Herrschaft aufrecht zu erhalten.
Aus ethischer Sicht ist das natürlich was anderes....Ich sage immer: der Mensch ist Vieles: sowohl biologisches Wesen, dass gewissen Naturgesetzen unterworfen ist, als auch ein Kulturwesen. Er hat die Fähigkeit eine friedliche und weitgehend gewaltfreie Kultur aufzubauen...aber ob er das macht ist ne andere Sache...Unsere Gesellschaft ist in punkto Gewalt recht ambivalent...zum einen wird Staatsgewalt (Polizei, Soldaten = mit der Linzenz zur Gewalt oder Töten) ausgeübt...in den Medien wird Gewalt geduldet, was natürlich insbesondere die Jugend stark beeinflusst. Zum anderen wird bürgerliche Gewalt als illegitim verfaßt....

Das insbesondere Frauen, die männliche Gewalt erleiden, schweigen liegt an der patriarchal überformten Erziehung und daran, dass Frauen jahrhundertelang oder noch länger in die Rolle der duldenden, geduldigen, anspruchslosen, eher schwachen und schützenswerten sozialisiert wurden.
Frauen waren lange Zeit machtlose Wesen, erst seit einigen Emanzipationsbewegungen kommt die Sache langsam ins Rollen. Ich sehe die Frauenemanzipation aber recht nüchtern und denke, dass noch so einiges in Richtung verändertem Rollenverständnis oder auch veränderter Selbstwahrnehmung und -bewertung zu tun ist...

Und du hast auch Recht damit, dass an sich jeder selber mit der Aufgabe betraut ist, sich selber der Nächste zu sein und selber zu schützen...Ich habe diese Entwicklung auch hinter mir....ein -insbesondere seitens meiner Mutter- als fast gottgleich und unfehlbarer Herr unseres Geschicks definierter Vater wurde von mir allein für mich selbst durch genauen Blick/Abgrenzung (ala: hä, was findet meine Ma denn an dem ungerechten und despotischen Lümmel??meine Ma hatte halt nen schiefen Liebesblick, war devot, hatte null Selbstwert und es liefen ne Menge Selbsttäuschungsprogramme in ihrem Kopf ab... aber ich konnte halt dahinter blicken und hatte meine eigene unabhängige Meinung)und konsequente Auflehnung entthront....ich wurde von ner Sklavin zur eigenen Herrin meines Lebens....an sich ist das überhaupt nicht schwierig...es kommt am meisten auf die innere Einstellung an und den unbedingten Willen zur Macht über das eigene Leben....allein dadurch hat man schon ein ganz anderes selbstbewusstes Auftreten, was in den allermeisten Fällen gewaltabschreckend wirkt...Irgendwo muss man für sich die Entscheidung treffen, was man sich selber wert ist und was man bereit ist zu dulden. Hier im Forum gab es auch einige Beiträge von Frauen, die berichteten von ihren Vätern geschlagen worden zu sein, bis sie eines Tages mit Anzeige drohten und dann war Ruhe im Karton...Allerdings haben geschlagene Kinder ihr Leben lang oft Schwierigkeiten damit ihren Selbstwert zu finden und zu verteidigen und gelangen mit einem unselbständigen und wenig selbstbewusstem Habitus in ihren späteren Partnerschaften oft vom Regen in die Traufe...d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder geschlagen und unterdrückt werden ist oft hoch...Das zu verhindern ist ne Sache der Aufklärung und auch der Bewußtheit dieser Sache...Grundsätzlich fänd ich in den Schulen, gleich ab Grundschule Fächer wie Verhaltenspsychologie oder Konfliktschulung, Mediation, Ethik etc. echt wichtig....man kann das Ganze sehr gut zusammenfassen und auch kindgerecht zubereiten und üben...das schärft die WAhrnehmung und gibt auch gute Verhaltensstrategien an die Hand...Ich war am WE in ner Walddorfschule...gut an dem Konzept finde ich, dass dort grossen Wert auf gutes Sozialverhalten gelegt wird, die Kids früh Verantwortung übernehmen etc...das allgemeine Bildungssystem finde ich überaltet und ineffizient, sowohl was Bildungsgehalte als auch Soziales angeht...
Zurück zum eigenen Selbstbewusstsein und Grundhaltung:
Das ganze ist so ne Art Psychologikum....es gibt vom Habitus (Gestik, Mimik, Haltung)her schon Opfertypen und Gewalttäter haben nen Blick für so was und lassen oft die Finger von Menschen, von denen sie Gegenwehr erwarten...so nen Habitus erlernt man ganz gut durch Kampfsport...geht aber auch anders...
Fazit: Frauen müssen sich ihrer selbst bewusst sein und eindeutige Grenzen ziehn und sich nicht scheuen selber Macht auszuüben = Verantwortung für sich selber übernehmen, anstatt sich das von anderen abnehmen zu lassen, was dann ständige Abhängigkeit vom guten Willen (der aber nicht immer vorhanden ist!) anderer Menschen bedeutet. Selbstbestimmung ist das Zauberwort...Man sollte sich seiner selbst bewußt sein und eigene WErte für sich suchen und vertreten....DAs ganze Leben und überall wo man es mit Menschen zu tun hat muss man seine eigenen Interessen und Werte vertreten...überall gibt es Ungerechtigkeiten, Grenzkämpfe darum wessen Wille und Anspruch Vorrang hat etc....sei es in der Partnerschaft, in einem Mietverhältnis, bei der Arbeitsstelle, etc...Wer sich gut abgrenzen kann und weiss was er will und dann noch ein ausreichendes Gespür für Gerechtigkeit hat, d.h. seinen Willen gegen den Willen anderer ganz gut abwägen kann.....der kommt an sich gut durch....war jedenfalls meine Erfahrung.

Lieber Gruß
Tyra
 
Gerechtigkeit meinte:
Aber ich möchte mich hier jetzt nicht mehr einmischen.
Sonst macht Frau mich gleich zur Zielscheibe und zum Hackbraten.

Hallo, "Gerechtigkeit"!

Wenn man den Begriff "Gewalt" mal tatsächlich im weitesten Sinne definiert, dürfte dein Ausspruch wohl auch darunter fallen, denn er ist sozusagen passiv-aggressiv! Du unterstellst sofort, aber wie nebenbei, dass du lediglich durch deine Darstellung sofort angegriffen und zur "Zielscheibe und zum Hackbraten" werden würdest. Das ist bereits ein "versteckter" Angriff, obwohl ich ihn für ziemlich offensichtlich halte und nicht gerade gut versteckt....

Aber selbstverständlich habe ich mir auch deinen Link angesehen und mir auch so meine Gedanken dazu gemacht.

Ich denke es ist für uns alle keine Neuigkeit, dass Frauen im Bereich der psychischen Gewalt den Männern sowohl in Quantität als auch in Qualität überlegen sind.
("Jedoch belegten Untersuchungen zu den Ausdrucksformen weiblicher Aggression, dass eine Erweiterung des Gewaltbegriffes um Kategorien wie Mobbing, Stalking, psychische und verbale Gewalt das Verhältnis von männlicher zu weiblicher Täterschaft deutlich zu „Ungunsten“ der Frauen verschieben würde. " Zitat aus dem Link)

Was aber dabei außer Acht gelassen wird - von dir - ist die Tatsache, dass gerade Mobbing und viele Formen der psychischen Gewalt unter Frauen ausgetragen werden und sich dabei ebenbürtige Opfer/Gegner suchen.
Und selbst bei psychischer Gewalt innerhalb eine Beziehung, stehen sich beide Partner zunächst einmal gleichwertig gegenüber. Beide haben dieselbe Chance den anderen verbal oder auch emotional unter Druck zu setzen. Und beide haben auch die die selbe Chance, das Spiel zu beenden.

Körperliche Gewalt wird dagegen immer noch häufiger von Männern gegenüber Frauen ausgeübt. In diesen Fällen ist die Frau dem Mann körperlich ausgeliefert und eben diese Tatsache missbraucht er. Er sucht sich ein Opfer und keinen ebenbürtigen Gegener. Und da eine Frau sich einem Mann gegenüber körperlich viel schwerer zur Wehr setzen kann, braucht sie vom Gesetz (und der Gesellschaft) einen stärkeren Schutz.

"Studien der Universität Potsdam zeigen, dass Männer bei sexueller Gewalt häufiger in Erscheinung treten und mit Gewalt eher die Frauen verletzen, (...)
Bei Kindern und Jugendlichen sind Mädchen deutlich häufiger Opfer von Gewalt." Zitat aus dem Link)

Und besonders jedes Kind, ob Mädchen oder Junge, hat hat ein Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit. Und solange dies in unserer Gesellschaft nicht selbstverständlich ist, müssen wir etwas dagegen unternehmen!
 
Nora Puppenheim meinte:
Was aber dabei außer Acht gelassen wird - von dir - ist die Tatsache, dass gerade Mobbing und viele Formen der psychischen Gewalt unter Frauen ausgetragen werden und sich dabei ebenbürtige Opfer/Gegner suchen.
Und selbst bei psychischer Gewalt innerhalb eine Beziehung, stehen sich beide Partner zunächst einmal gleichwertig gegenüber. Beide haben dieselbe Chance den anderen verbal oder auch emotional unter Druck zu setzen. Und beide haben auch die die selbe Chance, das Spiel zu beenden.

Erst einmal: Was für ein Quatsch. Wenn gemobbt wird, wird selbstverständlich ein Opfer gewählt, das nicht ebenbürtig ist. Wenn sich das ausgesuchte "Opfer" nämlich effektiv zu wehren vermag, geht der Schuß nach hinten los.

Das gleiche gilt für psychische Gewalt. Warum sollen beide die gleichen Chancen haben? Wer in diesem Bereich fähiger ist, wird die Oberhand haben. Nur weil es keinen sichtbaren Gehirnmuskel gibt, der einem zeigt, wer von beiden mit größeren Fähigkeiten ausgestattet ist, ist das noch lange kein Grund von Chancengleichheit zu sprechen.

Aber das Ibsen Stück finde ich übrigens auch gut.

Hallo Tyra,

Deinen Ausführungen zur Gewalt stimme ich allgemein zu. Die Zahlen, die Du anführst, kommen mir ein bisschen komisch vor.
1/3 aller Mädchen und 1/7 aller Jungen waren Opfer von sexueller Gewalt. Dabei handelt es sich zweifelsohne um strafbare Handlungen. Gab es also *kopfrechen, Qualm* ca. 18 Mio Anzeigen in Deutschland wegen sexueller Gewalt ggü. Minderjährigen (sagen wir mal, in den letzten 40 Jahren)? Nein? Warum nicht? Weil das Opfer sich nicht getraut hat, den Täter anzuzeigen? Kann ich akzeptieren. Würde mir als minderjähriges Gewaltopfer wahrscheinlich genau so gehen. Aber worauf ich hinaus will: Woher wissen wir's dann? Da hat jemand kräftig hochgerechnet, oder? Klar sind die Statistiken beeindruckend. Zu dem Zweck wurden sie ja auch erfunden.

Ob die Zahlen in Realität höher oder niedriger sind, weiss ich nicht. Auf jeden Fall sind diese Zahlen reine Spekulation. Weshalb muss ein in sich schon sinnvolles Thema mit Phantasiezahlen ausgeschmückt werden, um interessant zu sein? Ich finde, Dein Beitrag wäre ohne die "Statistiken" viel besser gewesen.

Viele Grüße,
Roland
 

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