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Stationäre Einweisung - Eltern strikt dagegen

G

Gardi

Gast
Hallo liebe Community,

ich (w/22) mache ab dem 09.06.2016 eine stationäre Therapie, um einiges, was mir in der Kindheit widerfahren ist, nun endgültig zu verarbeiten. Ich lebe total isoliert, meine Sozialkompetenz ist gleich null und ich würde am liebsten einfach nur alleine sein. Depressionen und Anpassungsstörung kommen da noch hinzu.

Zudem sehe ich keinen anderen Ausweg mehr, ich habe das Gefühl, mein Leben meint mir vor die Füße kotzen zu müssen.

Ich hatte bereits am 11.04 ein Vorgespräch und die Oberärztin meinte, es sei auf jeden Fall sinnvoll eine Therapie zu machen. Nur war ich mir da unsicher. Jetzt habe ich es beschlossen.

Nun, kommen wir zu meinem Problem:
Meine Eltern.

Mein Vater meint, dass ich nicht krank sei und nur den bequemen Weg suchen würde. (Ich bin letzte Woche arbeitslos geworden, jetzt meint er, es wäre einfacher für mich da hin zu gehen und krank zu spielen.)

Meine Stiefmutter ist da ähnliche Meinung.

Ich weiß, dass ich alt genug bin und ihre Erlaubnis nicht mehr brauche... Trotzdem muss ich es ihnen ja sagen. Und ich habe echt Angst davor, weil ich da auf null Verständnis stoße.

Ich habe keine Ahnung wie ich es ihnen beibringen soll. Das ich da hin gehen werde wissen sie nämlich noch nicht.

Kann mir jemand einen Rat geben? Ich bin so schon aufgeregt genug, das Gespräch mit meinen Eltern kommt erschwerend hinzu.

Ich brauche dringend einen Rat.

Herzlichen Dank im Voraus!
 

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Y

Yuna89

Gast
Hallo,

erst einmal herzlichen Glückwunsch für deine Entscheidung! Wenn man merkt, dass man mit seinem Leben zur Zeit nicht klar kommt und noch einiges aufzuarbeiten hat ist es meiner Meinung nach sinnvoll sich professionelle Hilfe zu suchen. Ich habe auch mal eine Therapie gemacht (mit 21 habe ich angefangen). Jetzt bin ich 26 und habe die Therapie beendet.

Denkst du meine Eltern haben mich darin unterstützt? Pustekuchen. Mein Vater hat es akzeptiert und meine Mutter konnte es zunächst gar nicht verstehen. Das war mir jedoch egal, denn es ging um mich, genauso wie es jetzt um dich geht und nicht um deine Eltern.

Du musst verstehen, dass deine Eltern dich so erzogen haben, wie sie es für richtig gehalten haben. Dass du aus ihrer Erziehung einen Schaden genommen hast, ist für sie unbegreiflich. Deshalb lasse dich nicht entmutigen und gehe deinen Weg einfach. Wenn deine Eltern kein Verständnis zeigen / schlecht über dich reden etc. dann kannst du den Kontakt einschränken. So etwas muss sich nämlich keiner gefallen lassen, auch nicht von seinen Eltern.

Bleib selbstbewusst, stehe zu deiner Entscheidung und lass deine Eltern los. Nur so kannst du dich unabhängig machen und vielleicht alte Wunden heilen. Ach und noch was. Wenn du eine Therapie machst und du erfährst, was deine Eltern alles "verbockt" haben, binde es ihnen nicht unter die Nase. Es bringt nichts. Meistens streiten die Eltern alles ab oder versuchen dir einzureden, dass doch gar nicht alles so war, wie man es in Erinnerung hatte. Also verlasse dich auf dein Bauchgefühl und lass dir nichts einreden.

Viel Glück!
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Liebe Gardi,

ich denke, Tapetenwechsel = stationäre Therapie klingt ganz passend für Dich. Und wenn die Oberärztin dies empfiehlt, solltest Du dieser Empfehlung auch folgen.

An Deiner Stelle würde ich Deinen Eltern ganz freundlich aber bestimmt sagen:

Danke für Euren Rat und Eure Meinung, aber eure Vorwürfe sind nicht hilfreich. Die Fachärztliche Meinung ist für mich zielführend. Und weil mir ärztlicherseits dazu geraten wurde, deswegen werde ich auch diesen Rat befolgen.

Ende der Diskussion.

Nicht zuletzt bist Du Deine eigene beste Therapeutin. Alle Ärzte geben Dir gute Hilfestellung. Jedoch lernen, wie Du sozial kompetenter wirst, mußt Du.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und echt guten Lernerfolg.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:

Querdenker

Aktives Mitglied
Hallo Gardi,

ich finde deine Entscheidung absolut richtig und vor allem bewundernswert. Dein Vater und deine Stiefmutter sind leider völlig auf dem Holzweg und können das daher überhaupt nicht verstehen. Entscheidend ist, was du willst, denn es ist dein Leben. Ich bezweifle leider sehr, dass deine Eltern mit Worten zu überzeugen sind. Von daher würde ich z.B. Worte, wie von Nordrheiner vorgeschlagen, versuchen und wenn das nicht funktioniert, den Kontakt oder wenigstens die Diskussion meiden. Mir ist auch nicht ganz klar, warum du glaubst es sagen zu müssen.

Ich wünsche dir eine erfolgreiche Therapie!

LG
 
G

Gardi

Gast
Du musst verstehen, dass deine Eltern dich so erzogen haben, wie sie es für richtig gehalten haben. Dass du aus ihrer Erziehung einen Schaden genommen hast, ist für sie unbegreiflich. Deshalb lasse dich nicht entmutigen und gehe deinen Weg einfach. Wenn deine Eltern kein Verständnis zeigen / schlecht über dich reden etc. dann kannst du den Kontakt einschränken. So etwas muss sich nämlich keiner gefallen lassen, auch nicht von seinen Eltern.
Danke erst einmal für die aufbauenden Worte!

Ich hätte wohl erwähnen sollen, dass ich erst seit meinem zehnten Lebensjahr bei meinem Vater lebe. Die Zeit davor hat er nicht mitbekommen, da ich bei meiner Mutter gelebt hatte. In den Jahren hat sie einiges zerstört, was mir heute oft im Weg steht.

Mein Dad kann also nichts für meinen Schaden.

Leider ist er das komplette Gegenteil von mir. (Er steht mitten im Leben, ich bin eher ein Träumer. Er ist extrovertiert, ich bin introvertiert. Er ist gerne unter Leuten, ich bevorzuge lieber das Alleinsein.)

Ich stoße bei ihm auf null Verständnis, einfach weil er es nicht verstehen kann. (Obwohl er weiß, was ich bei der Frau durchgemacht habe.) und das kann so nicht weitergehen. Das weiß er. Diese Isolation. Diese null Sozialkompetenz. (Von den selbstmordgedanken, dem sich-selbst-hassen und diesem ich-bin-nichts-wert habe ich noch nie geredet.)

Und trotzdem sagt er ständig, ständig, ständig diesen einen Satz; "dann ändere es doch."

Yo. Leichter gesagt als getan. Ich schaffe es ja noch nicht mal alleine weil ich nicht weiß wo ich anfangen soll. Es sind so viele Baustellen.

Und egal wie oft wir darüber diskutieren, es endet immer im Streit.

Meine Stiefmutter, seine Freundin, versucht wenigstens das irgendwie zu verstehen. Auch wenn es ihr sehr schwer fällt. Das gibt mir zumindest etwas Halt...

Ich werde das durchziehen. Es geht um MEIN Leben. Und um MEINE Gesundheit.

Ich will ehrlich gesagt nicht irgendwann doch noch mit ausgeschnittenen Armen auf dem Bett liegen weil ich keinen anderen Ausweg mehr sehe. Dann würde er es verstehen. Aber dann wäre es zu spät...

Ich will mir helfen lassen. Und wenn nicht jetzt, wann dann?
 

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