Meine über alles geliebte Mama ist vor 2 Monaten verstorben. Und auch, wenn sie schon alt war, komme ich mit ihrem Tod nicht zurecht.
Mein herzliches Beileid! Es tut immer weh, den Menschen, der einen am längsten gekannt hat, zu verlieren. Ich wünsche dir viel Kraft, dies zu bewältigen.
Sie war gleichzeitig meine beste und einzige Freundin und hat immer alles für mich getan. Wir 2 gegen den Rest der Welt.. Besonders in den letzten Jahren habe ich versucht soviel Zeit wie möglich mir ihr zu verbringen, auch, als es ihr immer schlechter ging, aber es war schwer neben Beruf, Partnerschaft und eigenen gesundheitlichen Problemen ihr und ihrer Liebe immer so gerecht zu werden wie ich es mir gewünscht hätte.
Mich erschreckt ein wenig, wenn du schreibst, sie war deine "einzige Freundin" - was ist denn mit Menschen aus deiner Altersgruppe? Ist da niemand, der dir jetzt zur Seite stehen könnte?
Ich stand auch immer unter Druck mit meinem Partner, was mich innerlich zerrissen hat, weil er nicht mehr meine volle Aufmerksamkeit bekam, da ich diese lieber verstärkt in meine Mutter stecken wollte, um ihre lebenslange Liebe und Unterstützung in mich zurück zu geben. In der letzten Woche vor ihrem Tod als sie schon im Sterben lag im Krankenhaus auf der Palliativstation konnte ich mich zeitlich immer weniger gegen meinen Partner durchsetzen
Habt ihr darüber miteinander gesprochen?
Und konnte mich meiner sterbenden Mama nicht mehr so zuwenden, wie sie es gebraucht hätte und wie es für meinen Seelenfrieden gut und richtig gewesen wäre. Ich bereue, dass ich in ihren schwersten Stunden nicht da war, obwohl sie es für mich immer war und das alles nur, weil mein Partner aus den banalsten Gründen mich nicht nach meinen Wünschen bei ihr lassen wollte und ich zu schwach war, um mich durchzusetzen und meinem Herzen zu folgen und das zu tun, was mir am wichtigsten gewesen wäre.
Ich habe durch deine Zeilen den Eindruck, dass du mehr als genug für deine Mama da warst!
Was immer dein Partner dabei empfand - du warst im Herzen und offenbar auch real immer bei deiner Mutter. Aber hast du jemals deinen Mann mit einbezogen...?
Mit meinem Partner kann ich darüber nicht reden. Er ist emotional kalt wie ein Fisch und hat zu keinem Zeitpunkt getrauert. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, er ist froh, dass meine Mama nicht mehr lebt. Mit diesem grausamen Eindruck werde ich nun täglich konfrontiert,
Was verbindet dich noch mit deinem Mann? Denn von "Liebe" lese ich da nichts mehr. Bist du sicher, dass deine Mutter das gewollt hat - dass ihr Sterben und Tod eure Partnerschaft zerstört?
bin wütend auf den Menschen an meiner Seite und zerbreche innerlich obendrein an den Schuldgefühlen gegenüber meiner Mama, weil es sich anfühlt als hätte ich sie verraten und im Stich gelassen.
Wen du im Stich gelassen hast, das ist deinen Mann! Deine Mutter ganz sicher nicht.
Kennt jemand solche Gefühle und was kann man tun, um wieder zu innerem Frieden zu finden???? Ich versuche dankbar zu sein, dass sie so lange in meinem Leben war, und natürlich weiß ich auch, dass es nun einmal der Lauf der Dinge ist, versuche mich an schöne Erinnerungen zu klammern, wo sie glücklich war, denn war sie es, war ich es auch.
Nein, solche Gefühle kenne ich so nicht - und ich halte sie, sorry, auch für übersteigert. Du bist erwachsen, deine Mutter war alt, dein Partner ist da - aber alles ist in ein sehr ungutes Geleichgewicht geraten.
Ich wollte ihr so viel zurückgeben und das hat mir Sinn und Freude für mein eigenes Leben gegeben. Aber seit ihrem Krankenhausaufenthalt überschatten nur noch alles diese schrecklichen Schuldgefühle und ich muss jeden Tag weinen, weil es mir für meine Mama so leid tut, weil ich für sie nicht stark genug war und ich mich ohne sie wie amputiert fühle.