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Starke Schuldgefühle und Schmerz nach Tod meiner lieben Mama

Ja er war im Heim, aber nur seine letzten Wochen. Da lag er nur noch, kam nichtmal mehr auf den Toilettenstuhl. Die Beine machten nicht mehr mit, keine Kraft mehr.
Er hatte was mit dem Herzen, war kurzatmig und erwollte dann nicht mehr.
Hat ständig nur geschlafen und so ein aufbäumen gab es bei ihm nicht.
Also es war schon friedlich, er hat sich sogar 3 Tage vor seinem Tod von uns verabschiedet und wir sollten nicht nochmal kommen. Den Wunsch haben wir respektiert.
Er war sein Leben lang immer sehr rührig, hat ständig was gebastelt und repariert und als das nicht mehr ging, sah er keinen Sinn mehr. Mit 94 ist das dann auch verständlich.

Ja, da ist alles nachvollziehbar. Hattest Du das Gefühl, dass er im Heim zu seinem Lebensende gut behandelt/versorgt wurde oder auch eher, dass er sich viel sich selber überlassen war? Dein Papa muss ein starker Mann gewesen sein, dass er sich dazu entschieden hat, die letzten 3 Tage seinem Tod alleine entgegen zu sehen. Das hat Vor- , aber auch Nachteile für die liebenden Hinterbliebenen, finde ich. 94 ist ein stolzes Alter. So alt wurde nur meine Oma. Meine Eltern haben das leider nicht geschafft.
 
Gut behandelt wurde er schon, nur er wollte ja garnicht dauernd jemand am Bett haben.
Dann beklagte er sich eher bei uns, das die Schwestern ihn beim schlafen stören, wegen Windeln oder das er essen und trinken soll. Er war da ein anderer Typ, auch schon zu früheren Zeiten. Nahm sich selber nicht so wichtig, verschwieg lieber Wehwehchen anstatt zu klagen.
Und ja er war stolz, er hatte noch so den Typ von "Ein Mann zieht in den Krieg und stirbt ohne Klagen".
Er wollte nie so bedauert oder betüdelt werden.
Bei meiner Mutter sieht das anders aus, die klammert sich sehr an mich und meinen Bruder.
 
Gut behandelt wurde er schon, nur er wollte ja garnicht dauernd jemand am Bett haben.
Dann beklagte er sich eher bei uns, das die Schwestern ihn beim schlafen stören, wegen Windeln oder das er essen und trinken soll. Er war da ein anderer Typ, auch schon zu früheren Zeiten. Nahm sich selber nicht so wichtig, verschwieg lieber Wehwehchen anstatt zu klagen.
Und ja er war stolz, er hatte noch so den Typ von "Ein Mann zieht in den Krieg und stirbt ohne Klagen".
Er wollte nie so bedauert oder betüdelt werden.
Bei meiner Mutter sieht das anders aus, die klammert sich sehr an mich und meinen Bruder.

Ja, verstehe. Was und wie man sich sein Lebensende vorstellt und braucht, ist sicher eine Charakterfrage und sicher gibt es da auch Unterschiede zwischen Mann und Frau und die eigentliche Generation.
Männer in dem Alter haben ja oft so eine Haltung wie Du es beschreibst.
Wobei meine Mama ihre Wehwehchen auch oft zurückgehalten hat, weil sie niemandem zur Last fallen wollte und mich nicht besorgt machen wollte. Sie hat viel mit sich alleine ausgemacht, sie wollte auch nie bedauert oder betüdelt werden, am Ende ging es ihr dann auch einfach nur um das Gefühl, dass jemand da war, auch ohne, dass derjenige hätte viel reden oder viel machen müssen. Es ging ihr nur um das Gefühl nicht alleine zu sein.
Du hast wenigstens noch einen Bruder, so könnt Ihr die Verantwortung ein wenig verteilen. Das ist doch eigentlich positiv?
 
Liebes sensibelchen,
Kann so extrem gut verstehen was du schreibst, alles. Habe auch so extreme Schuldgefühle nach dem Tod meines vaters. Habe mit ihm im gleichen Haus gewohnt und er war mein absoluter Herzensmensch, mein ein und alles. Das letzte Jahr ging es ihm sehr schlecht und ich war zerrissen zwischen Beruf, Freund, garten- und Hausarbeit ...hab mir viel zu wenig Zeit für ihn genommen 😢ich hasse mich so unglaublich dafür ...dachte immer es geht weiter, weil er sein Leben lang so extrem stark war und einfach immer, immer, immer für mich da war. Zum Glück war ich da als er starb, er hat meine Hand gehalten und war so stark für mich🙏vermiss ihn jede Sekunde🕯️...muss lernen mit der Schuld zu leben, dass ich nicht mehr für ihn getan habe, hab einfach nicht wahr haben wollen dass er sterben wird 🙏 frag mich heute warum, warum ich mir nicht viel, viel mehr Zeit für ihn genommen habe (hab mich von anderen vereinnahmen und beeinflussen lassen und bin nicht meinem Herzen gefolgt ...es hat sich da furchtbar angefühlt und dieses furchtbar Gefühl bleibt) ...bin dankbar dass ich jeden Tag bei ihm sein könnte, zusammen essen, reden, mit ihm Fernsehen ...und trotzdem war alles immer in Hetze und Stress 😢 werde das mein Leben lang bereuen und muss lernen dass ich es nicht hinbekommen habe besser zu sein 😢🙏
 

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