Beate
Sehr aktives Mitglied
Das tue ich. Deshalb hab ich ja geschrieben, dass ich jedem seinen persönlichen Glauben lasse.
Nur werde ich nicht dem Glauben Respekt zollen, nur weil es Glaube ist.
Stammzellforschung, Schwulenrechte, Abtreibungen, einknicken vor dem Islam usw. Das sind alles Dinge, wo die Religion schon große Siege davon getragen hat.
Warum dürfen Schwule in Deutschland nicht heiraten? Weil es gegen den Glauben mancher Menschen geht.
Warum werden in den USA - aber z.B. auch in Irland und Polen - Abtreibungen so fanatisch diskutiert? Weil es gegen den Glauben mancher Menschen geht.
Warum ist die Stammzellforschung in Deutschland quasi verboten? Weil es gegen den Glauben mancher Menschen geht.
Warum knicken wir immer wieder gegenüber dem Islam ein?
Weil Muslims daran "glauben"? Das ist mir doch egal!
Ich nehme mir das Recht heraus, dass ich Christen für Idioten halte, Mohammed-Karikaturen zu machen und wenn ich will, auch meinen Penis Mohammed zu nennen!
Dr. House, jetzt hast Du sehr brisante Themen in einen Topf geworfen. Ich möchte jedoch nur auf die Stammzellenforschung eingehen.
m Kern geht es in der Stammzellen-Debatte um eine Abwägung zwischen Forschungsfreiheit, wirtschaftliche Interessen, Heilsversprechen für schwere Krankheiten, die Wahrung der Menschenwürde, dem Embryonenschutz und mögliche ethisch verträgliche Forschungs- und Behandlungsalternativen. Hierbei stellen sich beispielsweise folgende Fragen:
* Haben Embryonen eine Menschenwürde, wenn ja, ab wann, wenn nein, warum nicht?
* Wie vertragen sich eine "Ethik des Heilens" mit der Menschenwürde und dem Embryonenschutz?
* Wie ist der derzeitige Stand der Forschung mit embryonalen Stammzellen und damit verbunden beim therapeutischen Klonen und wie ist dies zu bewerten?
* Wie ist der derzeitige Stand der Forschung mit adulten Stammzellen, Nabelschnurblut-Stammzellen und anderen Alternativen und wie sind diese zu bewerten?
* Wie ist das sogenannte therapeutische Klonen (Forschungsklonen) in Zusammenhang mit dem reproduktiven Klonen zu bewerten?
* Welche ethischen Fragen stellen sich im Zusammenhang mit der Stammzellforschung und den Interessen von Forschern, Kranken und Behinderten, Politikern und bioethik-kritischen Gruppierungen?
* Muss alles getan werden, was möglich ist, nur weil es andere auch machen?
* Wie verändert sich unser Menschenbild, wenn unsere Vorstellungen davon, was der Mensch darf, sich fortwährend wandelt?
Streitpunkte in bioethischen Debatten sind u.a.: Darf alles technisch Machbare auch getan werden? Wo liegen die Grenzen für die Forschungsfreiheit? Welche Folgen entstehen für unsere Gesellschaft und für künftige Generationen durch die angewandten Medizintechniken und fehlende Gesetzgebungen?
Durch die anscheinend unaufhaltbaren Entwicklungen werden daher neue Antworten auf ethische, soziale und menschliche Fragen immer dringender.
Die Fragen mit Beginn menschlichen Lebens betreffen z. B.
* Forschung an Embryonen wie Untersuchungen des Erbgutes im Reagenzglas (Präimplantationsdiagnostik = PID) und Pränataldiagnostik (PND),
* die Problematik der (Spät-)Abtreibung,
* Forschung und Eingriffe am menschlichen Erbgut, Gentherapie,
* Gentests und Datenschutz, Patente auf Leben,
* Forschung mit Stammzellen, reproduktives und sog. "therapeutisches" Klonen,
* Forschung an "Nichteinwilligungsfähigen" wie z.B. Wachkomapatienten, schwer geistig behinderte Menschen, Demente, Kinder etc.
Zu den Fragen gegen Ende des Lebens gehören z.B.
* Hirntoddefinition, Organspende, Organtransplantation und Organhandel,
* Pflege und Betreuung alter, kranker oder behinderter Menschen,
* Hospizarbeit / Sterbebegleitung contra Euthanasie / Sterbehilfe.
Mit manchen dieser Fragen wird jeder von uns früher oder später konfrontiert. Sei es durch die persönliche Situation, in der Familie oder durch Menschen aus der näheren Umgebung.
Die Fragen nach Beginn und Ende unseres Lebens sind unausweichlich. Darum betrifft Bioethik jeden von uns. Mit den Entwicklungen der Biotechnologie und den Positionen der Bioethik ist jeder von uns konfrontiert.
Wie an eine moderne Heilserwartung klammern sich immer mehr Menschen an die Hoffnungen von Organtransplantationen, künstlicher Befruchtung, Stammzellenforschung oder Sterbehilfe (Euthanasie). Andere hingegen fürchten die Machbarkeit des Menschen und den Verlust der individuellen Menschenwürde.
Auf all diesen bioethischen Feldern engagieren sich in Deutschland Einzelne und Organisationen, die die Politiker, Forscher, Medien und die gesamte Öffentlichkeit mahnend erinnern:
Die Würde des Menschen in all seinen Lebensphasen darf nicht in Frage gestellt werden.
Bei der eingeschränkten Stammzellenforschung geht es um Ethik und die Würde des Menschen.