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Ständiges Versagen

Tifany

Mitglied
Ich mache so viel und doch schaffe ich so wenig. Immer wieder komme ich in einem Bereich letztendlich wieder an einer Grenze. Jene mich dann entweder bei einer ewig anhaltenden Konstante hält, mich weiter ziehen lässt oder gar zum Stillstand bzw. gar Verwerfen führt. Es frustriert und oft werde ich daran erinnert wie frustrierend das eigentlich ist und das es doch alles am Ende nur noch wie ein falscher Schein wirkt.

Meine Person ist sehr kreativ und künstlerisch. Ich zeichne, fotografiere, schreibe Geschichten oder bastel auch mal was. ich nutze die traditionelle wie auch die digitale Ebene. Habe eine Website, die ich pflege und verwalte - wo ich aber nichts verkaufe. Das ist kein Beruf, sondern Freizeit und es handelt sich hier um das Präsentieren meiner Hobbies. Ich liebe Social Media und bin dort auch mit der Website wie auch privat (getrennt voneinander) unterwegs wie auch aktiv. Mal mehr und mal weniger.

Doch weder für das eine, noch für das andere Projekt bekomme ich aus meiner Sicht wirklich den Zuspruch und die Anerkennung, die ich verdient hätte! Wie mir scheint liegt mir sowas alles also am Ende doch nicht. Jedenfalls nicht um damit in irgendeiner Art tatsächlich (plötzlich) irgend eine Art von Erfolg haben zu können. So wie es manch andere von heute auf Morgen (teils durch wirklich sehr fragwürdige wie bis hin zu dummen Content) zum Beispiel haben.


Es ist eine wahrliche Krise, die ich schon seit vielen Jahren jetzt nun mit mir herumschleppe. Mit jedem Mal mehr, wenn ich wieder an diesem Punkt bin wird mir klarer und deutlicher das ich mir scheinbar doch nur was vor machen muss, um dem zu entkommen was wirklich ist. Indem ich mir versuche hin und wieder gut zuzureden das ich was geschafft habe und das es ok ist wenn es nicht wie bei anderen oder das es genau so toll ist. Langsam fühlt sich das wie ein Betrug gegenüber mir selbst an.

Das löst in mir bedauerlicherweise gelegentlich das Gefühl von Versagen aus. Ständiges Versagen. Versagen - ausgerechnet in dem Bereichen, wo ich im Grunde davon überzeugt bin was Geschaffen zu haben. Mal was zu können, Spaß daran zu haben und es auch mit anderen teilen zu wollen. Ich bediene auch hier und da die eine oder andere Nische, was mir einerseits sehr lieb und teuer ist und auf der anderen bleibe ich dadurch jedoch eher im Verborgenen oder die Masse interessiert sich nicht dafür, weil: kein Mainstream. Dieses zu produzieren widerstrebt mir allerdings. Das liegt mir nicht.

Auch beruflich habe ich nie das erreicht, was ich einst mal wollte. Ich hab gekämpft, doch ich glaube es war nie genug und ich stand mir einfach immer nur selbst viel zu viel im Weg (der damaligen Entwicklung und Gründen wegen). Das hat sich bis heute nicht geändert. Ich habe eine für mich gute Alternative gefunden mit der ich gelernt habe gut zu leben und mich solide damit zufriedenstellen zu können. Doch aber auch da bin ich wieder nur bis zu einem bestimmten Punkt gekommen.

Nie schaffe ich es über diese Grenzen hinaus zu kommen!!! Ich bin so erbärmlich und faul. Suche den meist eher bequemeren Weg. Ich verfüge über diese Reflexion und doch packe ich es nicht, mich mal aufzuraffen diese Grenzen zu überschreiten. Dort was mir wichtig ist und Spaß macht weiter voran zu schreiten. Es ist so frustrierend und deprimierend. Ich fühle mich so klein und schwach in diesen Momenten. Als solch ein Loser und Nichtskönner. Das macht mich manchmal echt fertig.

Ist viel machen vielleicht doch auch ein Problem?
Wenn ja, was stünde hierbei möglicherweise dahinter?
Stelle ich zu hohe Ansprüche an mich?
Sind mir meine Erwartungen im Weg?
Setze ich schon zu lange auf falsche Pferde?
Sollte ich mich so geirrt haben und mich daher nochmal neu orientieren?
Wie überschreitet man seine Grenzen?
Bin ich vielleicht schon zu sehr narzisstisch ausgeprägt, weil ich so von mir überzeugt bin Gutes wie auch viel einzigartigeres als andere zu liefern und dafür belohnt werden zu wollen?
 
Hallo Tifany,

nun ja, wenn Du Dich nach Verkaufserfolgen bewerten möchtest und keine vorweisen kannst, dann kannst Du natürlich ein verkanntes Genie sein, dass seiner Zeit weit voraus ist. Oder Du beurteilst Dein Genie leider falsch. Wie so oft, musst Du eben jemanden finden, dem Deine Werke etwas wert sind oder schlicht herausfinden, wie Du den Wert Deiner Werke steigern kannst. Hast Du Dir schon Rat und Kritik von Fachleuten eingeholt? Was sagen die?
 
Habe eine Website, die ich pflege und verwalte - wo ich aber nichts verkaufe. Das ist kein Beruf, sondern Freizeit und es handelt sich hier um das Präsentieren meiner Hobbies. Ich liebe Social Media und bin dort auch mit der Website wie auch privat (getrennt voneinander) unterwegs wie auch aktiv. Mal mehr und mal weniger.
Im Hinterkopf denkst du da garantiert an gute Verkäufe, sonst würdest du dich ja nicht zeigen.

Vielleicht geht es dir wie mir, ich male, ich mache Keramiken, ich verfasse Gedichte aus dem Stegreif, habe aber extremen Ekel davor damit hausieren zu gehen.
Meine beste Freundin hat das dann geknackt, sie hat das in die Hand genommen und eine Kunstaustellung organisiert, ich habe mich schrecklich gewehrt. Mir scheint, das ist so eine Art Wichtigkeitsfaktor. Mir ist diese Schafferei sehr, sehr wichtig. Wenn man da Misserfolg hat, dann geht das an den Lebensnerv, kann das bei dir auch so sein? Du nennst das "Faulheit", ich denke, das ist eher eine Blockade. Das horrendste, was mir passieren kann, das ist "Draufspucken" auf mein Selbstgemachtes.
Jedenfalls, es kam zu dieser richtig offiziellen Vernissage, samt Begleitmusik, Büffet, Ansprachen ( ich habe zehn Worte schnell ins Mikrofon gedudelt, den Rest übernahmen meine best friends und siehe da, mit 33 Bildern gabs binnen zwei Tage die selbe Anzahl an Verkäufen und man lobte, ehrte, klatschte Beifall. Spätestens ab da müsste sich dieses Lampenfieber gelegt haben. Hat es aber nicht, das bin nicht ich, das ist mein kreatives inneres Kind, das ist so. Das müsstest du auch wissen, denn Fantasieren, kreativ sein, das kann man nicht, wenn man auf der "nüchternen" und sachlichen Ebene ist, da muss man eintauchen in diese Traumwelt und die ist besetzt mit allerhand Nebengeräuschen, wie Bedenken, Zweifel, Befürchtungen usw. - das wird dir jeder Kunstschaffende bestätigen können.
 
Keiner weiss, wie gut oder schlecht deine Kunst, deine "Produkte" sind. Wenn es gut ist spielt es keine Rolle, ob und wieviel du verkaufst, dann ist das kein Misserfolg. Allerdings solltest du den Wert deiner Sachen schon halbwegs einschätzen können. Es gibt doch imner Leute, die auch sowas machen. Was sagen die, und vor allem, wie bewertest du deren Ergebnisse? Wie ordnest du dich da selbst ein?:
 
Eigentlich ist hier der Spruch wirklich "erlösend" : der Weg ist das Ziel.

Wenn ich du wäre, dann wäre ich sehr gern weiter auf dieser Schiene unterwegs, unabhängig davon, wie es weiter geht. Machen, aus Freude am Machen, viel Liebe reinhängen, gerne zeichnen, des Zeichnens Willen, gerne Fotografieren, wie wenn du dich jedesmal noch weiter vorarbeitest - ähnlich wie beim Musizieren, mit der Übung kommt man in diesen Flowzustand, du bist eins mit dem, was du da machst.
Dann mach jemanden aus, der das andere für dich übernimmt, dieses Preisverhandeln zb.
Da komme ich oft nur zum Staunen- weil man sich da gewaltig verschätzen kann. Das wiederum ist eine andere Geschichte. Bei einer Plattform sah ich ein Gemälde von einer Zwölfjährigen, das extrem gelungen war, diese Farbwahl, diese Ausführung, unvorstellbar ansprechend, sie wollte 15.- Euro dafür haben. Ich habe ihr geschrieben, diesen Betrag schicke ich ihr gerne, geschenkt, wenn sie das Bild nicht weitergibt. Das Andersrum kennen wir auch, wo man Unsummen bereit ist dafür herzugeben, weil keiner weiß, nichts ist es wert, oder gleich viel, wie eine gute Torte von einer Konditorin. Das sehe ich halt immer, wie ungerecht Anerkennung verteilt wird, daher tu ich mir sehr schwer beim Schätzen meiner "Torten" aus Acryl, Öl, oder Töpferton usw. Ich mache doch nichts anderes als alle anderen, die Zutaten mixen und dann etwas draus machen.
Geht es dir auch so?
 
Hast Du Dir schon Rat und Kritik von Fachleuten eingeholt? Was sagen die?

Nein, das habe ich nicht. Bis zu einem gewissen Maß meine ich durchaus auch selbst hier und da was davon zu verstehen. Nur teile noch setze ich nicht alles (kontinuierlich)von dem um, um evtl. den gewünschten Erfolg zu erzielen. Aus persönlichen Prinzipien.


Wenn man da Misserfolg hat, dann geht das an den Lebensnerv, kann das bei dir auch so sein?
Wie ich schon schrieb, kommen diese Phasen immer wieder mal vor. Und mit jedem Mal wird mir dann klarer, wie sehr doch eigentlich auf der Stelle herum trample. Das finde ich sehr ernüchternd.


Es gibt doch imner Leute, die auch sowas machen. Was sagen die, und vor allem, wie bewertest du deren Ergebnisse? Wie ordnest du dich da selbst ein?

Es gibt Leute, die meine Arbeiten für gut, speziell als auch individuell wie einzigartig finden oder manche sprachen auch von Nische. Also eben etwas, das auch nicht jeder so hat. Ich stimme dem soweit zu. Bekomme gute Zusprüche und über die freue ich mich natürlich auch jedes Mal. Trotzdem komme ich nie wirklich weiter.
 
Machen, aus Freude am Machen, viel Liebe reinhängen,

Das ist mir auch sehr wichtig und steht grundsätzlich auch an erster Stelle. Trotzdem frustriert mich dieser Stillstand. Dieses nicht weiter entwickeln irgendwie auch und so viele Sache zwar zu machen aber dann immer irgendwo auf halber Strecke mitten drin nicht mehr weiter zu kommen. Wie so ne Mauer.
 
Hallo Tifany,
seinen Prinzipien zu folgen kann manchmal bedeuten, die eigene Sackgasse nicht zu erkennen. Und dann noch einmal mit voller Energie auf dem eigenen Standpunkt zu beharren, kostet einfach nur Zeit und Kraft. Du hast selbst festgestellt, dass Dein Weg nicht funktioniert, wie Du es Dir wünschst. Das kann natürlich ein Problem von "Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort" sein. Es kann aber auch daran liegen, dass Du noch nicht weit genug bist oder was auch immer.

"Warte nicht, wo kein Bus hält". Mit diesem ernüchternden Satz musst Du Dich auseinander setzen und flexibler und zielorientierter werden. Van Gogh hat zu Lebzeiten kaum ein Gemälde verkauft. Finde heraus, woran es bei Dir liegt. Aber wenn Du nur immer dasselbe tust, kommst Du nicht weiter. Da kann ein Blick von außen wirklich helfen, selbst wenn der zuweilen weh tun kann.
 
Van Gogh hat zu Lebzeiten kaum ein Gemälde verkauft.
Die Sonnenblumen hat er bestimmt zehn mal gemalt und wer weiss, wie viele Entwürfe und Skizzen er dazu gemacht hat. Da liegt der Unterschied. Und er hätte kein einziges Blütemblatt anders gemalt, weil irgendjemand das kaufen soll. Er hat versucht, die Sache selbst auszudrücken. Und dann hatte er natürlich Glück, dass der Zeitgeist nach seinembTod nach Innerlichkeit verlangte.
 

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