Danke an alle für die Antworten.
Mit "zu nieder" hat das wenig zu tun, ich hatte auch schon einen Nebenjob als Putzfrau und komischerweise hat mich das wenig gestört. Es ist, weil es mein persönliches Chaos ist und weil mir davor irgendwie besonders graut. Aber vor den wichtigeren Dingen graut mir ja auch 😉
Wenn ich mir das jetzt vorstelle, das wär schon echt toll, wenn es hier deutlich leerer wäre. Wollte schon so lange mal entrümpeln...hier steht so viel Scheiß rum, rechts aufm Schrank liegt n altes Bastelprojekt von der Größe eines durchschnittlichen Kartons, das ich nie mehr weitermachen werde, darunter lehnt ein Schwert, das ich noch nie gebraucht hab und immer irgendwie so im Weg rumsteht, darunter türmt sich ein Wäscheberg von letztem Urlaub (*hust*), der sogar gewaschen ist, und aus dem ich mir ab und zu Zeug raussuche und wieder welches draufwerfe. Neben mir steht ein Tisch mit leeren Flaschen und Tassen und allen möglichen Karten, Krankenversicherungskarte, Führerschein usw., die ich dahingelegt hab, als ich zu einem Konzert ging, was auch schon wieder Wochen her ist. Seitdem vermisse ich die Karten unterwegs dauernd zu allen Gelegenheiten 😱
Aber ich kann jetzt ewig Ausreden finden, das dumpfe Überforderungs- und Kein-Bock-Gefühl ist ja weiterhin da.
Vielleicht mach ic heute ein bisschen was. Vielleicht lass ich es auch und mach mir ne Pizza, hab keine Gabeln mehr..
Kennt ihr das Gefühl, dass ihr Aufgaben nicht angehen wollt, die euren Geist in eine ganz bestimmte Richtung drängen? Also kein Ekel vor Aktivität allgemein sondern nur in eine gewisse Richtung, z.B. jetzt duschen, anziehen, raus - wäre halbwegs machbar. Hab ich auch keine Lust zu, aber würde gehen. Jetzt die Vorstellung in der Wohnung herumzuwuseln und mich stundenlang mit all diesem Kram zu beschäftigen, den ich überall hingeschmissen hab, ist dagegen echt ätzend. Ich frage mich, warum.
Genau das gleiche Phänomen ist es ja mit den besonders aufgeräumten Wohnungen zu Klausurzeiten - kenn ich auch. Man weicht dann auf andere Dinge aus. Gut, vor einer Klausur Angst zu haben, kann ich verstehen. Kann vieles sein. Angst vor Versagen, Angst vor Erfolg, blabla. Stumpf keine Lust auf Akitivität oder Faulheit wirds kaum sein, denn man macht ja die ganze Zeit was. Aber ich kann nicht behaupten, vor meinem Chaos Angst zu haben. Es ödet mich einfach nur an. Vielleicht schneidet aber auch jedes Stück, was ich wegräumen müsste, ein Thema an, das ich lieber wegschiebe.
Geschirr - oh, Pizzaflecken und Kaffeetassen, eigentlich wolltest du dich ja bewusster ernähren. Klamotten - naaaa, passt du da noch rein? Eigentlich wolltest du ja Sport machen.
die ganze Wohnung schreit: Eigentlich wolltest du doch mehr auf dich und deine Umgebung achten, eigentlich MÜSSTEST du dich jetzt mal um dieses und jenes kümmern, was schon ewig auf deiner To-do-Liste steht.
Ja, ich fürchte, das ist wirklich das Problem. Ich verdränge alles mögliche, indem ich meine Wohnung ignoriere. Chaos scheint einem alles zu erlauben, was man machen will, aber eigentlich nicht "darf". Sich ne Pizza in den Backofen schieben. Den ganzen Tag im Bett gammeln. Hässliche Klamotten tragen weil alles andere in der Wäsche ist. Sich um nichts kümmern und stundenlang rumgammeln. Dann schnell anziehen und raus da und verdrängen.
Schon ganz schön bekloppt, wenn ich drüber nachdenke. Und wenn das Chaos ein Symptom ist, dann wird es wahrscheinlich auch immer wiederkommen. Ok, und wie gesagt, es erstreckt sich ja auch wirklich auf alle Lebensbereiche..hm. Vielleicht räume ich heute doch einfach mal alles auf und versuche, mich von all den Verpflichtungsgedanken zu distanzieren.
Gruselig wenn man dauernd das Gefühl hat: An dem Punkt war ich doch schon mal...