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Sprachfehler vs Gesellschaft und Beruf

G

Gast

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Ich verliere den Kampf gegen meine Behinderung.

Ich habe seid meiner Geburt einen Sprachfehler. Ich stottere stark. Muss mich ständig Hohn und Gelächter!!! aussetzten.

Schule war immer sehr schlimm...Im Beruf wird man nicht ernst genommen...Job gekündigt.. Studium angefangen- hab ich abgebrochen deshalb.Beziehungen-Fehlanzeige... Bin nun schon 24 und es wird immer schlimmer. Hab schon Sprachschulen besucht usw.

Stehe nun vor der Entscheidung einen unterqualifizierten Job anzunehmen um einfach nicht mehr so viel sprechen zu müssen.
Meine Eltern sind enttäuscht aber sie können sich nicht in meine Lage versetzen. "Ist doch nicht so schlimm!!!!..das wird schon besser..konzentriere dich mal...die ham doch alle keine Ahnung...achte nicht auf andere "

Mir gehs wirklich sehr schlecht...

Fänd es super wenn sich ein SELBST Betroffener dazu äussern würde. Kann man damit klar kommen. Oder bin ich halt irgendwie ein Behinderter.

Lagerarbeiter mit Abitur...naja...ins Büro traue ich mich nicht mehr...

Depressive Grüsse Ben
 
Hallo Ben, Du wolltest zwar Rat von einem Betroffenen, die ich nicht bin aber dennoch - hast Du schon einmal über die Möglichkeit nachgedacht, dir a) versierte Hilfe zu holen bei den zuständigen Stellen ? Ich weiß daß es zum Beispiel Trainer gibt, die Dich dabei unterstützen, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Denn darum geht es meiner Meinung nach in 1. Linie - nicht das Stottern an sich ist das "Problem" .. es sind die teilweise sicher negativen Erlebnisse mit Ignoranten, die auf Dir lasten. Du schaffst es irgendwie nicht, diese zu ignorieren, glaube ich. Ich denke, es wird viele Menschen wie mich geben, die Stottern beim Gesprächspartner nicht als Makel empfinden .. aber leider scheinst Du solche Menschen noch nicht kennengelernt zu haben. Daher mein zweiter Rat, Dich nach einer sogenannten Selbsthilfegruppe umzusehen und dort teilzunehmen. Zumindest hätte dies den Vorteil, daß Du dort sicher ebenfalls Betroffene kennenlernen kannst, die Dir helfen können, mit deiner Umwelt besser fertig zu werden bzw. den Idioten (für mich sind Menschen die sich über eine kleine Behinderung hämisch äußern, einfach nur Idioten) die Stirn zu bieten.
Beruflich würde ich an Deiner Stelle meine Qualifikation nicht unters Licht stellen und versuchen, einen angemessenen Job zu finden. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, Dich auf irgend eine Art selbständig zu machen ? Kannst Du z.B. einige Fremdsprachen ? Wäre eine Art Übersetzungsbüro etwas für Dich ?

Wichtiger wäre allerdings im Moment wirklich, daß Du Dich einer Selbsthilfegruppe anschließt um eben genau jenes Stückweit Selbstvertrauen wiederzubekommen, was Dir offensichtlich leider verloren gegangen ist.

Wenn Du magst, gib doch mal bitte ein paar mehr Information was den Beruf angeht, was genau würdest Du gerne machen wollen wie sind Deine beruflichen Qualifikationen usw. - dann täte man sich leichter, Dir zu raten.

Ich wünsche Dir, daß Du bald diese Menschen, die Dir das Leben schwer machen, als das ansehen kannst, was sie im Grunde wirklich sind - ignorante, dumme, nichtssagende Idioten. (Ich weiß, ich weiß, leider gibt es viel zu viele davon...)

Lieben Gruß,
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Glaube auch, du brauchst dringend psychologische Hilfe, dass Du Dein abhandengekommenes Selbstbewusstsein wieder aufbaust. Dann erst kannst Du Dich auch entsprechend Deinen Qualitäten, Fähigkeiten und Fertigkeiten gut "verkaufen", dass Du einen Job kriegst der Deiner Quali entspricht und wo Dein Sprachfehler nicht ins Gewicht fällt.
Solltest allerdings auch fair zu Deinem Handycap stehen und Dir Jobs suchen, wo es wirklich piepegal ist, ob du stotterst oder nicht. Jobs mit Kundenkontakt, viel Telefonieren, Vertriebsjobs, eben Jobs wo es auf die Sprache/Kommunikation ankommt fallen da sicher erstmal weg, dass solltest Du Dir ehrlicherweise auch eingestehen. Mach dir mal ne Liste eine Art Brainstorming, wo Du qualifizierte Jobs zusammenträgst, die nicht "sprachbegabt" sein müssen. Ansonsten würd ich auch mal einer Art Berufsberatung in Anspruch nehmen, da könntest du auch Hinweise erhalten und Gedankenanstösse was du machen kannst, wo du viell. nie drauf gekommen währst.
 
Hallo, ich hatte früher auch das Problem mit dem stottern aber bei mir ist es mit der Zeit verschwunden.
Hab mit 4 oder 5 angefangen zu stottern, kam damals aus Thailand nach Deutschland und mußte erstmal deutsch lernen. Im Kindergarten war das voll der Horror,(Kinder sind voll süss aber können sehr gemein sein wie Ihr wisst)!!!!
Danach ging es in der Schule weiter und ich hab immer schlechter gelesen und auch gesprochen.
Es geht sich aber darum das man Angst hat, daß andere Mitmenschen,Schüler,Freunde oder Lehrer usw einen komisch angucken wenn das stottern anfängt.
Ich kann nur sagen: Steh darüber und lerne es zu aktzeptieren, wenn Du versucht Dein Leben nach dem stottern zu richten willst, ist das der falsche Weg. Glaub mir.
Ich hab angefangen in der Gastronomie zu arbeiten, Service und Kundenbereich, und in diesem Beruf musst Du mit Menschen reden.
Und durch so einen Beruf hab ich mit der Zeit immer mehr an Selbstbewusstsein gewonnen und nun bin ich 23 und stottere garnicht mehr.
Verstehst Du was ich Dir damit sagen möchte? Hab mehr vertrauen und Mut zu Dir selber, und Du wirst sehen es wird besser.
Glaub mir,ich weiss wovon ich spreche....... hab das alles selber durchgemacht und erlebt.
Ich hoffe ich konnte Dir irgendwie helfen?!
Liebe grüße 🙂
 
erstmal danke für eure Antworten!

Habe in meiner Jugend viele Sprachschulen besucht und es ist nicht besser geworden.
Hab nun mal Wirtschaftsabi gemacht, Wirtschaftliche Ausbildung und hab dann ein wirtschaft Studium angefangen.

das eigendliche Problem sind Fremde..Leute die mich nicht wirlich kennen..die Gesellschaft usw. Freunde haben sich schon lang dran gewöhnt- kein Thema.
Wenn ich besoffen bin stotter ich nicht. Sicher ist es was psychologisches.!

Aber Fremde sehen es gerade in Verkaufsverhandlungen als Unsicherheit an und werden misstrauig/ oder schätzen jemanden falsch ein.

Und jeder sieht bzw. hört sofort meinen wunden Punkt. Die Sache womit man mich verletzen kann.

Naja werde mich damit abfinden....müssen..aber es ist so anstrengend?

Träume platzen..

Greetz

P.S.: Selbstmitleid ist wie in die Hose pinkeln, erst warm und behaglich, dann kalt und ekelig.
 
Dein letzter Satz hat mir besonders gut gefallen, da ist viel Wahres dran. 😉
Also was ist zu tun, die "bepinkelte" Hose ausziehen, sich eine frische anziehen und sachlich die Möglichkeiten abchecken. Ein Beruf in dem Du überaus viel mit Fremden in Kontakt kommst, scheidet z.B. also schon einmal aus. Es sei denn, Du nimmst jeglichem Mißtrauen etc. gleich den Wind aus den Segeln und sagst von vornherein, daß Du ein wenig stotterst. Fertig. Sicher gehört eine Masse Mut dazu aber so würdest Du im Gespräch direkt jegliche Angriffsfläche verbannen, verstehst Du ? Daß im alkoholisierten Zustand das Stottern fast oder ganz weg ist, wirst Du hoffentlich nicht zum Anlaß nehmen, immer nur besoffen durch die Gegend zu rennen 😉

Hast Du Dich denn mal beim Arbeitsamt erkundigt, welche Stellen für Dich in Frage kämen, welche Möglichkeiten Du hast ? Mir will das noch nicht ganz in den Kopf mit der Lagerarbeit, da MUSS es doch noch andere Alternativen geben. Ich meine, klar, Du kannst jetzt natürlich den Kopf in den Sand stecken, sagen "ich stottere, das macht mich angreifbar für Fremde, also versteck ich mich und hab meine Ruhe" -- Du KÖNNTEST aber auch sagen "okay, ich hab nunmal ein kleines Sprachhandicap so what. Die Leute die mich noch nicht kennen, sollen mich nicht nach diesem einen kleinen "Bug" beurteilen sondern mich richtig kennenlernen." --DAS wäre der Weg, der mehr Kraft und Mut verlangt, aber der sicher auch der Bessere wäre. Weil im Endeffekt entscheidest DU und niemand sonst, wie Dein Leben weiter verläuft, zurückgezogen und "versteckt" oder offen und frei. Ein paar Lästermäuler und Ignoranten wird es immer geben, die sich lustig machen, klar. Aber wenn Du Dich versteckst, wirst Du vielleicht nie die "Anderen" treffen. Nämlich die, die sich eben nicht an solchen Kleinigkeiten stören und die Dich als das ansehen und akzeptieren was Du bist, nämlich ein ganz normaler Mensch mit halt einem kleinen Handicap -- und solche "Anderen" gibt es eigentlich derer viele, man muß nurmal ein bißchen mehr Selbstvertrauen und Mut haben und sich eben NICHT verstecken .... 😉
 
ich bin 30 jahre alt,und stottere immer noch.zum glueck aber nicht mehr so stark.ich verstehe dich sehr gut.als ich dein bericht gelesen habe,koente ich glauben,ich haette selber geschrieben.stottern hat was psychologisch zutun.du koenntest mal bei psychologe vorbei schauen,das hilf beiknapp 100 prozent,glaub mir.sprachschule bring nix,glaub mir.aus eingener erfahrung .
 
Ich stottere nicht, habe aber einen anderen Sprachfehler. Und ich habe einen Job, in dem ich viel sprechen muß, auch vor Gruppen. Ich hätte nicht gedacht, daß das möglich ist, aber es geht! "Verständlich sprechen" ist zwar wichtig in diesem Job, aber es gehört viel mehr dazu, als NUR astrein und nach Lehrbuch sprechen zu können. Und da meine anderen Fähigkeiten, die mindestens genau so wichtig sind, überzeugen, stört sich mein Arbeitgeber nicht an meinen Sprach'problemen'.

Trotzdem fühle ich mich natürlich manchmal unwohl, wenn ich gerade vor xxx Menschen stehe und höre, wie meine Sprache nicht so ist wie die anderer Menschen. Dann sage ich mir das folgende:

- Nach jahrelanger logopädischer Therapie sind wir unglaublich gut darauf gedrillt, unsere eigenen Aussprache- oder Flüssigkeitsfehler zu hören. Andere Menschen achten aber letztendlich viel mehr auf das was wir sagen, als darauf, wie wir es sagen. Das Wie spielt auch eine Rolle, natürlich hört jeder unsere nicht-normgerechte Sprache heraus, aber es kommt auf der Hörerseite viel weniger extrem an, als wir es uns nach einer Kindheit und Jugend voller Sprachtherapie vorstellen!

- Viele Menschen sprechen nicht-normgerecht, haben einen Akzent, oder sprechen einen unbeliebten Dialekt. Diese Menschen können sich sagen: "Man hört halt raus, daß ich aus XXX komme - na und?". Warum sagen wir uns nicht: "Man hört halt, daß meine Zunge zu lang, mein Gaumen gespalten, meine Atmung unkontrolliert oder 'beliebigen Grund einsetzen' - na und?"

- Früher habe ich immer gedacht: "Ich spreche zu schnell, zu undeutlich, ..." wenn mich jemand nicht gleich verstanden hat. Jetzt denke ich mir: "Der hört zu langsam, zu ungenau, etc...." Nicht immer die Schuld bei sich suchen! Wir können ruhig erwarten, daß sich unserer Gegenüber genausoviel Mühe gibt, uns zu verstehen, wie wir uns Mühe geben, ihm etwas mitzuteilen!


Selbsthilfegruppen sind sicherlich auch eine tolle Idee. Es war ein unglaubliches Gefühl, als ich in der Oberstufe das erste mal einen Akademiker getroffen habe, der den selben Sprachfehler hatte wie ich! Er war der Beweis dafür, daß ich es schaffen konnte! In einer Selbsthilfegruppe kannst Du andere stotternde Menschen kennenlernen, die einen interessanten Job haben. Das befreit!
 
Hallo,

kann mich sehr gut in eure lage versetzen.Ich Stötter zwar nicht aber habe seit meiner Geburt an einen Sprachfehler der sich wie folgt auswirkt.Wenn ich Spreche klingt es so als hätte ich Starken Schnupfen und alle wörter mit "s" und "Sch" habe ich so meine Probleme.

Bloß was mich wirklich stört ist die null Toleranz von einigen Leuten die mich nur aufgrund meiner Sprache beurteilen ob wohl Sie mich als Person garnicht kennen.

Desweiteren habe ich die erfahrung gemacht das man sein Problem nicht erklären kann.
Ich bin deswegen sehr Schüchtern weil ich nicht immer Spott und Hohn ernten möchte weil es mich doch sehr angreift.
Nach außen zeige ich das nicht so aber im inneren belastet micht das sehr stark.

Habe eine Hand voll sehr guter Freunde die mir da zur Seite stehen und mir immer wieder Kraft geben aber irgendwann ist auch mal meine Kraft am ende.

Und ich weiß nicht was dann Passiert vor diesen Tag habe ich auch selber angst.
 

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