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Spontanes Bewerbungsgespräch und ich bin nervös

Bei Autoverkäufern spielt die Provision eine Riesenrolle. Schau daher keinesfalls nur auf das Fixum und vergleich das nicht mit deinem bisherigen Gehalt. Das geht völlig an der Realität vorbei. Wenn du für einen soliden Hersteller tätig bist kannst du wirklich richtig gut verdienen.
 
So, bin gerade zurück vom Bewerbungsgespräch und will nun erzählen, wie es war. Danke übrigens an alle fürs Daumendrücken.
Als ich ankam, musste ich noch etwa 10 Minuten warten, der Geschäftsführer war noch in einem Telefonat. Ich setze mich so lange in die Besucherecke und lauschte ein bisschen den beiden Damen am Empfang zu, die mit dem Kollegen scherzten, blickte ein bisschen durch die Halle auf die Fahrzeuge eines deutschen Premiumherstellers oder schaute einfach nur den Image-Film der Unternehmensgruppe auf dem Fernseher in der Besucherecke. Die Zeitschriften lagen so akkurat gestapelt, dass ich mich nicht traute eine zu lesen.

Als der Geschäftsführer so weit war, begrüßte er mich freundlich per Handschlag und wir gingen in sein Büro, wo wir zunächst etwas Smalltallk machten und er mir u.a. erzählte, dass er meinen ehem. Chef kennt, da dieser mal zwei Autos bei ihm gekauft habe. Er machte einen entspannten aber professionellen Eindruck.

Er erzählte mir das sich die Branche gewandelt hat. Heute kommen kaum noch Kunden ins Autohaus, ich würde ja selbst sehen das keine Kunden da sind. "Oft lohnt es sich eigentlich nicht samstags aufzumachen, kommt selten einer vorbei"

Heutzutage muss man Netzwerken, um potenzielle Neukunden zu erreichen. Man muss aktiv auf Kundensuche gehen und diese für ein neues Auto begeistern. Auch gibt man bereits regelmäßig
Bestandskunden Angebote für neue Autos mit, wenn diese zum Service kommen, um ihnen einen Wechsel auf ein neues Modell attraktiv zu machen. Aber nicht jeder kauft ein neues Auto.

Die meisten Kunden erreicht man telefonisch auch nur in den Abendstunden und man muss vieles telefonisch abklären, deshalb arbeitet man abends bis 18 Uhr und ggf. auch länger.
"Es sei ein Knochenjob mit viel harter Arbeit den nur wenige durchhalten. [...] Viele werfen schnell das Handtuch, [...] aber wenn man dem gewachsen ist, hat man es geschafft"

Ich wurde nach meinen bisherigen Aufgaben im alten Job gefragt und erzählte nochmals wahrheitsgetreu, dass ich primär Angebote erstellt und Aufträge bearbeitet habe. Mal 'ne Bestellung getätigt und allgemeine Bürotätigkeiten machte. Aber eher wenig mit Kunden und schon gar keineVerkaufsgespräche.- Er machte sich eine Notiz, dass ich das also erst lernen müsste.

Er erzählte mir etwas über den Standort und wie dieser mit dem anderen zusammenhängt, bei dem ich mich eigentlich beworben hatte und wie meine Unterlagen hier gelandet sind. Allerdings sieht es wohl so aus, als ob aus der Ursprünglichen Bewerbung nichts wurde, es wurden seines Wissens nach wurden bereits zwei neue Leute eingestellt und ob der Kollege in Niederlassung B noch jemand benötigt könne er nicht sagen.

Ich wurde nach meinen bisherigen Arbeitszeiten gefragt, 38,5 Std./Woche, und mein Gegenüber erklärte mir dass, es hier eher 45 Std./Woche sind.
Von 8 - 12 Uhr und von 13 - 18 Uhr. Alle paar Wochen auch am samstags von 9 - 12 Uhr im wechsel mit den Kollegen. Ähnlich bei den Mittagspausen, es muss immer jemand da sein, falls Kunden kommen und da muss man diese verschieben.

Auch wurde ich nach meinen Hobbys gefragt und ich antwortete wahrheitsgemäß das ich meist Videospiele spiele. Die Rückfrage nach einer Vereinszugehörigkeit verneinte ich, wusste aber worauf er hinauswollte. - Kontakte.

Zum Schluss hin, stellte ich noch die Frage zum Gehalt.
Dieses hätte bei meiner Vorgängerin aus 2500€ Fixgehalt bestanden + 150€ für jeden Neuwagen und +100€ Bonus für jeden Gebrauchten. Aber übers Gehalt könne man nochmals reden, wenn es in die nächste Runde ginge. Dabei schaute er auf meine Bewerbung, da ich bei der Gehaltsvorstellung für den Assistenzjob 3300€ verlangte.

Ich habe mir das mit den Bonuszahlungen nun zuhause in einer Excel-Tabelle ausgerechnet und ja, man kann mit den Bonuszahlungen aufstocken, aber wenn der Geschäftsführer sagt, dass man den Kunden hinterher jagen muss, klingt das für mich nicht so, als ob man viele Autos im Monat verkauft.
Und wenn ich nichts verkaufe, arbeite ich 6,5 Stunden mehr pro Woche und verdiene 100€ weniger im Monat. - Klingt nach einem schlechten Deal.

Nun sind etwa drei Stunden vergangen seit dem Ende des Gesprächs und je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger denke ich das ist ein Job für mich. Ich vermute das wird auch nichts. Er hätte wahrscheinlich lieber jemanden, der schon Erfahrung im Vertrieb mit Kundeberatung hat und ein Hansdampf in allen Gassen ist und in seinem Umfeld die Kunden für die Automarke gewinnen kann.
 
Nun sind etwa drei Stunden vergangen seit dem Ende des Gesprächs und je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger denke ich das ist ein Job für mich. Ich vermute das wird auch nichts. Er hätte wahrscheinlich lieber jemanden, der schon Erfahrung im Vertrieb mit Kundeberatung hat und ein Hansdampf in allen Gassen ist und in seinem Umfeld die Kunden für die Automarke gewinnen kann.
Denke ich auch. Das Verkaufen und schnelle Kontakte Knüpfen sollte einem schon etwas im Blut liegen.

Es kommt jetzt wohl drauf an ob die Mitbewerber geeigneter sind und ob du es mal versuchen würdest.
 
Nun sind etwa drei Stunden vergangen seit dem Ende des Gesprächs und je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger denke ich das ist ein Job für mich.
Selbst wenn es so sein wird, hast Du eine neue Erfahrung gemacht. Nimm solche Gespräche ruhig als Übung mit. Wenn der Traumjob um die Ecke kommt, bist Du dann viel gelassener 🙂
 
Ich finde es wirklich beeindruckend, wie souverän und reflektiert du mit dem Resümee deines Gesprächs umgehst. Du wirkst dabei weder verzweifelt noch unter Druck – das zeigt innere Stärke.

Lass dich davon nicht verunsichern: Das erste Bewerbungsgespräch ist immer etwas ungewohnt – betrachte es einfach als Ice-Breaker. Sobald du dieses erste Gespräch hinter dir hast, wirst du merken, dass du bei den nächsten Gesprächen und Bewerbungen deutlich gelassener und selbstbewusster auftreten wirst.

Vielleicht überlegst du dir auch, ein oder zwei Hobbys anzugeben, die sich etwas besser „verkaufen“ lassen – zum Beispiel Sport. Videospiele sind natürlich auch ein legitimes Hobby, aber sie vermitteln schnell den Eindruck, dass du eher zurückgezogen bist oder dich weniger aktiv mit der Welt um dich herum beschäftigst.

Es gibt Arbeitgeber, für die solche Details eine größere Rolle spielen, als man zunächst denkt – das merkt man oft schon an den Fragen im Gespräch. Daran kannst du oft auch erkennen, mit welcher Art Unternehmen du es zu tun hast.
 

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