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Soziales Kompetenz-(training)

  • Starter*in Starter*in rocko69
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rocko69

Gast
Mir geht es so, das ich oft das Gefühl habe, sozial nicht genug Kompetenz und
Fingerspitzengefühl zu haben. Sicher liegt das auch an der häufigen depressivität. Aber ich habe da generell wohl auch Lücken. Ich erkenne oft nicht, wenn ich andere nerve oder mich falsch verhalte. Wenn ich mich unsicher fühle, verhalte ich mich fast immer falsch 😱.

Kennt jemand gute Bücher oder Möglichkeiten, sich zu schulen, ausser in der harten Aneck-Realität 🙄?

Wie geht es Euch damit?
 
Vieleicht solltest Du zunächst Deine Beobachtungsgabe trainieren, denn schon an den Augen, an der Körperhaltung oder an kleinen Gesten kannst du "ablesen" wie Du bei anderen ankommst. Vesuche auf jeden Fall Dein Gegenüber beim Gespräch immer direkt in die Augen zu schauen.
 
Es gibt Kurse für sowas. heißen dann auch, welch Überraschung, soziales Kompetenztraining. Werden in Kliniken, seltener ambulant, angeboten.
Frag mal in der psychatrischen Ambulanz bei euch nach.
Was ich mal erlebt hab, hat mich allerdings zweifeln lassen:
Da sollte ein Patient, der soziale Ängste hatte, nachmittags in ein Cafe gehen und sich zu einer alleinstehenden Frau an den Tisch setzen, egal ob andere Plätze frei sind oder nicht. Und ein Gespräch anfangen.
Ich fand das so hirnrissig! Ich habe zB keine soziale Phobie und trotzdem würd ich mich nicht an den Tisch zu irgendwem setzen, wenn noch andere Tische frei sind. Und warum eine Frau? Was soll das?
Der Patient machte auch dementsprechend schlechte Erfahrung: Die Frau las ein Buch und war endlos genervt. Stand kurz darauf auf und setzte sich an einen anderen Tisch. Toll: das ging doch wohl nach hinten los...
 
@lexi, so etwas habe ich auch erlebt. Da gab es dann Aufgaben wie in einer Gruppe mit den Armen oben durch die Hauptstrasse zu laufen. Toll.
Hinterher hat man sich eigentlich nur dämlich gefühlt, wie auch anders?

Hatte einfach gehofft, jemand weiss da kompetente Quellen oder Kurse, die
wirklich etwas bringen können. Meine Beobachtungsgabe ist an sich gut. Nur meine verbale "Schnittstelle" ist offensichtlich inkompetent.

Irgendwie sind viele Dinge in aller Munde und Psychologen machen viele Gewese, aber in der praktischen Anwendung oder in Angeboten sehr rar....
Schade.
 
Was meinst du mit verbale Schnittstelle? Kannst du die Leute nicht ansprechen oder kannst kein Gespräch führen ( auch mit Bekannten ) oder was meinst du?
Da gibt es doch dann sicherlich Rhetorik Kurse, die auf sowas eingehen, könnt ich mir denken... Vom SKT halt ich nicht viel, du schreibst ja auch selber, wie sau-dämlich manche Aufgaben sind.
 
Was meinst du mit verbale Schnittstelle? Kannst du die Leute nicht ansprechen oder kannst kein Gespräch führen ( auch mit Bekannten ) oder was meinst du?

Fremde ansprechen wenn es nicht um sachliche Auskünfte geht ist für mich fast unmöglich. Wenn ich mit Fremden zu tun habe bin ich meist nervös und rede Mist. Wenn es zu Konflikten kommt habe ich Angst und reagiere oft falsch. Mag ich jemanden und kenne ihn noch nicht gut, bin ich gehemmt. Auf andere scheine ich auch arrogant zu wirken, weil ich mich deswegen sehr stark zurückhalte, um keine Fehler zu machen oder Konflikte zu beschwören.
Irgendwie fehlt mir das "Geschmeidige" in der "verbalen Schnittstelle". Sobald es um logische oder sachliche Sachen geht habe ich keine Probleme.

Also Bsp:
- "Wo ist hier der Bahnhof?"; Selbst fragen oder Antwort, kein Problem.
- "in Schlange stehen, warten, mit jemand plaudern dabei, vielleicht von selbst damit anfangen"; Hölle. Wenn ich es tue und irgendwie aktiv werde gehe ich anderen gleube ich nur auf den Keks...
 
Wenn ich es tue und irgendwie aktiv werde gehe ich anderen gleube ich nur auf den Keks...

Siehst du. Da ist doch das Problem.
Erstens ist es ganz normal, nicht ständig die Plaudertasche zu geben, wo man auch geht und steht. Man muss nicht alle zutexten. Hat man das Bedürfnis, sich mit fremden Menschen zu unterhalten, sagen wir mal in einer Schlange an der Kasse, dann kann das ja auch langsam ausgetestet werden, ob der Hinter/ Vordermann da überhaupt Lust drauf hat. zB: Kino Schlange: " Haben Sie auch gute Kritiken über den Film gelesen?/ Ich find Schauspieler X super/ Wenn wir hier noch länger warten müssen, ist der Film auf DVD erhältlich" etc...
Keine Reaktion des Angesprochenen? Dann hat er halt keinen Bock auf Konversation. Liegt aber nicht an dir.
Andersrum, stell dir mal vor, du würdest ständig vollgelabert, von Fremden auf der Straße. Würd dich auch nerven, nehm ich an.
Was ich sagen will ist doch einfach: Ich finde dein Verhalten normal. Eine gewisse Hemmschwelle hat jeder und wenn du die niedriger halten möchtest als sie jetzt ist, dann musst du in der Tat trainieren. Und dafür brauchst du keinen Kurs, das kannst du auch alleine.
Fang klein an, sag zB beim spazieren gehen mal freundlich "Hallo" zu den Leuten, die dir entgegen kommen. Beim einkaufen machst du an der Wursttheke ein kleines Scherzchen und wenn der Postbote kommt plauderst du ein wenig über das Wetter usw usw. Mehr machen andere auch nicht.
Setz dich nicht unter Druck.
 
Setz dich nicht unter Druck.

Genau das tu ich leider.
Und wenn ich allein unterwegs bin habe ich keine Möglichkeit des Feedbacks.
Gehe ich jemand auf die Nerven? Wirke ich zu arrogant? Sollte ich reden?

Wenn du mal in so einer Schleife bist, gehst du mit der Zeit allem aus dem Weg, wenn du dann anfängst du reden, merkst du oft nicht, was läuft.
Wenn du dann so sensibel auf die Dinge reagierst wird das normale Benehmen des anderen, das zeigt, man soll die Klappe halten, entweder von dir nicht registriert oder du bist schlecht drauf, weil der andere negativ reagiert.

Dann ziehst du dich weiter zurück... uswusf. Schleife eben. Weiss einfach nicht, was tun. Zuwenig Kontakte. Zuwenig Übung. Neue Kontakte schaffen ist schwierig umzusetzen, wenn du schon so zweiflerisch bist. Und wie gesagt, spreche ich Leute an, weiss ich einfach nicht, was passiert oder passieren wird. Wenn du von vornherein so gehemmt bist wird es eh nichts.
Und Rückzug macht es nicht besser. ....Gepräch: Syntax Error-->/dev/null
(Müll). 🙁🙁🙁😕
 
sicher ist das eine Zwickmühle. Aber das ist genauso wie bei Phobikern generell: Du musst es in Angriff nehmen, dich genau diesem Thema stellen.
Konfrontation, alles andere funktioniert nicht.
Wenn du meinst, dir hilft eine Gruppe da, dann versuch es über die psychatrische Ambulanz oder bei Selbsthilfegruppen.
Und ich würd wetten, es geht total vielen Leuten so wie dir...
 
Wie gesagt, die Angebote sind mau, sonst würde ich nicht so einen Thread starten. Ausserhalb der teuren Privatindustrie für die gehobene Klasse findet sich nicht viel. Ich mache, was ich kann. Aber wenn die Angst nicht besser wird und du keine Hilfe findest (zuwenig Angebot, zuviel Nachfrage = schwer)
ist es hart. Funktionierende Selbsthilfegruppen oder sinnvolle Angebote habe ich bisher nicht finden können. Und allein kanst du zwar üben und machen, aber allein durch Konfrontation ohne vernünftige Verarbeitung wird es bei mir zumindest nicht besser. Meine Angst wächst fleissig vor sich hin, wie ein gut gedüngter Tomatenstrauch. 😀
 

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