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Soziale Kontakte

timo35

Neues Mitglied
Liebe Forum-Mitglieder,
dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich hoffe das ich hier an der richtigen Stelle bin.

Leider fällt es mir ziemlich schwer euch mein Problem genau zu schildern, dennoch werde ich es versuchen und hoffe das mich jemand versteht.
Ich m, bin 20 Jahre alt und fast fertig mit der Schule. Ich lebe bei meinen Eltern und sollte eigentlich ganz zufrieden mit meinem Leben sein. Ich habe Freunde, kein finanziellen Probleme und erziele gute Leistungen in der Schule. Dennoch macht mir meine aktuelle Lebensweise und Einstellung große Sorgen.
Mein bisheriges Leben habe ich die meiste Zeit alleine verbracht. Ich habe zwar immer mal wieder etwas mit anderen Menschen unternommen, dennoch hat es mir nie sonderlich Freude gemacht etwas mit anderen Menschen zusammen zu unternehmen. In meiner Freizeit habe ich viel am Computer programmiert und auch viel gelesen. In der Schule gelte ich als freundlicher Klassenkamerad neben dem man gerne Sitzt und mit dem man sich auch gut sachlich Unterhalten kann. Ich werde oft gefragt ob ich etwas mit Anderen Unternehmen möchte und freue mich eigentlich auch über dieses Entgegenkommen.

Diese Unternehmungen sind aber meistens sehr Anstrengend für mich und ich fühle mich nicht wohl (weshalb ich auch die Meisten absage). Andere Menschen in meinem Alter treffen sich mit Freunden, gehen Essen, gehen Tanzen, unterhalten sich und haben bei allen diesen Aktivitäten viel Spaß und Freude. Aber genau diese Dinge bereiten mir keinen Spaß. Ich treffe mich nicht gerne mit anderen Menschen, ich möchte nicht Stunden mit Smalltalk verbringen oder in stickigen Cafés sitzen.

Ich beneide aber all diese Menschen die an diesen Aktivitäten Spaß haben, und würde im Innersten auch gerne so sein wie sie. In letzter Zeit frage ich mich immer öfters was ich mit meinem Leben überhaupt anstellen soll. Ich fühle mich nicht mehr glücklich damit den ganzen Tag alleine zu sein wie in den letzten Jahren. Sobald ich mit der Schule fertig bin habe ich gar keine Struktur und andere Menschen mehr in meinem Alltag. Ich werde meine Zeit wahrscheinlich alleine zuhause verbringen müssen. Daher sehne ich mich immer mehr nach anderen Menschen die evtl. ähnlich Denken wie ich, konnte aber noch Niemanden der auch nur Annäherungsweise gleich wie ich denkt finden.

Mein Hauptproblem ist das ich ganz genau weiß, dass ich mich nach dem Kontakt zu anderen Menschen sehne aber dennoch das verabscheue was die meisten Menschen unter "Spaß haben" und zwischenmenschlicher Beziehung verstehen.

Wie schon gesagt bin ich keineswegs wütend auf andere Menschen und deren Verhalten, und musste auch noch keine schlechten Erfahrungen wie z.B Mobbing oder Ähnliches machen. Nichtsdestotrotz kann ich einfach nicht so sein wie alle anderen Menschen die ich kennen lernen durfte und bin deshalb auch frustriert über meine Situation und wünsche mir das ich es sein könnte.

Wenn ich Glück habe versteht mich ja jemand hier oder weiß unter welcher "Persönlichkeitsstörung" ich leide.
 
Hallo Timo,

mir geht es auch so, dass ich Small-Talk und viele der üblich angesagten geselligen Dinge nicht so mag. Anderseits ist es in meinem Leben schon oft passiert, dass ich ein neues Thema, neue Leute, neue Freunde, sogar einfach neue Orte (!) entdeckte und sich dann neue Welten für mich öffneten. Welten, in denen ich mich im Kontakt wohlfühlte. Diese Welten (so sehe ich das selbstkritisch auf mich selbst bezogen) finden wohl nicht am Computer statt, auch wenn er mir das Gefühl pseudomäßig verleiht, etwas zu tun und mit Menschen im Kontakt zu sein (wie beispielsweise jetzt gerade). Echtes "Feeling", im Kontakt zu sein, findet für mich nur direkt mit Menschen statt. Gar nicht so sehr beim Sprechen über Probleme, sondern beim entspannten Verbringen gemeinsamer Zeit mit irgendeiner Aktivität. Also das ist hier ein sehr subjektiver Beitrag von mir. Weil ich mich in vielen Dingen in deinem Beitrag selbst wiedererkannt habe. Somit möchte ich dich ermutigen.

A) die übliche Wahl, sich kontaktmäßig anzupassen als zweite Wahl zu verstehen. Ein Grundmaß an sozial erwünschter Kontaktform ist schon gut, um nicht total abzutauchen
B) sich - Erste Wahl - auf die Suche zu machen. Auf die Suche in der Welt da draußen. Außerhalb der elterlichen Wohnung und außerhalb des Internets. Das kann auch einfach ein schönes Abenteuer sein, diese Suche. Gar nicht so als Problem- Lösungs- Suche. Sondern als Selbst- Entfaltungs- Reise. Nicht krampfhaft suchen. Aber dabei offen sein. Sich positiv überraschen zu lassen. Leuten zu begegnen, mit denen man wirklich gerne Zeit verbringt. Beispiele für einen einfachen Einstieg: b1) organisierte Gruppen- Reisen. Wenn du einigermaßen Kohle hast, buchst du eine Reise mit Gruppenkontakt aber nicht gleich eine Skihütte mit Schlafsaal sondern, wenn du genug Kohle hast so viel, dass es für ein Einzelzimmer im Rahmen der Gruppenreise reicht. b2) jegliche Vereine: Die sind auch nicht so oberflächlich, da geht es auch immer um ein Thema, sodass die Aktivität etwas beständiger ist, als auf einer Cocktail- Party. b3) du kannst natürlich auch das Internet als Startbasis nehmen. Aber dann mit der Absicht, offen zu sein, sich wirklich mit Leuten zu treffen b4) wo trifft man sonst noch Leute, die nicht nur Small- Talk machen? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
C) Manchmal sich positiv überraschen lassen!
Ein Kumpel von mir sprach mal von einer Hochzeit, von der er keinen Bock hatte, als Gast hinzugehen. 10 Tage lang war er nach der Hochzeit nicht für mich telefonisch erreichbar. Weil er sich dort in eine Frau verliebt hatte. Also: "Manchmal passiert es anders als man denkt": Bedeutet: Über eine vermeintlich langweilige Aktion lernt man wahrscheinlicher einen spannenden Menschen kennen, als wenn man zu Hause sitzt. Wenn nicht, ist es halt einfach eine sportliche Übung, sich in sich ruhend unter Menschen zu präsentieren. Nicht anzubiedern, sondern "Ich selbst" zu sein. Oft lernt man auch über einen für einen nicht so attraktiven Menschen einen anderen attraktiven Menschen kennen, in dem man Zugang zum Freundeskreis der "Erst- Kontakt- Person" bekommt. Das darf man so machen. Da spricht ja nichts dagegen, über einen Menschen, einen anderen Menschen kennen zulernen. Somit kann die Distanz einem Menschen gegenüber dir vielleicht so eine Freude, eines "kennenzulernenden Zweit- Menschen" verhindern. Also oft mal auch was probieren, nicht so mit dem "das muss jetzt klappen Hammer" in der Tasche.


Viele Spaß!
 
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